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Borten und große Muster sticken

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    • Borten und große Muster sticken

      Hallo,

      Frage 1: Wie empfehlt ihr, Borten zu besticken? Mit normalen Runden Rahmen habe ich gefühlt nicht genug bzw ungleichmäßige Spannung. Selbst wenn ich die Bortw schon aufnähe und somit auch den Rest des Stoffes einspannen kann ist am offenen Rand kaum Spannung.

      Frage 2:... ist eng verwand... Wie kriegt man ein großes Muster gestickt, welches über den Stickrahmen hinweg geht? Sei es ein Motiv oder eben auch wieder eine längere Borte. Ich habe das gestickte Muster immer im Rahmen einklemmen müssen, habe Angst dass es Schäden nimmt...
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    • Das kommt ein bisschen auf Borte und Material an... wenn die Borte erst später aufgenäht wird und man nicht genug Material hat um sie in einen Rahmen zu spannen kann man rundum einfach günstigen Leinen- oder Baumwollstoff an das eigentliche Werkstück annähen und das Ganze dann in den Rahmen spannen. Um das lästige Verziehen im Rundrahmen zu vermeiden empfehle ich einen rechteckigen Rahmen in den das Werkstück eingenäht werden kann - es muss ja nicht gleich die handgemachte Stickrahmenreplik sein, ein handelsüblicher Batikrahmen oder einer aus dem Seidenmal-Bedarf tut es fürs Erste auch.

      Zu Frage 2: Auch da hilft der rechteckige Rahmen weiter - sollte das Werkstück größer sein als der Rahmen kann man es statt es rechts und links einzunähen auch um die Seitenholme des Rahmens wickeln und dann mit der Zeit rechts ab- und links aufwickeln. Gobelinstickrahmen funktionieren zB nach diesem Prinzip.
      Wenn man nicht gerade mit Goldlahn oder Filamentseide arbeitet verzeiht die Stickerei allerdings normalerweise auch das Einklemmen in den runden Stickrahmen.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • moderne Stickrahmen sind rund. Wenn Du vorsichtig bist, nimmt das Bestickte beim Wechseln der im Rahmen eingespannten Fläche keinen Schaden. Je nach Trägermaterial habe ich auch schon oft ohne Rahmen gestickt. Es ist eine Frage der Übung und ob Du direkt auf den Soff oder auf ein Band stickst, das später auf den Stoff genäht wird.

      Welche Region und Zeit wird es denn?! Und welche Motive?
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Wenn's ein einfaches geometrisches Muster werden soll, geht's auch ohne Rahmen.
      Für den Birka-Mäander beispielsweise habe ich mir das Muster auf Papier ausgedruckt, auf einen Stoffstreifen gelegt, und nähe das Papier durch das Muster fest.
      Das Ganze hinterher in Wasser einlegen, und man kann das nasse Papier danach problemlos entfernen. Übrig bleibt die Stickerei :)
    • Danke für die vielen Ideen.

      Aufnähen auf einen Trägerstoff ist ne Idee, würde aber gern von unten gut ran kommen, müsste also ein Loch einschneiden.

      Batikrahmen ist auch eine Idee, muss schaun ob der stoff Schaden nimmt wenn ich ihn mit vielen Reisszwecken zb fest pinne.

      Ohne Rahmen arbeite ich noch recht ungern, gefühlt ziehe ich zwar nicht wirklich fest an aber selbst bei den wirklich einfachen Muster am Rocksaum bildeten sich leichte Falten als ich mal ohne Rahmen arbeitete.

      Zeit und Region ist noch nicht 100% festgelegt, Wiki. Bisher nur einfache Schlingen/Knoten, einfache Darstellungen. Ist halt alles noch in ein und den selben Stichen, da möchte ich weiter variieren...

      Habe mir auch Stickvlies besorgt, bisher waren die Muster einfach genug dass ich sie auf den Stoff vorzeichnen konnte. Ggf hilft das Vlies auch? Habt ihr da Erfahrung? Wenn es schon mit Papier so gut geht müsste das ja auch steif genug sein.
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    • Das mit dem Loch reinschneiden versteh ich jetzt nicht...irgendwie steh ich da grad auf dem Schlauch wie Du das meinst. ?(

      Was Stickvlies angeht: es gibt auch wasserlösliches Stickvlies, das sieht wie dünne Plastikfolie aus - Muster draufmalen, auf den Stoff legen (evtl. mit dem Rahmen festklemmen oder feststecken) sticken. Hinterher das bestickte Teil ins Wasser legen, Folie löst sich auf - fertig!
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    • Katharina de Lo schrieb:

