Unbenanntes Dokument

Was birgt der Kochtopf auf Lagern?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Was birgt der Kochtopf auf Lagern?

      Hallo ihr Lieben,

      es würde mich mal interessieren, was ihr auf Lagern esst.

      Esst ihr was die Dose hergibt oder kocht ihr richtig?
      Gibt es bei euch nur autentische Gerichte, welche mit Zutaten bereitet sind, die es in eurer Zeit und Region auch wirklich gab?
      Oder kocht ihr Gerichte, welche mittelalterlich "angehaucht", also nicht autentisch sind?

      Erzählt mal ein wenig.

      Es würde mich wirklich interessieren.
      Darstellung: Wikingerin aus Haithabu um 980 in meiner Gruppe "Höldur-Wikinger"

      Solveigs Woll- und Nadelkiste
    • Ich koche nicht aus der Dose, ich mag auch im "normal Leben" kein Dosenfutter. Kochen ist ein Hobby von mir und auch im Mittelalter interessiere ich mich für Rezepte und Kochvarianten, Zubereitung, Umsetzung von Keramik.

      Ich koche also in Grapen und genieteten Töpfen. Da es in meiner Zeit nicht gerade viel Quellen über Rezepte gibt, orientiere ich mich an den Lebensmitteln und Texten, die mir Informationen über das Kochen geben.

      Ich kochen also auf Lager immer frische Zutaten mit dem Versuch der Annäherung und der Umsetzung der wenigen Rezepte. Natürlich kommen auch Eigenkreationen heraus. Anders wie im Spätmitttelalter, wo es ja viel mehr Quellen gibt.
    • Unterschiedliches

      Unser Kochpott birgt unterschiedliches, je nach Lagergröße.
      Wenn wir *nur* als Familie unterwegs sind, gibt es an zwei Tagen Lageressen - aus frischen Zutaten. Einmal ein Fleischgericht, dann meist Linsensuppe oder einen Bohneneintopf.
      An Besucherfreien Tagen, haben wir (wenn wir alleine lagern) einen Kindertag eingeführt.
      Wir *zwingen* ihnen an zwei Tagen unser Essen und unser Hobby auf, dann dürfen sie auch mal bestimmen. Auf der Robu gab es letztes Jahr dann mal Maultaschen mit einer Tomatensoße. Und dieses Jahr in FF gab es - obwohl nicht alleine lagernd - ich trau es mich kaum zu schreiben Ravioli...
      Da der Pott anschließend leer war, gehe ich mal davon aus, auch die haben geschmeckt... oder der Hunger trieb sie runter 8o :D ;)

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

      ...unterstelle nie Bösartigkeit, wo Dummheit als Erklärung ausreicht.

      meine Seite: wollkommode.de
    • Koch-Keramik

      Hallo Oliver,

      da ich langsam aber sicher meine "MA-Küche" am Einrichten bin
      (das war jetzt etwas ironisch gemeint, ich kaufe so langsam nach und
      nach alles, was ich für eine frühmittelalterliche Kochstelle brauche ...)
      wollte ich mal Deine Erfahrungen bezüglich kochen mit Keramik kennen
      lernen.

      Denn mein nächstes "Wunschziel" ist ein Keramik-Kochpott.
      Ich habe da auch schon eine Töpferin im Auge, die einen wunder-
      schönen, nach Fund gearbeiteten slawischen Topf anbietet.

      Leider habe ich bisher bei den Fundabbildungen nie darauf geachtet,
      in welchem Maßstab die Abbildungen waren, so dass ich nicht weiß,
      wie groß die Kochkeramik damals war.
      Ein Gespräch mit der Töpferin ergab, das Größen über 4 Liter ein
      Problem darstellen, weil dann der gefüllte Topf (ohne Henkel) nicht
      mehr leicht genug in der Glut zu handhaben ist.

      Nun würde ich gern wissen, wie das "Handling" mit Kochkeramik ist.
      Meine einzigen Versuche waren mit einem asiatischen Keramiktopf, der
      zwar auch aus Ton gefertigt ist, allerdings so feinporig, wie ich es bei
      einheimischer Keramik nicht kenne ...
      Auch hat das Ding anmodellierte Henkel, so das er nur für heimische
      Versuche und private Lager zum Einsatz kam und derzeit als Blumen-
      pott im Garten sein Dasein fristet ... 8)

      Wenn Du also Tipps bezüglich Keramikkochen in der Glut hast, wäre ich
      Dir sehr dankbar, da so ein Pott 40 Euronen kostet und da wäre ich
      sehr sauer, wenn ich ihn durch Unachtsamkeit direkt beim ersten Ge-
      brauch zerstöre ...

      Grüße
      Kadlin
      Nur der Geduldige erntet was reif ist.
    • Original von Oliver

      ... orientiere ich mich an den Lebensmitteln und Texten, die mir Informationen über das Kochen geben ...



      Auf diesen Satz möchte ich gern näher eingehen.

      Oliver (unser Meisterkoch) hält es so: Er recherchiert regionale, saisonnale und epochengerechte Lebensmittel für von uns bevorzugten Zeitraum und Region. Darüber hinaus entsprechende Berichte, z. B. Skorbutbefunde an Ausgrabungen = Vitaminmangel. Daraus wiederum lassen sich bereits sehr viele Grundlagen für die Nahrungszubereitung ableiten. In diesem konkreten Falle bedeutet das, dass Oliver mit den heute verfügbaren Lebensmitteln (welche den damals vorhanden gewesenen möglichst nahe kommen sollen) kocht und sie nach bestem Wissen und Gewissen kombiniert.

