Unbenanntes Dokument

Diskussion über mittelalterliche Bogenformen/ Funde von Bögen und mögliche Rekonstruktionsversuche

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Zum Thema Jagd und Knochenfunde:
      Man sollte bedenken, dass das Jagdwild meines Wissens nach spätestens seit dem 12. jhdt. und bis heute traditionell vor Ort zerlegt wird.
      Fürs Frümi weiss ich es nicht, da muss jemand kommen, der zu dem Zeitraum belesener ist, als ich.
      Von daher ist es nur allzu verständlich, dass innerhalb von Städten, Höfen und Burgen kaum Wildknochen gefunden werden.
      Nur verrät uns das leider nicht das Geringste über den Anteil, den Jagdwild an der Ernährung bestimmter Personenkreise hatte.

      Und zu den Holzkolbenpfeilen in Haitabu:
      Die gängige Interpretation der Dinger ist, das man damit kleine Pelztiere gejagt hat, um das Fell nicht zu beschädigen.
      Diese these steht, glaube ich, auch in dem Begleitband zur Ausstellung in Haitabu (dieser rote Infoband).
      Allerdings kenne ich aus dem Japanischen Raum genau solche Kolbenpfeile als Übungspfeile.
      Wäre diese Möglichkeit evtl. eine Überlegung wert?
      "Die Kritiker meinen, Leonidas hätte sich zurückziehen sollen.
      Eines ist gewiß: Die Kritiker hätten sich zurückgezogen."
      (Aus einer Dissertation über die Schlacht an den Thermopylen. Um 1900.



      Im Schützengraben gibt es keine Atheisten. Das ist kein Argument gegen Atheismus, sondern eins gegen Schützengräben.
    • Echt? OK, das hatte ich vergessen.
      Ist lange her, dass ich den zum letzten mal in der Hand hatte.
      "Die Kritiker meinen, Leonidas hätte sich zurückziehen sollen.
      Eines ist gewiß: Die Kritiker hätten sich zurückgezogen."
      (Aus einer Dissertation über die Schlacht an den Thermopylen. Um 1900.



      Im Schützengraben gibt es keine Atheisten. Das ist kein Argument gegen Atheismus, sondern eins gegen Schützengräben.
    • Nochmal zum Leinenköcher, hier ist das gute Stück mal auf einer englischen Seite zu sehen.

      english-longbow.co.uk/largepics/arrow%20bag.html

      Infos dazu gibts es aber auch auf der HP zur Mary Rose (war jetzt aber spontan zu faul da zu suche ob es da auch Abbildungen gibt :whistling:)

      In Bezug auf Schutz vor Feuchtigkeit, lag es wohl zu einem grossen Teil auch am verwendetetn Material. Leinentuch wird dichter, wenn es feucht wird und somit von seinen natürlichen Eigenschaften her, schon zu einem gewissen Feuchtigkeitsschutz, wobei hier ein schöner britischer Sommerregen wohl auch des guten zuviel gewesen sein dürften.

      In Wachs eintauchen halte ich für blödsinn, weil dann der Stoff und das Wachs nach einer gewissen (eher kurzen) Zeit brechen.
      „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“
      Konrad Adenauer

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Thies ()

    • Leinen regendicht machen

      Original von Thies.....in Wachs eintauchen halte ich für Blödsinn, weil dann der Stoff und das Wachs nach einer gewissen (eher kurzen) Zeit brechen.

      Ich wiederhole mich da gern:

      ....Da es aber Wachstuch im weitesten Sinne seit Jahrhunderten gibt, kann man das Problem offenbar in den Griff kriegen - es gibt ja auch heute noch (vorzugsweise in England) gewachste Regenschutzkleidung.

      Es wusste natürlich damals niemand, dass Du das für Blödsinn hältst (.....Je nachdem, wie weich man die Wachsmischung - z.B. durch Zugabe von Öl - gestaltet, bleibt das Wachs an der Oberfläche hart oder wird schmierig.....)

      Freundliche Grüße

      Jean

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Collin ()

    • Moin ..
      ich melde mich noch einmal, und nun bestimmt zu letzten mal(weil ich es einfach leid bin), zum leidigen Thema Jagd in Haithabu.


