Zierflechte nach Haithabu-Fund

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    • Zierflechte nach Haithabu-Fund

      In Haithabu wurde eine schmale, geflochtene Zierborte gefunden. Sie besteht aus sechs Strängen in zwei verschiedenen Farben und ist im Original 3-4 mm breit.

      Ich habe versucht, sie nachzuflechten, und mich dabei an folgender Anleitung orientiert:

      blog.eibeck.de/2010/zierflecht…gerrock-aus-haithabu.html

      Material ist Wollgarn in Nähstärke. Die Borte soll als Verzierung an meinem Klappenrock herhalten. Bei 6 Strängen hätte ich erwartet, dass die Borte relativ schnell an Länge gewinnt. Pustekuchen - pro 50 cm bin ich knapp eine Stunde dran. Insgesamt brauche ich aber auch nur 5 Meter ^^
      Da weiß ich jetzt schon, dass ich genau messen werde, und garantiert nur minimalen Verschnitt produziere ;)
      Das Centstück dient mal dem Größenvergleich, auf dem zweiten Bild die Borte probeweise an den Ärmelbesatz gelegt.
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    • @Wolfram von der Oerz Danke Dir ;)
      Ja, für das Futter und die Besätze habe ich den gleichen Stoff genommen. Naturbelassene Wolle in feiner Leinwandbindung. Ist schön schlicht und dezent. Der geplante Diamantköper sah dann doch zu wild aus.
      Hier mal zum Vergleich an einen Ärmel angelegt.
      Zum Test hatte ich auch noch einen schmalen Streifen abgeschnitten, genau in der Breite von einer der Diamantrauten. War nett, hat mich aber auch nicht überzeugt.
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    • Wie lässt sich das gute Stück an und vor allem ausziehen wenn man schon wollene Gewandung trägt?

      Warum nicht Diamantköperbesatz?.... du machst doch den erfolgreichen Händler? :D

      stop, stop, ich schweifer einmal wieder ab! :off2

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wolfram von der Oerz ()

    • Besser als gedacht. Die Leinwandbindung ist relativ glatt, das gleitet erstaunlich gut. Ist nur an den Ärmeln dann viel Material übereinander und fühlt sich an wie heutzutage Hemd, dicker Pulli, und Winterjacke.

      Da ich aber eh ein Schönwetter-Marktbesucher bin, wird die Kombination wahrscheinlich Leinentunika plus Klappenrock werden. Das trägt sich sehr angenehm. Ist auch im Sommer nicht zu warm ;)
    • Nicht erfolgreich, nur mittelständisch ;)
      Der kann sich den guten Köper zwar leisten, findet ihn als Besatz aber nicht hübsch ^^
      Die Flechtborte schätze ich vom zeitlichen Aufwand her ähnlich ein wie einen halben Meter Diamantköper als Besatz. Dürfte also auch preislich in einer ähnlichen Liga spielen.

      Der erfolgreiche Kaufmann wird meine Birka-Darstellung ;)
    • Schwierig ist es definitiv nicht, nur zeitaufwändig. Was so ein bisschen bremst, dass der linke Faden erst unter dem zweiten und dritten von links durchgeführt wird, und dann über den mittleren oben drüber.
      Vermutlich gibt es dafür auch eine einfache Technik oder einen bestimmten Handgriff, der das erleichtert, aber den hab ich noch nicht rausgefunden

      So eine Flechthilfe gibt es ja in diversen Varianten. Im Kindergarten haben wir sowas auch mal auf einer Klopapierrolle gemacht, ist ja das gleiche Prinzip :)
    • @Silvia - Klorolle senkrecht stellen, und oben eine Reihe von kleinen Schlitzen rein schneiden. Das Bündel mit den Fäden mit einem kleinen Gewicht versehen, oben rein hängen, und die einzelnen Fäden in die Schlitze klemmen. Dann kann man flechten, hat dabei die Hände frei, und nichts kann sich vertüddeln. Und durch das Gewicht ist die Spannung immer gleichmäßig.

      Im Grunde einer Strickliesel ganz ähnlich.

      Das Ganze gibt's auch in 'schön' aus Holz oder Kunststoff.
    • Bei der bekannten Zierflechte aus Haithabu wird ja bekanntlich eine bestimmte Flechtweise vermutet, deren Ergebnis zumindest Häggs Skizze entspricht.
      Nachteil dabei - die Borte verdreht sich in sich selbst, da von rechts immer oberhalb geflochten wird, und von links immer unten rum.
      Wechselt man hingegen in jeder Reihe die Richtung, bleibt die Borte gerade und ergibt ein interessantes alternatives Zickzack-Muster innen mit durchgehendem Rand in der anderen Farbe.
      Vorderseite ist im Bild oben zu sehen, Rückseite unten.
      Da Technik und Fadenzahl die gleichen bleiben, ist diese Version für mich ebenfalls in den Bereich des Möglichen gerückt.

      Zur Technik: sechs Stränge in zwei Farben, in der Ausgangslage die Farben abwechselnd gelegt.

      1) Den ganz rechten Faden nach links über Faden 2 & 3 (von rechts legen), den ganz linken Faden unter Faden 2 & 3 (von links) durchführen, und über den vierten von links legen (das ist der, der eben von ganz rechts kam).

      2) Den ganz linken Faden über Faden 2 & 3 von links legen, den ganz rechten unter Faden 2 & 3 von rechts durchführen, und über den vierten von rechts legen (den, der just eben von links kam).

      1 & 2 wiederholen, bis man fertig ist.

      Meinungen?
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    • @Silvia Na ja, viel ist davon nicht erhalten ;)
      Für die vermutete Rekonstruktion braucht es schon echt viel Phantasie.
      Die Drehung an sich ist nicht schlimm, flach aufnähen lässt sich die Borte dennoch, dann merkt man auch nichts mehr davon.

      Das überall gezeigte Z-förmige Muster ist schön, aber es fehlt die Symmetrie. Deswegen überzeugt es mich nicht zu hundert Prozent. Möglicherweise lässt sich ja mit 8 Fäden ein W-förmiges Muster erzeugen, das würde dann gefälliger aussehen.

      Bildquelle: Inga Hägg, die Textilfunde aus dem Hafen von Haithabu
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    • Ich verstehe den Ansatz nicht. Du hast das Bändchen abgewandelt, Du hast eine alte Technik abgewandelt und etwas Neues gemacht. Vielleicht ist diese Drehung ja gerade der Clou gewesen ? Den damaligen Zeitgeschmack nachzuspüren bedeutet nicht ihn auf unseren Zeitgeschmack anzupassen. Ein Vorhaben das unglaublich knifflig ist, weil so vieles verloren ist, Bildnisse gibt es bis zum Hohen Mittelalter wenige, vor allem in Farben denen man vertrauen kann. Original Funde geben nicht genug her.
      Du gibst Dir solche Mühe, liest die richtigen Bücher, machst Dir Gedanken wo andere nur abgucken,das ist toll ! Es ist schade wenn Du das Rad neu erfindest, und die Sachen abwandelst.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de