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Disput über wissenschaftliche Methodik bei der Untersuchung von Geschlechterrollen in einer fremden Kultur

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    • Hier noch eine Ergänzung zum inhaltlichen Gegenstand der Diskussion, dem Thema 'Transgender' (für den Fall, dass die Diskussion bei dem ein oder anderen Interesse an dieser Thematik geweckt hat ;) ).

      Ich bin gerade durch Zufall über eine hochspannende Dokumentation zum Themenfeld Geschlecht und Geschlechtsidentität gestoßen: aus der Reihe "Mysterien des Weltalls" die Sendung "Mann? Frau? Oder beides?"
      Aktuell ist die Sendung in der ZDF-Mediathek verfügbar:
      zdf.de/dokumentation/zdfinfo-d…frau-oder-beides-102.html

      Es geht im wesentlichen um naturwissenschaftliche Erkenntnisse zu Intergeschlechtlichkeit und Transgender* und wie diese Phänomene zustande kommen.

      U.a. werden auch Angaben zur Häufigkeit gemacht:
      Nimmt man alle Formen von Intergeschlechtlichkeit zusammen (auch diejenigen, die nicht unmittelbar an den primären körperlichen Geschlechtsmerkmalen zu erkennen sind und daher oft unbemerkt bleiben), dann ist ca. 1 von 100 Menschen davon betroffen - also 1% der Bevölkerung!
      Von Transidentität betroffen ist ca. 1 von 400 Menschen.
      Diese Phänomene treten also wesentlich häufiger auf, als gemeinhin angenommen.

      *In der Sendung wird im Wesentlichen die Transgender-Variante der Transidentität beleuchtet. Transidente Personen haben das Gefühl 'im Falschen Körper' zu stecken, da ihre Geschlechtsidentität (das Gefühl dafür, welchem Geschlecht sich eine Person zugehörig fühlt) genau dem Gegenteil ihres körperlichen Geschlechts entspricht. Transgender-Personen mit anderen Varianten können sich durchaus im eigenen Körper 'zu hause' fühlen, haben aber dennoch das Empfinden, in ihrer Geschlechtsidentität von der augenschleinlich einfachen 'biologischen Realität' abzuweichen. Das Spektrum von Transgender-Varianten ist riesig (siehe u.a. nonbinary.ch/).

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Fifill ()

    • Fifill schrieb:


      U.a. werden auch Angaben zur Häufigkeit gemacht:
      Nimmt man alle Formen von Intergeschlechtlichkeit zusammen (auch diejenigen, die nicht unmittelbar an den primären körperlichen Geschlechtsmerkmalen zu erkennen sind und daher oft unbemerkt bleiben), dann ist ca. 1 von 100 Menschen davon betroffen - also 1% der Bevölkerung!
      Wenn man es ganz genau nimmt (und ich nehme an mit "Intergeschlechtlichkeit" meinst du, dass ein Mensch Zellen mit männlichem und weiblichem Chromosomensatz hat), dann gilt das für 50% der Menschen, nämlich alle Männer.
      Wir haben nämlich alle Zellen von unseren Müttern in uns, die aus der Placenta stammen, und die daher von unserer Immunabwehr verschont werden.
      Diese Zellen kann man regelmässig nachweisen, wenn man danach sucht.
    • vibackup schrieb:


      Wenn man es ganz genau nimmt (und ich nehme an mit "Intergeschlechtlichkeit" meinst du, dass ein Mensch Zellen mit männlichem und weiblichem Chromosomensatz hat), dann gilt das für 50% der Menschen, nämlich alle Männer.Wir haben nämlich alle Zellen von unseren Müttern in uns, die aus der Placenta stammen, und die daher von unserer Immunabwehr verschont werden.
      Diese Zellen kann man regelmässig nachweisen, wenn man danach sucht.

      Dieses Phänomen dürfte jedoch nicht in den Bereich der "Intergeschlechtlichkeit" fallen, da es ja Menschen betrifft, die sich auf biologischer Ebene - trotz vereinzelter "weiblicher" Zellen in einem männlichen Körper - eindeutig dem männlichen Geschlecht zuordnen lassen.
      In den Bereich der Intergeschlechtlichkeit (im weiteren Sinne) würde dagegen bspw. ein Mensch fallen, der vom Aussehen (inklusive der Genitalien) her eindeutig weiblich ist - obwohl die Zellen der betreffende Person XY-Chromosomen (also ein männliches Chromosomenpaar) aufweisen.

      Man muss beim Begriff der Intergeschlechtlichkeit aber wohl 2 Bedeutungsvarianten unterscheiden:
      "Intersexualität oder Intergeschlechtlichkeit bezeichnet zusammenfassend sehr unterschiedliche klinische Phänomene mit unterschiedlichen biologischen Ursachen, so beispielsweise Abweichungen der Geschlechtschromosomen oder genetisch bedingte hormonelle Entwicklungsstörungen. Die Intersexualität wird den sogenannten Sexualdifferenzierungsabweichungen zugerechnet (englisch disorders of sex development: DSD). DSD umfassen jedoch zusätzlich auch Fälle, die nicht mit einem uneindeutigen Genitale bei Geburt auffallen." (Quelle: Wikipedia)

      Der Dokumentarfilm befasst sich mit dem weiteren Spektrum von "Intergeschlechtlichkeit" im Sinne von DSD, bei dem auch jene Fälle inbegriffen sind, die sich nicht bereits ab der Geburt durch uneindeutige Genitalien bemerkbar machen. Dabei kann es bspw. vorkommen, dass ein Mädchen sich mit Einsetzen der Pubertät plötzlich in einen Jungen verwandelt (wie im Film beschrieben).
      Im engeren Sinne bezeichnet "Intergegeschlechtlichkeit" hingegen nur jene Fälle, bei denen sich eine Person aufgrund uneindeutiger Genitalien nicht einer der beiden Hauptgeschlechtsvarianten (Mann/Frau) zuordnen lässt. Dieses Phänomen tritt erheblich seltener auf. Schätzungen zufolge sind davon zwischen 0,05% bis 0,2% der Bevölkerung betroffen.