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Bunte Wappenröcke

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    • Bunte Wappenröcke

      Hi zusammen,

      ich hab mal eine Frage. Auf vielen Bildern und Mittelaltermärkten mit Ritterspielen wie z.B. Lanzenstechen sieht man ja immer wieder sehr bunte Zeitgenossen.
      Hier Beispiele:
      ritterfest-schloss-rheydt.de/w…RimaPress_web_600x401.jpg
      c8.alamy.com/compde/at48pp/rit…-wappen-detail-at48pp.jpg
      c8.alamy.com/comp/W3J23H/grunw…13-2019-poland-W3J23H.jpg
      almerlin.de/wp-content/uploads/2015/08/W3098_ritter_burg.jpg

      Ist das jetzt alles für die Show oder waren die früher auch wirklich so bunt zu Turnierzeiten?
    • Valiarde schrieb:

      War über google und stockphotoseiten. Hab die Bilder extra nicht komplett eingebunden sondern nur verlinkt, reicht das nicht mehr? Quelle ist dann ja aus dem Link ersichtlich, im Gegensatz zu Bildern. Ansonsten nehme ich sie halt raus
      Hier herrschen schärfere Gesetze. Sonst kommt der Henker a.D und macht dem Link den Garaus :D

      Schau mal die Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse) an.
      Diese ist so um 1305-1340 entstanden.

      Das Buch ist von der Uni Heidelberg öffentlich im Netz aufrufbar.

      Suchmaschine -> Suchworte "Codex Manesse, Ritter" eingeben -> Entertaste drücken
      Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
    • Ok danke an Ulf, das hat mir auf jeden Fall schon geholfen ;)


      Noch eine Grundsatzfrage von mir zu den Stoffen, hängt aber womöglich auch von der Zeitspanne ab:
      Pferde mit Rossstirn, Halsschutz, Bugpanzer und Kruppenpanzer(?) wie sie z.B. im Nürnberger Museum zu sehen sind hatten ja keine oder kaum Wappenröcke an. Viel Metall wenig Stoff quasi.
      Während die Turnierpferde oft weniger Schutz (nur für den Kopf) haben auf den Bildern, dafür von Kopf bis Fuß in Tuch gewickelt waren. Ich denke hauptsächlich für maximalen Eindruck und Geschwindigkeit (nicht zu schwer) oder?

      Gab es aber auch auf dem Schlachtfeld Pferde mit sowohl Schutzpanzer als auch mit viel buntem Stoff? Oder wurde halt maximal ein wenig Wappenstoff für die Erkennung getragen aber nicht mehr?
    • Für Turniere waren die Wappenfarben im Getümmel eines Melee oft die einzige Möglichkeit die Reiter zu unterscheiden - gebräuchlich wurde das Tragen der eigenen Farben als Wappen- bzw. Waffenrock über dem Kettenpanzer im Laufe des 13. Jhdt. , im 12. Jahrhundert wurde eher noch eine Seidencotte unter dem Kettenpanzer getragen. Frühe Waffenröcke sind aber meist noch einfarbig und ohne Wappenmotive.
      Die sog. Couverture fürs Pferd in Waffenfarben findet sich auch in etwa seit dem 13. Jhdt., u.a. sieht man sie da auch viel auf Reitersiegeln, zum Teil sind da auch in Schraffur Wappenfarben zu erkennen.
      Generell gilt, dass Wappenmotive sich zum 14. und erst recht im 15. Jhdt. hin immer detaillierter und komplizierter entwickelten, das setzte sich dann natürlich auch auf Couverture und Wappenrock fort.
      Komplette Pferdepanzerungen mit Rossstirn, Halsschutz usw. sind eine Erscheinung des späten 15. Jahrhunderts, also erst des späten ausgehenden Mittelalters. Was Reiter in der Schlacht angeht sieht man zB in der Kreuzfahrerbibel (Frankreich, Mitte 13. Jhdt) im Schlachtgetümmel immer nur einzelne Pferde mit Couverture, die dann meist von schwerer gepanzerten Reitern (Topfhelm usw.), also wohl von Rittern geritten werden. Fazit: Sicher nicht jedes Pferd, wohl aber öfter die von höhergestellten Personen trugen auch im Kampf Textil.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Valiarde schrieb:

      Gab es aber auch auf dem Schlachtfeld Pferde mit sowohl Schutzpanzer als auch mit viel buntem Stoff? Oder wurde halt maximal ein wenig Wappenstoff für die Erkennung getragen aber nicht mehr?
      Ich bin da Katharinas Meinung. Hier mal ein Beispiel auf einem Siegel aus dem 13. Jhd.

      (Bildquelle: Facebook)
      Bilder
      • Screenshot_20200629_212640.jpg

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      Beste Grüsse, Thomas :bye01