      Ich gebe hier einmal eine Nachricht wieder, die mich per E-Mail von einer „wohlinformierten“ Person erreichte, d. h. die Person hat sich die Mühe gemacht mir noch einmal ein paar Argumentierungshilfen zur Hand zu geben.

      Zum Thema Jagd:
      rings um Haithabu gab es keinen Wald (mehr). Es wurden (vermutlich) sogar Rotwildgeweihe importiert (für die Kammmacherei und andere Knochenschnitzarbeiten
      (steht auch in einem der Haithabu - Bände).

      Weiterer Punkt.

      Jagd war schon in weitaus früheren Zeiten ein Privileg des Adels (Freizeitvergnügen).

      Siehe auch :

      Jäger und Sammler

      und

      Jagd, Geschichte und Tradition

      Mit der zunehmenden Sesshaftigkeit und der damit verbundenen Domestizierung von Tieren trat die Jagd mit all ihren Gefahren und Erschwernissen als Lebensgrundlage bei weiten Teilen der Bevölkerung zunehmend in den Hintergrund.

      Das Argument von Benno "Man sollte bedenken, dass das Jagdwild meines Wissens nach spätestens seit dem 12. jhdt. und bis heute traditionell vor Ort zerlegt wird." hinkt, denn zerlegt heißt ja nicht, dass ALLE Knochen entfernt werden, insbesondere natürlich nicht, wenn Knochen ein begehrtes Arbeitsmaterial sind.

      Weitere Literaturtipps:
      Die Geweihverarbeitung von Haithabu Untersuchungen an Geweihresten des Rothirsches aus der frühmittelalterlichen Siedlung Haithabu
      Die wildlebenden Säugetiere von Haithabu Ernährung und Umwelt der wikingerzeitlichen Siedlung Haithabu etc. etc. etc. gibt doch über fast jedes Tier in Haithabu eine Einzeluntersuchung.
      Alle Untersuchungen ergeben, dass die Jagd für die Ernährung keine Rolle spielte.



      So, das war mein letzter Beitrag zu diesem Thema, da ja anscheinend die „Jünger Nimrods“ gegen jede Art von Fachargumenten gefeit sind.

      Bleibt weiterhin fair zu einander, ich werde ein wachsames Auge auf diesen Thread haben.
    • @ Hergils:
      Schon OK. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass das Knochenargument bei der Jagd oder Nichtjagd Diskussion alleine nicht stehen kann.
      Ändert natürlich nichts daran, dass es genug andere Belege dafür gibt, dass die Jagd für die Ernährung der meisten mittelalterlichen Menschen praktisch keine Bedeutung hat.
      Ich kann ja verstehen, dass du inzwischen genervt bist, aber nicht jeder, der ´ne andere Meinung hat als du, oder dir in einem Punkt wiederspricht, ist gleich beratungsresistet.
      Bitte werf die Mehrheit der friedlich und sachlich diskutierenden Leute hier nicht mit den wenigen in einen Topf, die einfach starr auf ihrer Meinung beharren.
      "Die Kritiker meinen, Leonidas hätte sich zurückziehen sollen.
      Eines ist gewiß: Die Kritiker hätten sich zurückgezogen."
      (Aus einer Dissertation über die Schlacht an den Thermopylen. Um 1900.



      Im Schützengraben gibt es keine Atheisten. Das ist kein Argument gegen Atheismus, sondern eins gegen Schützengräben.
    • Hallo bin momentan der Neuling hier aber da mein hobby Bogenbau ist muss man in dieser diskusion auch mal die steinzeitbögen miteinbringen bin , wenn wir von der jagt sprechen dann sollten wir nicht vergessen das der Holmeegardbogen 6000 vor christus zu einer zeit aktuell war wo es eine jäger und sammlerkultur gab ein paar tausendjahre später gab es als beispiel den maere heat bogen und zu der zeit war ackerbau und viehzucht viel weiter verbreitet.
      Müsste man doch logischerweise nicht mal davon ausgehen das Ackerbau und Viehzucht, Fischfang eher die nahrungsgrundlage waren einfacher und ertragreicher halt die lage am Meer würde dies bekräftigen.
      Da zwei bögen gefunden worden sind die sehr unterschiedlich gebaut worden sind ist der 100# bogen mit zurückgebogenen wurfarmenden eher ein Kriegsbogen versuche mal mit nem bogen dieser stärke zu zielen, ist besser zum ärgern der netten nachtbarn geeignet und da ist der zweite gleiche bogentyp d Bogen eher fürs jagen (wenn wild da war) oder als scheibenbogen zur Freizeitgestaltung (wenn man die zeit hatte)geeigneter gewesen.
    • Original von Hildegunst von Mythenmetz....aber da mein Hobby Bogenbau ist, muss man in diese Diskussion auch mal die Steinzeitbögen mit einbringen....