      Vielleicht hilft dies den Einsteigern im Ansatz ein wenig weiter. Schließlich ist nichts so peinlich wie der Kampf des Kochs mit der Dose, weil der Dosenöffner noch nicht erfunden wurde ... ;)
    • Ich koche im "normalen" Leben schon nicht soooo gern wie Oli, aber wenn ich auf den Veranstaltunge koche - dann auch bitte richtig. Also mit den passenden Zutaten. Noch bin ich nicht so tief im Thema wie ich gerne würde....es herrscht noch keine kulinarische Vielfalt im Lager.....ich übe noch :D aber bisher konnte man noch alles essen *g*
    • RE: Koch-Keramik

      Original von Kadlin

      Leider habe ich bisher bei den Fundabbildungen nie darauf geachtet,
      in welchem Maßstab die Abbildungen waren, so dass ich nicht weiß,
      wie groß die Kochkeramik damals war.
      Ein Gespräch mit der Töpferin ergab, das Größen über 4 Liter ein
      Problem darstellen, weil dann der gefüllte Topf (ohne Henkel) nicht
      mehr leicht genug in der Glut zu handhaben ist.

      Nun würde ich gern wissen, wie das "Handling" mit Kochkeramik ist.



      Mein größter Topf fasst 3 Liter und wenn das Teil heiß ist, ist es schon unhandlich aus der Glut zu heben. Bei größeren Mengen würde ich da zu mehreren Töpfen raten... nicht nur wegen des Gewichts: es dauert auch ewig bis eine so große Menge gegart ist (oder auch nur Wasser heiß wird).
      Überigens gibt es im Frühmittelalter durchaus Töpfe mit Henkel (und sogar Tülle *g*). Ich habe mir grade einen geleistet für die Heißwasserzubereitung. Ist nämlich immer eine etwas hakelige Angelegenhiet, heißes Wasser aus einem schweren Kugeltopf in einen Becher einzugiessen. :D

      Fürs Kochen mit dem Tontopf braucht man vor allem eines: Geduld
      ... und ein bischen Fingerspitzengefühl, wann man den Topf weiter in die Glut schieben oder drehen muss. Das erwirbt man sich aber durch Übung. ;)

      Grundsätzliches: mitglied.lycos.de/PodicepsCristatus/kueche/tontopf.html
    • Kochkeramik

      Danke trotzdem Beate ;)

      Nach reiflicher Überlegung (und nachdem bereits die Töpferin und Du
      mir abgeraten habt :D) denke ich, wird es wohl ein Topf um die drei
      Liter werden.

      Hatte mich auch etwas unklar ausgedrückt, der slawische Topf hatte
      keine 4 Liter, ich hatte die Töpferin nur gefragt, wie so die Erfahrungs-
      werte mit dem Kochvolumen waren und da kam die Antwort, es sei
      unpraktischer, je größer der Topf sei ...

      Aber auf meiner "Einkaufsliste" steht so ein Keramikpöttchen immer noch :D

      Kadlin
      Nur der Geduldige erntet was reif ist.
    • Der Link von "Stella & Tassilo" ist sehr hilfreich, besonders wenn man das mal essen durfte was Stella da kocht ... *jam jam
      LG
      GREIF

      Sei ohne Furcht im Angesicht deiner Feinde, sei tapfer und aufrecht,
      sprich stets die Wahrheit, auch wenn dies deinen eigenen Tod bedeutet,
      beschütze die Wehrlosen und tue kein Unrecht, auf das Gott dich lieben möge...

      IG JULFGARD
    • GÖTTERSPEISE-IN MET GEKOCHTES GEMÜßE

      Zutaten:
      2-3 Zwiebeln
      ca. 1000g Daisongemüse wie z.B.: Rüben, Spinat und Lauch
      Salz
      1 Liter Met

      Zubereitung:
      Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Das Gemüse würfeln. Nun werden die Zwiebeln in einer ausreichend großen Pfanne oder einem Topf angebraten und dann das Gemüse -mit ausnahme des Lauchs- hinzugeben. Nach ein paar Minuten mit 500ml Met ablöschen und mit Salz würzen. Dann sanft kochen lassen, bis es "al dente" ist; dabei immer wieder Honigwein hinzugeben, um den Flüssigkeitspegel am Boden zu halten und ein Anbrennen zu vermeiden. Nach ca. 15-20 Minuten wird der Lauch beigefügt. Die auf dem Boden angesammelte Flüssigkeit lässt man verkochen.
    • Ich mag es auf Lager selber zu kochen, wenn die nötige Zeit und ein paar "Mit - Esser" da sind. :) Für eine Person lohnt es sich meistens nicht. Dabei bevorzuge ich eindeutig frische Zutaten.

      Was sich aus der historischen Küche ins Lagerleben übernehmen lässt, wird übernommen. Ansonsten wird improvisiert.

      viele Grüsse,

      der Viator
    • Machen wir auch so. Und ich bin auch zu Hause kein Freund von Conveniencefood oder Maggimist. Ausserdem hat manja schön Zeit zum Schnibbeln und köcheln.

      Nur manchmal rolle ich innerlich mit den Augen weil dann das Argument kommt "ach das würden meine Kinder nie essen". Putzig, dass die immer wissen, dass es nicht schmeckt, ohne probiert zu haben. Ich weiß nicht, ob ich damals genauso war, aber ichglaub mit überlieferten Rezepten brauch ich da nicht kommen. Diese Teichlinsengeschichte aus dem Rezeptbereich interessiert mich ja, aber das kann ich dann wohl für mich alleine kochen :rolleyes: