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Halsausschnitt 13. Jahrhundert

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    • Halsausschnitt 13. Jahrhundert

      Hallo, ich melde mich mal mit einer Frage. Ich plane den Kragen von einem Überrock (surcot) von mir umzuarbeiten. Der Kragen ist damals bei meinen ersten Nähversuchen ein gutes Stück zu weit geworden und jetzt liegt das ganze Gewicht des ungegürteten Kleidungsstücks halt auf ein paar cm Schulternaht auf und neigt auch dazu zu reißen - ungut. Nachdem ichs also eh neu mache habe ich mir überlegt, den Kragen gleich ganz neu zu entwerfen und hatte die Idee mich da an dem Kragen der Tunika der Hl. Elisabeth personal.utulsa.edu/~marc-carl…i6XLCr3RK_tkHfaOR6BJ3SiBE zu orientieren*. Zuerst dachte ich, dass diese Reliquie mit dem Design sehr singulär daherkommt, aber wenn man erst mal den Blick dafür entwickelt hat sieht man diese Verschlusssituation, meist mit einer Art Stoffknopf an der Ecke des Verschlusses, in Illustrationen des 13. Jh. andauernd, z.B. themorgan.org/sites/default/fi…uJXQV2lzAKgjpyE9cJG72K5iM (Kreuzfahrerbibel fol 37v.) oder scontent-dus1-1.xx.fbcdn.net/v…48b179e9a08d2&oe=5E4FA161 (Würzburger Psalter BSB Clm 3900). Auch bei der liturgischen Kleidung kommt der Verschluss häufig vor, wie man sieht digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/braun1912/0106/image . Ich versteh aber leider noch nicht ganz, wie das funktionieren soll. Es wird ja um die Überlappung am Kragen zu erzeugen kein neues Stück Stoff angenäht, wie kommt die dann aber sonst zustande? Würde man am Kragen einfach so eine Ecke einschneiden hätte man meiner Vermutung nach ein klaffendes Loch da, wo eigentlich alles schön verschlossen sein müsste. Hat jemand sowas schonmal rekonstruiert und dahingehend Erfahrungen gemacht?

      * Wobei ich beim Elisabethkleid zurückrudern muss, es sieht so aus als wäre da die Rekonstruktionszeichnung in diesem Link etwas irreführend vgl. tempora-nostra.de/_img/mode/sc…AQwP47H4p9nyRKyJUvZndEMBo
    • Interessant, wir tüfteln gerade an einem sehr ähnlichen Ausschnitt. Nur sieht man bei der Stifterfigur des Dietrich von Brehna im Naumburger Dom eine Überlappung von zwei Dreiecken, von denen dann zwangsläufig eins angesetzt sein müsste:

      europeana.nialloleary.ie/index…GGDH3IGXGHCYTBXQZ&repid=1
      (Quelle: europeana.nialloleary.ie)

      Am Gipsabguss dieser Figur die in Naumburg im Museum auf Augenhöhe zu besichtigen ist sind eindeutig Knopflöcher zu erkennen in die der Knopf fasst, was ja schon mal eine gewisse Überlappung ergeben würde.

      Übrigens bin ich bei der Suche nach dem Bild von Dietrich auf einen Figur des Evangelisten Johannes von der Marienpforte des Naumburger Doms gestossen, der offenbar auch so eine Kragenkonstruktion trägt, nur eben die einseitige Variante:
      europeana.nialloleary.ie/index…SEW5BZPRMDOSKOGKV&repid=1
      (Quelle: wie oben)
      Leider liegt über dem interessanten Teil der Mantel (?) drüber...aber man sieht dass der Knopf auf jeden Fall an der Spitze des "Zipfels" angesetzt sein muss.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Ja das erste Bild von dir hat definitiv eine Überlappung. Beim zweiten sieht es nicht danach aus, mir scheint da hat man einfach einen schrägen Einschnitt am Kragen gemacht, sodass dieses Dreieck entsteht. Der Knopf müsste dann ein entsprechendes Knopfloch nahe des Halsausschnittes haben. Ich werde das vielleicht mal an einem alten Tshirt ausprobieren, hab noch ein bisschen Angst, dass das snst einen hässlichen Faltenwurf gibt, vorher trau ich mich da an keinen Stoff ran.
      Jedenfalls herzlichen Dank für den Fund von dir, das hilft mir auf jeden Fall weiter!