Reenactment Werkstatt

Sa. 16.1.2021 20:15 arte: "In den Fängen der Wikinger" (Doku)

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    • Muss gestehen, dass ich die Doku "In den Fängen der Wikinger" noch nicht angeschaut habe. Die nachfolgende Doku über die "Wikinger-Kriegerinnen" habe ich allerdings schon früher mal gesehen und finde sie leider sehr schwach. Es wird weitgehend unreflektiert der Fall der "Schildmaid von Birka" als Vorlage genommen, ohne jedoch auf die kontroverse wissenschaftliche Diskussion einzugehen (so habe ich es jedenfalls in Erinnerung).
    • Meine Meinung zu „In den Fängen der Wikinger“ ist ... naja. Die Ausstattung der Spielszenen ist (wie befürchtet) ziemlich übel und die Handlung ist auch weitestgehend nichtssagend. Für die paar Erkenntnisse hätte man keine einstündige Doku machen müssen.

      In der anderen Doku über die Kriegerinnen war zwar der Inhalt fragwürdig aber wenigstens war die Ausstattung der Spielszenen um Welten besser.
      Viele Grüße
      die Lisabeth
    • Habe mir nun sowohl die Doku "In den Fängen der Wikinger" angeschaut, als auch zur Hälfte nochmal "Die Kriegerinnen der Wikinger".

      Vom Informationsgehalt finde ich die Doku "In den Fängen der Wikinger" recht ordentlich: Es werden die Quellen genannt, an denen sich die fiktive Handlung der Spielszenen orientiert (die von Mönchen niedergeschriebene Lebensgeschichte des Heiligen Finian und die isländische Laxdael-Saga); es kommen anerkannte Experten für die Wikingerzeit zu Worte (u.a. Judith Jesch und Rudolf Simek); der Kommentar stellt eher Fragen, die durch die jeweiligen Fachleute beantwortet werden; es wird auch darauf hingewiesen, wenn die Quellenlage keine eindeutigen Rückschlüsse erlaubt oder es unterschiedliche Deutungen gibt. Mir ist in der gesamten Doku keine Aussage untergekommen, die ich auf den ersten Blick als grob falsch einschätzen würde (die Ausstattung und Ausgestaltung der Spielszenen ausdrücklich ausgenommen!).

      Dagegen ist die ebenfalls fiktive Handlung der zweiten Doku hoch spekulativ, wird jedoch durch den Kommentar so dargestellt, als handle es sich um ein wahrscheinliches Szenario auf der Basis allgemein anerkannter Erkenntnisse. Zum Teil kommen Wissenschaftler zu Worte, die - so weit mir bekannt - überhaupt keine Experten für die behandelte Zeit und Thematik sind. Insgesamt wird in dieser Doku in meinen Augen ein Bild als "so war's" dargestellt, welches man bestenfalls mit großer Vorsicht als "das könnte ein mögliches Szenario zur Interpretation der Quellenlage sein" darstellen dürfte.

      @Lisabeth: Bezüglich der Ausstattung der Spielszenen muss ich dir leider rechtgeben. Allerdings habe ich mir schon seit längerem abgeschminkt, von solchen nachgestellten Szenen auf die tatsächliche zugrundeliegende Kultur schließen zu können, da deren Qualität leider oftmals grottenschlecht ist. Die Blende ich daher weitgehend aus.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Fifill ()

    • ich habe leider nur den Schluß des ersten Filmes gesehen. Kann zu dem also gar nichts sagen. Aber immerhin hat er ich auf den Folgenden neugierig gemacht. Daß die erzählte Geschichte fiktiv ist, wird ja immer wieder erwähnt. Ich habe die Gestaltung des Film genossen (die Gewänder waren schon schön gearbeitet) und habe die Handlung einfach als erfundene Geschichte gesehen.
      Wenn dadurch das Interesse an tiefergehenden Recherchen geweckt wird: wäre doch super.
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