Qualitative Schwerter...

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    • Kommt immer drauf an, wie du lustig definierst [Blockierte Grafik: http://www.erkenfara-sl.de/images/nsw-fantasy/smilies/f2.gif]

      :thumbsup: Aber lass uns lieber zum Topic zurückkehren.
      "Ein meisterlicher Fechter lässt keinen Teil seiner Waffe und seines Körpers ungenützt. Daran erkenne gute Fechter, nicht an dem Kult, den sie um ein Stück Metall machen."
      Schwertkampf: www.fechtfabrik.de
    • naja...also von hiten, das ist ja nicht mehr lustig...

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      Back to Topic:
      Als Billman oder Reisiger also "leichter" gerüstet mit Bill und Bauernwehr/ Nagelkeule :)
      upload.wikimedia.org/wikipedia…b/b8/IB157reisige0001.JPG
      Allerdings gab es doch, wenn ich mich nicht täusche, auch vollgerüstete, Söldner, meist in höheren Positionen (Hauptmann, etc.)
      Da kann sich der dargestellte Charakter doch noch entwickeln, oder? ;)
    • hmh, das Bild ist falsches Jahrhundert und zeigt Piken. Eine Bill oder ein Jägerstock wäre eher sowas wie eine Glefe, Guisarme: eine Klinge, die etwas umgeschliffen auf eine Stange montiert wurde und bei manchen Varianten einen Haken und/oder eine Spitze noch hatte. Gesamtlänge zwischen 1,8-3 Meter. Das untere Ende kann auch mit einer Spitze versehen sein, wie es beim Jägerstock üblich war. Es gibt tausende von Varianten dieser Stangenwaffe. Eine recht häufige militärische Forum von 1476 ist diese hier axsane.fr/IMG/gif/guisarmes.gif (fast schon eine Helmbarte)- wenn du es billig brauchst, kaufst dir eine so genannte Kultursichel (Gertel, Hippe, Hiepe mit Stiel - grube-shop.de/de/Fachkatalog/F…rkopf-Einhandkultursichel - handgeschmiedete Version kostet rund 70 Euro) und nimm eine Feile zur Hand und fertig ist eine Waffe mit rund 500 Jahren Tradition, deren größter Erfolg die Bauernkriege waren und daher ihre Bezeichnung aus dieser Zeit erhalten haben. Obwohl die Waffe schon in Abbildungen früher zu sehen waren, haben die früheren Exemplare aber eine andere Bezeichnung (zugeordnet z.B. unter Guisarme, Helmbarte, Gleve usw. hier ist eine aus dem 15. jhdt. antiques-arms.com/catalog/anti…olarm-guisarme-p-511.html).
      "Ein meisterlicher Fechter lässt keinen Teil seiner Waffe und seines Körpers ungenützt. Daran erkenne gute Fechter, nicht an dem Kult, den sie um ein Stück Metall machen."
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von jpk ()

    • Hmh, ich kann leider nicht wissen, was du weißt. Das soll nicht Oberlehrerhaft rüberkommen, sorry. Was die Rüstung betrifft, sind wir hier im falschen Forum. Das sollte ein Moderator mal verschieben und dann können wir gerne darüber weiter schnacken.
      "Ein meisterlicher Fechter lässt keinen Teil seiner Waffe und seines Körpers ungenützt. Daran erkenne gute Fechter, nicht an dem Kult, den sie um ein Stück Metall machen."
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    • verzeihung, ein Fehlpost
      At some point we all have never done huscarl before. Except for Jerry ... he was born killing people!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Baian () aus folgendem Grund: habe vergessen dass hier keine eigene Meinung erlaubt ist

    • Oswald schrieb:

      Ist es generell üblich mit der flachen Seite der Schneide zu parieren, bzw. ist es bei einem Kampf überhaupt möglich das Schwert so schnell zu drehen?

      Hmh, man pariert nicht mit einem Schwert. Weder mit Flach- noch mit Schneidenseite. Parade/Riposte ist eine Erfindung der Neuzeit, da verwendete man keine Schwerter mehr in dem ursprünglichen Sinne. Es kostet einfach zu viel Zeit, einen Impuls aus einer Hiebwaffe aufzunehmen, zu verdauen und dann etwas eigenes Neues zu gestalten. Impulse werden im eigenen Impuls abgeleitet (ich bestimme wie er stirbt) oder für eigenene Zwecke weiterverwendet (er sagt mir, wie er sterben will).

