Reenactment Werkstatt

Bruche nach Thursfield

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    • Bruche nach Thursfield

      ... die letzte Bruche die ich genäht habe war nach dem Schnitt von Purrucker ... jetzt wollte ich mal den Schnitt nach Sarah Thursfield testen ... dazu habe ich mir ihr Buch in der 2nd edition von 2015 zugelegt ... das Interessante ist das der "klassische" Schnitt nach Thursfield da nicht mehr drin ist ... für den Zeitraum bis 1200 ist nur noch der Schnitt identisch zu Purrucker enthalten. ... hat irgendjemand eine Idee ob es da neue Erkenntisse gab, warum der entfallen sein könnte ?

      (im Anhang der Auszug aus der ersten Auflage)
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    • Interessant - ich habe nur die von Dir abgebildete erste Ausgabe und habe bisher die Bruchen für den besten Ministerialen von allen immer nach dem Thursfield-Schnitt genäht. Soweit mir bekannt ist gibt es kein einziges überlebendes Exemplar, so dass beide Schnittvarianten eh nur Näherungen nach zeitgenössischen Abbildungen sind. Praktikabler finde ich die Thursfield-Bruche auf jeden Fall, weil sie mehr Beinfreiheit bietet ohne mittig einzureissen, was die Purrucker-Form wohl öfter tut.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Thurstfield m.W. selbst darauf hinweist, dass ihre Schnitte keinen originalen Nachempfunden sind.

      Sie sind m.W. das Ergebnis von Betrachtungen/Auswertungen von Abbildungen und ihrem professionellen Wissen als Schneiderin.

      Steht glaube ich auch auf dem Einband. Ich habe das Buch selbst nicht und hatte es schon lange nicht mehr in der Hand.
      Man möge mich korrigieren, sollte ich hier Blödsinn reden.
    • Darf ich eine verrückte Idee teilen ?
      Ich weiß das fällt zeitlich sehr aus dem Rahmen, aber das stört bei der Thorsberghose auch Niemanden. Da es kaum Fundstücke für Leibwäsche vor den spätmittelalterlichen Funden aus Tirol gibt, finde ich lohnt ein Blick da drauf. Zumal ich diese Stoffmengen die man bei den meisten Bruchen benötigt, fraglich finde.

      In Düsseldorf wird im Kunstmuseum eine Leinenhose aus römischer Zeit aufbewahrt. Sie stammt wohl ürsprünglich aus dem Orient. Die aus Düsseldorf ist das Modell mit den 3 roten Streifen.
      academia.edu/5383533/The_patte…rousers_in_Late_Antiquity
      (Quelle : academia.edu/ )
      Für ein Projekt hatte ich diese Hose einmal nachgenäht und ich finde soo anders als die zeitgenössischen Bruchendarstellungen sieht sie getragen nicht aus. Sie ist bequem zu tragen, es ist eine richtige Hose und sie benötigt etwa nur halb so viel Stoff wie die klassischen Bruchenmodelle die so unterwegs sind.
      Man geht davon aus das die Düsseldorfer Hose eine Zweitverwendung ist, eben wegen dieser Streifen aber auch wegen der Art des Zuschnitts, wo von geübter Hand auf eine Naht verzichtet wurde, weil das Stoffstück scheinbar so groß war, das man ein Dreieck anschneiden konnte. (anschneiden, Begriff aus der Schneiderei, das heißt man lässt es dran, statt etxra zuzuschneiden)

      Schaut man sich die anderen Hosen und die Trageversuche der Nacharbeitungen, mit den Schlitzen an den Waden, erinnert mich das wiederum an die Abbildungen von Bruchen wo die Beine hochgebunden sind. (Himmel wo waren die her ? Bauern? bei der Feldarbeit, oder waren es die Baurbeiter in der Mac Bibel?)
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Unter der Prämisse, dass man entweder alte Hosen umfunktioniert hat, oder einfach deren Schnittmuster auf Unterwäsche übertragen hat, habe ich vor einiger Zeit mal einen Schlüppi nach dem Damendorf-Fund erstellt:

      'Dessous' nach Damendorf-Stil

      Relativ materialsparend, leicht abzumessen, einfach zu nähen.

