Reenactment Werkstatt

Ein Hammer Projekt

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    • Ein Hammer Projekt

      Eigentlich wollte ich ja damit weitermachen den Keller einzuräumen, doch dann lag wieder dieses Holz im Weg, ein altes Stück Eiche, eine Stück Esche und alte Besenstiele.
      Da ich mich beim Herstellen von Holznägeln derart über meinen im Baumarkt gekauften Holzhammer geärgert habe, und deswegen das Projekt „Aerodynamische Flugeigenschaften eines Holzhammers“ gestartet wurde und dadurch die Erkenntnis gewonnen wurde, dass ein Holzhammer mit viel Schwung und richtigem Ablass sehr weit zu fliegen vermag aber für Landungen an Betonböden materiell nicht geeignet ist .
      Weiter wurde so die Erkenntnis gewonnen, wie die Sportart Hammerwerfen entstanden sein muss.
      Hier war bestimmt so ein griechischer Holzhandwerker im alten Olympia mit seinem Holzhammer genau so unzufrieden wie ich.
      Fazit Der Gedanke entstanden "Bau doch einen Holzhammer" selber.
      Das Werkzeug und Material ist da, das Einräumen kann warten. Ab ans Werk.

      Das Ergebnis ist der Hammer.

      Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
    • Dies ist eigentlich weniger der Grund sondern nur weil das Material einfach zu gut war um weggeworfen zu werden.
      Schon aus mehreren Gründen: Das Material ist verarbeitet. Ich habe ein gutes Werkzeug und im Kellerflur liegt weniger herum.
      Weiter kaufe ich eh kaum Werkzeug und Material im Baumark sondern verarbeite meist Material das vorher schon eine andere Verwendung hatte.


      Den ham mer auch noch gemacht.

      Allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
    • als Naseweis möchte ich dazu anmerken, daß in "alten Zeiten" es oftmals üblich war, einem Lehrling das Verständnis und die Wertschätzung des Materials und Werkzeuges so beizubringen, indem man diesen sein eigenes Werkzeug anfertigen ließ. So war wohl die Raubank beim Schreiner das erste, was da in Frage kam. Da der Geselle in der Regel auf die Walz ging, um auf diese Weise bei unterschiedlichen Meistern sein Wissen zu vervollständigen, und sein eigenes Werkzeug mitbrachte - das heißt jetzt nicht, daß jeder mit einem Ochsenkarren voller Werkzeuge rumzog ;) - war dessen Werkzeug auch sozusagen eine Art "Visitenkarte"... manche Schmiede arbeiten auch heute noch gerne mit selbstangefertigten Zangen und Hämmern....obwohl der "Baumarkt doch voll davon ist".

      Das ist eine Art von living History, die ich mag. Ich habe da eine etwas zwiespältige Meinung zu dem "Mittelalterkram"...es wird nunmal immer Menschen geben, die einen Porsche fahren müssen, obwohl er nur ein teurer VW-Käfer ist. Solche Leute haben mit Sicherheit dann ein Kettenhemd aus Alu, weil das nicht rostet.....mag sein, daß er da recht hat...aber hatte jemand in den alten Zeiten eine Wahl? Mein Kettenhemd ist aus 2mm Eisendraht, es sieht blank aus weil sich die Glieder ja immer säubern...aber es stinkt nach Rost....den Helden der alten Zeiten erkannte man eben nicht an seiner verchromten Montur mit vergoldeten Nieten..man hörte ihn quietschen und rasseln und roch ihn wegen seinem Schweiß und stinkendem Rost.
      Kurz: Deine Arbeit hat Dich mit Sicherheit den alten Zeiten näher gebracht. Sei Stolz auf Deine Arbeit!
    • Tut mir leid, es sollte eigentlich....Spott sein.
      Es gibt eine Sorte Mensch, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen und dann dort das darstellen wollen, was sie im wahren Leben nicht sind...
      Es gibt aber auch Menschen, die ehrliches Mitgefühl haben...das empfinde ich durchaus als OK.
      Allein das Herstellen von Gegenständen verdeutlicht, welche Probleme das Leben damals hatte/haben konnte. Daraus resultiert dann, daß
      so ein - relativ einfacher aus heutiger Sicht - Hammer dann die gleiche Bedeutung für Dich bekommt, die er wohl auch damals gehabt hätte.
      Zugegeben....vielleicht zu Emotional ...wenig wissenschaftlich - aber: dafür gibt es hoch bezahlte Akademiker, deren Job es ist. Bei uns ist es
      Hobby...oderr? Genau deswegen aber bin ich auch tolerant gegenüber Leuten, die wohl eher aus einem Hollywood-Film stammen könnten als aus
      dem Altertum.
      Ich hole mir Anregungen und Wissen aus alten Zeiten für mich und meine Arbeiten und bin mit mir und meinen Sachen zu frieden - was ich auch allen
      hier wünsche. Übrigens: im Mittelalter wurde meist niedrig gebrannte Keramik verwendet und wenn glasiert, mit einer Bleiglasur, weil manche Keramiken unter 1000 Grad gebrannt wurden. Diese Bleiglasur wurde hergestellt aus Schlicker, Sand und Äscher...das war an offenem (Schmiede-)feuer in Eisenpfannen verbranntes Blei und Zinn (zu Bleioxid und Zinnoxid)...nun, die Herstellung und auch die Benutzung dieser Produkte war "gesundheitlich sehr bedenklich"....
      was ich damit sagen will: ich kenne mich da schon aus in diversen Fertigungen...aber die eigene Gesundheit für eine historisch korrekte Darstellung zu opfern...muß nicht sein. Hobby ist nur Hobby - und mein Hobby ist es, nicht Zielgruppe von Hollywood-Produktionen zu sein ;)