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The King oder: wie man es nicht machen sollte?!

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    • The King oder: wie man es nicht machen sollte?!

      Hallo zusammen,

      Ich habe gestern den Film "The King" auf Netflix angesehen und war geschockt.
      Leben wir in 2019, wo es tausende von wunderbaren Reenactor gibt, oder 17XX, wo man Jesus-Kreuzigungs-Bilder mit 17XX Rüstung sieht?

      Ich würde den Film niemandem weiterempfehlen, der nach ein wenig historischer Korrektheit sucht.
      Die Szenen sind fast ausschließlich in typischem Grau-Braun-Schwarz-Ton, die Rüstungen schlecht (laut Internet haben sich sogar viele Darsteller an den Rüstungen verletzt (Quelle folgt)) und alles überspitzt.

      Sehe ich das alles viel zu eng, oder sind hier andere auch meiner Meinung?

      Liebe Grüße
      Mittelalter-Fan auf dem Weg zur historisch korrekten Klamotte (Naja, so gut wie es halt geht :P)
    • Das der Film historisch kacke ist, war von vornherein klar. Aber da es ein Film ist, könnte man da bei guter Handlung drüber hinweg sehen. Nachdem die aber auch kacke ist, bleibt nur Kacke übrig ;)

      Handlung war mager, Plot bricht ab der Hälfte auseinander, Handlung war plump und wie ich es gern nenne: gymnasial.
      Klischees in Masse und eindimensionale Charaktere, der Plot-reveal war auch unheimlich schlecht geschrieben und auch das timing war insgesamt off.
      Lass mal ohne Rüstung kämpfen, dann sind wir schneller - ne is klar. Und die Reiterei ohne Lanzen - sauber.

      Wenn man sich mal die echte Historie dazu anschaut (und ja, die 10 Bogenschützen sollen die Schlacht von Azincourt illustrieren..) ist es einfach nur noch lächerlich, was verändert wurde, um dem dummen Zuschauer den Plot zu erklären, der so modernisiert ist, dass sich auch jeder Depp damit identifizieren kann.


      Da macht ja die alte Verfilmung von Heinrich dem V mehr her...


      Aber was gibts in dem Bereich schon brauchbares? Das einzige halbwegs historische Kino Machwerk das mir einfällt, welches echt gute Schauwerte hat ist die Alatriste Verfilmung mir Viggo Mortensen.
      www.lebendige-geschichte-1474.de
    • Eigentlich schade, ich hatte mir den schon auf mein kleines Unterwegs-Tablet für die nächste große Flugreise runtergeladen.... Na, dann kann ich ja Platz für was anderes machen. :D
      Mein Lebensmotto: "Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur" - Wer nicht zu sündigen wagt, begeht die grösste Sünde. - Erasmus von Rotterdam

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    • Thoralf Hiltjuson schrieb:

      [OT] Wo soll es denn hin gehen? Bei mir stehen in genau vier Stunden 12 Stunden Flug, fünf Stunden Transitbereich in Saigon und dann nochmal eine Stunde Flug an. Übermorgen schaue ich mir Ankor Wat an. [/OT]
      Mein Flieger startet in 17 Tagen und 23 Stunden Richtung Chile. Fliege in Berlin am 13.12. gegen 12:35 Uhr ab via Madrid und Santiago de Chile nach Calama in der Atacama-Wüste. Komme mit ein wenig Glück am 14.12. gegen 13 Uhr dort an. Da brauche ich schon etwas an Unterhaltung unterwegs. Viel Spaß in Vietnam!!! :D
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    • Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Verriss den der FIlm online vonr so ziemlich jeder Ecke bekommen hat nicht wirklich nachvollziehen kann.

      Natürlich ist er in der materiellen Kultur nicht historisch korrekt. Das wäre schlicht ein Aufwand der zu wenig bringen würde, denn die Anzahl der Leute die das zu schätzen wüsste dürfte sich weltweit um 5 Stelligen Bereich bewegen. Das habe ich mir genausowenig erwartet wie gute Dialoge in einem Porno.
      Meine erwartung ware 2h lang halbegs unterhalten zu werden und das war der Fall.

      Ja der Film macht wirklich viel falsch, aber trotzdem noch besser als viele Historienfilme der letzten 20 Jahre. So fehlen etwa die Lanzen beim großen Kavallerie Angriff, aber wenigstens gibt es nicht die Stoppende Linie die (a la Robin Hood) aus 4 Maxeln mit Schwert und Schild besteht, sondern aus gepanzerten mit Stangenwaffen. Die Kampfsequenzen sind ziemlich sloppy und die Rüstungen nicht gut. Aber es ist erkennbar welche Rüstung da jeweils Vorbild war. Also wir sehen ein Schlechtes Bascinett, aber wenigstens so etwas wie ein Bascinett und nicht einen Gladiatoresquen reinen Fantasy Helm. Ebenso sehen wir wenigstens Platte mit Kette Unterstützt und ja grob 200-300 Jahre Rüstungsgeschichte, aber keine 1000 Jahre an einem Darsteller und kein Leder mit aufgenähten Ringen. Ebenso fehlt der Vernünftige Einsatz der Waffen, aber wir sehen (für mich zum ersten Mal) keine Schwert das einfach so durch eine Rüstung fährt. Statt dessen werden Dolche in Lücken gestoßen und gerungen.

      Dass die dargestellte Schlacht nichts mit dem zu tun hat wie es sich tatsächlich zugetragen hat steht auf einem anderen Blatt. Aber ganz ehrlich erwartet ihr euch das von einem Produzenten der Geld mit Unterhaltungskino verdient?
    • Astyanax schrieb:

      Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Verriss den der FIlm online vonr so ziemlich jeder Ecke bekommen hat nicht wirklich nachvollziehen kann.

      Natürlich ist er in der materiellen Kultur nicht historisch korrekt. Das wäre schlicht ein Aufwand der zu wenig bringen würde, denn die Anzahl der Leute die das zu schätzen wüsste dürfte sich weltweit um 5 Stelligen Bereich bewegen.
      (...)
      Aber ganz ehrlich erwartet ihr euch das von einem Produzenten der Geld mit Unterhaltungskino verdient?
      Das ist nicht korrekt. Diese Produktion ist ein weiteres Beispiel aus der Reihe der Filme, bei denen die Produzenten einen Riesenaufwand um die materielle Ausstattung gemacht haben. Und darauf auch sehr stolz sind. Und mit der Historizität von Handlung und Ausstattung kokettieren/werben. Aber im Ergebnis sieht man davon nichts.

      Bei dieser Produktion wurden Berater angeheuert und bezahlt. Aber man hat nur punktuell auf sie gehört.
      Bei dieser Produktion wurden bei einem deutschen Lederhandwerker Futterale nach historischem Vorbild in großer Zahl geordert. Aber man hat sie nicht sichtbar eingesetzt.

      In diesen Produktionen und ihrer materiellen Ausstattung steckt eine ganze Menge Geld und Aufwand. Es historischer zu machen scheitert nicht an beiden, sondern am Bedürfnis Klischees zu bedienen. Am Festhakten am eigenen "Bild im Kopf", anstatt Informationen zur Vergangenheit, Ziel der Produktion und Mittel der Produktion sinnvoll zusammenzubringen.
      "Wer von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, der kann immer noch ein guter Trommler werden."