Einsteigertipps ins skandinavische Frühmittelalter von Aisling

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    • Einsteigertipps ins skandinavische Frühmittelalter von Aisling

      Aisling hat einen Anfängerleitfaden zum Einstieg ins skandinavische Frühmittelalter erstellt, finde ich sehr hilfreich.
      Skandinavisches Frühmittelalter - wie anfangen?
      Quelle: aislingde.blogspot.com
      Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - näheres ist in meinem Blog Archäotechnik - textile Fläche zu finden.
    • Hallo Marled,
      vielen Dank für den Link.

      Ist für mich als langjährigen Darsteller nicht zwingend erforderlich aber Asling hat mit dieser Seite eine sehr gute Information brereitgestellt die man allen Einsteigern aber auch Fortgeschrittenen empfehlen kann.
      Annäherend jeder findet hier noch das ein oder andere Wissenswerte.

      Grüße sendet Olegsson
    • Hallo,
      ja es ist Konsens das Wolle allgemein gebräuchlich war
      und Leinen eher weil aufwendig und sicherlich teurer ebenso wie Seide die anzunehmend nochmal teurer und seltener gewesen ist,
      eher für die gehobene Schicht war.
      Doch man kommt von Aslings Seite auch noch zu weitern für Anfänger nützliche Hinweise.

      Somit bin ich der Meinung das dort eine gute Quelle für Anfänger und schon etwas länger im Hobby befindliche Darsteller ins www gestellt wurde.
      Das entbehrt jedoch nicht eigener Recherche und Informationen aus guten Büchern.

      Grüße sendet Olegsson
    • Wobei ich da noch eine Anmerkung hätte:

      „Als Mann ist es sinnvoll, keinen Thorshammer zu tragen, das war höchstwahrscheinlich ein Fruchtbarkeitssymbol für die Frau.„

      Das wird im unten aufgeführten Heft Wikinger, Waräger, Normannen aber ganz anders dargestellt. Es werden Gussformen und Schmuckstücke aus Metall und Bernstein aufgeführt und gesagt, der Thorshammer sei bis 1000 n.Chr. ein weitverbreitetes Symbol gewesen. Da steht nichts von Frauengrab und als Fruchtbarkeitssymbol wird hier Freyr genannt. Ist das nun eine veraltete Information (Heft ist von 1992)? Dann sollte im Guide darauf hingewiesen werden, denn dieser Widerspruch ist etwas verwirrend finde ich.
    • Wolfram von der Oerz schrieb:

      Schön gemacht...
      .... aber ist es nicht mittlerweile Konsens das bei den Wikingern auch die Unterbekleidung aus Wolle war
      weil Leinen aufgrund der aufwändigeren Herstellung eher bei gehobenen Persöhnlickeiten zu finden war ?
      Es gibt aber ne ganze Menge Funde zu Leinen, vor allem in den Ovalfibeln. Und nur zu den "gehobenen" Darstellungen gibts auch die entsprechende Anzahl der Funde.
      In Haithabu zB lässt sich bei den Funden aus dem Hafen überhaupt nicht sagen, in welchem sozialen Kontext die Bekleidung, die da einem profanen Endzweck als Kalfater oder Putzlumpen zugeführt wurde, genutzt wurde. Über die sogenannte "ärmere" Schicht lässt sich leider überhaupt keine Aussage treffen, auch nicht ob da Wolle als Unterkleid überwiegend genutzt wurde, da es da absolut an aussagekräftigen Funden mangelt.
      Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - näheres ist in meinem Blog Archäotechnik - textile Fläche zu finden.
    • Hallo zusammen,

      ich bin hierhergelockt worden, da Marled mich informiert hat, dass sie meinen Leitfaden hier geteilt hat und es Diskussionsbedarf gibt ;-).

      Zum Thema Leinen:
      In dem Buch Excavation in the black earth birka studies 8 'Tools for the textile production'

      gibt es eine nette Übersicht, was in Birka alles gefunden wurde. Ich zitiere da mal:
      Wool, tabby and twill (1075 fragments) 22,4 %
      Linen/hemp (tabby and twill) (800 fragments) 16,7 %
      Silk twill (750 fragments) 15,6 %
      Passementerie and Borders (650 fragments) 13,5 %
      Tablet-woven with silver weft (600 fragments) 13,5 %
      Pattern weaves, brocades, or tapestry-like weaves (280 fragments) 5,8 %
      Embroidery with gold and silver thread (140 fragments) 2,9 %
      Plaiting and sprang (125 fragments) 2,6%
      Tablet -woven bands with gold weft (100) 2,1 %
      und noch einige weitere Kleinigkeiten...
      In den Gräbern von Birka hat sich meistens nur das erhalten, was in unmittelbarer Nähe zu Metall war, was die hohe Summe der broschierten brettchengewebent Bänder erklärt, die ihr Metall gleich mitgebracht haben.
      Es ist zudem eine Ausnahme, da normalerweise Wolle und Leinen nicht zusammen in Boden erhalten bleiben, da sie unterschiedliche Ansprüche stellen.
      Aber 22,4 % zu 16,7 % zeigt, dass Leinen, zumindest bei wolhabenden Bestattungen (wegen Metall im Grab) nichts besonderes war.
      Und einige Schichtungen (wie es am Metall korridiert ist) lassen durchaus die Schlüsse zu, dass es als Unterkleidung verwendet wurde.
      Und wie Marled sagt, über 'arme' Darstellung wissen wir gar nichts.

