Zelt nähen

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    • Hallöchen,

      Ich habe vor uns ein Zelt zu nähen, bzw. Ich bin bei der Überlegung noch davon.. Da bin ich mir aber nicht sicher welche Stoffe und vor allem welches Garn ich da nehmen sollte..
      Ich weiß dass die meisten Zelte aus leinen oder Baumwolle sind.. Welcher Stoff hat welche Vor- und Nachteile für ein Zelt? Mit welchem Stich sollte man das am besten nähen und welches Garn wäre da ideal?

      Dankeschön schon mal!
    • Das nenne ich mutig! :thumbsup:

      dir ist schon bewusst das das sehr viele Meter Handnaht!!! werden und Deine Hände danach nicht mehr schön aussehen weil die Stoffe dick sind und man sie dann auch noch Stellenweise überlappend Nähen muss.

      An was für ein Zelt/Zeltform hattest Du denn gedacht und wie sehr soll sie einem Original entsprechen?
    • Historisch wäre Leinen meine Wahl, es quillt von Natur aus auf wenn es feucht wird, Nachteil ist es wird dann unheimlich schwer, und bekommt schnell Stockflecken. Stockflecken wird es damals aber auch schnell bekommen haben.

      Die Planen zu meinem Markstand sind aus dem Stoff den es bei Andi Helfert gibt, das ist der mit den Schuhen.
      reenactment-bedarf.de/html/zelte.html
      (Quelle HP von Andi Helfert)
      beide Qualitäten sind schön.
      Garn für Handnähte, da würde ich hochwertiges gezwirntes Leinen verwenden und es mit Bienenwachs imprägnieren. Ich weiß nicht mehr wo meins her war. Den Löwenanteil zu meinem Marktstand hat mir ein Freund genäht, eine zusätzliche Plane habe ich aber selbst gesäumt, und der Zeitaufwand war nicht schlimmer als bei Kleidernähten auch. Das Material liegt halt schwerer auf den Knien.

      Ich kenne auch Zelte aus Wolle von Bekannten. Dort kam mittelschwerre dicht gewebte Qualtität zum Einsatz, kein Loden ! Wichtig ist hier der Winkel damit das Wasser ablaufen kann und nicht auf dem Stoff stehen bleibt. Aber das ist es ja eigentlich immer.

      Eine Anleitung zu einem Zelt (HoMi/SpäMi) gibt es hier : foracheim.de/cms.php?cmspid=46
      (Quelle foracheim.de)

      Wenn es nur ambientig sein soll, gibt es Tipi Stoff aus Baumwolle und passendes Garn für die Nähmaschine, das Garn quillt bei Regen auf und sorgt dafür das die Nähte auch dicht sind. Man muss aber eine robuste Nähmaschine haben, meine gute Veritas aus VEB kann das, die neuen Maschinen mit Plastik in der Unterkonstruktion gehen da gerne kaputt.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Hallo Nehemia97,

      wie schon geschrieben als zumindst hier im Forum "Anfängerin" sich direkt an ein Zelt zu trauen ist mutig.
      Aber nur weil Du im Forum recht neu bist heist das ja nicht das Du keine Kentnisse im Nähen hast.

      Egal ob der authentishe und sehr mühsame Weg der Handnaht eines Leinenzeltstoffes oder etwas einfacherer aber ebenso noch mutige Weg mit der Nähmaschine bei moderenern Stoffen wie Baumwoll bzw. Baumwollmischgewebe sich ein Zelt zu nähen. - Respekt.

      Die nicht so authentishen Stoffe Baumwoll und Baumwollmischgewebe sind etwas robuster gegen Stockflecken- jedochj immer dran denken, ein nass eingepacktes Zelt so schnell wie möglich zum Trocknen aufhängen, egal welcher Stoff genutzt wurde.

      Eigentlich hat Silvia schon das wesentliche genannt.
      Andreas Helfert (Schuhmacher) bietet auch Stoffe an, er ist soweit ich es weis gelernter Schuhmacher und sein Vater ist Sattler, Ihm wurde somit das nähen und die Kentniss um diese Produkte schon von kleinauf mtgegeben.
      Sonst frage im Hobby mal bei "Die Weitfahrer", sie verkaufen auf Märkten weitgehend Kleidungsstoffe aber zumindest werden "die Weitfahrer" auch gute Adressen für Zeltplanen und können gff. auch Zeltplane anbieten.

