Reenactment Werkstatt

Slawen Häuser

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    • Das ist speziell und weit gestreut. So weit ich weiß gibt es Bodenabdrücke die auf die Größe und Form schließen lassen. Es gibt den Fund einer geflochtenen Bodenmatte ( @Anya )
      Schlagworte sind Starigard, Ralswiek,Wollin, und noch ein Ort der mir gerade nicht einfällt. Sorry das ich nur ganz oberflächlich helfen kann, ein Freund erzählt mir oft davon aber er ist nicht mehr hier im Forum aktiv.
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    • Hallo Tobi,

      der Ort Starigard den Silvia nannte, ist eine Fundstelle in Schleswig Holstein unterhalb von Kiel.
      Dort gibt es einen noch etwa 12 Meter hohen Burgwall und etwa 1 km entfernt das Museum und Freilichtrmuseum " Starigard"Oldenburg in Holstein.

      Die Nachbildungen in Groß Raden habe ich zuletzt in 1999 besucht, was dort nun zu sehen ist kann ich nicht sagen - da mag sich einiges getan haben.
      Damals war ein Gemeinschaftshaus/Häuptlingshaus vorhanden das es so früher gegeben haben mag, die damals mehrheitlich vorhandenen Kleinen Gebäude waren noch zu DDR Zeiten errichtet und machten mir nicht den Eindruck auf Stand der Forschung zu sein.

      Mehr kann ich derzeit nciht mitteilen, viele Meiner Bücher habe ich Umzugsbedingt nicht griffbereit aber da wird auch etwas zu den Slavischen Häusern enthalten sein.

      In Mecklenbug Vorpommern gibt es noch viele weitere Fundstellen und mindestens 2 hier nicht benannte Freilichtgelände.

      Gruß Olegsson
    • Hallo Lisabeth,
      ja da hast du recht (eher richtung Lübeck) noch einiges Östlich von Kiel gelegen, mit Wohnort Kiel weis du es genauer.. ich bin ja noch 600 km weit entfernt...... doch Tobi fährt bestimmt mit Navi sollte er von Österreich aus den Weg auf sich nehmen.
      Hauptsache er fährt nach Oldenburg in Schleswig Holstein und nicht Oldenburg in Niedersachsen.

      Richtung Osten kann er auch nach Gruß Raden, etc...
      Aber Reiseberichte gibt es hier auf anderen Seiten und auch als Buch gibt es einige, teils ältere aber nicht minder nützliche Bücher.

      Bei einem Ausgedehnten Urlaub in SChleswig Holstein kann Tobi gleich auch zur Turmhügelburg - nicht seine Zeit aber sehenswert, richtung Westen nach Haithabu und ggf. über die Grenze nach Ribe.. also eine Woche bekommt mann dort schnell um - auch zwei und mehr.
    • Aber Oldenburg/Starigard ist nicht nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gebaut, zumindest nicht der neuere Teil. Weder die Häuser noch deren Einrichtung. Von daher auf die Quellen stützen, Grabungsberichte, dazu die Einschätzung von Fachleuten lesen und die vielen Puzzleteilchen achten.
      Man kann sich das anschauen ja, aber man muss wissen es sind keine Originale wie zB in Molfsee/Kiel.
      Es gibt nun mal kein erhaltenes FrühMi-Haus und alle Bauten sind mehr oder weniger spekulativ. Das ist der Unterschied zwischen Museen die Original Häuser sammeln : anderswo abbauen und auf dem Gelände wieder zusammen setzen und denen mit Nachbauten die im günstigen Fall nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gebaut sind, anhand der beschränkten Fundumstände dennoch spekulativ sind.
      Das wird in Bärnau nicht anders sein.
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    • Schau mal ist das etwas für Dich ? :
      In Giekau ( Kr. Plön ) wurde eine slawische Burg ergraben : K.W. Struve, Die Burgen in Schleswig-Holstein, Band 1, Die slawischen Burgen, Wachholtz Verlag
      Im Quellenverzeichnis sind dann vermutlich andere Fundplätze und deren Literatur genannt so kannst Du Dich da durch hangeln.
      Sich bei Academia registrieren und dort mal schauen was dort zu finden ist, könnte eine gute Idee sein, so überbrückt man die Zeit bis die Büchereien wieder offen sind, und man Bücher und Zeitschriften per Fernleihne ordern kann.
      academia.edu/
      (Quelle : academia.edu/)

      Du musst die Suche vermutlich noch etwas eingrenzen, Dein Nick lässt darauf schließen das Du Dich eher Richtung Rus orientierst, die haben unter Umständen ganz andere Häuser als die Slawen die hier erst einmal neu siedeln musten und deren Formensprache noch recht einfach gehalten ist.
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    • Ja, wie das Slawendorf Brandenburg. Dann kenne ich noch vom Namen her Neustrelitz, weiß aber das Zeitfenster nicht.
      "Der Unterschied zwischen Gott und den Historikern besteht hauptsächlich darin, daß Gott die Vergangenheit nicht mehr ändern kann."
      Samuel Butler der Ältere (1612 - 1680) englischer Satiriker

      http://amulunc.de.tl
      [url]https://urmischbach.wixsite.com/contubernium[/url]
    • Silvia schrieb:

