Zottengewebe nach Haithabu - dieses Mal die gewebte Variante

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    • Zottengewebe nach Haithabu - dieses Mal die gewebte Variante

      Letztens hatte ich mich ja schon einmal am Zottengewebe aus Haithabu versucht, angelehnt am Fragment S35, bei dem die Zotten nachträglich mit der Nadel ins fertige Gewebe eingearbeitet wurden.

      Dieses Mal versuche ich mich an der anderen Version, bei dem die Zotten während des Webens mit eingelegt werden.

      Das Ganze wird ein Besatz in Leinwandbindung (Köper traue ich mir noch nicht zu).
      Für Schuss und Kette habe ich Natur-schwarzes Island-Garn, die Kette per Hand stark nachgezwirnt, den Schuss lasse ich so locker gedreht wie er ist.
      Für die Zotten benutze ich anthrazitfarbene Löckchen vom Gotland-Lamm.

      Bei dieser Borte nehme ich auch keine Brettchen, sondern mache es 'vernünftig' ;)
      Also mit Schlaufen um die Kettfäden und so Hebestäbchen. Das geht selbst bei so einem schmalen Band gefühlt zehnmal schneller als mit den Brettchen...

      In jeder Reihe wickele ich ein Löckchen einmal um jeden zweiten Kettfaden, danach den Schussfaden durch, und dann zwei Reihen weben ohne Löckchen.

      Auf der Rückseite ergibt sich ein schönes geschlossenes Gewebe, man sieht fast nichts von den eingearbeiteten Locken.
      Vorne wird es dicht und buschig, erinnert mich allerdings eher an ein Schaffell als an Pelz.
      Das hatte ich mir ehrlich gesagt etwas anders vorgestellt...

      Zeitaufwand: ca. 60 Minuten für 10 cm
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    • @Aisling - Mein erster Versuch mit dem eingearbeiteten Garn als Zotten glich wirklich eher einem Teppich als einem Pelz-Imitat.
      Und das hier ist nicht viel anders als ein Schaffell.
      Das hätte man sich mit dem gleichen Effekt auch einfach so als Besatz irgendwo dran nähen können, ohne so viel Aufwand zu treiben.
      Also ich mag das Ergebnis, aber es macht mich nicht glücklich.

      @Raimunda - Ja, fast wie Omas Pudel-Dauerwelle :D
      Aber Pelz schaut echt anders aus.
    • @Wolfram von der Oerz - Ich bin bei diesem Thema auch völliger Laie ;)
      In einem Video habe ich gesehen, wie so ein 'Varafeldur'-Mantel gewebt wird. Da hatte die Weberin fingerdicke Büschel vom Vlies genommen, und die mit etlichen Zentimetern Abstand voneinander ins Gewebe eingearbeitet.
      Die dann allerdings um einen Kettfaden gewickelt, dann zur Seite unter ein paar anderen Kettfäden durchgeführt, und dann wieder nach vorne.
      So wurden aus einem Büschel quasi zwei Zotten.

      Das probiere ich auch mal aus, natürlich mit entsprechend dünneren Büscheln ;)

      Mal schauen, wie sich das auswirken wird.

      Ansonsten lass mich Deine Ideen gerne wissen, ich bin offen für jede Anregung :)
    • Ich habe einige andere Versuch im Netz gefunden ;)

      nilleviking.no/experimental-archaeology/pile-weaving/
      Quelle: nilleviking.no

      www2.cs.arizona.edu/patterns/weaving/webdocs/mnm_mt28.pdf
      Quelle: cs.arizona.edu

      northernwomen.org/2016/07/17/feldur/
      Quelle: northenwomen.org

      norwegiantextileletter.com/article/96/

      Quelle Nerwegan Textil letter 96

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Wolfram von der Oerz ()

    • da würde ich gerne den Artikel von Marled :
      textileflaeche.blogspot.com/2013/02/roggvarfeldur-i.html
      (Quelle : textileflaeche.blogspot.com)

      und auch meinen dazu stellen, es ist ja nicht so als hätte das hier noch nie Jamand versucht :
      zeitensprung-handweberei.de/20…24/webpelz-aus-schleswig/
      (Quelle : zeitensprung-handweberei.de)

      Marled ist da sehr ausgiebig und tief im Thema, ich wollte lediglich den braunen Fetzen aus Gottorf mal in neu sehen.

      Es ist ein bisschen mühsam ein und das selbe Thema an verschiedenen Stellen zu diskutieren.
      An andere Stelle hatte ich schon eingeworfen, das ein gewachsener Pelz eine Lederseite hat, die einmal nass geworden, lange trocknen muss und auch steif werden kann, als pro Argument für einen gewebten Pelz. Das Gewicht könnte ebenfalls ein Grund sein. Und dann halte ich es für möglich das der gewebte Pelz ein modisches Überbleibsel eines Erkennungsmerkmales sein könnte : "schau mal da kommt ein Seemann das erkennt man am Pelzkragen" Das der Kragen evtl der Überrest eines Ganzkörper Wetterschutzes sein könnte, der mit wandelnder Mode zu einem Revers geschrumpft ist.
      Nicht zuletzt sind viele Handarbeiten einfach Zeuge von Fleissarbeit, wer beschäftigt ist, hat keine Zeit für Unsinn. Ob es dann hübsch ist oder einen Zweck dient ist hinten angestellt. Das würde auch erklären warum es so unterschiedliche Varianten des Webpelz gibt.
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de