      Bedenke einen guten Faden für die Nähte zu nehmen. Auhc hierzu hat Sylvia schon geschrieben, wenn du nicht selbst mit Bienenwachs einwachsen willst sollte der Faden schon beim nähen gewachst sein.
      Faden und benötigte Werkzeuge verkauft z.B.: der Sattlerbedarf Bähr in Hagen/NRW, leider fertigt "Bähr" schon seit vielen Jahren keine Zelte mehr, die waren sehr gut und robust. Sollte jedoch auch über A.Helfert zu bekommen sein.

      Jedoches gibt auch weitere Stoffhändler für Zeltplanen im Internet z.B.: Stoff4you hier wurde ich für notwendige Reparaturstoffe fündig. NAch 15 Jahren darf auch mal etwas am Zelt repariert werden müssen.
      Und dann gibt es noch eine Anzahl von Zeltherstellern - falls es mit dem selbst nähen nicht s werden sollte.
      Zu Zelten wurde heir im Forum sicherlich schon mehrfach etwas geschrieben - durchforste mal die zurückliegenden Threads.

      Bei Baumwoll bzw. Baumwollmischgeweben sollte es ein möglichst vorimprägnierter Stoff wegen der besseren Wasserdichtheit sein, Sprühimprägnierung anschließend aufzutrgen bringt nur wenig Wasserdichtheit.
      Nicht imprägnierte Stoffe werden bei Feuchtigkeit auch dicht duch das Quellen der Fasern avbbe es dauert einige Zeit.
      Meine Zelte besteht aus etwa 600 gramm schwerer Ware eines Baumwollzeltstofes, es gibt weitere leichtere Stoffe die jedoch auch leichter reißen.
      Ich würde empfehlen das Stoffe für Zelte mit etwa 450 gramm je m² ausgelegt sein sollten.
      Und nicht vorgewaschene Stoffe schrumpfen selbst fertig konfektionierte Zelte einiger meiner Bekannten schrumften noch bis zu 5% in Länge und Breite.

      Schaue mal im Forum und ggf. den hier von Forenteilnehmern empfohlenen Anleitungen wie Du die Zuschnitte und Nahtzugaben anlegst bevor dir Stoff beim vorrichten durch vermeidbare Fehler verloren geht.

      Grüße sendet Olegsson

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Olegsson ()

    • Wenn Deine Nähfertigkeiten ausreichend gut sind, solltest Du Dir einen ausreichend dicken Leinenstoff besorgen... es ist eine solche Hundearbeit, dass ich persönlich nicht Baumwolle nehmen würde, denn vielleicht reut es Dich mal, nicht gleich authentischen Stoff verwendet zu haben.
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • Danke schon mal für die vielen Antworten, vor allem sind sie sehr hilfreich :)

      Ich hatte eigentlich vor das Zelt mit der Maschine zu nähen, nur hab ich so langsam Sorge dass die das gar nicht packen wird... Aber ich durchforste mal die Tage eure Tipps und Links und schreib mir mal die Sachen raus, damit ich mal einen besseren Überblick mir verschaffen kann :)

      Ich meine, ich bin nicht die beste im nähen, aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen :) ich probier gern Sachen aus die mir in den Sinn kommen. Und bei dem Zelt hätte ich nach meiner Infosammlung erst mal mit Probestoffen geschaut wie sich das nähen lässt. Bevor da viel Geld liegen bleibt und dann doch lieber ein fertiges Zelt gekauft wird..

      Aus jedenfall danke noch mal für die Antworten :)
    • Nehenia97 schrieb:

      Ich meine, ich bin nicht die beste im nähen, aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen
      Dann ist es echt mehr als mutig gleich mit einem Zelt anzufangen - ein paar kleine Fehler rächen sich in der ersten regnerischen Nacht... Und dann können je nach Größe des Zeltes schon bei leichtem Wind enorme Kräfte auf die Abspannpunkte wirken.
      Aber ich drück dir die Daumen, dass du das hinbekommst und bin gespannt auf die Berichte über deine Fortschritte...
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • Hi, sieh dich evtl auf den einschlägigen Gebrauchtmarktplätzen nach Industrienähmaschinen, evtl Pfaff? um. Für dein Projekt sind solche aus den 1960er Jahren gut geeignet. Noch ohne Plastik, sehr robust und für kleines Geld zu bekommen. Die ebenfalls dort erhältlichen Haushaltsmaschinen aus der Zeit haben Schwierigkeiten mit der Stoffmenge. Passt nicht so wirklich durch.
    • Eine alte Industrie-Nähmaschine würde ich dir auch empfehlen.
      Meine alten Schätzchen von 1920 und 1958 schaffen 4 Lagen 330 Stoff.
      Das Problem ist aber wenn du so große Flächen nähen willst ist es schwierig übereinander liegende Nähte zu verbinden da du ja rechts den Stoff vorbeischieben musst.Gefalzt geht natürlich, aber ich denke das wird bei Belastung nicht gut halten. So alte Maschinen werden für 70-150 € gehandelt.Wichtig ist auch genug Zubehör zu haben, vor allem Spulchen.
      Allem Zukünftigen beißt das vergangene in den Schwanz !
    • Bischof Ketzer schrieb:

