Saxones - Sonderausstellung im Landesmuseum 3169 Hannover 05.04.-18.08.2019

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    • Saxones - Sonderausstellung im Landesmuseum 3169 Hannover 05.04.-18.08.2019

      "Saxones" - Sonderausstelletung im Landesmuseum Hannover, Willy-Brandt-Allee 5 in 30169 Hannover vom 05.04. bis 18.08.2019

      landesmuseum-hannover.de/ausstellungen/saxones

      Eintritt in die Sonderausstellung soll 10 € kosten, für Familien 20€.

      Die Ausstellung entstand in Kooperation zwischen dem Braunschweigischen u. Hannoverschen Landesmuseum. Gezeigt werden Fundstücke vom 9. bis 11. Jahrhundert aus Niedersachsen.

      8o ... da muß ich ganz schnell hin!
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
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      Heute habe ich einen gemütlichen und lehrreichen tag im Landesmuseum Hannover verbracht. Parken scheint schwierig zu sein in der Nähe, aber ich hatte Glück - früh angereist und sofort einen Stellplatz vorm Museum bekommen! Kosten: 3 € für 2,5 Stunden.

      Eintritt: 10 €, beinhaltet einen kostenlosen Audio-Guide und die anderen Ausstellungen.

      Öffnungszeiten: Die - So 10 - 17 Uhr.

      Der Katalog kostet 28 €.

      Mit dem Audio-Guide brauchte ich ein wenig Anlauf; einerseits waren die Ziffern auf dem Fußboden nicht immer auf Anhieb zu finden, andererseits habe ich mir Zeit genommen u. musste der Technik immer erst wieder einen Schubs geben zum Weitermachen. Der Guide ist okay, baumelt um den Hals und hat etwas sperrige Kopfhörer, aber gute Texte. Aber ausschliesslich auf ihn würde ich mich aber nie und nimmer stützen wollen. Es muss zusätzlich in der Ausstellung gelesen werden.

      Ich habe 2,5 Stunden für die Saxones gebraucht - das hätte noch länger sein können, aber der Magen forderte sein Recht. (Café im Museum mit leckeren "Kleinigkeiten" - preislich für die frischen Produkte, den tollen Sitzplatz im Innenhof unter Bäumen in Ordnung. Es hat geschmeckt.) Allerdings keine große Auswahl.

      Wer nur mal eben so schaut, würde die Ausstellung auch in 30-40 Minuten schaffen.

      Die Ausstellung war übersichtlich Abschnitte unterteilt, mit schönen Funden u. gut lesbaren Texten. Die Zeitschiene wurde von der Antike 1. Jh. bis zur Zeit Karls des Großen bearbeitet - mit gut ausgewählten + erläuterten Exponaten.

      Immer zwischendurch gab es einen mit "Gaze" abgehängten Bereich, in dem auf einem Sockel ein spezieller Text zu dem Zeitabschnitt gelesen werden konnte. Hatte was, ein wenig Privatsphäre.

      Toll und für mich neu war - auch wenn noch bei den Römern - das Mobiliar eines ehemaligen römischen Soldaten. Der Stuhl hatte 'was von einem Kindersitz... und einen eigenen Tisch hatte er auch im Grab.

      Interessant am Rande war, dass römische Granate als Perlen mit Facetten geschliffen waren und als importierte Ketten von Kindern u. Frauen getragen wurden.

      Eine Augenweide waren die Repliken aus dem Childerichgrab... und die anderen merowingerzeitlichen Stücke :love: Cloissonné-Technik mit Almandinscheiben-Einlagen über Goldwaffelblech ist und bleibt einfach ein Hingucker. Und Filigranschreiben-Fibeln...

      Aus den christianisierten Zeiten hatten sie eine lange Reihe von Fibeln ausgelegt, die leider teilweise schlecht zugänglich waren. Und Lupen hätte ich mal wieder gebraucht + helleres Licht. (Ich weiss, schadet den Stücken. *grummel* Details sind aber dann besser zu sehen.)

      Spannend war auch der nachgezeichnete Bestattungsfund mehrerer Krieger, die in der Zeit des Krieges gegen der Franken gegen das Thüringerreich bestattet worden waren. Der Anführer mittig, auf der Achse in einer Richtung sein (betagtes) Streitross, auf der Achse in anderer Richtung vier Männer, davon definitiv zwei weitere Krieger und der mittlere mit Glasgefässen. Da ging mir schon wieder die Phantasie durch - sein Mundschenk? Seine Leibwächter? Archäologie hat eben immer noch Raum für private Spekulationen. Das macht es spannend.

      Ein Schauer ist mir bei den Büchern aus Kloster Corvey über den Rücken gelaufen, als sie schrieben, dass Einhard sie selber in der Hand gehalten haben könnte. Da wurde Geschichte sehr lebendig.

      An die Pinwand am Ende, wo sich "Sachsen" vermerken können, habe ich keinen Zettel mit Namen angeklebt. Aber gejuckt hat es schon in den Fingern... es fehlte der Stift.

      Insgesamt war es meiner bescheidenen Meinung nach eine sehr gut aufgebaute und zu durchlaufende Sonderausstellung mit sehenswerten Fundstücken, die ich empfehlen kann.

      Schade war, dass - kurz vor dem Ende - von dem über Lautsprecher eingespielten "sächsischen Taufgelöbnis" kaum etwas hören war, weil auf der anderen Seite ein Museums-Führer stimmkräftig seiner Arbeit nachging.

      Ach ja, schaut euch die Ausstellung früh am Tage, am besten gleich nach Öffnung an. die ersten 1,5 Stunden hatte ich die Halle quasi für mich alleine (Museumspersonal zählt nicht).

      Da der Eintritt auch für die übrigen Ausstellungen gilt, bietet sich ein Besuch im Aquarienbereich an. Sehr hübsch und beruhigend - wenn nicht gerade eine Grundschulklasse durchtobt. X/ (Die Schüler kamen ab Mittag als "Klassenausflug".)

      Aus der üblichen Dauerausstellung Archäologie fehlten viele Früh-Mi-Stücke, die bei den Sachsen zu sehen waren. Aber trotzdem lohnte sich ein Rundgang. Da spannen sie den Zeitbogen noch weiter und fangen in der Steinzeit an.

      Ein witziger Abstecher zu den verschiedenen Zahlungsmitteln der Menschheit durch die Weltgeschichte war eine witzige Anekdote am Rande.

      Es war ein rundum gelungener Tag.
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.