Handwaschgarnitur, zweite Hälfte 13. Jhd.

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    • Handwaschgarnitur, zweite Hälfte 13. Jhd.

      Lange darauf hin gearbeitet und endlich in die Realität umgesetzt... Meine Handwaschgarnitur aus Buntmetall, zweite Hälfte 13. Jhd.

      Nur ein Detail... aber ein ganz besonderes! :love:

      Dieser Nachbau ist 34cm hoch, 31cm lang und ca. 10cm breit. Bis auf den Deckel und den Stift (der den Deckel am Kopf/Topfhelm des Reiters festhält) ist alles andere in einem Stück gegossen. Hersteller war Qualis Arma aus Frankreich.

      Dieses Stück fasst mit rund einem dreiviertel Liter Wasser leider weniger Flüssigkeit als die Originale dieser Zeit. Nach meinem aktuellen Wissensstand lagen die Füllmengen bei Reiteraquamanilen in dieser Grösser zwischen 1l und 1,3l (Ausnahmen nach oben und unten sind nicht berücksichtigt). Aufgrund des im Vergleich zu den Originalen etwas dickwandigeren Gusses ist ihr Gewicht mit 6kg somit auch etwas höher als das der Originale.

      Diesen "Makel" akzeptierte ich in diesem Fall aber gerne, da der Kaufpreis (der zwar auch im vierstelligen Bereich lag) im Vergleich mit anderen Anbietern sehr attraktiv war und dieses Exemplar sonst wirklich nahe an sein Vorbild heran reicht.

      Die auf dem Foto ausserdem zu sehende Handwaschschale (auch "Hanseschale" genannt) wurde nach einem dänischen Original aus Kupfer repliziert. Schalen in diesem bzw. ähnlichem Stil finden sich über das gesamte Hochmittelalter bis ins Spätmittelalter in ganz Europa. Das Handtuch (2m x 0,5m) wurde anhand einiger Abbildungen aus feinem, sehr hellen Leinen nachempfunden und rundet dieses Set vorerst gebührend ab.

      (Bildquelle: ich)

      Hier ein Foto der Vorlage, an dieser sich mein Nachbau orientiert. Sie stammt aus Hildesheim und wird in die zweite Hälfte des 13. Jhd. datiert.


      (Bildquelle: larsdatter.com)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Moin,

      sehr schöne Arbeit!

      Kann es sein das es etwas verschobene Proportionen gab und deshalt das Volumen kleiner wurde also nicht nur durch die stärkere Wandung.

      Ein etwas kürzerer Reiter und ein ein etwas höheres bzw.im Durchmesser größeres Roß würden sicherlich schon etwas ausmachen.
      Sonst muss der Kern auf dein Wunschvolumen angepass werden und der Rest proportional verändert bzw. größer.
      Das hätte dir die Gießerei aber sagen können.
      Die machen soetwas schon länger am Computer.
    • Ja, die Proportionen variieren zum Vorbild geringfügig, aber das stört mich nicht im geringsten, denn das tuen sie bei den Originalen auch nicht immer.

      Ob sie das am PC geplant/berechnet bzw. umgesetzt haben, kann ich dir nicht sagen. Ich glaube es aber nicht. Ein zweiter Guss dieses Aquamaniles wog über 8kg. Da hab ich es mit den 6kg noch ganz gut getroffen. ^^
      Beste Grüsse, Thomas :bye01

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Thomas W. ()

    • Die Lektüre* stammt zwar noch aus einer anderen Zeit, aber das Aquamanile an dem sich mein Schmuckstück orientiert, ist darin auch zu finden.

      Die Autoren haben einige - mir bis dahin unbekannt gewesene - Detailinfos zu diesem Stück (das zur "sächsischen Gruppe" zugeordnet wird und eines von 6 dokumentieren ähnlichen Giessgefässen des 13. Jhd. ist) angeführt.

      Interessant ist noch, dass dieses Aquamanile bei weitem nicht das grösste dieser Gruppe war. Von einem weiteren ist eine Höhe von 38 cm festgehalten worden. Eines wird sogar mit einer Gesamthöhe von 52 cm (!) angegeben und wurde leider 1828 bei einem Brand vernichtet.

      Das die meisten dieser Stücke über einen separat gegossenen Schild verfügten (von denen aber kein einziger erhalten ist) ist ebenfalls eine spannende Info. Dazu geistert in meinem Kopf schon der ein oder andere Gedanke herum... ^^

      *Romanische Leuchter und Gefässe, Giessgefässe der Gotik, von Otto von Falke & Erich Meyer, Berlin, 1935, S. 46 & 114
      Beste Grüsse, Thomas :bye01