Rohhaut und Pergament färben?

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    • Rohhaut und Pergament färben?

      Aloha,

      für ein un-A Schildprojekt bräuchte ich mal die Schwarmintelligenz der Färbeprofis hier.

      Ich habe mir Rohhaut von jemanden gekauft, der diese auch pflanzengefärbt anbietet (nur eine Farbe), was mich auf die Idee gebracht hat, unsere Vereinsfarben nicht nur in der Bemalung, sondern auch gefärbten Schildrand zu haben. Der Verkäufer wollte mir da aufgrund seiner aufwendigen Vorversuche nicht wirklich weiterhelfen. Daher möchte ich gerne wissen, ob aus diesem Kreis hier schon jemand Erfahrungen damit gesammelt hat und bereit wäre diese zu teilen?
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • Danke für den Tipp - es geht mir tatsächlich darum, den Schildrand durchgefärbt zu haben.
      Werde dazu wohl mal einige Versuche mit Reststücken veranstalten, die eigentlich mal Hautleim werden sollten.
      Bin aber weiterhin an sachdienlichen Hinweisen interessant...
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    • Hallo Dunio,

      Die Rohhaut ist nehme ich an knochentrocken und stocksteif? Dann weiche sie auf alle Fälle vor jedem Durchfärbeversuch gut ein. Aber Vorsicht: wenn sie roh ist und dann auch noch naß, kann sie ganz schnell zu faulen anfangen, Ungeziefer kann sich beiziehen. Und sie stinkt erbährmlich. Aber nur gut durchnäßt kann sie Farbe aufnehmen. Am besten Farbe in flüssiger Form.
      Auf alle Fälle mit Reststücken vorher ausprobieren!
      * Wende Dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich *
    • danke, wie Rohhaut verarbeitet wird weiß ich in etwa - habe schon einige Schilde für mich und andere gefertigt. Gegen Ungeziefer und Fäulnis gebe ich normalerweise einen guten Schuß Essig mit ins Wasser zum einweichen.

      Mein eigentliches Problem ist eher, dass Pflanzenfarben erst eine gewisse Temperatur benötigen, satte Ergebnisse zu liefern, bei denen Pergament schon die Struktur dauerhaft verändert....
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    • Ich habe bereits frischen Schachtelhalm ganz "a" mit der Küchenmaschine zu einem Brei gehäckselt und mit Spiritus einen Extrakt gezogen. Der Gedanke war Alkohol und gelöste Pigmente gelangen in die Zellzwischenräume und die Pigmente bleiben, wenn der Alkohol verfliegt.
      Leider erfolglos bei bereits gewässrrter Haut.
      Nächster Versuch wird sein, die Rohhaut mit Pottasche vorzubeitzen....
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      ...diese Signatur kann Spuren von Soja oder Erdnüssen enthalten...
    • Silvia schrieb:

      ich weiß das man Leder mittels Krapp auch kalt färben kann, nur wie es geht das weiß ich nicht
      Danke - jetzt hast du mich darauf aufmerksam gemacht, wie doof ich eigentlich bin.
      Sobald ich auf einem Markt wieder den Händler entdecke, bei dem ich den krappgefärbten Gürtelriemen gekauft hab, ob der mir evtl seine Geheimnisse verrät, wenn ich nur genug weitere Riemen erwerbe...

      Bis dahin laufen eigene Versuche trotzdem weiter, wenn Zeit dafür ist.
      ...alle sagten immer: "Das geht nicht!" - doch dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach getan...
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    • Ziegenleder habe ich schon mit Krapp gefärbt. Ist aber schon länger her. Damals war es eine Einbadfärbung, sprich im Krapp- Färbesud war auch schon das Alaun mit drin. Zur genaue Menge und Dauer der Färbung kann keine Auskunft geben, da es wir gesagt sicher schon über 10 Jahre her ist. Im Prinzip funktioniert es wie eine Wollfärbung. Ob es bei Rohhaut genau so funktioniert - einfach ausprobieren.
      Facta autem pugna, durius certamen circa murum nemo umquam viderat mortalium (Widukind von Corvey - Sachsengeschichte/Schlacht von Horsadal)
    • Für vegitabil gegerbtes Leder:

      Das Färbegut wiegen und 20% des Materialgewichts an Alaun in handwarmen Wasser auflösen, das Leder hineingegeben und unter gelegentlichem Umrühren 24 Std drin liegen lassen. Danach 100g Krapp auf 5l Wasser damit der Riemen schwimmt und 2-3 Tage drin belassen. Zwischendurch umrühren damit die Pigmente sich gut verteilen.


