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Fragen rund um den Tontopf

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    • Fragen rund um den Tontopf

      Abendliche Grüße an euch,

      ich war heute schon Stunden hier im Forum unterwegs und habe reichlich gelesen. Allerdings sind manche Fragen offen und ich hoffe, ich habe hier die richtige Stelle gewählt, um sie zu stellen.

      In der Lagerküche war ich bisher nur die Küchenhilfe, mit Gemüse schnippeln oder abwaschen beschäftigt. Dies soll sich 2020 ändern. Auch wenn Düppel seinen Ruf bei Einigen weg hat, fühle ich mich in der Umgebung wohl und möchte dem Besucher "etwas Mehr zum Schauen bieten" und meinem Sohn und mir eine warme Mahlzeit gönnen, wenn man schon am Feuer sitzt und auf den Färbetopf acht gibt.

      Meine Küchenausstattung fängt erst an zu wachsen.... wir sind versorgt mit Messer, Teller, Schüssel, Löffel, Quirl, Tonbecher und als neustes Küchenmitglied ein Tontopf. Fassungsvermögen ca 2,1 Liter mit Deckel.

      Ich habe weder Pfanne noch Kessel, weder Tisch noch Bett.... also kochen im kleinen Stil.

      Wer jetzt dazu gleich Gedanken hat, ....

      Klar ist:
      Langsam an die Glut stellen. / Nicht ins Feuer stellen. Und alle paar Minuten den Topf drehen
      Löffel nicht am Rand abklopfen.
      Keine heißen Sachen in einen kalten Topf gießen, oder kalte in einen heißen Topf.
      Nach dem Essen gleich abwaschen, zum Beispiel bei Brei, sonst schrubbt man sich später blöde.

      Aufkommende Fragen waren:
      Brei ist eine tolle Sache. Mann füllt den Topf fast bis oben hin mit Wasser (2 Teile) und Hirse (1 Teil) und erwärmt es gleichmäßig in der Glut?
      Später kann man Milch oder Sahne noch hinzu fügen.

      Gingen auch Knödel ( Habt ihr da ein Rezept? ) oder mit Sauerkraut und ein Stück kaltes Kassler? Für das Sauerkraut könnte ich einen 0,5 l Tonbecher zum Erwärmen nehmen. Von der Menge her ausreichend.

      Aber bei sonstigen... zum Beispiel eine Suppe... wenn man nicht alle Zutaten zur gleichen Zeit rein gibt, dann wäre der Topf zu beginn vielleicht nur halb gefüllt?

      Wie macht ihr das in der Praxis?

      Welche Rezepte fallen euch zu meiner Situation ein?

      Topf drehen - Topflappen.... hab jetzt schon etwas von Lederläppchen gelesen, ansonsten lieber doppelt gelegtes Leinen ( Wolle ist vielleicht dicker, lässt sich aber schlechter reinigen?) ...

      Nun ist der Text länger geworden als gedacht....ich bin auf eure Kommentare gespannt. :danke
      ... auf dem Weg
    • Ich hab die kleine und große Grape von Ilja Frenzel und bin absolut begeistert. Brei, Gemüsesuppe, Lammeintopf oder nur Wasser ist alles kein Problem. Man kann feste Zutaten jederzeit zufügen. Was gar nicht geht mit kalten Flüssigkeiten auffüllen oder ablöschen. Da macht die Keramik nicht mit.
      Beim Hirsebrei z.B. lasse ich die Milch mit Honig und Butter einmal aufkochen und rühre neben dem Feuer erst dann die Hirse ein. Jetzt noch 20 Minuten unter Rühren leicht blubbern lassen mit wenig Glut unter dem Topf.
      Man muß halt zu große Temperaturschwankungen vermeiden, das ist das ganze Geheimnis. Die 2,5 Liter Grape hat zwar mittlerweile einen Sprung, hält aber immer noch dicht beim Kochen, und das schon seit 7 Jahren. (Hab aber zur Sicherheit schon einen Ersatztopf ;) ).

