An diie Reiter

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    • Ich probiere oder besser gesagt versuche gerade meine Vierbeiner ein wenig darauf zu trainieren auch ein Schwert, eine Lanze und flatternde Fahnen und alles was dazu gehört zu akzeptieren. Bei meinen Lipizzanern klappt das auch recht gut, da sie richtige gemütstiere sind. Neugierig auf alles was neu ist und sie geraten nicht bei jeder Kleinigkeit in Panik. Davon habe ich 4, wobei drei nur reitbar sind das 4 muß erst mal erwachsen werden. Dann habe ich noch ein Araber Mix Pony, die auch schon richtig gut dabei ist. Man könnte fast meinen, es macht ihr Spaß. :ritter07

      Besonders überrascht war ich aber von meinem Hengst. Beim ersten mal ausprobieren, wie er auf tumult und Schwerter reagiert, kam es mir so vor, als wenn er sein Leben lang nichts anderes gesehen und gehört hätte.

      Ich habe zwar keine Ahnung, ob Lipizzaner ins Mittelalter rein passen, aber sie sehen einfach wunderbar aus ja teilweise richtig königlich.
    • Holla Frau Gräfin,
      an sich ist der Lipizzaner kein Pferd des Mittelalters. Wenn wir die Geschichte eng mit der Wiener Hofreitschule verknüpfen so taucht die Bezeichnung Lipizzaner erst im 18. Jhr. offiziell auf. Die eigentliche Zucht geht aber auf ein Gestüt in Slowenien zurück, dort wurde mit spanischen Pferden eine Rasse gezüchtet, die als "Spanischer Karster" ein Begriff sein müsste.
      Es soll übrigens im Bückeburger Schloss einen alten Kaufvertrag geben, aus dem hervorgeht das ein Lipizzanerhengst an die Wiener Hofreitschule verkauft wurde und evtl. dieses Tier der "Grundstein" für die Zucht der Wiener sei. Das gebe ich aber jetzt als reines Hörensagen weiter, nicht das hier jemand schimpft :D Auskunft dazu kann wohl nur das Schloss bzw. die dort ansässige Hofreitschule geben.
    • Davon habe ich auch schon gehört. Leider ist es sehr schwierig genaueres aus denen raus zu bekommen.

      Ich hab schon mal probiert über Ungarn was zu erfahren, da unser Hengst aus Ungarn eingereist ist. Die konnten mir aber auch nicht wirklich helfen und sein Stammbaum geht nur bis 1838 zurück.
    • Ich habe ein Fjord, die Sorte paßt vom Knochenbau und der Größe her recht gut zu frühmittelalterlichen Funden (deswegen hab ich´s aber nicht gekauft :D ). Dass vielen Ponies zu klein vorkommen liegt glaube ich daran, dass es einfach nicht ins heutige Bild paßt, Erwachsene auf Ponies zu sehen - Kavallerie sei Dank. Aber die Pferde, mit denen in früheren Zeiten Länder erobert wurden waren eben mehr oder weniger "Ponies"...

      Zum "Mittelaltereinsatz" kann ich nicht viel sagen, wir waren bisher nur auf mehreren Umzügen unterwegs mit großen Menschenmengen und Musik, das klappte recht gut aber Vorbereitung ist alles. Klar, Menschen kann man in dieser Menge schlecht üben, aber vieles andere und jedes gemeinsam überstandene "Schreckliche" (und wenn es nur ein Regenschirm ist) schafft Vertrauen und die Bereitschaft zu solchen Einsätzen. Dazu muß ich sagen, mein Arabermix war wesentlich mutiger, das Fjord ist ein Hasenfuß, rennt lieber weg und fragt später, es liegt also nicht unbedingt an der Rasse, wie nervenstark ein Pferd ist.

      Ich bin schon mehrfach wegen eines Knackens im Gebüsch unfreiwillig zu Fuß nach Hause gegangen, Bogenschießen vom Pferd geht aber wieder tadellos - solange er weiß, was Sache ist und wir vorher geübt haben ist das okay.
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • Hi Hugin

      Das ist auch absolut meine Erfahrung! Wenn zwischen Dir und Deinem Pferd Vertrauen herrscht macht es nahezu alles mit.
      Ich habe mit meiner Lilly vorallem mit Plastikplanen geübt, einfach mal seitlich an der Bahn hängen lassen, dann liegt mal eine auf dem Boden und man muss drüber oder
      ich hänge eine in die Bahn, sodass sie mit dem Kopf drunter durch muss.
      Und deshalb: "jedes gemeinsam überstandene "Schreckliche" (und wenn es nur ein Regenschirm ist) schafft Vertrauen und die Bereitschaft zu solchen Einsätzen."

      Stimmt voll und ganz und da gibt es dann auch keinen Trick wie man ein Pferd das einem nicht Vertraut überhaupt zu "unnormalen Sachen" bringt.

