Latrinen

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    • Da es beim Thema "Camping-Toilette" :off1 wird, starte ich das Thema Latrine hier einmal neu, ohne Camping, damit man das Thema Toilette in historischen Zusammenhang diskutieren kann.

      Ich meine mich aus dunklen GromiZeiten zu erinnern, das Latrinen in den Städten (HoMi SpäMi) geleert wurden. Das die Goldgräber schlecht angesehen waren und dem Henker untergeordnet waren.
      Wasser sucht sich im Boden immer wieder neue Wege, insbesondere mit Städten an Flüssen. Brunnen kommen und gehen, und so wird es immer notwendig Latrinen zu verlegen um das Trinkwasser zu schützen. Ungenutze Latrinen wurden dann mit Abfall gefüllt.

      Ganz dunkel erinnere ich mich an eine Diskusion aus einem anderem Forum, wo Moosbüschel in einer Latrine erwähnt wurden. Vorstellbar wäre das es regionale Lösungen zum Popo reinigen gab. (Ohne Moos nix los ?)

      Im Rahmen der Ubahnbauten ind Köln wurde eine Latrine gefunden, im Latrinentorf fanden unter anderem sich Ratskrüge. In einer anderen Latrine im Judenviertel der traurige Fund eines Goldohrrings von dem man vermutet er wurde weggeworfen als die Juden im Mittelalter aus Köln vertrieben wurden. So viel aus der Erinnerung der Sonderführung des RGM Köln zur Ubahnbau Sonderausstellung. Von Textil als Klopapierersatz war da keine Rede, wir haben aber in Köln schlechte Erhaltungsbedigungen für Textil und Holz, auch ist die Latrine im Judenviertel immer noch aktiv und neu.

      Das ist das was mir so einfällt.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Spontan fallen mir als Erstes die Grabungen im Lübecker Gründungsviertel ein bei denen auch diverse Latrinen ergraben wurden, jeweils im Hinterhof von spätmittelalterlichen Wohnhäusern. Da kamen aus den heimlichen Gruben teilweise sehr kuriose Dinge zutage, wie zB der holzgeschnitzte Kopf einer (Hand?)puppe oder auch eine aufwendig und wertvoll gearbeitete Börse bei der einem sofort mögliche Geschichten durch den Kopf gehen wie dieses schöne Stück wohl in die Latrine geraten sein mag... Achja, und es fand sich auch eine doppelsitzige Toilette. :D

      Letztes Jahr wollen Forscher anhand von DNA in erhaltenen Wurmeiern sogar den Beweis gefunden haben dass ein Reisender sowohl in Lübeck als auch in Bristol sein Geschäft verrichtet haben muss. Man sieht also, Latrinen sind weitaus interessanter als man auf den ersten Blick annimmt. :)
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • In Haithabu wurden einige Brunnenschächte, welche mit recycelten Weinfässern ausgekleidet waren, enddeckt.

      Ab dem Spättmittelalter sind mir Latrinen in gleicher Bauweise bekannt und auch in Haithabu gibt es *angeblich* Hinweise, dass manche dieser Brunnen Abfälle enthielten.

      Stelle mir das ca. so vor:
      -Weinfass leckt und kann nicht mehr repariert werden - ok, machen wir einen Brunnen daraus.
      -Brunnen morscht zusammen oder Wasser aus dem Brunnen schmeckt seltsam - dann wird er halt unser neues Kackloch.

      *) Bilde mir ein mal im Reallexikon der Germanischen Altertumskunde von Hinweisen auf Latrinen in Haithabu in Viborg gelesen zu haben - finde die Stelle aber nicht mehr.
      https://www.facebook.com/ormrinn.brands
    • Also wir haben in einem Seminar zur Profanbauaustattung gelernt, dass zum Abwischen auch gerne mal Heu/Gras genommen wurde. Man findet wohl öfters mal Heuraufen über dem Klositz

      @Silvia ich habe eine Literaturliste zum Thema Aborte, kann ich dir gerne zukommen lassen. Weiß nur nicht wie gut die einzelnen Bücher sind, da Aborte nicht von mor bearbeitet wurden :)
      Avatar: Venus von Knidos in der Hadriansvilla / Latium / Italien :)
    • Ich habe von einer in Süddeutschland üppig gedeihenden Pflanze mit grossem Blatt gehört, die in Bayern (sorry für den Ausdruck) "Arschwurz" genannt wurde/wird. Reste sind zusammen mit menschlichen Ausscheidungen bereits in Bergwerksstollen der Hallstattzeit gefunden worden. In ländlichen Gebieten dürfte die Verwendung vielleicht noch lange darüber hinaus üblich gewesen sein - immerhin ist die o.g. volkstümliche Bezeichnung sehr eindeutig.
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Noch heute wird in östlichen Ländern die linke Hand mit Wasser benutzt um die Analregion zu reinigen, die linke Hand gilt daher als unrein und darf zum Essen mit den Fingern nicht benutzt werden.
      Die bei den Römern häufig postulierte Verwendung eines schwämmschen am Stock ist nicht unbestritten, hier hilft tatsächlich Wikipedia
      Xylospongium (Quelle. wIKIPEDIA9
      Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - näheres ist in meinem Blog Archäotechnik - textile Fläche zu finden.