      Gedanken wie das "Schonen der Klinge" sind hochgradig albern. Die zum Kampf verwendeten Originale, die ich in den Händen gehabt und/oder untersucht und/oder begutachtet habe wurden definitiv nicht geschont und hatten Spuren von Klingenkontakten in allen denkbaren Varianten.

      Man kann Klingen sehr schnell drehen, macht das aber nur, um einen Vorteil zu erhalten. Jede Form des Klingenkontakts, genannt Bindung, ist eine Sammlung von physischen Größen, die man zu seinem eigenen Vorteil manipulieren will. Kurzum, man versucht
      1. die eigene Kraft in den Gegner zu lenken und
      2. dafür zu sorgen, dass die gegnerischen Kraft nicht im eigenen Leib landet.

      Will man also mit der Fläche eine gegnerische Klinge aufnehmen, dann macht man das aus Gründen, ein bestimmtes Stück zu fechten. Will man die andere Klinge mit der Schneide absolut scharf aufnehmen, dass es sich richtig verbeißt, dann macht man das auch aus Gründen, ein bestimmtes Stück zu fechten. Zwischen den Extremen gibt es ein paar Varianten, alle sind zweckgebunden. Jede mögliche Aktion in einem Kampf um Leben und Tod ist ein Mittel, das zum Überleben des Kampfes genutzt werden kann und soll.

      Dogmatische Ansichten sind beim Überlebenskampf fehl am Platz.

      Alles Gute,
      Jens Peter

      edit: wir sind schon wieder vom Thema weg, machst du das absichtlich? :whistling: :D
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von jpk ()

    • Danke jpk.
      Meine Frage kam auf, da ich auf einem Markt mal gehört habe, dass man generell mit dem Schild abwehrt, um das Schwert zu schonen, da ein Schwert damals einen imensen Wert hatte. Und wenn man doch mit der Klinge pariert, dann mit der flachen Seite...
      Aber dein Post klingt für mich sehr einleuchtend ;)

      edit: wir sind schon wieder vom Thema weg, machst du das absichtlich? :whistling: :D
      Nein,... tut mir Leid :D
    • Ach das ist alles nicht so pauschal wie es manche gerne sehen würden (wie beispielsweise dieser nette Herr hier youtube.com/watch?v=TtNZQBc4RpE&feature=related ). Das Thema wird meines Erachtens von der völlig falschen Seite angegangen.
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    • Wenn überhaupt: Mit der flachen Seite parieren....

      So zu parieren würde ich lassen- das schont zwar die Schlagkante, aber wenn Du es mal von der logischen Seite aus betrachtest, ist die flache Seite doch viel dünner als die Seite mit der "Schneide", d.h. bei einem Schlag auf die flache Seite müssen nur wenige Millimeter eine punktuelle starke Gewalt aushalten, hinter der mehrere cm stehen. Das kann zu fatalen Strukturveränderungen führen, die bei einer "billigen" Klinge einen Bruch verursachen können. Wenn Du ein einigermaßen "hartes" Schwert mit entsprechender "dicker" Schlagkante hast ( und das ist bei den meisten guten "Schaukampfklingen" so), brauchst Du dir über Kante gegen Kante keine Gedanken zu machen. Schlimmstenfalls mußt Du die Kante regelmäßig ausfeilen um scharfe Scharten sowie Metallabsplitterung beim Kampf zu vermeiden. Du kannst die Schlagkante auch mehrmals auf einem Amboss kalt nachhämmern und so etwas verdichten und somit "härten".
      So, wie "Ottonormalmarktteilnehmer" heutzutage "fechtet" (natürlich hast du mit allen Deinen Ausführungen 100% recht JPK), wird halt sehr oft mit allem Möglichen und damit auch mit dem Schwert pariert und das wird auch bei 95% aller Waffenträger so bleiben. Spezialisierte Hochleistungssportler (und das sind sie auch mit stolzem Recht) wie JPK stellen etwas ganz anderes dar und können dafür nur ein müdes Lächeln erübrigen. Wobei aber auch ich jetzt nach knapp einem Jahr feststelle, daß ich fast instinktiv dazu übergehe, auszuweichen und den Schwung des Gegners gegen ihn zu nutzen, wobei ich aber noch lernen muß, Stiche zu vermeiden. Das nur mal am Rande :ritter15
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    • Ich find es passt hier gut rein... grad eben kam mein neuer Einhänder, welchen ich bei Battle Merchant gekauft habe. Der eigentliche Hersteller ist Armour class. Ich hatte vor einiger Zeit mal gehört, dass Armour Class in seiner Qualität nachgelassen haben soll, aber das muss ich eindeutig verneinen. Die Qualität ist immer noch die gleiche - eine der Besten meiner Meinung nach!Gut ausgewogen, nicht zu schwer, nicht zu leicht, hartes- aber flexibles Material, keine Scharten beim Schlagtest (mit meinem alten Armourclass Schwert und einem Schwert von Berbekucz (<- das Berbekucz hatte danach ein paar Scharten, das alte von Amourclass hatte keine))
    • jpk schrieb:

