Mein erstes Wikinger-Gewand

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    • Mein erstes Wikinger-Gewand

      Nachdem ich mich nun entschieden habe, meine erste(n) Darstellung(en) im Kulturkreis der Wikinger anzusiedeln, möchte ich mich auch daran machen, zum ersten mal ein Gewand selber (und von Hand) zu nähen. Dazu ist bereits in meinem Vorstellungs-Faden eine interessante Diskussion mit vielen guten Tipps und Hinweisen entstanden (siehe hier).

      Bei diesem ersten Gewand-Projekt geht es mir vor allem darum, Arbeitsschritte und Techniken auszuprobieren, mit denen ich noch keine Erfahrung habe. Es wird also vor allem ein Experimentierobjekt, bei dem der Faktor "Authentizität" nicht an oberster Stelle steht.
      Da ich noch nicht weiß, wann und wo genau im Wikingerzeitalter ich mich ansiedeln will, soll es eine einfache (Herren-Unter-)Tunika werden, wie man sie gewissermaßen "zu allen Zeiten" getragen haben könnte.
      Vom Grundprinzip her denke ich an einen geraden Schnitt im Sinne einer auf Maß gewebten Stoffbahn, die den "Korpus" (nennt man das so?) der Tunika bildet und lediglich seitlich zusammengenäht wird (wie bspw. das Modell "Simple Shirt/Tunic" auf dieser Website: vikingageclothing.susannabroom…booklets/shirt-and-tunic/). Im unteren Korpus-Bereich sollen dann entweder seitliche Schlitze oder Geren für mehr Beinfreiheit sorgen.
      Die Ärmel sollen gerade angesetzt sein, ohne "Ärmelzwickel", und zu den Handgelenken hin entweder gleichmäßig enger werden oder so gestuft wie in dem Beispiel. Der Kragen soll entweder Rund mit einem frontalen Schlitz werden oder auch ohne den Schlitz. (Letzteres habe ich bei Hiltibold gesehen: 3.bp.blogspot.com/-gWZR7wZpXJ4…-0jCEs/s1600/DSC00298.JPG)


      Fragen zum Schnitt:
      • Was ist 'universeller': Schlitze oder Geren an den Seiten? Vermutlich Schlitze, oder?
      • Passt eine Länge bis etwa zum (gegürtet dann bis knapp oberhalb vom) Knie für so eine Untertunika?
      • Wo schaute so eine Untertunika unter der Übertunika hervor? Nur am Kragen oder auch am Rocksaum und/oder an den Ärmeln?
      • Gab es im wikingerzeitlichen Skandinavien auch die Kragenvariante ohne Schlitz (also einfach nur eine runde Öffnung)?
      • Ärmelform: gleichmäßig zulaufend oder gestuft? Was ist belegt?


      Als Stoff hatte ich - aufgrund des experimentellen Charakters dieses ersten Gewand-Projektes - ursprünglich an - zwar unauthentischen aber dafür günstigen - Baumwollstoff in Leinwandbindung gedacht. Nachdem @Hendrik1975 mich jedoch auf günstige Leinenstoffe aufmerksam gemacht hat (Danke!), werde ich wohl doch gleich mit diesem ungefärbten Leinenstoff von TOLKO beginnen: amazon.de/dp/B08643QY4C/ref=tw…L1IKY?_encoding=UTF8&th=1. Von IKEA gibt es zwar einen noch günstigeren Leinenstoff ("AINA"), aber der ist sehr wahrscheinlich gebleicht und dann wieder "naturfarben" gefärbt worden, was eher ungünstig wäre, falls ich die Tunika doch noch nachträglich färben möchte. (Danke @Hendrik1975 und an @Wolfram von der Oerz für die diesbezüglichen Tipps!)
      Das bringt mich zu der Frage nach Nähgarn: Irgendwo hier im Forum habe ich gelesen, dass man einfach einen Faden aus dem verwendeten Stoff herausziehen und als Nähgarn verwenden kann. Klappt das gut mit so einem Leinenstoff? Der Hintergrund ist, dass ich die Tunka eben womöglich doch noch nachträglich färben möchte, was ja eigentlich nur ordentlich geht, wenn die Nähte die Farbe gleich gut (oder schlecht ^^ ) annehmen wie das Tuch. Garn aus Tuchfaden wäre da die Paradelösung.

