Hospitaliter Kleiderliste von 1252

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hospitaliter Kleiderliste von 1252

      In der CLM 4620 befindet sich eine Kleiderliste in den lateinischen Statuten von 1252, die von der bekannten Kleiderliste von 1204/ 1206 etwas abweicht:



      'Item notas est que frater possit habere duas camisias vel tres et tres bracas unam tunicam duos mantellos unum cum penna et alium sine penna et
      caligas laneas et lineas tria lintheamina et quartam fars scortia.'

      Übersetzung:
      'Weiter ist bekannt, dass der Bruder zwei Hemden oder drei und drei Bruchen, eine Tunika, zwei Mäntel, einen mit Fütterung und der Andere
      ohne Fütterung und Leinen- und Wollbeinlinge, drei Betttücher und das Vierte mit Fell gestopft, haben dürfe.'

      penna => eigentlich 'Feder' oder 'Gefieder'; gefüttert (Fütterung) im Sinn von zweiter Stoff- bzw. Fellschicht sollte passen

      Keine Weltbewegenden Änderungen zu 1204/ 1206:
      - aus drei Hemden werden zwei oder drei
      - aus der Cotte wird eine Tunika (ist denke ich eh der selbe Schnitt)
      - anstatt dass das vierte Betttuch im Sack ist, steht hier, dass das Vierte mit Fell gestopft ist (ist vielleicht sinnvoller; wobei ich noch nie verstanden habe, warum die Anzahl der Betttücher geregelt werden musste?)
      - Cappa, Garnache und Jupel entfallen hier

      Man muß bedenken, dass diese Zusammenfassung der Kleider (wahrscheinlich die gesamte Zusammenfassung der lateinischen Statuten in der CLM 4620) für die Brüder in Deutschland gemacht wurde und wahrscheinlich nicht für den ganzen Orden überall galt. Unterschieliche Mantelarten zwischen diesseits- und jenseits des Meeres lassen sich auch in den Statuten finden.

      Am Ende der Statuten befindet sich die Datierung:



      Anno domini MCCLII => 1252

      Im Cartulaire II (Nr.2653) gibt es ein Dokument vom Meister Guillaume de Chateauneuf von 1253 in dem er die Übersendung der Ordensregel nach Deutschland beauftragt. Wahrscheinlich ist nicht nur die Regel von Raimund de Puy von Akkon nach Deutschland gesendet worden, sondern auch eben diese Statuten von 1252 sowie die Niederschrift von Margat, also alles, was bis 1252 an Regel und Statuten vorhanden war.