      Zum Thema Thorshammer.
      Es gibt das Grab von einem Mann, der mit Thorshammer begraben wurde.
      Das Grab eines Mannes in Repton, Derbyshire/England (Grab 511). Gestorben im Winter 873/74.
      Er wurde u.a. mit Thorshammer begraben. Nicht zu vergessen, dass ihm bei seiner letzten Schlacht sein bestes Stück abgetrennt wurde, was im Grab durch einen Eberzahn ersetzt wurde.
      Sonst ist mir da kein Grab bekannt, wo das verwendet wurde.


      Und ja, ältere Bücher sind toll und immer noch lesenswert, aber sie sind Kinder ihrer Zeit und werden oft von neueren Forschungen ein- und überholt und sind somit mit der üblichen Vorsicht zu lesen.
      Danke, das habe ich jetzt ergänzt.
      Ich bin nett, höflich, liebenswert und zuvorkommend...
      wenn ich schlafe.

      Meine Seite übers Brettchenweben http://www.aisling.biz
    • moin zusammen,

      gut das mit den Kinder ihrer Zeit verstehe ich.

      In der Ausgabe Textilen und Tracht von Inga Hägg Ausgabe 2015 (ist glaube ich noch nicht so alt)

      werden verschiedene Funde auf S.55/56 Pkt. 3.2.7 als Hemd /Untertunika dort wird auch auf 14 Wollfunde in Hedeby Bezug genommen.

      Ein sozialer Kontext wird hier direkt nicht hergestellt.

      Der Schluß ärmere Bevölkerung und Wollhemden wird wohl direkt nicht beweisebar sein sondern eher ein umkehrschluss zum Bezug wohlhabendere Bevölkerung und Leinenhemden sein.

      Da sich anscheinend die Wissenschaft darin auch nicht einig ist darf aber die Pauschalisierung auf Leinen hinterfragt werden dürfen denke ich.
    • Jo, und genau deswegen steht in dem Artikel von mir:


      Welche Materialien soll man verwenden? Für die Oberbekleidung Wolle, für die Unterbekleidung Leinen (Es gibt da diverse Ausnahmen und Leinen war in Skandinavien nicht ganz so verbreitet wie in Mitteleuropa, aber damit kann man sich beschäftigen, wenn man mehr Erfahrung hat).

      Es ist ein Artikel für Einsteiger und ich kann nicht auf alle Ausnahmen eingehen, ansonsten wird da ein Buch draus.

      Sonst müsste ich genau so schreiben, dass für die Funde aus Haithabu 'Sonderregeln' gelten, weil das ein Handelsplatz war, der nicht mehrheitlich von Wikinger besiedelt wurde und somit max. 1/3 der Funde den Wikingern zugeordnet werden kann. Deswegen gibt es auch so wenige Funde von Schalenfibeln. Und die Textilien aus dem Hafen sind damit keiner der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zuzuordnen.

      Oder, oder, oder.... das hier ist auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zusammen geschrieben, damit die erste Ausstattung ordentlich und ausbaufähig wird.

      Und von da aus kann man sich gerne weiter entwickeln.
      Ich bin nett, höflich, liebenswert und zuvorkommend...
      wenn ich schlafe.

      Meine Seite übers Brettchenweben http://www.aisling.biz
    • Zu den Funden von Birka: Darf man sich die Bücher eigentlich ausdrucken? Also für Privat? Ja ich weiß, was man privat macht juckt niemanden aber ich würds mir in einer Druckerei drucken und schnellbinden lassen wollen... keine Lust dass da jemand hohen Blutdruck bekommt. Die Originale kaufen ist ja etwas kostspielig- wenn man überhaupt eines ergattern kann.
    • Ventris schrieb:

      Zu den Funden von Birka: Darf man sich die Bücher eigentlich ausdrucken? Also für Privat? Ja ich weiß, was man privat macht juckt niemanden aber ich würds mir in einer Druckerei drucken und schnellbinden lassen wollen... keine Lust dass da jemand hohen Blutdruck bekommt. Die Originale kaufen ist ja etwas kostspielig- wenn man überhaupt eines ergattern kann.
      Stell Dir vor, Du schreibst ein Buch. Du hast jehrelange Recherche da rein gesteckt, hast Tage und Nächte dran gesessen, bist dafür auch Reisen gewesen, hast dafür eine riesige Menge Zeit und nicht unerheblich Geld ausgegeben um DIESES Wissen um die Funde nicht für Dich zu behalten sondern auch anderen interessierten zur Verfügung zu stellen.