      So weit ist meine derzeitige Planung. Beizeiten werde ich dann wohl nochmal euren Rat zu Nähten und Stichen einholen.

      Mit freundlichem Grinsen
      Fifill/Ilka :bye01
    • Fifill schrieb:

      Was ist 'universeller': Schlitze oder Geren an den Seiten? Vermutlich Schlitze, oder?
      Ja, seitliche Schlitze lassen sich bis ins 11.jh sogar noch für Obertunikas belegen (Guddal).


      Fifill schrieb:

      Passt eine Länge bis etwa zum (gegürtet dann bis knapp oberhalb vom) Knie für so eine Untertunika?
      Wo schaute so eine Untertunika unter der Übertunika hervor? Nur am Kragen oder auch am Rocksaum und/oder an den Ärmeln?
      Empfände ich als zu lang. Keine Abbildungen oder sonstigen Hinweise sprechen dafür, dass Untergewand irgendwo sichtbar hervorlugte.


      Fifill schrieb:

      Gab es im wikingerzeitlichen Skandinavien auch die Kragenvariante ohne Schlitz (also einfach nur eine runde Öffnung)?
      Über die Art der Halsöffnung kann man erst ab dem 11.jh belegte Aussagen treffen (da sind dann so ziemlich alle denkbaren Varianten belegt). Für davor kann man sich, soweit ich weiß, maximal annähern - z.B. über fränkische oder angelächsische Buchmalerei.
      Einfache, runde Halsöffnung empfinde ich da als halbwegs unproblematische Interpretation.


      Fifill schrieb:

      Ärmelform: gleichmäßig zulaufend oder gestuft? Was ist belegt?
      Die etwas späten/späteren Funde ab dem 11.jh (Viborg, Kragelund, Moselund, Guddal, Skjoldehamn) haben beides.
      Bei den Ärmelfragmenten aus Haithabu bin ich mir gerade nicht sicher, ob man dbzgl. eine Aussage treffen kann.
      https://www.facebook.com/ormrinn.brands
    • Kurzform (bin gerade noch unterwegs):

      Länge bis Mitte Oberschenkel, eventuell auch etwas kürzer. Wie Dominik schon schrieb, sollte das Unterhemd später nicht unter der Obertunika hervor gucken.

      Seitliche Schlitze oder Keile sind beide belegt.
      Möglicherweise Schlitze eher für das Unterhemd (zwecks Bewegungsfreiheit und um Material zu sparen, was man bei Unterwäsche eh nicht sieht), und Oberbekleidung eher mit Keilen.
      Zulässig und belegbar ist aber beides.

      Mit einem geraden Armansatz kannst Du auch nichts falsch machen. Passt durch die gesamte Epoche hindurch. Für Haithabu gibt's auch schon den gerundeten Armausschnitt. Ist für den Anfang etwas schwieriger zu nähen, und ist auch kein 'Muss', sondern eher für später eine schöne Alternative zum Zwickel unter der Achsel.

      Sich verjüngende Ärmel sind belegt, kannst Du machen. Sowohl gleichmäßig verjüngend als auch gestuft. Einfacher zu nähen ist die gleichmäßige Variante. Hat zusätzlich den Vorteil, dass dabei durch den Verschnitt automatisch das passende Material für die seitlichen Keile der Tunika übrig bleiben :)

      Zum Halsausschnitt gibt es diverse Formen und Varianten. Rund und so weit, dass der Kopf durch passt, ist denkbar, kannst Du ebenfalls machen. Dann brauchst Du auch keinen Schlitz.

      Weißes Leinengarn zum Nähen hat u.a.'Der Stoffdealer' auf Facebook, und - wenn ich mich recht entsinne - auch unsere Silvia hier im Forum von 'Zeitensprung'. Ansonsten gibt's das auch bei Amazon.

      Ich male Dir nachher mal ein einfaches und materialsparendes Schnittmuster auf.

