Hilfe bei der Planung

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    • Hilfe bei der Planung

      Hallo!

      Ich möchte demnächst 4 Meter Wollstoff mit Indigo blaufärben. (dunkelblau) Allerdings hängt es bei mir, an einem Kessel der groß genug ist. Mein neu erworbener Einkocher fasst 29 L. Das wird nicht ausreichen.
      Nun war meine Idee, um das ganze zu "überbrücken":

      1. Ich setze die Stammküppe "normal" im Einkocher an.
      2. Als Behälter für die eigentliche Küppe nutze ich eine Mörtelwanne. Diese möchte ich in die Dusche stellen. Und um die Wanne, heißes Wasser einlaufen lassen, damit die Küppe länger ihre Temperatur hält. In die Mörtelwanne fülle ich heißes Wasser. Hatte an ca. 70 ° gedacht, wenn sie passend abgekühlt ist ( 55° - 60 ° ) möchte ich vorsichtig die Stammküppe zugießen (mit dem Schöpflöffel, geben?!)
      3. Nun mit dem Färbevorgang beginnen.

      Frage:
      1. Funktioniert mein Plan?
      2. Färbt die Küppe auch noch, wenn sie, z.B. 40° hat? Ist die Temperatur arg wichtig?

      Noch eine Frage. Ich habe verschiedene Rezepte/Anleitungen gelesen. Einige davon, beizen den Stoff über die Dauer einer Woche hinweg. Ist das von Vorteil?/Notwendig?


      Danke euch!
    • Hab hier noch eine sehr detaillierte Anleitung gefunden:

      wolkenlos-blau.de/mit-indigo-faerben-rezept-fuer-baumwolle/
      (Quelle: wolkenlos-blau.de)

      Juckt mich zunehmend in den Fingern, das vielleicht doch demnächst mal an meiner 2. Leinentunika (deren Geren nun schon schöner fallen, die jedoch immernoch der Vollendung harrt) auszuprobieren...
    • Meisten dauert ein Farbvorgang 15 bis 30 Minuten. Da das Wasser Duschwarm sein kann, wird es direkt in der Dusche befüllt. Küpe hinzu geben und ab in das Farbbad. Achtung: Nicht tropfen und die Wanne mit Papier auslegen. Das Zeug bekommt man schwer weg zu wischen.
      Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
      Konrad Adenauer


      www.viatores-historiae.de
      www.epilepsie-dollbergen.de


    • Hallo!

      So, ich habe am Sonntag gefärbt. Ich war zuerst nicht zufrieden, aber nachdem ich am Montag ausgewaschen habe, ist es besser. Ich habe ihn erst am Montag auswaschen können, weil ich mich zeitlich verschätzt habe und dann "plötzlich" zum Dienst musste...

      Die Färbung ist leicht fleckig geworden, ich habe beim ersten Zug den Stoff nicht bewegt, weil ich Angst vor dem "Sauerstoff-reinbringen" hatte. Da ich die 4,5 Meter am Stück gefärbt habe, lag da der Stoff aufeinander. Die anderen Züge habe ich den Stoff bewegt. Das hat sich aber mit den weiteren Zügen gebessert. Insgesamt habe ich 5 Färbezüge gemacht.

      Nun hätte ich den Stoff gerne noch dunkler. Ich habe mit Isatis tinctoria Extractum und nach der Anleitung der Fruchtzuckerküppe gefärbt. Ich hatte gleich für die intensivere Färbung, wie im Rezept beschrieben, die Zutaten hochgerechnet.
      (also 90 gr. Indigo)

      Nun die Fragen: Habe ich etwas "falsch" gemacht, dass die Färbung so hell ist. Ich habe mich genau an das Rezept gehalten, bis darauf, dass die Stammküppe statt 1 Stunde 1,5 Stunden stand. Die Temperatur war beim ersten Zug bei 57 Grad und beim letzten Zug bei 47,3 Grad. War die Temperatur zu Beginn zu warm?
      Oder waren die 4,5 Meter Stoff einfach zu "viel"?

      Ich würde gerne nochmal färben. Ich erhoffe mir davon, dass der Stoff dunkler wird und die Flecken noch weniger werden. Sie wurden jetzt bei jedem Zug schon weniger.

      Sollte ich das Trägerkleid daraus nähen und dann das fertige Stück nochmal färben, oder die einzelnen, zugeschnittenen Teile? Oder den kompletten Stoff nochmal?

      Selbes Rezept nochmal? Ich würde gerne beim Waidpulver bleiben.






      Danke für eure Tipps!

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      Hier sieht man die Farbintensität am besten.


      [Blockierte Grafik: https://www.bilder-hochladen.net/files/big/m8ar-q-76c7.jpeg]Hier sieht man die Flecken recht gut. Es sind nicht wirklich "Flecken" sondern eher ungleichmäßig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Monique ()

    • Der Stoff sollte ausreichend schwimmen können und muss während des Färbevorgangs ständig bewegt werden. Lieber 2-3 kurze Färbegänge als nur einmal lang in der Küpe liegen lassen.
      Wie hoch war denn das Trockengewicht vom Stoff? Beim Waidpigment musst du evtl etwas höher dosieren.
      Und ich würde da wirklich eine Reduzierung über Natriumdithionit (Entfärber) machen, die Fructoseküpe erfordert eine Menge Erfahrung.
      Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - meinen kleinen Laden mit pflanzengefärbtem Garn und mehr findet ihr hier: https://www.textileflaeche.de/
    • Hallo Marled!

      Danke!

      Der Stoff hatte 900 gr. auf die 4,5 Meter. Und ich hatte 90 gr. Waidpulver. Wie viel würdest du nehmen?

      Dass die Fruchtzuckerküppe kompliziert ist, war mir nicht bewusst. Das Rezept hat sich "einfach" gelesen. Dann werde ich es doch mit entfärber färben.

      Und würdest du den ganzen Stoff am "Stück" färben, oder erst zuschneiden, bzw nähen und dann nochmal färben?

      Danke! Danke! Danke! :)
    • Die Variante mit dem Entfärber ist idiotensicher, sehr fehlertolerant, und hat quasi eine Geling-Garantie. Geht warm oder kalt mit gleichem Ergebnis, braucht keine vorherige Beize, und funktioniert mit Wolle und Leinen.

      Das einzige was Du beachten solltest, ist das Trocknen hinterher.
      Das könnte bei 4,5m schon eine Herausforderung sein.
      Dabei führt jede Falte, jeder Umschlag auf der Leine, ja jede Wäscheklammer zu einer möglichen Verfärbung an dieser Stelle.

      Wenn die komplette Länge am Stück also nicht absolut zwingend erforderlich ist, ist das Handling mit kleineren Stücken erheblich stressfreier ;)
    • Ich würde dir einfach mal eine Probefärbung empfehlen, ein kleines Stück vom Stoff in einer Stufenfärbung nach Entfärberrezept.
      Ich nehme bei meinen Färbungen zur Sicherheit das Doppelte an Waid wie vom Indigo, bei Indigo etwa 2-5% vom Wollgewicht.
      Ansonsten lieber im Stoff färben als die fertig geschneidert. Dabei den Stoff maximal in zwei Teile schneiden, nacheinander färben von Teilen führt immer zu kleinen Farbabweichungen.
      Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - meinen kleinen Laden mit pflanzengefärbtem Garn und mehr findet ihr hier: https://www.textileflaeche.de/