      Das untere Ende kann auch mit einer Spitze versehen sein, wie es beim Jägerstock üblich

      Ich beschäftige mich ja schon einige Zeit theoretisch mit Waffen und habe eine ganz ansehnliche Sammlung an Literatur zu dem Thema hier, aber den Jägerstock kenne ich nicht als mittelalterliche Waffe. Das einzige was ich in der Richtung je mitbekommen habe ist eine Waffe des 18. Jahrhunderts die auch als Halbe Pike bezeichnet wird. Wenn das die Waffe ist, habe ich noch nie davon im mittelalterlichen Zusammenhang gehört oder gelesen.

      Übrigens der Ursula-Schrein ist nicht von 1440, da wurde Memling grad geboren. Üblicherweise wird er auf die späten 1480er Jahre datiert, was cih persönlich arg spät gegriffen finde. Wenn er wirklich in der zeit entstanden ist zeigt er jedenfalls keine topmoderne Mode.
      Ich kenne noch zwei weitere Abbildungen solcher Armzeuge, mir wäre das aber für eine historische Darstellung zu wenig, ich halte nix davon solche Ausnahmen darzustellen, man sollte sich eher an die üblichen Dinge halten.

      Schöne Grüße

      Andrej

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Andrej Pfeiffer-Perkuhn ()

    • @Andrej: völlig richtig. Da habe ich einen Begriff aus dem 18. Jdt. verwendet, um eine bestimmte Type von Waffe(nverwendung) zu beschreiben, die es Jahrhunderte zuvor schon gegeben hat. Die meisten der Begriffe zu Blank- und Stangenwaffen sind nicht aus dem Mittelalter.
      Ursula-Schrein. Hast du völlig recht, habei ich die falsche Zahl im Kopf gehabt. War eines von Memlings Geburtsdatum. Danke für die Korrektur.
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    • Hm, also ich bin ja selbst Anfänger, habe mich aber schon theoretisch viel damit auseinander gesetzt. Naja, wie dem auch sei. Eigentlich kann man doch den Kampf mit einem langen Schwert (also wie die heutigen "Anderthalbhänder", SMA) nicht mit dem des kürzeren Schwertes im HMA vergleichen. Beide wurden doch völlig verschieden angewendet und hatten andere Bedeutung auch im Kampf, zumal das kurze Schwert ja noch i.d.R. durch ein Schild "unterstützt" wurde. Beide Arten zu Kämpfen haben sich ja nun vermutlich eher nicht begegnet, oder sehe ich das falsch? Ich sage deshalb nicht "Schwertarten" da ein Schwert (wie jede andere Waffe ihrer Zeit) nicht in Typen unterteilt wurde, sondern aus praktischer Sicht hergestellt und proportioniert war. Die Schwertlängen variieren daher ja auch stark bzw. es gibt es eig. einen flüssigen Übergang zwischen dem römischen Gladius und dem späten Bidenhänder. Salopp gesagt.

      Generell finde ich die Ausführungen von jpk sehr schlüssig. Wenn man tot ist, kann man sich nicht mehr über eine hübsche Klinge freuen. ;)
      Wenn du dein Schwert ziehst, denke nicht daran, wen du töten, sondern wen du schonen kannst.