      Das ist speziell und weit gestreut. So weit ich weiß gibt es Bodenabdrücke die auf die Größe und Form schließen lassen. Es gibt den Fund einer geflochtenen Bodenmatte ( @Anya )
      Nee, leider kenne ich auch keine Funde, was Bodenmatten angeht. Bei uns in der Grubenhaussiedlung gab es keinen gestampften Lehm oder irgendwelche Hinweise auf den Bodenbeschaffenheiten. Der Boden dort ist sehr sandig und da wahrscheinlich kaum einer in dem Staub gewebt haben wird, kamen Überlegungen auf, mit welchem vergänglichen/nicht nachweisbaren Material der Boden ausgelegt sein könnte. Stroh oder Binsen gestreut wäre eine Möglichkeit und sicherlich auch die einfachste.
      Eine andere wären Strohmatten oder Binsenmatten. Und so kam die Idee mit der Binsenmatte auf. Im Sommer in Oldenburg geflochten, in eins der dauerhaft belebten Häuser gelegt und die Bewohner täglich drüber laufen lassen. Im Frühjahr zerfiel sie dann allmählich. Machbare wäre es also, aber ob man es tatsächlich auch gemacht hat, kann ich nicht sagen.

      Hier sind die Veröffentlichungen zu Mikulcicke. Nicht erschrecken, die ein Puplikationen sind dann auch auf deutsch.
      mikulcice.arub.cz/publikace/mi…rgwall-von-mikulcice-sbm/
      Die meisten slawischen Funde scheinen aus Burgwälle zu kommen, da dort die Erhaltungsbedingungen wahrscheinlich besonders gut sind. Zu Starigard/Oldenburg gibt es einiges an Veröffentlichungen.
      Beim Durchblättern sind mir ansonsten noch "Die slawischen Befunde am Hitzacker-See, Lüchow Dannenberg" von Sophie LLonnemann aufgefallen.
      Viele Grüße, Anya
    • Moin
      Ich klinke mich bei dem Thema hier mal ein.
      Hausbefunde bei den Nordwestslawen
      Im nordwestslawischen Siedlungsbereich konnten durch archäologische Ausgrabungen verschiedene Häusertypen nachgewiesen werden. Zu diesen gehören Blockhäuser, Häuser aus Spaltbohlen und Flechtwandhäuser, sowie Grubenhäuser.
      Diese Hausbefunde liegen u.a. aus Alt – Lübeck, Berlin – Spandau, der Brandenburg Gr. Raden, Lenzen und Starigard/Oldenburg vor.
      Archäologisch nachgewiesen sind Fußböden aus Sand und gestampftem Lehm sowie aus Holzdielen. Der Nachweis von Fußbodenbelag ist weitaus schwieriger. Weiter helfen kann da ein Befund aus Berlin – Spandau dort fanden sich in dem ausgegrabenen Blockhaus 8 die Reste von Schilfmatten, datiert wird dieser Grabungsbefund in das 1. Drittel des 11. Jahrhunderts. Ein weiterer Befund stammt aus der Burg Lenzen. Dort fand sich in einem Gebäude des Nutzungshorizontes 12 eine Matte aus Weidenruten die als Fußbodenbelag diente, datiert wir dieser Fund in das letzte Drittel des11. Jahrhunderts.

      Zu guter Letzt noch die Quellen: H. Kennecke, Burg Lenzen, eine frühgeschichtliche Befestigung am westlichen Rand der slawischen Welt. K. Grebe, Kerstin Kirsch, Stefan Dalitz und Sybille Hogarth, Die Brandenburg im slawischen Mittelalter, Ergebnisse der Ausgrabungen zwischen 1961 und 1983. A von Müller und K. Von Müller – Muci, Ausgrabungen und Funde auf dem Burgwall in Berlin – Spandau.
      E. Schuldt, Groß Raden, Ein slawischer Tempelort des 9./10. Jahrhunderts in Mecklenburg. F. Biermann, Slawisches Siedlungswesen im nordostdeutschen Raum,
      I. Gabriel, Starigard/Oldenburg, Hauptburg der Slawen in Wagrien, Band I, Stratigraphie und Chronologie.
    • Ist ja eigentlich gar nicht meine Ecke, aber ich hab gerade entdeckt, dass ich tatsächlich einen Artikel der Uni Bamberg zum Thema "Rekonstruktion Slawischer Grubenhäuser" bei mir auf dem Rechner rumliegen hab. Wenn du magst, schick mir doch ne PN mit deiner Email-Adresse, dann reich ich dir das weiter.
      Lebzelter aus Augsburg 1290