Metallfeilen zur Wikingerzeit?

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    • Metallfeilen zur Wikingerzeit?

      Hallo,
      ich versuche mich gerade ein wenig in der Schmuckkettenherstellung. Im Moment noch aus Bronzedraht, aber wenn alles mal gescheit läuft vielleicht auch aus Silberdraht...
      Nun meine Frage:
      Ich wickle den Draht um einen Kern und knippse ihn dann ab damit ich meine einzelnen Ringe bekomme.
      Nun habe ich aber an der Schnittstelle ja kleine Einkerbungen von der Zange.
      Wie wurde das früher entfernt? Ich habe Originale und Replikas gesehen bei denen die Kanten perfekt abgeschliffen waren.
      Gab es damals Metallfeilen? Konnten die wirklich so fein sein? Oder wurde der Draht nicht geknippst sondern vielleicht aufgesägt?
      Sägen in der Art wie Pucksägen wurden ja gefunden, aber konnta man mit denen auch Bronze sägen?
      Danke für eure Hilfe.
      Grüße.
      Händler aus Götaland um 850 - 900 mit Handelsbeziehungen nach Birka, Gotland und Nowgorod.

      www.heimrinn.de
    • RE: Metallfeilen zur Wikingerzeit?

      Ich kenne einige Funden von frühmittelalterlichen Feilen, das herstellen ist kein problem sowas feines wie Schmuck wird aber viel mehr geschliefen mit eine Art Abrasiv welche in Leder eingerieben wird oder wird einfach in der Flame erwärmt bis der Grad der die dünnste Stelle ist schmiltzt.
      Ist umfangreiches Thema und ich selbst mache keinen Schmuck mit 100% authentische Werkzeuge.
      At some point we all have never done huscarl before. Except for Jerry ... he was born killing people!
    • Metallfeilen zur Wikingerzeit?

      Original von Lateralus87....Gab es damals Metallfeilen? Konnten die wirklich so fein sein? Oder wurde der Draht nicht geknipst, sondern vielleicht aufgesägt? Sägen in der Art wie Pucksägen wurden ja gefunden, aber konnte man mit denen auch Bronze sägen? ....

      In der Werkzeugkiste des Mästermyr-Fundes von Gotland (9./10. Jhdt.) waren u.a. auch drei Feilen, allerdings waren das eher derbe Werkzeuge für Bootsbauer und Zimmerleute.

      Diese Werkzeuge waren aber insgesamt alle sehr ausgereift und von so hoher Qualität, dass ich nicht den geringsten Zweifel habe, dass es auch feine Metallfeilen gab. Viele Metallarbeiten sind ohne feine Feilen gar nicht durchführbar. Allerdings hat man sich in dieser Zeit viel intensiver als heute mit natürlichen Mitteln beholfen, z.B. natürlichen Schleifsteinen.

      Es gab bereits Blechscheren (ebenfalls in der Kiste), aber vermutlich nicht den Typ Seitenschneider, den Du benutzt.

      Für die Schmuckherstellung gibt es übrigens sehr scharfe, kleine Kopfschneider mit feinen Schneiden, die fast keinen Grat produzieren. Ich habe einen solchen für meine BONSAI zweckentfremdet - ergibt einen perfekten, ganz glatten Schnitt!

      Vielleicht solltest Du auch mal im Goldschmiedebedarf (Fa. Ott, Hanau) nach so etwas schauen, wenn Du nicht unbedingt authentisch arbeiten willst.

      Bronze kann man ohne Probleme sägen oder feilen, selbst die harten Bronzelegierungen mit hohem Zinngehalt.

      Freundliche Grüße

      Jean

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Collin ()

    • Hi,
      danke für eure Antworten. Die Feilen aus der Mastermyr Truhe sind mir bekannt. Ich hab mich nur gefragt ob es sowas vergleichbares wie feine Schlüsselfeilen gegeben hat.
      Werde dann erstmal meine Kanten noch abschleifen. Und in Zukunft dann mit einer Säge aufsägen.
      Dann steht auch mal wieder was zum basteln an :)
      Händler aus Götaland um 850 - 900 mit Handelsbeziehungen nach Birka, Gotland und Nowgorod.

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