      Grüße
      Balduin
    • Diese "Arbeiten" mache ich mit meinen auch. Planen, Wippen, Flatter Vorhang, plötzlich auftauchende Fußbälle usw. unser Vertrauen zueinander ist auch gefestigt. Anfangs waren das alles Krokodile, Monster, tiefe Löcher wo man Angst haben mußte und heute ist das ga :schock1nz normal. Und dann... dann passierts... ein Ameisen-Husten :schock1 und wir springen wieder wie wld hin und her
    • Gräfin zu Stammen schrieb:

      Und dann... dann passierts... ein Ameisen-Husten :schock1 und wir springen wieder wie wld hin und her
      Da bin ich ja froh, dass das nicht nur bei mir so ist :D !

      Wenn ich das so lese, meldet sich mein schlechtes Gewissen - ich habe über den Winter viiiiel zu wenig getan. Das mein Pony nicht mehr weiß, wie ein Sattel aussieht, ist nach viel Eis und Schnee fast normal, aber ich hätt ja wenigstens Bodenarbeit machen können... kein Wunder, dass der Kleine wieder das Wildpferd raushängen läßt!
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • @Gräfin zu Stammen

      Ja die Lippizaner sind traumhaft schöne Tiere. Sie gehören zu den Barockpferden, die früher in der Schlachte gut und zuverlässig zu reiten waren. Das "klassische" Schlachtross musste klein, wendig, kräftig sein um Kampftechniken wie Capriolen, Levaden etc. ausführen zu können. Mit großen Pferden die eine langen Rücken haben geht das nur schwer.....es geht, aber damals im Kampfe hatte man wenig Zeit die Rösser erst in die Versammlung zu reiten. Noch heute kann man im slowenischen Landesgestüt Lipica (lipica.org) solche Lektionen bewundert. Bin fast jedes Jahr zu Besuch bei meinem Trainer und freue mich immer wieder über Reiter die sich für die Rasse interessieren ;)
      Reitersgruß
      Aljena
    • Also geschichtlich gesehen müsste man entweder

      -Shire Horse
      -Clydesdale
      -Noriker
      -Lusitano
      -P.R.E (Älteste "Edelrasse")
      -Murgesen (Nachfahren der Neapolitaner, Vorfahren der Kladrubber, Lipizzaner u.a.)
      -Camargue
      -Frederiksborger/Knabstrupper (muss noch sagen das ich mir bei denen aber nicht so sicher bin)
      -Vollblut Araber
      -Englisches Vollblut
      -Berber

      das sind jetzt spontan die Rassen die mir einfallen.
      Am besten eignen würden sich wohl alle bis auf die Vollblüter da diese doch recht schmal sind.
      Ich persöhnlich würde zu Lusitanos, P.R.E, Murgesen oder Camargues raten da die meisten von ihnen mit Groß-Veranstaltungen durch ihre Züchter vertraut sind, z.B. das Rindertreiben in der Camargue. In ihren Heimaten werden viele dieser Tiere auch nach "klassischen Grundsätzen" geritten(siehe Doma Vaquera, Working Equitation, Légèreté u.ä.)

      Auch bieten diese Pferde es rein vom Exterieur am besten an. Durch ihre quadratische Form sind sie wendiger als "normale Warmblüter", auch decken sie größere Leute gut ab. Auch sind dieser Rassen für ihren Mut bekannt da sie u.a. auch für den Stierkampf gezüchtet wurden.

      Für alle für die ein P.R.E oder Lusitano zu klein ist könnte sie auch einen Cruzado(P.R.E X ?) anschaffen, gibt es zu Hauf in Spanien und Portugal, allerdings wird auch häufig davon abgeraten Pferde aus eben diesen Regionen zuholen, müsste man dann einfach schauen.

      LG

      P.S. Fjordpferde sind Ponys und werden selten größer als 1,50 ;)
    • Naja, eigentlich kann man ja eh fast sagen das 90 % der heutigen Rassen nicht mal mehr so aussehen wie noch vor 60 Jahren. Geschweige denn sie mit Pferden aus dem Mittelalter gleich zu setzen.
      Für mich hinkt das immer schwer wenn man sagt diese oder jene Rasse wäre passend weil es die schon so lange gibt.
      Den Punkt das man auf Züchterhistorien nicht viel geben darf hatten wir schon, auch das durch züchterische Auslese viel verändert wurde.

      Ein Fjordpferd von heute sieht einem Rassegenossen aus den 40er oder 50er Jahren schon kaum noch ähnlich.
      Die Lusitanos und Andalusier heute haben schon meist noch wenig mit dem Cartujano (Karthäuser) gemein, der noch als urspünglichster Vertreter dieser Iberer gilt. Wo der auch schon ein typisches Pferd des Barock ist.