      Ist dem Marx-Etzel-Modell recht ähnlich.
      Vielleicht als Parallele oder Anregung für Dich interessant.
    • Die Anwort kam sehr prompt:

      Dear Mrs. Thursfield,
      At first I wish you a happy new year.I have a perhaps strange question.Until now I was sewing my breeches in the pattern described by Purrucker ... many friends adviced me to try the cut developed by you.So I went out and bought your book in the second edition. But I noticed that the cut adviced by my friends is not anymore in the second edition ... it was only in your first edition.So now my question: why did you decide to drop that kind of cut ?
      Best regardsJoerg Aumann


      Dear Joerg -- Your English is very clear and there is nothing to excuse! After more years of making breeches I found that the second pattern is very adaptable to different figures and sizes. Some people have had difficulty making the 'tube' type fit on their thighs. I don't think they are 'wrong' as most of this is guess-work, but there was no room to keep everything in the new book

      And some of the big wrinkled shapes of breech are probably just a 'clout' wrapped and tucked into a brayer.
      The pair you have made look very good [Blockierte Grafik: https://static.xx.fbcdn.net/images/emoji.php/v9/ta5/1.5/16/1f642.png]


      Im Anhang mal ein Bild von meiner letzten Version.

      Und bevor ichs vergesse der Bruchengurt ist von @Silvia !
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    • Sie schreibt ja auch: einige Träger hatten Probleme mit der Passform im Schritt (was bei den mir bekannten Trägern nie ein Problem war, wenn die Maße gestimmt haben), daher hat sie es aus Platzgründen rausgenommen. Wie sie schon sagt - der ganze Themenbereich ist mehr oder weniger fundiertes Raten, also haben vermutlich alle Modelle die gleiche Daseinsberechtigung.
      Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist. (Konfuzius)
    • Thoralf Hiltjuson schrieb:

      Genau diese Version reißt mir z. B. bei Ausfallschritten immer wieder auf. Irgendwas muss ich da falsch machen. Mit der Röhrenbruche passierte das bislang nicht.
      Ist bei mir genau so. Wobei ich im Alltag auf Märkten diese Form besser finde. Aber sobald es um Zelt aufbauen, kämpfen oder sonstige Arbeiten geht mag ich auch lieber die "Röhrenbruche" (ich finde das eine schöne Bezeichnung)
    • So ... gerade mal den von Sarah empfohlenen Schnitt zugeschnitten und geheftet ... fühlt sich gut an ;) .. Bewegungsfreiheit ist vollkommen vorhanden. ... die Raute im Schritt darf sogar noch ein ganzes Stück schmaler werden.
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    • Ich finde Silvias Link mit den römischen Hosen ganz interessant. Alle mir bekannten Schnitte haben die Schlitze in den Beinen entweder innen oder aussen.
      Für das ausgehende 12JH. Sehe ich aber hinten geschlitzte Bruchen. So z.B. auf der folgenden Seite im Albani Psalter
      abdn.ac.uk/stalbanspsalter/german/translation/trans003.shtml
      Quelle = Link

      Edit
      Ich meine die Figur rechts unten auf dem Blatt.
      Im Kopf Geschichtsnah
      In der Praxis eher GroMi
      Letztes Viertel 12tes Jh.
      Tippfehler? Ich schreibe meist vom Mobiltelefon
    • Neu

      Wie schon gesagt ... ich bekomme auch meine Bruchen nach Purrucker nicht zum Reißen ... ich möchte nur mal eine Alternative testen die noch halbwegs belegbar erscheint.

      Beim Purrucker Schnitt lasse ich die Innenseite der Beine offen und vernähe den Übergang zum Schritt doppelt ... das hebt bis jetzt 2 Jahre und einige Feldschlachen ;)