      An Rohaut scheitere ich jedoch ... selbst mit Eisenessig ... nimmt einfach nix an.

    • askalon schrieb:

      Für vegitabil gegerbtes Leder:

      Das Färbegut wiegen und 20% des Materialgewichts an Alaun in handwarmen Wasser auflösen, das Leder hineingegeben und unter gelegentlichem Umrühren 24 Std drin liegen lassen. Danach 100g Krapp auf 5l Wasser damit der Riemen schwimmt und 2-3 Tage drin belassen. Zwischendurch umrühren damit die Pigmente sich gut verteilen.


      An Rohaut scheitere ich jedoch ... selbst mit Eisenessig ... nimmt einfach nix an.

      Da ich in Kürze vor habe, wieder Ziegenleder zu färben, hilft mir das Rezept auf jedenfall weiter.

      Facta autem pugna, durius certamen circa murum nemo umquam viderat mortalium (Widukind von Corvey - Sachsengeschichte/Schlacht von Horsadal)
    • Das größte Problem dabei ist das Material: es muß nicht Euer Fehler sein, wenn es nicht funktioniert.
      Heute ist das wenigste Leder "nach alten Verfahren" (sag ich mal so) gegerbt...es ist oft mehr Chemie drin als
      einem erzählt wird. Nun, dann funktionieren auch manchmal die alten Rezepte nicht mehr so gut...
      Es gäbe nur eine Möglichkeit auf 100%igem Erfolg: die Haut selber gerben....
      Ein Freund ist Sattler....und der ist allergisch auf gewisse Gerbersalze (chrom)....
      er sagt, wenn er so manches Leder anfaßt, bekommt er seinen Ausschlag....obwohl doch keine Rückstände
      drin sein sollten....aber: seine Haut lügt ja nicht...es ist wohl eher der Lieferant, der manchmal selber
      nicht mehr weiß (oder wissen will), wer und womit die Haut gegerbt worden ist.
      Sein Rat: einfach Proben schneiden und testen, dann ist die ganze Haut nicht versaut, wenn es nicht funktioniert.
      Dann kann man die ja in ebay verhökern...
    • Professor Unsinn schrieb:

      Das größte Problem dabei ist das Material: es muß nicht Euer Fehler sein, wenn es nicht funktioniert.
      Heute ist das wenigste Leder "nach alten Verfahren" (sag ich mal so) gegerbt...es ist oft mehr Chemie drin als
      einem erzählt wird. Nun, dann funktionieren auch manchmal die alten Rezepte nicht mehr so gut...
      Es gäbe nur eine Möglichkeit auf 100%igem Erfolg: die Haut selber gerben....
      Ein Freund ist Sattler....und der ist allergisch auf gewisse Gerbersalze (chrom)....
      er sagt, wenn er so manches Leder anfaßt, bekommt er seinen Ausschlag....obwohl doch keine Rückstände
      drin sein sollten....aber: seine Haut lügt ja nicht...es ist wohl eher der Lieferant, der manchmal selber
      nicht mehr weiß (oder wissen will), wer und womit die Haut gegerbt worden ist.
      Sein Rat: einfach Proben schneiden und testen, dann ist die ganze Haut nicht versaut, wenn es nicht funktioniert.
      Dann kann man die ja in ebay verhökern...
      Man sollte unbedingt darauf achten, daß es sich um rein pflanzlich gegerbtes Leder handelt. Leider gibt es in Deutschland nur noch sehr wenige Gerbereien, die so arbeiten.
      Facta autem pugna, durius certamen circa murum nemo umquam viderat mortalium (Widukind von Corvey - Sachsengeschichte/Schlacht von Horsadal)
    • Mit vegitabil oder sämisch gegerbtem Leder (Ziege, Rind, Hirsch) hatte ich bis jetzt noch keine Probleme. (hab anscheinend einen guten Lieferanten ;) ).

      Rohhaut will einfach nicht ... liegt vielleicht auch einfach daran das sie nicht wie Leder gegerbt wird ...

      Und ja bei Chrom gegerbtem Leder funktionieren die "alten" Färbemethoden nicht.