      Shirehorse, Clydesdale etc. sind in ihrem heutigen Erscheinungsbild ein Produkt der Zeit der Industialisierung und sehen ihrem Rasseursprung nicht im entferntesten mehr ähnlich.

      Selbst der so häufig angeführte (für die Frühmittelalterlichen) Isländer - ja was soll ich sagen, schaut euch mal in einigen großen Isländerställen um, wie sich dort die für den Sport gezüchteten Linien mittlerweile verändert haben. Ganz ohne Fremdeingreuzung und in wahnsinnig kurzer Zeit.

      Eigentlich sollte man weg von dem "Rassegedanken" hin zu der Exterieur/Interieur Beurteilung. Sprich sind Form des Pferdes und sein Temperament/ Arbeitswille / Arbeitsvermögen etc. passend zu dem was so ein "mittelalterliches" Pferd mitbringen muss.

      Ich habe nun in meiner langjährigen Reiterkarriere schon einige Rassen und Kreuzungen geritten, welche halt auch mehr oder weniger geeignet sind, wie:
      Araber, Andalusier, Lusitano, Sorraja, Dülmener, Konik polski, Knabstrupper, Haflinger, Criollo, Isländer, Fjord, Shettland, Irish Tinker, Shire, Quarter Horse, Saddlebred...
    • Ein Fjordpferd von heute sieht einem Rassegenossen aus den 40er oder 50er Jahren schon kaum noch ähnlich.
      Ja, das stimmt, die heutigen Fjordpferde sehen aber dem Ursprung eher wieder ähnlicher, weil man nach dem Krieg Fjordpferde als Treckerersatz in Deutschland einsetzte - die sind billiger im Unterhalt gewesen als Kaltblüter bei adäquater Leistung. Das ursprüngliche Fjordpferd war aber nicht in erster Linie Zugtier, von daher sahen die halt anders aus.
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • ja, teilweise stimmt das schon. Wobei ich finde man sieht die schweren Typenstrukturen immer noch stark auch in den heutigen Norwegern.
      Deren Verwendung im Kleinbäuerlichen Bereich und der damit einhergehenden Zuchtstrukturänderung ist klar - das war ja mein Punkt auf den ich hinweisen wollte. Bezüglich, das man halt nicht aus dem Auge verlieren sollte wie sehr sich die Zucht heutzutage geändert hat, bei dem Gedanken welche "Rasse" für das Mittelalter.

    • Ich habe nun in meiner langjährigen Reiterkarriere schon einige Rassen und Kreuzungen geritten, welche halt auch mehr oder weniger geeignet sind, wie:
      Araber, Andalusier, Lusitano, Sorraja, Dülmener, Konik polski, Knabstrupper, Haflinger, Criollo, Isländer, Fjord, Shettland, Irish Tinker, Shire, Quarter Horse, Saddlebred...
      hmmm, ein Shettland würd ich aus dem Katalog der in Frage kommenden Pferde doch eher rausnehmen, bissi klein geraten, auch den Dülmener. Ein Araber ist wohl auch kein rahmiger Gewichtsträger
      Passend wiederum finde ich den skandinavischen Kaltbluttypus, wie zum Beispiel das norwegische Döle. Die gibt es in leichterm und schwererem Typus
      es grüßt herzlich
      Karin
      __________________________
      www.IG-FrueHer.de
    • ... daher ja auch "weniger" geeignet bezeichnet und meine Argumentation zum Thema "Rasse" habe ich ja auch schon angeführt. ;)
      Ich sprach in dem Satz - von Pferderassen wo ich meine reiterlichen Erfahrungen mit gemacht habe und mir da dann ein lebhafteres Bild von Eignung oder Nichteignung in Punkto Ex. + Int. machen konnte. Alleine darauf habe ich mich da bezogen.
      Es ging nicht darum zu sagen Shetty=Ritterpferd, somit bitte das auch nicht als " Katalog der in Frage kommenden Pferde" lesen!
    • Ich habe einen Württemberger. Immerhin gab es die ja schon im 14. Jhd. Selbstevständlich nicht in der Form, wie sie heute sind, aber ich denke, die Menschen früher waren auch viel kleiner, heute sind sie größer, dann sollten ja auch die Pferde größer sein dürfen, oder? ;) :ritter07
    • ... ich habs mir jetzt einfach gemacht bei der rassewahl :D... hab nämlich seit Oktober ein Zweitpferd und hab mich einfach für die als älteste Haustierzuchtrasse entschieden und mir einen Araber zugelegt... auch die werden vom typus her nicht mehr der Urform entsprechen sind aber wir leben nun mal jetzt und nicht vor 1000 jahren...

      jedenfalls hab ich jetzt einen netten 6jährigen schimmelhengst im stall zu stehen und muss mir nicht so gewaltig die rübe zerbrechen wie der in die Materie passt :ritter07 und freu mich über das pferdi
      Geduld, Geduld... alles wird gut! :P