      Abgesehen davon ist dieses Volumen eh nur als Zuspeise geeignet (bei 12 Leuten). Für die großen Sachen rate ich zu einem getriebenen oder plattengenieteten Eisentopf.

      weiterhin "gut koch"
      Doralf
      Was kommt kommt, aber wir kümmern uns erst drum wenn´s soweit ist. 8)
    • das wichtigste dabei ist wirklich Kopf ausschalten, nicht zu viel nachdenken, einfach machen und damit rechnen, dass mindestens 1x 1 Topf hops geht, dann geht alles gut.
      Ich koch seit Jahren mit tontöpfe und bisher toi toi.

      Ich setz hirse direkt mit kalten Wasser an, Getreide, Gemüse, alles kalt ansetzen.

      Wenn wirklich mal was anbrennt (käsespätzle sind fies) dann halt einweichen und schrubben und wenn alles stricke reißen in die spülmaschiene.
      Bisher haben es alle meine Gefäße ausgehalten, auch wenn schon viele schnappatmung bekommen haben wenn ich das gesagt hab. Wichtig is gut trocknen dann geht alles gut..
      Ich bin da sehr rabiat mit meine Sachen, entweder es hält das aus oder ich hab Pech :whistling:
      Toleranz ist die Erkenntniss, dass es keinen Sinn macht sich aufzuregen
    • maid78 schrieb:

      kurze Frage.... dann ist der Topf aber zu erst nur halb voll Milch? Und wird so erhitzt?
      Ja genau. Der Liter Milch füllt den Topf nur bis zur Hälfte, die 200 g Hirse machen hinterher nicht viel aus. und da ich ja ehr von seitlich unten heize wird der obere Teil vom Topf nicht zu heiß.
      Was kommt kommt, aber wir kümmern uns erst drum wenn´s soweit ist. 8)
    • ja klar. Mein Geld wächst auch net auf Bäume.
      Ich hab nur festgestellt um so vorsichtiger man is, um so eher passiert etwas.

      Mir ging das mit Stoff so. Bei meinem eigenen mach ich mir nicht sooo viel Stress wie mit fremden Stoffen.
      Jetz darfst du 2x raten welchen ich verschnitten hab. Natürlich nicht meinen eigenen.
      Deswegen eben nicht so viel drüber nachdenken.

      Ich habe Töpfe von verschiedenen Herstellern.
      Ilja, hafnerin, Keramik durch die Epochen und Hersteller die ich nicht kenne, da ich sie gebraucht gekauft habe.
      Als "übungsgrapen" hatte ich vor einigen Jahren das Glück günstige auf einer töpferausstellung einer behinderten Werkstatt zu erwerben. Die hatten als kleines neben Thema Hildegard v. Bingen und wollten quasi Behälter aus dem Mittelalter töpfern.
      Witzigerweise wussten sie nicht was sie da töpfern und dachten das sind deckelvasen. Als ich der Leiterin erklärte was das is und was man damit macht is die vor Freude in die Luft.
      Ich hab dann einen Topf sehr sehr günstig zum ausprobieren bekommen, ob der Ton das aushält, weil es war ja als deko gedacht.
      Ja sie hat es ausgehalten, ich hatte Bilder geschickt und dann nochmal 4 bestellt. 1 hab ich verschenkt und die andren 4 sind immer noch heile. Damit koche ich heute noch.

      Und bevor es jetzt heisst ich hab mich auf Kosten der behinderten Werkstatt bereichert, ich hab freiwillig mehr bezahlt, weil 18 Euro für einen Tontopf fand ich unverschämt und hab ne spende draufgelegt. Die haben sich sehr gefreut über spende, Fotos und wissen.
      Toleranz ist die Erkenntniss, dass es keinen Sinn macht sich aufzuregen
    • Was Amalia eigentlich ausdrücken wollte Wolfram war nicht, schmeiß den ersten Topf kaputt und kauf dir was Neues, sondern das es Erfarung benötigt, wie bei allen Dingen die einem sehr fremd sind.
      Mein erstes Frühstück auf offenem Feuer ging in Flammen auf. Das war auch nicht geplant ist aber vermutlich auch schon anderen passiert. Bei all diesem Dingen ist kein Meister vom Himmel gefallen, es bedarf Übung, und dazu gehören auch Misserfolge (leider).