      So alte Maschinen werden für 70-150 € gehandelt.Wichtig ist auch genug Zubehör zu haben, vor allem Spulchen.
      Plus Stoff und Arbeitszeit.... Ich weiß schon, warum wir unser Zelt haben nähen lassen. Ein A-Tent in Leinen mit den Maßen L 4,50 m x B 3,00 m x H 2,50 m für 700 €..... :whistling:
      Mein Lebensmotto: "Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur" - Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. - Erasmus von Rotterdam

      Mara auf Facebook: facebook.com/profile.php?id=100008173720536
    • Ich habe das Zeltprojekt schon länger im Kopf, aber bis jetzt sind wir nicht wirklich weiter gekommen. Es muss also noch etwas warten...

      Bischof Ketzer schrieb:

      So alte Maschinen werden für 70-150 € gehandelt.Wichtig ist auch genug Zubehör zu haben, vor allem Spulchen.
      Bevor du eine Nähmaschine kaufst schau, dass du sie testen kannst. Stoff (ein kleines Stück reicht) und Faden mit nehmen und eine kurze Naht machen. So siehst du ob sie "Fehlstiche" macht oder gar Stiche auslässt.
      Auch das Zubehör muss dazu passen. Also ausprobieren ob die Unterfadenspule auch wirklich rein passt, sich das Füsschen ordentlich befestigen lässt. Da gibt es leider verschiedene Varianten und Grössen...
      Ein zusätzliches Nähfüsschen kann auch praktisch sein und für manche Nàhmaschinen gibt es so "Abstandhalter" die direkt am Nähfüsschen fest gemacht werden können. Die sind praktisch wenn zwischen der Naht und der Stoffkante ein grösserer Abstand ist.
      Zauberhafti Grüess us dä Schwiiz wünscht Zauberin mit 4.Klass-Zauberschüelerin und 1.Klass-Zauberschüeler
    • Einen Test setzte ich schon voraus auch mit verschiedenen Stoffdicken.
      Aber so alte Maschinen sind fast unverwüstlich.
      Meine zwei Dürkopp Omas können zwar nur geradeaus nähen, aber für die meisten Sachen reicht es.Wir haben gerade eine Janome gekauft, mit der würde ich es noch nicht ein mal versuchen wollen, weil ich Angst hätte sie müsste danach in die Reparatur.
      Eigentlich habe ich mit den Alten überwiegend nur Leder genäht.

      Für eine Zeltplane wäre eine Sattlermaschiene sicher besser weil da rechts mehr Freiraum ist.Dann sollte man sich aber einen kleinen Tisch unterbauen.
      Allem Zukünftigen beißt das vergangene in den Schwanz !
    • Und ich vermisse meine alte Bernina aus den 80ern. Die hat nach 20 Jahren Schuldienst und 10 Jahren bei mir den Dienst quittiert. Ein wichtiges Teil musste ersetzt werden und da hätte mich die Reparatur fast 500 Franken gekostet... Jetzt habe ich ein neues Model das mit viel Schnickschnack und extrem vielen Stichen (so gegen die 80 von denen ich gerade mal 4 brauche) zwar toll ist, aber eben nicht ganz so gut wie die alte Maschine. Grundsätzlich sind die Berninanähmaschinen aber sehr gut und mein aktuelles Modell hat von Babykleidern und Vorhängen bis zu dicken Filztaschen und Blachen so ziemlich alles geschafft. Zeltstoff habe ich bis jetzt noch nicht probiert, aber ich denke, dass das auch geht.

      Am einfachsten ist es wenn du die Nähmaschine auf einem grossen Tisch platzierst. Schön viel Platz auf der Seite und hinter der Nähmaschine. Bei den Bernina-Nähmaschinen gibt es so Anstecktischchen die man abnehmen kann. Je nachdem ob es mit oder ohne "Tisch" besser geht zum nähen. Diese Tischchen sind aber nur wenig grösser als ein A4-Blatt.

      Eine Industrie- oder Sattlermaschine ist sicher toll, aber soviel ich weiss auch ziemlich gross und schwer. Entscheiden musst du natürlich selber.
      Zauberhafti Grüess us dä Schwiiz wünscht Zauberin mit 4.Klass-Zauberschüelerin und 1.Klass-Zauberschüeler