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Werburg Museum in 32139 Spenge

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    • Werburg Museum in 32139 Spenge

      In dem hübschen Gebäudeensemble auf der Werburg in Spenge gibt es ein kleines, liebevoll und ganz exquisit gestaltetes Museum mit Funden und Repliken der Stücke, die vor Ort aus der Gräfte geborgen wurden. Besonders gelungen sind die Repliken, die aus der Schrankwand in die Fundschublade gelegt werden können. Da bekommen die Besucher nicht nur die Erklärungen optisch und zu hören, sondern haben etwas in der Hand! Das finde ich nicht nur für Kinder viel besser, als nüchtern per Text Informationen zu transportieren.

      Kinder waren übrigens von der virtuellen Ausgrabung, die die Funde auf dem Gelände nachvollziehen läßt, gar nicht mehr weg zu bekommen! Archäologie spielerisch vermittelt durch den Computer mit großem Touchmonitor - genial! :D Die Bönsel werden das nicht so schnell vergessen.

      Überhaupt war die Ausstellung praktisch ausgerichtet. Im Scriptorium könnte mit echten Federn und mehreren Tinten nach (überwiegend) historischen Rezepten geschrieben und gezeichnet werden. Und ein Fußboden des Erdgeschosses war komplett mit Sand gefüllt, um mit der Kelle Archäologenarbeit nachvollziehen zu können. Kids waren Feuer und Flamme, einige Erwachsene gingen lieber außen rum und begnügten sich mit einem Blick ins Innere. Das Ersparte Sand in den Schuhen, hat aber bestimmt nur halb so viel Spaß gemacht.

      Sehr schön waren auch die Repliken von kleinen Beutelbüchern, versteckt in einer Nische. Das Exemplar mit schwarzem modernen Stoff und rosa Blümchenborte fand ich allerdings sehr gewagt. Die in Leder eingebundenen Stücke waren da schon besser.

      Wer keine weite Anreise hat und für einen Kurzausflug ein Ziel sucht, wird auch mit Kindern zufrieden sein. Das Konzept hat einfach überzeugt. Im Museumscafé gibt es selbst gebackenen Kuchen und kalte sowie Heiße Getränke zu extrem zivilen Preisen.

      Und weil dort gestern noch das Mittelalterfest mit ausgesprochen guten Darstellungen lief, dazu Musik und Fechtvorführungen von Dreywunder, war das ein rundherum gelungener Nachmittag. Trotz der Hitze.
      Der Überlieferung nach durchtrennte Alexander der Große den Gordischen Knoten mit dem Schwert. Wer kein Schwert benutzen will, muß mit dem Knoten leben oder sich etwas anderes ausdenken.
    • Definitiv eines der besten Museen in der Umgebung, und noch dazu eines, wo der Anspruch "kindgerecht" und "mit modernen Medien ausgestattet" zu sein gut umgesetzt wird und nicht in einer mittelschweren Katastrophe endet. :) Besonders beeindruckend ist daran, dass der Betreiber nicht das Land, sondern ein Verein ist.
    • das Lorb schrieb:

      Das könnte DER Grund für die Qualität sein...
      Leider nicht immer.
      Ich kenne da einige Museen die von Vereinen geführt werden. Da kommt dann alles rein, was Oma so im Keller hat.
      Null Konzept und 200 Jahre unaufgeräumter Haushalt in einem Zimmer.
      Nach dem Motto "Hurra wir haben ein Heimatmuseum"
      Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
    • In diesem Fall hat der Förderverein zum Glück mit Dr. Werner Best einen Archäologen und ehemaligen Mitarbeiter des LWL als 1. Vorsitzenden, der sich sehr für das Museum engagiert und viel Fachwissen einbringt. Wir konnten krankheitsbedingt dieses Jahr leider nicht zum Mittelalterwochenende in Spenge dabei sein, waren dort aber auch schon zu Gast und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Besuch dort!
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Ulf schrieb:

      Leider nicht immer.
      zweifellos...und ein Beispiel kenne ich auch: Der wiedergefundene Wehrturm in Wandersleben ist als Bauwerk eine Wucht und im Hof steht all das Geraffel, das die Dörfler nicht mehr in ihren Scheunen haben wollten.... mit Blümchen bemalte Milchkannen als Pflanzkübel inkl.

      Aber... Museumsdorf Düppel hat m.E. nachgelassen, weil die Stadt die Oberhoheit hat.
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin