Video zur Frauenkleidung im 11. Jhdt

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    • Von der Kleidung wirklich gut ausgestattet und eigentlicht gibt es nix zu meckern... aber da sind so Kleinigkeiten, die man dramaturgisch falsch geschnitten hat.... dass man den Eindruck bekommt, dass die Frau nicht die Haare kämmt, z.B.
      Ich bin nett, höflich, liebenswert und zuvorkommend...
      wenn ich schlafe.

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    • So wirklich überzeugend finde ich die gesammte Zusammenstellung nicht. Das fängt bei der Ausstattung des Hauses an, war das so schlicht, wenn man 2 Helferinnen hat ? War der Boden nicht evtl mit irgendwas bedeckt ? Bei Regenwetter morgens in ein überlanges Kleid steigen und dabei auf festgetretenen Erdboden stehen, das habe ich auch schon mal durch gekaspert und überlegt ob Kleidung und Haus zusammen passen. Die Feuchtigkeit zieht in Die Häuser, auch wenn das Dach dicht und der Boden nicht wirklich nass ist, so ist es doch unangenehm und leicht schmuddlig.
      Dann sind da die dicken Sneakersöckchen, die nur dann Sinn machen, wenn die Schuhe drücken. Mit den Haaren bin ich ganz bei Aisling...

      Über vieles kann man erst nachdenken, wenn man solche Bilder hat. Meckern ist leicht. Ich merke dann immer wie viele Lücken mein Wissen hat, und wie viele Fragen sich neu auftun.
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    • Hallo in die Runde,
      nicht nur das die Frau sich nicht die Haare kämmt, auch das Zähneputzen wurde weggelassen, ganz zu schweigen von der Ganzkörperwaschung. :D

      Aber mal im Ernst, schön ist dieser kurze Filimbeitrag dennoch,
      trotz der kleinen Schwächen, davon die größte würde ich meinen, ist wohl das zwei Damen eine einkleiden in deren Gemach der Boden aus gestamptem Lehm mit aufgetreutem Stroch besteht.
      Für eine Dame die sich Kleidungszofen leistet, ein arm ausgestatteter Haushalt.

      Gruße von Olegsson :wiki4
    • Das Video hat bestimmt viel Arbeit gemacht und ist schön anzuschauen. Die hinterlegte Musik finde ich auch sehr schön. Da gehört schon etwas zu, so einen langen Clip zu drehen.

      Als sich die Dame hingekniet hat, auf den harten , nur spärlich mit Stroh eingestreuten Boden, ist mir der Unterkiefer runtergeklappt. Ohne Kissen? Kniefall vor den Mägden?

      Auch wenn es immer zu hören ist, finde ich es unhygienisch, im Leibhemd zu schlafen und dann am Tage nur einen Surcot drüber zu ziehen. Einerseits schadet ab und an ein sauberes Hemd anzuziehen nicht (jaaah, käme beim Filmen nicht jugendfrei rüber, hätte aber mindestens angedeutet werden können), und wo blieb denn die Cotte? Im 11.Jh kenne ich mich mit Kleidung nicht so gut aus: Trug man da nicht plissierte Hemden? Die Cotte aber wahrscheinlich doch auch.

      Und die Länge des Bliauts macht mich stutzig. Entweder ist er zu kurz, oder es gehört für mein Empfinden mehr als das schlichte Hemd drunter.
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Das ewige Wildschwein am Boden. Das Sackleinen unter den Wohntextilien. :wacko:
      Sicherlich kann man die Fülle an Heimtextilien nicht mehr rekonstruieren, da sie schlichtweg vergangen und nicht überliefert sind. Und das macht solche Bilder so schwierig. Selbst ein Teppich wird in einem Schlafraum vermutlich nicht direkt auf der Erde gelegen haben, evtl. lagen da noch geflochtene Matten aus Schilf, Reisig oder Bast zuerst, wenn da überhaupt gestampfter Boden war. Wandbehänge könnten neben dem dekorativen Effekt eine Isoschicht als Zugfänger und Schallschlucker gebildet haben. Aber so lange wir überwiegend nur Bodenabdrücke der Eckpfeilervon Häusern haben, Streufunde und Grabausstattungen ist alles spekulativ.

      Gräber sind zum Teil komplette Holzkammern, hat man es erst im Tod hübsch gehabt ? Wir sind uns mit dem Bisschen was wir wissen viel zu sicher.
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    • Raginhild schrieb:

      Als sich die Dame hingekniet hat, auf den harten , nur spärlich mit Stroh eingestreuten Boden, ist mir der Unterkiefer runtergeklappt. Ohne Kissen? Kniefall vor den Mägden?
      Das war auch mein erster Gedanke. Ich bezweifle, dass sich die Herrin vor ihren Mägden auf die Knie fallen ließ.

      Raginhild schrieb:

      Und die Länge des Bliauts macht mich stutzig. Entweder ist er zu kurz, oder es gehört für mein Empfinden mehr als das schlichte Hemd drunter.
      Das passt schon, die normannischen Kleider waren etwas kürzer und ließen das Untergewand frei. Das konnte je nach Jahreszeit nur das lange Hemd, alternativ aber auch ein längeres Wollkleid sein.

      Ich würde eher den Gürtel bemängeln. Da streiten sich auch bei uns im FFC immer wieder die Geister drüber. Bilder mit gegürteten Frauen sind im 11. Jahrhundert eher negativ belastet, wie z. Bsp. die Hure Babylon aus der bamberger Apokalypse (commons.wikimedia.org/wiki/Cat…0_f29_v._20,4x29,5_cm.jpg) oder ähnliche Abbildungen. Auf dem Teppich von Bayeux hat keine Frau einen Gürtel um.
      Mein Lebensmotto: "Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur" - Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. - Erasmus von Rotterdam

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    • Schön gemacht ist es ja, das Video und die Klamotte sieht schon gut aus. Die selbe Fibel habe ich übrigens auch :D

      Mich stört hier nur auch, dass der Boden so gewöhnlich aussieht (naja, das wird in einem Freillichtmuseum sein, nehme ich an) und dass sie mit der Unterhaube schläft und darauf gleich den Schleier drüberwirft. Hmmm ... gekämmmt hat man sich schon. Naja, und das niederknieen halte ich auch für nicht möglich.
      Ansonsten ne hübsche Idee ... muss ich mal nachmachen.
      Viele Grüße
      die Lisabeth