Neues Projekt - Vollständige Gewandung um 1320

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    • Ich kann nur dazu raten, klein anzufangen. Probier erstmal Stoffe die "ok " sind, das heißt in modern gefärbter Art mit Farben die in etwa möglich gewesen wären und mit einer Webart die in etwa stimmt und Näh das mit der Maschine. Du musst erstmal ein Gefühl entwickeln, wie der Stoff fällt und wie er sich am Körper verhält. Und du wirst garantiert immer mal wieder was aufmachen müssen. Das ist bei enganliegender Spämi Kleidung umso krasser, weil die Schnitte doch sehr komplex werden, das bekommt man auf Anhieb fast unmöglich hin.

      Dann würde ich mich erstmal drauf konzentrieren, dass es von außen historisch aussieht und dann ans innere gehen. Meistens gehen ja eh mehrere Generationen Kleidung ins Land. Und ein Tipp: wenn was nicht mehr taugt, versuchs in einem Larpforum zu verkaufen, dort wird sowas gerne genommen und man hat keinen großen Verlust.

      Man kann ja auch später die Maschinennaht wieder aufmachen, oder Stichabstände nehmen, die das ganze quasi nur heften und später durch Handnaht ersetzen.
      www.lebendige-geschichte-1474.de
    • Ich bin gerade am Durcharbeiten der Literatur.
      Mir stellt sich da die Frage woher kommt es, dass hier im Forum immer darauf hingewiesen dass man mit dem selben Material nähen sollte wie der Stoff? In "Medieval Garments Reconstructed" wird zwar ein Wollfaden als Nähmaterial beschrieben, aber in Kanias "Kleidung im Mittelalter" werden Woll, Leinen und Seidengarn als Nähmaterial erwähnt und zwar nicht nur zur entsprechenden Stoffart, sondern es wird auch Leinenfaden für die Rekonstruktion verwendet und mindestens eine Wolltunika erwähnt, die vermutlich mit Leinenfaden genäht wurde.
    • Danke für die Antwort. Eine andere Frage drängt sich mir gerade noch auf. Laut Katrin Kania gibt es keine eindeutigen Schnitte (weil keine Funde) für Bruchen, erhalten sind scheinbar nur eine Hose der Infantin von Spanien und eine eines nubischen Bischofs, die beide nicht als repräsentativ angenommen werden können.

      in dem Buch schlägt sie für die weite Bruche einen Schnitt vor, bei dem nur seitlich an der Hüfte und im Schritt vernäht wurde und der Tunnelzug durch einrollen entsteht, das ergibt auch die weite, gewickelte Form um die Beine.
      Was haltet ihr von der hier vorgestellten Methode, bei der einfach ein sehr weiter Ledenschurz so gewickelt wird, dass sich das Bild einer weiten Bruche ergibt?
      Hat das schon einmal jemand versucht und sind darüber Beinlinge noch bequem zu tragen?


      Quelle: youtube, dimicator
    • I really enjoyed the Video!

      Das einfache, ungenähte und übergroße Leinen-Rechteck als Lendenschurz unter einen Gürtel gezogen und dann drumgerollt haben wir dieses Jahr in Lütjenburg bewundern dürfen. :D Ein Haufen Frauen stand um den sich entblätternden Darsteller herum - rein experimentell-archäologisch natürlich. Und ja, genau wie gezeigt hat der Darsteller auch das Tuch getragen und war von dem Trageversuch begeistert.
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Ich war ebenfalls Zeugin der von Raginhild beschriebenen Tragedemonstration nach genau dem im Video gezeigten System. Beinlinge liessen sich problemlos darüber tragen und der Träger wusste sogar zu berichten dass auch Trageversuche beim Reiten ein positives Ergebnis gehabt hätten. Für das Tragen mit Beinlingen müssen die Beine der Bruche ja auch nicht zwingend unten aufgerollt werden, dann langt es ja wenn man sie übereinanderschlägt und den Beinling drüberzieht.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)