Reliefkacheln im 13. Jh.

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    • Reliefkacheln im 13. Jh.

      Liebes Großhirn, ich brauch Hilfe:

      Weiß jemand, ob es im 13. Jahrhundert schon Reliefkacheln gab und wenn ja, ob es dazu irgendeine Publikation gibt?
      Ich hab eine Studie zur Ofenkeramik vom 12. bis zum 17. Jh. gefunden, die ich über Fernleihe bekommen könnte. Aber wenn ich mir das Inhaltsverzeichnis so anschau klingt es so als ob es erst ab dem 14. Jh. Reliefkacheln gab.
      Lebzelter aus Augsburg 1290
    • Hallo Ronja Räubertochter,
      schaue dich dich doch mal beim Keramikmuseum in Düsseldorf (Hetjens Museum) um - "die Sammlung Online" dort gibt es eine umfangreiche Internationale Sammlung, unter anderem auch von Keramikkacheln.
      Leider kann ich dir die Fotos hier nicht einfügen.
      Dort werden im Shop ggf. auch passende Publikationen angeboten.
      emuseum.duesseldorf.de/institutions/34747/hetjensmuseum
      Über 300 Kacheln sind Online anzusehen....

      Gruß nach Augsburg sendet Olegsson
    • @Silvia: vielen Dank für den Hinweis. Ich werd mal das Museum kontaktieren.
      @Olegsson: die Sammlung ist sehr cool, bin gleich ein bisschen versumpft. Aber die Kacheln sind leider alle jünger.

      Bodenfliesen mit Verzierung hab ich auch schon gefunden. Die laufen aber, so weit ich weiß, nicht unter "Reliefkachel", die eher an Kachelöfen angebracht waren und erhabene Verzierungen hatten.

      Aber schön sind die Fliesen schon. Gerade die vom Gotthardsberg hat es mir angetan.
      Lebzelter aus Augsburg 1290
    • Neu

      Hm, ich denke, Du dachtest bei Reliefkachel eher an einen Kachelofen?
      Nun, schon die alten Römer kannten indirekte Heizungen (im Fußboden) von Gebäuden, aber seit dem Zusammenbruch des römischen Reiches ist wohl viel "technisches" verloren gegangen. Wohlgemerkt: gute Handwerker gab es wohl zu allen Zeiten, die viele gute Dinge machten. Aber Bibliotheken, Schulen, Bildung und Philosophie und Interesse an wissenschaftlichen Dingen, das war nach dem Zusammenbruch großteils verloren..und Schuld daran hat auch die christliche Kirche daran, die alles verteufelte was ihr nicht gefiel und viel schlimmer operierte als es die Barbaren taten. Das indirekte heizen indem man upsidedown Feuerung in Verbindung mit dem Zug eines Kaminschachtes ermöglichte, kam - glaub ich später. Problem war nämlich auch die Struktur des Handwerks: man achtete darauf, daß der Bäcker keine Wurst verkäuft ;) und branchenübergreifende Zusammenarbeit wurde durch Engstirnigkeit der Zünfte oft behindert oder verhindert. Die meisten Töpfererzeugnisse bis 12oo waren wohl eher niedrig gebrannte Ware, Hafnerkeramik. Später wurde höher gebrannt (Siegburger Keramik und die bekannten Bartmannskrüge sind schon in Steinzeugqualität und waren aber damals so "wertvoll" wie heute Kristallglas und Porzellan.
      Welchen Zweck verfolgst Du mit Deiner Frage, vielleicht kann ich helfen. Übrigens: ich habe mir ein Leach type potterwheel gebaut.
    • Neu

      Ronja Räubertochter schrieb:

      Bodenfliesen mit Verzierung hab ich auch schon gefunden. Die laufen aber, so weit ich weiß, nicht unter "Reliefkachel", die eher an Kachelöfen angebracht waren und erhabene Verzierungen hatten.
      Richtig, zumal im archäologischen Vokabular Fliesen für Boden und Wände und Kacheln für Öfen gedacht sind, wie du schon richtig gesagt hast.

      Eine sehr gute Publikation zu entsprechenden Ofenkacheln ist übrigens "Kachle doby gotické, renesanční a raně barokní - výběrový katalog Narodního muzea v Praze" von V. Brych. Ob dort aber auch so frühe Stücke drin sind weiß ich aktuell leider nicht (hatte das Buch auch nur einmal als Fernleihe). Insbesondere lohnt es sich für den Bereich der Hussiten und der Bewaffnung des 15. Jhd. im allgemeinen.

      In der frühen Zeit wird man wohl am ehesten Becherkacheln finden. Ich würde einmal bei Furnologia nachsehen und bei den Aufsätzen von H.-G. Stephan zu Ofenkacheln.
    • Neu

      Ja, das vermute ich auch, wobei die Becherkachel wohl wirklich anfangs mehr oder weniger Keramikbecher waren, die verwendet wurden um die Oberfläche zu erhöhen. Aber das wird möglicherweise schwierig mit dem Schornsteinfeger, der ja einen Ofen abnehmen muß, klarzukommen. Wenn man aber vorher darüber spricht, findet man möglicherweise Wege.
      Ich habe allerdings nicht das Thema angestossen...
      ich kenne mich nur ein bisschen aus bezüglich Modellieren, Gestalten und Keramik. Deswegen fürchte ich, daß zu diesen Zeiten kein hochwertiges Material gebrannt wurde. Vielfach wurde nur niedrig gebrannte Irdenware hergestellt, manchmal mit Bleiglasur: man verbrannte Blei und Zinn auf eisernen Pfannen im offenen Schmiedefeuer zu einem "Äscher"...einer graugelben Asche, die man dem Schlicker zufügte und auf diese Weise eine Glasur zu erzeugen, die unter 1000 Grad ausschmolz.
      Nun, so historisch genau sollte man aber heute nicht mehr arbeiten...