      Würdest du das alles dann auch umsonst zur Verfügung stellen? So dass jeder es sich einfach so kopieren kann?
      Viele Grüße
      die Lisabeth
    • Ventris schrieb:

      Zu den Funden von Birka: Darf man sich die Bücher eigentlich ausdrucken? Also für Privat? Ja ich weiß, was man privat macht juckt niemanden aber ich würds mir in einer Druckerei drucken und schnellbinden lassen wollen... keine Lust dass da jemand hohen Blutdruck bekommt. Die Originale kaufen ist ja etwas kostspielig- wenn man überhaupt eines ergattern kann.
      Die Fernleihe kostet im Schnitt 5€ je Buch, das ist ganz legal. Macht jede öffentliche Bücherei.

      Was Diskusionen in Foren oft sehr unerfreulich macht, ist der unterschiedliche Standpunkt in der Tiefe des Wissens. Hier haben Damen geschrieben die eine umfangreiche Büchersammlung zum Thema Textil haben, sich Originale ansehen und sogar nacharbeiten um dennoch zu wissen : ihr Wissen hat Lücken.
      Und auf der anderen Seite hat man grob ein wenig hier von gelesen und davon und glaubt alles zu wissen. Wolfram es nervt.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Die Birka Bücher sind von 1938 oder so.

      Eigentlicht erlischt das Urheberrechts für Bücher 75 Jahre nach dem Tod des Autors. Bei Birka III, dem Buch über die Textilfunde ist der Autor Agnes Geijer, die 1989 gestorben ist.

      Da die Bücher von offizieller Seite in Netz gestellt wurde (Historika ist die Seite, die auch sämtliche Details zu den Gräbern veröffentlicht hat), ist es kein Problem, diese Bücher für private Verwendung auszudrucken. Allerdings finde ich die Scanqualität nur mittelprächtig, besonders bei den Textilien kann man einige Details nicht erkennen und die würden beim Druck noch weiter verloren gehen.

      Ansonsten kann man Bücher wie Silvia schon schreibt über die Fernleihe für wenig Geld beziehen.
      Ich bin nett, höflich, liebenswert und zuvorkommend...
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      Meine Seite übers Brettchenweben http://www.aisling.biz
    • Lisabeth schrieb:

      Ventris schrieb:

      Zu den Funden von Birka: Darf man sich die Bücher eigentlich ausdrucken? Also für Privat? Ja ich weiß, was man privat macht juckt niemanden aber ich würds mir in einer Druckerei drucken und schnellbinden lassen wollen... keine Lust dass da jemand hohen Blutdruck bekommt. Die Originale kaufen ist ja etwas kostspielig- wenn man überhaupt eines ergattern kann.
      Stell Dir vor, Du schreibst ein Buch. Du hast jehrelange Recherche da rein gesteckt, hast Tage und Nächte dran gesessen, bist dafür auch Reisen gewesen, hast dafür eine riesige Menge Zeit und nicht unerheblich Geld ausgegeben um DIESES Wissen um die Funde nicht für Dich zu behalten sondern auch anderen interessierten zur Verfügung zu stellen.
      Würdest du das alles dann auch umsonst zur Verfügung stellen? So dass jeder es sich einfach so kopieren kann?
      Völlig richtig was du sagst, ich bin davon ausgegangen, dass das historische Museum dies mit den Rechteinhabern abgeklärt hat. Ich kann nun leider auf der Seite keine Hinweise zur Copyright Regelung der Bücher finden, mein Schwedisch ist eher schlecht und auf der englischen HP find ich die Bücher gar nicht erst... nun gut reicht ja wenn ich mir Auszüge ausdrucke.
    • Hallo in die Runde,
      die Birka Bände sind offiziell eingestellt und somit öffentlich zur privaten Nutzung freigegeben.
      Grundsätzlich muss die Arbeit der Autoren gewürdigt bzw. gezahlt werden.
      Recherchen kosten Zeit und Geld und man muss anderes liegen lassen.

      Wir haben meist andere Berufe und benörtigen die Information hauptsächich aus Hobbygründen.
      Bitte respektiert das Copyright nicht nur weil es Gesetz ist sondern auch aus Anstand und Respekt der geleisteten Arbeit.

      Kauft bitte auch mal das ein oder andere "gute" Buch.

      Grüße sendet Olegsson
    • Ich finde, man sollte bei so einem Einsteigerleitfaden immer im Auge behalten, dass es sich um eine Hilfe für ANFÄNGER auf dem Gebiet handelt.
      Wer sich mit Hilfe so einer Handhabe einkleidet, liegt schon nicht mal ganz daneben. Wir dürfen nicht vergessen, dass man am Anfang vor einem schier unüberwindlichen Berg an Informationen steht und viele Leute lieber mangels sinnvoller Information auf was gekauftes zurückgreifen, Leo Carbone wirds ja schon wissen. Der liefert aber kein Hintergrundwissen wie in Silvias Beitrag.
      Wer dann Spaß an der Darstellung hat, gräbt tiefer, Literatur ist bei Silvia ja angegeben und die Feinheiten kommen nach und nach.
      Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - näheres ist in meinem Blog Archäotechnik - textile Fläche zu finden.