      Für die Nähte brauchst Du im Grunde nur zwei verschiedene - belegte - Stiche: den Heftstich für die geraden Verbindungen, und den Überwendstich zum Versäubern der Kanten (offene und geschlossene Kappnaht sind beide belegt).
    • Stoff "Aina" von Ikea ist für erste Gehversuche nicht schlecht, der Leinenstoff kostet mit 7€/ lfm fast nichts, nur würde ich den für Unterkleidung nicht mehr nehmen. Recht rauh, ziemlich fest, dick und muss erst aufbereitet werden. 4-5x mit Weichspüler durch Waschmaschine und Trockner bis er einigermaßen tragbar wird.

      Der Stoff ist für strapazierfähige Hosen, Kochschürzen, Tragesäcke oder Taschen ganz gut.

      Wenn du weichen, auf der Haut angenehmen Leinen suchst schau beim Stoffdealer auf Facebook vorbei. Er hat gerade aktuell sehr schöne weiche Leinenstoffe in verschiedenen Farben da. Auch ungefärbte falls du selbst färben möchtest.
    • So, mal quick & dirty eine Kurzanleitung für eine Tunika.
      Zeichnung ist nicht maßstabsgerecht und einen Preis für schön schreiben werde ich auch nicht bekommen ;)

      Die Breite von Vorder- und Rückseite wird in der Regel an der Schulterbreite gemessen. Dann passt es bei den meisten auch gut um die Brust herum. Je nach Brustumfang kann es dann auch mal breiter sein - da kenne ich jetzt Deine Statur nicht.

      Den jeweiligen Anfang und das Ende einer Naht habe ich mit eingezeichnet. Damit wird alles wesentlich symmetrischer als wenn man die Nähte frei Schnauze und quer Beet macht.

      Den Kopfausschnitt zu ungefähr 2/3 auf die Vorderseite legen, und zu 1/3 auf das Rückteil.

      Am Einfachsten ist es, erst alles auf links zusammen zu nähen und ganz am Ende zu wenden.

      Alle Nähte am Ende flach legen und heiß drüber bügeln, dann fällt die Tunika schöner.

      Ach ja - den Stoff erst einmal heiß waschen, und dann erst zuschneiden. Das vermeidet böse Überraschungen ;)

      Wenn noch Fragen offen geblieben sind - immer her damit.
      Bilder
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    • Zunächst einmal bin ich freundlich per PN darauf hingewiesen worden, dass bei meinem Anfangs-Posting der Eindruck entstehen kann, ich hätte mir keine große Mühe gemacht, selber zu recherchieren und statt dessen einfach mal hier ins Blaue hinein gefragt. Tatsächlich habe ich einiges an Recherchen zu so einer (Unter-)Tunika angestellt, sowohl in eher allgemein gehaltenen Websites/Büchern, als auch auf Seiten, die sich mit spezifischen Funden und deren Rekonstruktion befassen. Das geht aus meinem Posting zugegebenermaßen nicht hervor. Daher möchte ich zumindest eine Sekundärquelle nachliefern, von der ausgehend ich viele hilfreiche Links weiterverfolgt habe:
      aislingde.blogspot.com/2018/12…-fruhmittelalter-wie.html
      Habe mittlerweile entdeckt, dass die Autorin auch hier im Forum aktiv ist und bedanke mich ganz herzlich bei @Aisling für diesen tollen Anfängerleitfaden!
      :danke

      Dann ein "Dickes Dankööö!" an Hendrik für die anschaulichen Zeichnungen! (Da kann sich so manch andere Anleitung, die ich im www und selbst in Büchern gefunden habe, ne Scheibe von abschneiden.)
      :danke

      Und danke auch an alle anderen für eure Tipps!
      :danke

      Merkt man, dass ich den "Danke-Smiley" mag? :whistling:

      Die wesentlichen Erkenntnisse zum Schnitt:
      • Länge nur bis halber Oberschenkel (Mit knielang hatte ich wohl ein falsches Bild im Kopf.)
      • Untertunika schaut an Saum und Ärmeln nicht unter der Übertunika hervor
      • Seitliche Schlitze sind eine mehrfach belegte und wahrscheinlich auch universell verwendete Schnittvariante (und bekommen daher bei diesem Einstiegs-Projekt den Vorzug vor den erst in der 2. Hälfte der Wikingerzeit aufkommenden Geren)
      • Sich gleichmäßig verjüngende Ärmel sind belegt (und bekommen bei diesem Einstiegs-Projekt den Vorzug vor der gestuften Variante)
      • Runder Halsauschnitt ohne Schlitz ist belegt
      Zum runden Halsausschnitt habe ich nun auch selber eine wikingerzeitliche Fundquelle (wieder)gefunden: Sven's Haithabureise: Rekonstruktion einer Haithabu-Untertunika (Teil 1) + (Teil 2)
      In diesem Bericht habe ich auch noch eine weitere interessante Information entdeckt: an einigen der gefundenen Stofffragmente konnte eine Färbung mit Walnussschalen nachgewiesen werden.
      Da mir naturfarbenes Leinen (Wolle, Baumwolle...) farblich leider überhaupt nicht steht (ich sehe darin so blaß aus, als wolle ich für eine Rolle als Zombie vorsprechen), könnte eine solche Braunfärbung ein Ausweg für mich sein. Ich werde die Tunika aber wohl erstmal aus ungefärbtem Stoff nähen, um zu schauen, wie schlimm der "Zombie-Effekt" noch ist, wenn nur ein schmaler Streifen am Hals hervorschaut.

      Ein Punkt in der Zeichnung von @Hendrik1975 hat mich allerdings sehr überrascht: weshalb sollte man denn Vorder- und Rückenteil aus 2 Teilen zusammennähen und nicht einfach aus einer langen Stoffbahn? Ich war irgendwie immer davon ausgegangen, dass die einfachen Tuniken keine Schulternaht hatten. ?(

      Zu den Materialien:
      • Die Methode "Faden aus Stoff herausfriemeln" ist gestrichen, statt dessen werde ich mir ordentliches Leinen-Nähgarn besorgen
      • Leinenstoff "AINA" ist für Untergewänder wegen seines zu 'rauhen Charmes' gestrichen ^^


      Als nächstes werd ich dann mal ein maßstabsgerechtes Schnittmuster zu Papier bringen und die verschiedenen Bezugsquellen für passenden Leinenstoff abchecken...
    • @Fifill - Danke Dir für das Kompliment ;)

      Bei einer Tunika ist gleichermaßen der Poncho-Schnitt (Vorder- und Rückseite aus einer durchgehenden Stoffbahn) als auch die Version aus zwei einzelnen Teilen belegt.

      Bei heutigen Stoffen wähle ich in der Regel die geteilte Variante, weil man damit den Stoff besser ausnutzen kann.

      Meine Untertunika hingegen habe ich aus über hundert Jahre altem handgewebten Bauernleinen genäht. Anders als heutige Stoffe mit einer Breite von 140-160cm waren die handgewebten Stoffe meist nur so breit, wie man es brauchte. Im Fall meines Leinens war die Bahnbreite 63cm.
      Da habe ich dann auch den Ponchoschnitt genommen, weil ich die komplette Bahn ausnutzen konnte.

      Die Naht auf der Schulter sorgt ansonsten für einen etwas besseren Sitz als ein durchgehender Stoff - zumindest nach meinem Empfinden.

      Aber wie gesagt - beide Versionen sind belegt, kannst Du nach Belieben machen.

      Walnuss ist als Färbemittel belegt, das stimmt. Wie im anderen Beitrag schon erwähnt, ist die Färbung damit auf Leinen möglich, wird allerdings nicht so intensiv wie auf Wolle.

      Wenn Du auf Facebook aktiv bist, empfehle ich dort die Gruppe "Färben mit Pflanzen und Pilzen". Wird von Ulrike Bogdan geführt, die eine wahre Koryphäe auf diesem Gebiet ist. Im übrigen eine der - relativ seltenen - Gruppen, bei der es sehr gesittet und freundschaftlich zugeht. Die ansonsten üblichen blöden Sprüche bei Anfängerfragen sucht man dort vergebens. Ist ein sehr angenehmes Miteinander.