      Das mit dem Loch reinschneiden versteh ich jetzt nicht...irgendwie steh ich da grad auf dem Schlauch wie Du das meinst. ?(
      Na ich will auch bequem von hinten am das Stickmuster kommen, bei manchen Ecken quäl ich mich sonst, weil ich die Nadel nur flach und nicht vertikal einstechen darf. Sonst tacker ich das Muster ja am Unterstoff fest, und das sieht 1. von innen nicht schön aus, 2. ist es nicht angenehm zu tragen, scheuert uU auf der Haut und 3. wenn ich dann auch noch mit einem "Opferstoff" arbeite hätte ich eine zusätzliche unnötige Stoffschicht unter meiner Borte, die durchblitzen kann, dass Fallen des Stoffes beeinflusst usw.

      Was Stickvlies angeht: es gibt auch wasserlösliches Stickvlies, das sieht wie dünne Plastikfolie aus - Muster draufmalen, auf den Stoff legen (evtl. mit dem Rahmen festklemmen oder feststecken) sticken. Hinterher das bestickte Teil ins Wasser legen, Folie löst sich auf - fertig!
      Ja, genauso ein Zeug ist das wohl! Muss ich endlich mal testen...
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    • Also ich hab eigentlich keine Probleme damit im Notfall mal um den Rahmen drumherum zu greifen - aber ich fürchte da kommen wir mit beschreiben nicht wirklich weiter, für diese Art Erfahrungsaustausch muss man sich eigentlich mit dem Rahmen in der Hand gegenüber sitzen, sonst redet man meilenweit aneinander vorbei...
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    • Mit wasserlöslicher Folie habe ich mal den Versuch gemacht, fand das aber ganz furchtbar.
      Ich greife auch um den Rahmen herum. Daher habe ich mir auch mal einen Ständer für den Stickrahmen gegönnt. Das entlastet die linke Hand und ich habe beide Hände frei, was auch bei Anlegetechniken von Vorteil sein dürfte.

      "Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, daß Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann."
      Samuel Butler der Ältere (1612 - 1680) englischer Satiriker

      http://amulunc.de.tl
      http://twerchhau.de
    • Katharina de Lo schrieb:

      Also ich hab eigentlich keine Probleme damit im Notfall mal um den Rahmen drumherum zu greifen - aber ich fürchte da kommen wir mit beschreiben nicht wirklich weiter, für diese Art Erfahrungsaustausch muss man sich eigentlich mit dem Rahmen in der Hand gegenüber sitzen, sonst redet man meilenweit aneinander vorbei...
      Eh ja tut mir leid ich weiß grade nicht wie ich es besser beschreiben soll ^^`

      @Ewaldt von Amulunc Das ist wirklich eine tolle Sache! Wonach muss man suchen um so einen Rahmen zu finden?
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    • Ist zwar zu einer ganz anderen Zeit, aber die enormen Stickereien fuer Gehroecke und Westen des 18. JHdts wurden als kompletter Stoff in der entsprechenden Form vor dem Ausscheiden auf einem aehnlichen Rahmen bestickt.
      Keine ahnung ob es fuer Deine Zeit tauglich ist, aber so koennte ein kompletter Halsbsatz bereits als Dreiviertelkreis auf ein Traegermaterial (z.B. Leinen) gestickt warden und liegt nachher schoen um Hals und Schulter.

      Keine Ahnung ob es dafuer Belge gibt, aber es klingt logisch...
      Bekennend GroMi mit den "Feuerschwingen" (Facebook: Feuerschwingen)
      Am "A" arbeitend als Spiesser in städtischer Infanterie des 13. Jhdts mit dem "Vuozvolc". (www.vuozvolc.de)
    • Der rechteckige Stickrahmen ist ein einfacher Gobelin-Stickrahmen. Der Stoff wird oben und unten mittels einem Stoffstreifen an den Holm angenäht. Längere Stücke können so aufgerollt werden, ohne dass das Gestickte leidet. Zu den Seiten hin wird der Stoff dann mittels Fäden gespannt. Das geht natürlich auch mit rechteckigen Hölzern, wenn man keinen modernen Stickrahmen verwenden möchte.

      Der Ständer ist ein Universal-Ständer aus Buchenholz von Klass & Gessmann, in dem man beliebige Stickrahmen einklemmen kann. (Den hat mir die Händlerin meines Vertrauens im Großhandel bestellt.)

      @Raginhild Wenn Du mal in Berlin bist, ließe sich da was machen. :)

      @Lorenz vom Quellental So mache ich das auch. Das Stück auf dem Stickrahmen ist für den Ärmel.
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