​Projekt: mein erster handgewebter Stoff

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    • Uuuuuund es geht weiter ;)

      Die Tasche braucht ja auch einen Tragegurt.
      Da der Rahmen und die Brettchen sich bereits einmal bewährt haben, mache ich den Gurt nun auf die gleiche Weise.
      28 Kettfäden, 14 Brettchen, eng gewebt als Längsrips, damit der Schussfaden unsichtbar bleibt.
      Dieses Mal allerdings glattes Garn.
      Außen der Rand in Naturfarben, daneben Walnuss (heute frisch gefärbt aus eigener Ernte), und in der Mitte Krapp mit Reseda.
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    • Hendrik1975 schrieb:

      Ich hab jetzt das Zeug von DM geholt wegen dem Lanolin drin.
      1,50 € für eine Literflasche, das ist völlig okay.

      Hab ja noch etliche andere Wollsachen, die auch mal irgendwann gewaschen werden müssen ;)
      Ist für das Projekt vermutlich egal, aber falls Du mal Stoffe rückfetten und imprägnieren willst: zumindest hier in Ö enthält das DM-Waschmittel seit einem Jahr (oder so) leider kein Lanolin mehr.
      https://www.facebook.com/ormrinn.brands
    • @Raimunda - Am liebsten hätte ich die gleiche Wolle wie für die Tasche auch wieder für den Gurt verwendet. Dann wäre es einheitlich gewesen. Aber zum Brettchenweben ist das Material leider nur mit Einschränkungen tauglich, deswegen wollte ich erstmal auf Nummer sicher gehen.

      Das schlichte Design hat einen ganz einfachen Grund. Für Haithabu sind leider nur 3 Brettchengewebte Borten in den Gräbern erhalten, und alle drei mit Gold broschiert.
      Deswegen mache ich lieber was Einfaches, was jede Hausfrau auch auf ihrem Webstuhl hätte weben können.
    • Knapp 1,50m Gurt sind gestern Abend fertig geworden. Gefällt mir zwar, passt aber irgendwie nur sehr bedingt zum Stoff. Das hatte ich mir im Geiste etwas anders vorgestellt.

      Na gut, wenn ich schon mal gerade so schön in Übung bin... ;)

      Also spät Abends dann den Rahmen halt noch einmal neu bespannt, wieder etliche Fäden gezwirnt, und noch mal von vorne angefangen.
      Passt deutlich besser, schaut wesentlich harmonischer aus, und die Breite ist auch angenehmer.

      Besonders achte man auf das hoch professionelle Eisstiel-Webschwert... :thumbsup:
      Jetzt nur bitte Daumen drücken, dass die Kettfäden bis zum Ende halten.
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    • @Silvia - Testweise hatte ich für das broschierte Muster im Stoff zuerst ein Walnuss-Krapp gefärbtes Garn genommen. Das schaute aber blöd aus.

      Ich hätte schon gerne noch einen kleinen farblichen Akzent an der Tasche, aber irgendwie sind die Naturfarben der Wolle so dominant, dass sie nichts anderes in ihrer Nähe zu dulden scheinen.
      Da hab ich schon etliche Farben daneben gelegt, und nichts passt so richtig.
    • mit Farben weben, erfordert Erfarung, ich habe schon Garne zusammen gelegt die wirklich gut zu harmonieren schienen und dann verwebt nach gar nix aussahen und Farben die erst schräg wirkten und am Ende ein angenehmes Ganzes wurden.
      So pausschal behaupte ich mal das sich zu Naturtönen Waidblau gut passt, gerne so mittelblau und Krapp wenn es richtig schön Rot ist. Dieses Erdige ist eher so ein Ding unserer Zeit, wenn man Krapp 3 Jahre lang pflegt und von Rot träumt, dann will man keine erdigen Töne die nach Natur aussehen, dann will man etwas das gekonnt künstlich erschaffen und blitzneu wirkt.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • @Silvia - Das Band ist gestern noch fertig geworden. Geht mittlerweile relativ fix, wenn man sich ein bisschen an die Methode gewöhnt hat :)

      Das war es auch was ich meinte - die Farben sind alle toll, passen aber nicht dazu.
      Ich lasse die Tasche einfach so schlicht wie sie ist, das ist dann zur Darstellung auch stimmiger.
    • Nächster Schritt ist nun auch erledigt.
      Die Seitenkanten der Tasche (wo kein Holzbügel ist) habe ich umsäumt und verstärkt. Dazu habe ich eine dünne Kordel gedreht (zSZ-gezwirnt), diese oben auf die offene Webkante gelegt (da wo die Kettfäden raus kommen), und die Kettfäden abwechselnd von hinten und vorne darüber geführt, und dann entlang des Kettfadens wieder in das Gewebe eingearbeitet. Ob sowas historisch belegt ist - keine Ahnung, erschien mir aber logisch und praktisch. Dadurch, dass die Kettfäden nun auf ein paar Zentimetern doppelt im Gewebe liegen, ist dieser Abschnitt nun auch deutlich stabiler und fester geworden.

      Die Kettfäden in der Mitte habe ich nur einfach über der Kordel verknotet und damit gesichert. Die werde ich dann benutzen, um sie durch die Schlitze in den Holzbügeln zu führen und die Tasche somit an diesen zu befestigen.

      Für so dickes Wollgarn hatte ich gerade keine passenden Nadeln... Also in den Keller gedackelt und mir eben selbst welche gefertigt.
      Einmal einen 2mm Rundstab aus Bronze, das Ende flach geklopft, und dann um einen Nagel herum zur Öse geformt. Die dann hart verlötet, damit keine scharfen Kanten bleiben, gefeilt, geschliffen und poliert.
      Die zweite Nadel ähnlich, nur aus 3mm Bronze, hinten flach gehämmert und ein Loch gebohrt.
      Beide Nadeln sind vorne stumpf und rund, damit die Fäden nicht beschädigt werden.

      Als drittes habe ich für die Tasche noch ein Innenfutter aus gekauftem Wollstoff genäht. Dieses soll auch das gesamte Gewicht des Inhalts tragen, denn für große mechanische Belastung ist mein Gewebe vermutlich auf Dauer nicht geeignet.

      Der nächste Schritt werden dann die Holzbügel.
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    • Die Tasche ist jetzt an den Seiten vernäht und die Holzbügel sind fertig.
      Da ich den Stoff genau auf Maß gewebt habe, brauchte ich zur Befestigung an den Bügeln auch keine Schlaufen. Diese fand ich immer schon irgendwie völlig unpassend, aber das ist nur persönliche Meinung.
      Stattdessen habe ich die Kettfäden genommen.
      Von hinten durch die Schlitze in den Bügeln nach vorne geführt, mit der Nadel einzeln von vorne durch den Stoff wieder nach hinten, und dort die Fäden miteinander verknotet. Hält bombig und schaut schön sauber aus.

      Als nächstes kommt das Futter rein.
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