      Das gibt's dann auch Tipps zum Färben von Walnuss auf Leinen ;)
    • Wenn ich dich da korrigieren darf: die Gruppe Färben mit Pflanzen und Pilzen wird nicht von Ulrike Bogdan geleitet; sie schreibt da gern und ausführlich, aber sie hat eine eigene Gruppe bei FB, die die Frage auch besser abdeckt: Naturfarben auf Baumwolle und Leinen
      'Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - näheres ist in meinem Blog Archäotechnik - textile Fläche zu finden.
    • Habe nun den Entwurf zu Papier gebracht und anhand einer gekauften Tunika (Untertunika "Leif" von Burgschneider), die mir gut passt, die Maße ermittelt.

      Hier das Schnittmuster:
      [Blockierte Grafik: http://drekariddarar.bplaced.net/middleages/img/Mittelalter-Forum/Untertunika_1_Schnitt.jpg]

      Die Nähte will ich als Kappnaht mit Heftstich und Saumstich (entspricht Überwendlingstich) ausführen, die Säume doppelt umgeschlagen mit Saumstich, jeweils in Anlehnung an Hinweise, die ich zu den Nähten der Viborg-Tunika gefunden habe (forest.gen.nz/Medieval/articles/Viborg/SEAMS.HTM Picture 4 + 7).

      Hier hab ich mal aufgezeichnet, wie ich mir die Herstellung der Nähte vorstelle:
      [Blockierte Grafik: http://drekariddarar.bplaced.net/middleages/img/Mittelalter-Forum/Untertunika_1_N%e4hte.jpg]

      Macht man das so?
      Und kann mir jemand einen Tipp geben, wieviel Nahtzugabe ich jeweils für die Kappnaht bzw. den Saum einplanen sollte?

      Des weiteren habe ich mich nun auch für diesen Leinenstoff von TOLKO entschieden:
      tolkostoffe.de/beige-natur-lei…ht-kleid-hose-188234.html
      Der Stoff ist ungebleicht, ungefärbt und lediglich vorgewaschen, so dass er laut Hersteller nicht mehr als 2% einlaufen soll.
      Weiß jemand, ob man sich darauf verlassen kann? Oder sollte ich den Stoff sicherheitshalber doch nochmal vor dem Zuschnitt waschen? Ich kriege den bloß wahrscheinlich nicht so schön glatt getrocknet wie er vom Händler kommt (mit Blick auf den Zuschnitt). Und der Schnitt ist ja ohnehin eher weit. (Modell "Kartoffel-Sack" :D - Wobei es Kartoffeln im Mittelalter ja noch gar nicht in Europa gab! 8| Also eher Modell "Getreide-Sack" :D )

      Als Nähgarn habe ich mir das Leinengarn von Nehelenia Patterns rausgesucht:
      neheleniapatterns.com/produkt/…einengarn-zum-handnaehen/
      Ich bin mir lediglich noch unschlüssig, ob das ungebleichte oder das halbgebleichte farblich besser passt. (Der genaue Farbton ist auf Fotos immer so schlecht zu erkennen.) Eigentlich müsste ja das ungebleichte zum Stoff passen, aber im Zweifel werd ich mir einfach beide bestellen.

      So langsam nimmt das Projekt konkrete Gestalt an...

      :heupf1


      PS: Sorry, dass die beiden Bilder nicht direkt im Beitrag angezeigt werden, aber wenn ich sie dafür klein genug skaliere, kann man die Zeichnungen nicht mehr ordentlich erkennen. :/
    • Hallo Fifill,

      Toll und sehr viel Aufwand zurecht gelegt :thumbsup:

      Bei Der Kappnaht würde ich nichts nachtäglich abschneiden. Wenn du den Stoff zuschneidest ist eben ein Teil auf jeder Seite jeh nach Nahtzugabe 0,5 cm kleiner.
      Da man den Stoff auch sehr schön reißen kann bleibt das Maß auch gut erhalten.

      Da Dein Stoff Leinen ungebleicht ist würde sich wenn es keine Ziernähte sind auch das ungebleichte Garn anbieten.

