Reenactment Werkstatt

Landsknecht und Dussack

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    • Landsknecht und Dussack

      Grüße an alle!

      Ich starte mal meinen ersten richtigen Forenbeitrag.
      Ich würde meine Landsknechtsdarstellung gerne erweitern. Natürlich durch ein neues unnötiges Waffenstück, was ich eigentlich nicht brauche. :D

      Anstatt zum generischen Katzbalger zu greifen, denke ich, dass ein Dussack willkommene Ablenkung bringen würde.
      Außerdem kann ich damit fechten und es gibt historisch verbriefte Techniken (Joachim Meyer, Paulus Hector Mair...).
      Obwohl Dusseggen ja um 1500-1550 wohl allgegenwärtig sind (In Fechtbüchern sind sie ja in Holzform präsent), Darstellungen in "realen" Kontexten sind rar.

      Ich habe ein Bild von Wolf Huber gefunden, wobei sich da streiten lässt, dass es eher ein langes Messer wäre.
      Im Theuerdank (2. Bild, Link folgt unten) gibt es immer mal wieder Säbel-/Dussackartige Waffen die getragen/benutzt werden. Erinnern aber nicht wirklich an einen Dussack, meiner Meinung nach.

      Kennt jemand anders vielleicht verlässlichere/eindeutigere Quellen, oder versuche ich hier etwas zusammenzuführen, was nicht zusammen gehört?

      Fechterische Grüße
      o---(-----------

      Max

      Digitalisat Teuerdank: bavarikon.de/object/bav:BSB-HS…0013106?view=meta&lang=de
      Bilder
      • Wolf_Huber.jpg

        181,4 kB, 983×870, 9 mal angesehen
      • theuerdank_533.jpg

        297,45 kB, 769×891, 11 mal angesehen
    • Hm... meine Sammlung von Darstellungen von 1450-1500 zeig eher Waffen, die ich als Falchion, gekrümmtes Langes Messer oder Saber bezeichnen würde und bei Originalen kommen diese Begrifflichkeiten auch vor....
      Tante Wiki bezeichnet den Dussack wahrscheinlich korrekt als Schul-oder Duellwaffe und eher nicht für den Kriegseinsatz.
      Also durchaus etwas zum Zeigen in der Darstellung, aber eher für die Fechtschule.

      Ich empfehle mal eine Anfrage bei "Zornhau" (Alexander Klenner) oder bei der "Stahlakademie" (Torsten Schneyer)... beide sind erfahrene Fechttrainer und Torsten hatte auch schon mehrfach Zugang zur einer der größten Waffensammungen Deutschlands. Wenn es etwas über Dussacke gibt... die wissen das m.E
      Ich bin kein direkter Rüpel, aber die Brennnessel unter den Liebesblumen. immergut: Karl Valentin
    • das Lorb schrieb:


      Ich empfehle mal eine Anfrage bei "Zornhau" (Alexander Klenner) oder bei der "Stahlakademie" (Torsten Schneyer)... beide sind erfahrene Fechttrainer und Torsten hatte auch schon mehrfach Zugang zur einer der größten Waffensammungen Deutschlands. Wenn es etwas über Dussacke gibt... die wissen das m.E
      Das ist ne gute Idee, hätte ich ja auch mal von selbst drauf kommen können.
      Und klar, man kann natürlich trefflich streiten wo jetzt der Unterschied zwischen Dussack und Säbel (was ja allgemeiner Begriff ist) genau liegt.

      Das Objekt der Begierde wäre etwas wie im Anhang oder folgender Link.
      Wobei erstgenanntes Bild ja eher an eine Bauernwehr oder Langes Messer erinnert. Das wäre vielleicht auch zeitlich passender, das einzige was man sonst so als Dussack findet ist ja auf Ende 16. Jahrhundert datiert: digitaltmuseum.no/011023251378/sabel

      Aber ich setze mich mal mit den beiden in Verbindung, vielleicht ist das ja fruchtbar.
      Bilder
      • Sebald Beham_Bauernkampf.jpg

        323,81 kB, 1.024×697, 6 mal angesehen
    • Die Frage nach der Entwicklung der Dussäggen habe ich mir auch schon einmal gestellt. Leider ist die Literatur hierzu etwas "spärlich".

      In tschechischen Werken (Jan Durdik etc.) wird die Entstehung der Waffe in die Hussitenzeit verortet, anhand der Beschreibung merkt man aber, dass damit eine Art Falchion (mit Griff und Parierstange) gemeint ist. Es finden sich dort auch Objekte des 16. Jhd. welche als Dussäggen bzw. teils als militärische Dussäggen o.ä. bezeichnet werden, auch diese haben eine Parierstange (ähnlich der Waffe auf Hubers Altarbild im ersten Post oder des Originals im letzten Post). Man kann also wohl vermuten, dass die Dussäggen mit den "Griffbügeln" eher als Fechtschulwaffen gedacht waren. Ich finde es aber teils schwer bis unmöglich, die militärischen Dussäggen von Langen Messern zu unterscheiden.
    • Patty schrieb:

      Ich finde es aber teils schwer bis unmöglich, die militärischen Dussäggen von Langen Messern zu unterscheiden.
      Die Unterscheidung ist meiner Meinung nach etwas klarer abgegrenzt. Lange Messer werden ja auch über ihren typischen Messergriff mit blankem Holz definiert (zumindest wurde mir das so beigebracht..).
      Und eine Charakteristik des Dussacks ist der Handschutz, der beim Messer eigentlich nicht über den Nagel/Ring hinausgeht.

      Aber letzendlich ist es müßig über solche Kleinigkeiten zu diskutieren, das bringt einen ja in der Quellenlage oder Frage nicht weiter. :D

      Ich glaube worauf man sich einigen kann: Wirklicher Dussack im Schlachtgebrauch (wie in meinem ersten Link) gibt's erst "später", also für Landsknechtzeit wohl nicht so geeignet. Zumindest nicht verbrieft...

      Beitrag von van der marke ()

      Dieser Beitrag wurde von Thomas W. aus folgendem Grund gelöscht: beleidigender Kommentar ().