      Nein, muss man nicht. Das ist hier ein Mittelalterforum.

      Freundliche Grüße

      Jean
    • zu antwort 1 ich meine damit das die Entwicklung ab der zeit vor dem Mittelalter die sich ständig weiterentwickelt die aber im grunde genommen im mitellalter und anderen zeitaltern verfeinert hat bau was an züchte was fang fisch treibe handel raube menschen (Zeitarbeitsfirmen) kaufe wenn du was brauchst in haitabu gab es funde von einer grossen siedlung das kann doch nur auf einer solchen grundlage funktionieren.
      wenn man die jagt in dem zusammenhang sieht ist die bedeutung wohl eher zeitvertreib auch wenn sie ernährt hat aber nicht allen bei einer solchen grösse oder eine gruppe Reicher gemacht hat (Pelzhandel)
      Antwort 2
      die Langbogenschützen hatten eine andere Technik des schiessens die dem der wikinger wohl ähnlich gewesen sein müsste da sie mit dem ganzen oberkörper den bogen gespannt haben um ihn auszuziehen bei 100# ca 30 kg da kann man nicht so einfach auf ein tier zielen ausser elefant nashorn wasserbüffel kuh etc was langsames halt ein hirsch oder anderes wild was zu der zeit vorgekommen sein soll hat da mehr glück zu entkommen geräusche und andere faktoren , nimm etwas weniger zuggewicht der Umgebung angepassteres design länge dann kannst du flexibeler agieren jagtschiessen ist ewas anderes als im krieg (wo du als bogenschütze mit der letzte arsch warst ausser als Elitebogenschütze in geordnetten reihen) zufrieden?
    • Original von Hildegunst von Mythenmetzzu antwort 1 ich meine damit das die Entwicklung ab der zeit vor dem Mittelalter die sich ständig weiterentwickelt die aber im grunde genommen im mitellalter und anderen zeitaltern verfeinert hat......

      Liegt das an mir, dass ich das nicht verstehe?

      Freundliche Grüße

      Jean
    • mhhhhhhhhhhhhhhh
      Da ich Bögen baue stellt sich mir bei dem bei Haithabu gefundenen Bogen die Frage nach dem Grund für diese Bogenenden. Ich baue schmale Tips weil alles andere dem Bogen nur Leistung nehmen würde. Die Bootstheorie würde ich ausschliessen da ich mir nicht vorstellen kann das Die Wikis nicht auf den Gedanken kürzerer Bögen gekommen sind. Bei den Zuggewichten wäre ich bei Angaben über 100lbs vorsichtig. Das wäre für einen gezielten Schuss schon für die meisten zu viel und ich habe noch nirgendwo gelesen das die Wikis das ballistische schiessen praktiziert haben.

      Gruss
      Thomas
    • Besonders aufschlussreich sind die Funde an Langbögen auf diesem Schiff. Nach der Bergung des Wracks wurden insgesamt 137 Langbögen gefunden, die vermutlich aus italienischer und spanischer Eibe gefertigt waren. Die Langbögen wiesen eine Länge von 187 bis 211 Zentimeter auf. Die Durchschnittslänge betrug 198 Zentimeter. Das Zuggewicht der einzelnen Bögen variierte sehr stark. Die leichtesten Bögen wiesen ein Zuggewicht von 100 Pfund auf. Ein Langbogen besaß ein Zuggewicht von 185 Pfund. Man ist der Überzeugung, dass es sich bei den Bögen tatsächlich um einsatzfähige Exemplare handelte.
      <- Von Wikipedia(Mary Rose)

      Dazu habe ich ebenfals auf Wikipedia gelsen das im Tower of London ein Pfeil gefunden wurde der auf 1400 datiert wird und einen Bogen von Mindestens 120 pfund gevraucht hatt wengen der tiefe.


      Auch wenn es schon derb was die gezogen haben aber ich vertraue da Quellen.