      Ich würde den Stoff alleine schon waschen weil man nicht weis womit er vorher noch behandelt worden ist um z. B. beständig gegen böse Tierchen zu sein.
      Bei der Schrupfunge muss man vorsichtig sein weil man nicht weis in welcher Richtung der Stoff schrupft
      Er schrupft leider oft nicht gleichmäßig in jeder richtig.
      Das sieht man öfter bei sehr billigen T-shirts die dann immer kürzer werden 8o

      Nahtzugabe ist bei mir in der regel zwischen 1,5-2cm auf jeder Seite (um mir nicht die Finger zu brechen ;) ) aber auch das ist von der Dicke des Stoffes abhängig.

      Ich arbeite auch überwiegend mit dem doppelt umgeschlagenen Stoff zumindest bei Leinen damit es nicht so schnell ausfasert und verbinde das Ganze mit dem Überwendstich.
      Bei Wolle geht auch das einfache umschlagen da die Nähte recht schnell verfilzen und sich dann so schnell nichts mehr rührt.

      Es gibt aber auch nocht recht viele andere Varianten aus den Funden.

      Interessant werden dann die Ganzen Nähte wie an der Schulter oben oder unter den Achseln Bzw. bei Keilen wenn drei Nähte aufeinander stoßen 8o

      Viel Spaß bei der Ausführung :thumbup:
    • Du solltest schon alles auf Links also von Innen Nähen.

      Normaler Weise nähst Du die Ärmel erst einmal fertig ohne die Enden am Handgelenk um später die Passende Länge zu haben (Menschen sind nicht spiegel symetrisch).

      Genau so auch Vorder mit Rückteil und später werden dann die Ärmel mit den Armauschnitten verbunden.

      Ist es jetzt verständlicher?
    • @Fifill - Schau Dir noch einmal meine Skizze genau an ;)
      Da habe ich Dir - nicht ohne Grund - genau angegeben, wann welche Naht an die Reihe kommt und in welche Richtung die genäht werden sollte. Wenn Du Dich daran orientierst, musst Du nichts von innen nähen, und alle Teile passen passgenau zusammen.

      Ist einfach die Erfahrung aus etlichen Fehlschlägen, bei denen ich es mir aus Mangel an Erfahrung unnötig schwer gemacht habe ;)
    • @HannaChristine, @Wolfram von der Oerz, @Hendrik1975: Danke für die Tipps!

      :danke


      Dass ich das Gewand zum Nähen auf links lege, ist mir schon klar. Bei einem einfachen Heftstich oder einem Überwendstich, der die beiden offenen Stoffkanten 'jenseits des Heftstichs' versäubert, kommt man mit der Nähnadel ja auch immer auf der linken (beim Nähen außen liegenden) Stoffseite heraus. Bei der Kappnaht kommt man bei der 2. Naht (in meiner Zeichnung Saumstich) aber auch auf der rechten (beim Nähen innen liegenden) Stoffseite heraus und muss von dort auch wieder einstechen. Durch die 1. Naht (in meiner Zeichnung Heftstich) ist der Ärmel aber schon zur Röhre genäht. Ich stelle es mir einigermaßen tricky vor, bei jedem Stich in diese recht schmale Röhre hineingreifen und von innen nach außen stechen zu müssen. Vielleicht such ich mir für diese Naht doch noch ne andere Variante zur Kantenversäuberung...


      Wolfram von der Oerz schrieb:

      Interessant werden dann die Ganzen Nähte wie an der Schulter oben oder unter den Achseln Bzw. bei Keilen wenn drei Nähte aufeinander stoßen 8o


      Gut, dass ich bei diesem 1. Versuch auf Geren verzichtet habe. ^^
      Ganz zu schweigen von den Trapezen unter den Achseln! 8|

      Wolfram von der Oerz schrieb:

      Normaler Weise nähst Du die Ärmel erst einmal fertig ohne die Enden am Handgelenk um später die Passende Länge zu haben (Menschen sind nicht spiegel symetrisch).
      Genau so auch Vorder mit Rückteil und später werden dann die Ärmel mit den Armauschnitten verbunden.


      Die Methode, die Ärmel zum Schluss einzusetzen, war mir auch schon begegnet. Ich tendiere jedoch dazu, es mal mit der Methode von Hendrik zu versuchen, da ich dann die Verbindung zwischen Ärmel und "Korpus" relativ einfach als Kappnaht ausführen können müsste.