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Buttermodel

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    • Hallo zusammen,
      Da mein Butterfass in Arbeit ist und ich mich jetz endlich mal ans ausbuttern wagen möchte, kam mir die Frage,
      Ab wann gab es Modeln?

      Also ab wann wurde aus der einfachen Kugel oder Klumpen eine verziertes Stück Butter??

      Auf meiner Recherche bin ich auf eine Menge interessante Sachen gestoßen. Also warum welche Blume und wann die Butter in Tierform gegossen bzw gedrückt wurde. Das hat alles mit den kirchlichen Festen zu tun.
      Aber eben alles erst 19.jhd

      Hat jemand evtl was gefunden was ich bisher übersehen habe??
      Toleranz ist die Erkenntniss, dass es keinen Sinn macht sich aufzuregen
    • Knifflig. Wenn ich mir die Bilder von den nachgestellten Schauessen anschaue, kann man sich fast gar nicht vorstellen, das die Butter nicht verziert wurde. ABER hat man überhaupt Butter auf den Tisch gestellt ? Das würde ja quasi ein Butterbrot voraus setzen.

      Wie hat man Butter genutzt ?
      Butter ist sicherlich eine gute Möglichkeit, Milch haltbar(er) zu machen. Man kann damit Gerichte verfeinern. Hat man sie pur zB mit Brot gegessen ? Oder ist das eher eine moderne Gewohnheit ? Wurden nicht eher fertig garnierte Häppchen auf Platten serviert ? Vielleicht kommt man ja von hinten ran, an das Thema.
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    • @Silvia Das sind gute Fragen, das habe ich mich auch immer gefragt.
      Also ich kenne Buttermodeln auch nur aus dem 19. Jahrhundert und selbst hier hat man die Butter im ländlichen Bereich sparsam eingesetzt und überwiegend fürs Kochen. Ich kann jetzt nur für die Schwäbische Alb sprechen, weil ich hier in so einem Bauernhausmuseum arbeite, aber Brotzeit ist meines Wissens nach sowieso eher modernen Ursprungs, selbst im 19. Jahrhundert hat man noch auf Getreidebrei gesetzt. Selbst nach der Feldarbeit gab es (zumindest in dem Kaff wo das Museum steht) keine Brotzeit, sondern was warmes aus dem "Backofen" des Kaminofens in der guten Stube, wie z.B. Kartoffel- oder Getreidebrei, sowie Apfelmus.

      Auch beachtet werden muss, dass nicht jede vermeintliche Buttermodel, für Butter ist, auf der Schwäbischen Alb gibt es Formen, die werden für eine traditionelle Süßspeise verwendet, die sehen aber aus wie Buttermodel.
      Avatar: Venus von Knidos in der Hadriansvilla / Latium / Italien :)
    • Wolfram von der Oerz schrieb:

      Ja es gibt alte Plätzchen (z.B Spekulatius )formen aus Holz die man dafür halten könnte
      Nein in eine Spekulatiosmodel passt doch nix rein. Puddingformen sind da schon eher denkbar, halt Formen die etwas Masse hinein passt.

      Man kann bäuerliche Gewohnheiten der frühen Neuzeit nicht mit denen eines gehobenen Haushalts im Mittelalter vergleichen. Vermutlich auch nicht zwischen bäuerlichen und gehobenen Haushalten innerhalb einer Epoche. Aber Du hast Recht Sionan, das dürfte wirklich schwer werden eine Butterform nachzuweisen, wenn sie nicht als Beschreibung in einem zeitgenössichen Rezept oder Inventurliste genannt wird.
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    • Der Ansatz ist interessant.
      Von Butterbroten hab ich noch nichts gelesen, eher Schmalz

      Aber von Butter auf Hirsebrei hab ich schon was gelesen.

      Was ist mit der These, das man Butter zum polstern genommen hat wenn man wertvolle Dinge transportiert hat?

      Ich hab heut mal das alte Butterfass von 'Oma bekommen. Wenn ich es schaffe es zu reparieren das es dicht ist, darf ich es behalten :)
      Rezeot und Anleitung incl.
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    • Auf wikipedia.de steht nicht viel. Aber auf wikipedia.org einiges mehr, ich zitiere diese Quelle:

      Middle Ages
      In the cooler climates of northern Europe, people could store butter longer before it spoiled. Scandinavia has the oldest tradition in Europe of butter export trade, dating at least to the 12th century.[20] After the fall of Rome and through much of the Middle Ages, butter was a common food across most of Europe—but had a low reputation, and so was consumed principally by peasants. Butter slowly became more accepted by the upper class, notably when the early 16th century Roman Catholic Church allowed its consumption during Lent. Bread and butter became common fare among the middle class, and the English, in particular, gained a reputation for their liberal use of melted butter as a sauce with meat and vegetables.[11](p33)
      In antiquity, butter was used for fuel in lamps as a substitute for oil. The Butter Tower of Rouen Cathedral was erected in the early 16th century when Archbishop Georges d'Amboise authorized the burning of butter instead of oil, which was scarce at the time, during Lent.[21]
      Across northern Europe, butter was sometimes treated in a manner unheard-of today: it was packed into barrels (firkins) and buried in peat bogs, perhaps for years. Such "bog butter" would develop a strong flavor as it aged, but remain edible, in large part because of the unique cool, airless, antiseptic and acidic environment of a peat bog. Firkins of such buried butter are a common archaeological find in Ireland; the National Museum of Ireland – Archaeology has some containing "a grayish cheese-like substance, partially hardened, not much like butter, and quite free from putrefaction." The practice was most common in Ireland in the 11th–14th centuries; it ended entirely before the 19th century.[20]


      Anbei folgendes Bild (Quelle wikipedia.org, aus Compost et Kalendrier des Bergeres, Paris 1499),
      neben dem Butterfass ein Löffel und eine kleinere Form.
      Zwar nicht gerade HoMi, aber immerhin...

      Lieber eine starke Behauptung als ein schwacher Beweis!