      Meine Kenntnisse im historischen kochen sind kaum vorhanden, da ich kein LH mache.
      Ich denke im Tontopf kocht man kaum anderse Dinge als im Eisentopf, wichtig ist halt nur das händeln des Topfs und der Umgang mit den Temperaturen.

      Wo ich aber immer gerne schaue und staune ist dieser Blog :
      friedrich-und-hildegard.at/
      (Quelle : friedrich-und-hildegard.at/ )
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Silvia schrieb:

      Was Amalia eigentlich ausdrücken wollte Wolfram war nicht, schmeiß den ersten Topf kaputt und kauf dir was Neues, sondern das es Erfarung benötigt, wie bei allen Dingen die einem sehr fremd sind.
      Mein erstes Frühstück auf offenem Feuer ging in Flammen auf. Das war auch nicht geplant ist aber vermutlich auch schon anderen passiert. Bei all diesem Dingen ist kein Meister vom Himmel gefallen, es bedarf Übung, und dazu gehören auch Misserfolge (leider).
      Ich selber habe überhaupt keine Erfahrung im Kochen auf und in Ton, aber als mein Vater klein war hat meine Großmutter anfangs noch in Tontöpfen auf Glut und offenem Feuer gekocht und scheinbar (zumindest so wie er es erzählt) sind solche Töpfe halt hin und wieder während des Kochens kaputt gegangen. Nicht sehr oft, aber auch erfahrenen Hausfrauen ist das immer wieder mal passiert.
    • Meine güte das ist Gebrauchskeramik, wenn was springt, springt es halt.
      Man muss immer damit rechnen das was kaputt geht.
      Ich geb Schwester Amalia da vollkommen recht. Keinen Kopf drüber machen.
      Je mehr man aufpasst, desto schneller geht was hops.

      Ich spreche da aus Erfahrung...
      arbeite in der Glasindustrie bei dem, man für diverse Teile ganze Häuser kaufen kann. :D
      Eine gewisse Umsicht ja, aber wenn es Kaputt geht ist es halt so.
      Und so ein Topf kostet jetzt nicht die Welt. ^^
      Website: www.Projekt-Deutschritter.de
      Facebook Seite: Projekt Deutschritter
      Facebook Seite: Projekt Karolinger
    • Zu den Eingangsfragen:
      • Es ist gar kein Problem, wenn man einen Tontopf halb befüllt erhitzt.
      • Die Konsistenz des Inhalts beim Kochen spielt für die Stabilität des Topfes ebenfalls keine Rolle.


      Wenn wir historisch kochen, übernehme ich meistens die Aufgabe das Feuer und die Glut im richtigen Modus zu halten, umzurühren und die Töpfe zu drehen. Meine Frau schnippelt, würzt, stellt zusammen und prüft wie fertig was ist.

      Schaden haben Töpfe bei uns nur in zwei Fällen während dem Kochen genommen, jeweils, weil ich zu ungeduldig war und sie mitten in die Glut gestellt habe. In beiden Fällen handelt es sich aber nur um kleine Risse im Boden. Man kann immer noch in ihnen kochen.
      Meiner Erfahrung nach geht eher etwas durch ungeschickte Helfer und Transportunfälle kaputt, als durch Erhitzungsfehler.

      Am Anfang habe ich noch viel gedreht. Inzwischen habe ich das reduziert. Man kriegt ein Gefühl dafür. Als Drehhilfe nutze ich eine alte Balkenklammer aus Metall. Den einen Hacken in den kleinen Henkel eines spätmittelalterlichen Topfes gekeilt drehe ich heiße Töpfe jetzt einhändig. Und kann damit auch gleich Glut zurecht schieben.

      Aber: Wir kochen nicht am Lagerfeuer, sondern auf einer mit Backsteinen ausgelegten 1,5m x 0,5 m großen erhöhten Fläche, die einem spätmittelalterlichen Herd näher kommt. Da hat man ebene Flächen und kann Bratfeuer und Kochglut gut trennen.
      "Wer von Tuten und Blasen keine Ahnung hat, der kann immer noch ein guter Trommler werden."