Lazarus Orden

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Heribert von Werden

Guest
Die realen Anfänge des Lazarus Ordens liegen im Dunkeln und das Fehlen geeigneter Quellen erschwert den Zugriff auf seine Frühzeit. Der Orden, dessen Markenzeichen die Sorge um die Leprakranken bzw. Aussätzigen wurde, steht nach seiner Überlieferung in der Tradition jener frühen christlichen Gemeinschaften aus dem Orient, deren Zuwendung gegenüber Notleidenden und Kranken bereits im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus der Nachwelt beeindruckende Zeugnisse praktischer Nächstenliebe überliefert hat. Die besondere Identifikation der Ordensangehörigen mit Aussätzigen ist mehr als ein Indiz für eine Wurzel des Ordens, die weit älter ist, als die, die erst mit den Kreuzzügen in das Heilige Land kamen bzw. dort erst in Folge derselben neu gegründet wurden. Eine solche Hingabe für Menschen in Not und im Schatten des Todes findet sich im Abendland nicht vor der Bekanntschaft mit jenen kompromisslosen Anhängern der Barmherzigkeit, die sehr zum Ansehen und zur Verbreitung des Christentums in seinen ersten Jahrhunderten, insbesondere nach der konstantinischen Wende zum Beginn des vierten Jahrhunderts, beigetragen haben. Selbst die Muselmanen, die ab dem 6. Jahrhundert immer tiefer in den Vorderen Orient vorrückten und die griechischen Christen auf wenige Gebiete dort zurückdrängten, waren von dieser vorbildlichen sozialen Versorgung der Bevölkerung angetan, so dass sie den Christen die Betreibung ihrer Wohlfahrtseinrichtungen weiter ungehindert gestatteten. Der Geist von der barmherzigen Liebe Gottes atmete in diesen Einrichtungen und Gemeinschaften noch voll unverbrauchter Frische, als schließlich die ersten schweren Hufe der mächtigen fränkischen und normannischen Streitrosse um 1100 den Staub auf den Straßen und Wegen des Heiligen Landes aufwirbelten und den Beginn anderer Zeiten ankündigten, die gute 100 Jahre später die nahezu vollständige Vertreibung aller Christen aus dem heiligen Land zur Folge hatten. Es mag sein, dass die Überlieferung des Ordens legendäre Ausschmückungen erfahren hat, die aber einer historisch-kritischen Betrachtung und Methode nicht standhalten können. Doch eine rein historische Sicht über den Ursprung des Ordens wird weder der Tradition noch der Würde seiner Ahnen gerecht. Darum wäre der Weg einer chronologischen Darstellung und Abhandlung der Geschichte des Ordens nicht richtungsweisend. Erst mittels einer hermeneutischen Auslegung stoßen wir auf das Phänomen der Wirkmächtigkeit des Geistes von St. Lazarus, in dessen Ergriffensein über alle Zeitenwenden bis heute Menschen für Menschen in Not weltweit tätig werden. Darauf kommt es wirklich an. Denn erst so bildet sich ein Bogen zwischen Ursprung und Gegenwart, eine lebendige Beziehung, die durch Aufrechterhaltung der Überlieferung das Wirken des Ordens durchdringt und diesen trotz mancher Abschweifung und Entartung in seiner Vergangenheit immer wieder auf den wahren Kern seiner Bestimmung zurück geführt hat, sich den Ärmsten der Armen zu widmen, Menschen in Not, ohne Ansehen der Person. Diese Wachheit für die eigenen Quellen bewahrte den Lazarus Orden in seiner wechselhaften Geschichte mehrmals vor seinem sicheren Untergang. Die geistige Heimat des Ordens ist das griechische Christentum des Ostens. Quelle: st-lazarus-orden.de
 
Habe noch etwas Wissenswertes über den Lazarusorden gefunden: Die erste dokumentarische Erwähnung des Lazarus-Ordens findet sich im Jahre 1043 in einer päpstlichen Bulle von Benedikt IX., worin er dem Orden bestimmte Privilegien bewilligte. Aber bereits seit dem 4.Jahrhundert ist ein Hospital in der Nähe des Lazarustors in Jerusalem bekannt, das damals durch armenische Mönche geführt wurde. Im 9. Jahrhundert gab es dann zwei weitere Hospitäler, das Marienhospital und das Hospital des hl. Johannes, aus dem später der Hospitaler ( bzw. Johanniter-Orden ) hervorging. Diese drei Hospitäler wurden gemeinhin als Hospital von Jerusalem bekannt. Wann genau des Lazarushospital zu einem ritterlichen Orden wurde, ist nicht überliefert. Vor 1098 stand der Orden unter der geistlichen Protektion des griechischen Patriarchen von Jerusalem. Nach dem ersten Kreuzzug kam der Orden unter das Protektorat des römischen Patriarchen von Jerusalem. Bis heute steht der Orden unter dem geistlichen Protektorat des Patriarchen von Antiochia, Gregor III. in Gemeinschaft mit Rom. Die Aktivitäten des Ordens waren ursprünglich hospitalischer Art. Seine militärischen Funktionen ergaben sich erst etwa ab 1120 aus dem Umstand, dass die geistlichen Ritterorden ihre an Lepra erkrankten Mitbrüder zum Dienst bei den Brüdern von St. Lazarus überstellten. Diese Ritter bildeten im Lazarus-Orden jene militärische Formation der "lebenden Toten", die wegen ihrer Tapferkeit berühmt war, und zeichneten sich in nahezu zwei Jahrhunderten in vielen Schlachten aus. Berüchtigt war diese Einheit dafür, ohne Helm und Kopfbedeckung in den Kampf zu ziehen. Die durch Lepra entstellten Gesichter riefen beim Feind zumeist blankes Entsetzen hervor. Bekannt ist auch, dass der ebenfalls an Lepra erkrankte König Balduin IV. sich stets mit einer Garde aus Rittern des Lazarusordens umgab. Sie waren auch die Ersten, die ihm 1177 in die Schlacht von Montgisard folgten. Das gerade einmal drei Dutzend Ritter umfassende Kontingent kämpfte in der vordersten Reihe und schlug sich bis zur Mamlukengarde Saladins vor, der sich nur mit Mühe retten konnte. Bereits im 12. Jahrhundert breitete sich der Orden auf die Herkunftsländer der Kreuzfahrer aus. König Ludwig VII. von Frankreich verlieh 1154 dem Orden den königlichen Status und wies ihm das Schloss Boigny in der Nähe von Orléans zu. Nach der Niederlage von der letzten Kreuzfahrerbastion Akkon 1291, bei deren Verteidigung fast alle Lazarus-Ritter getötet wurden, war der Orden gezwungen, das Heilige Land zu verlassen, und Boigny wurde der Sitz des Großmagisteriums. Im Laufe des 14. und 15. Jh. entfaltete der Orden neben dem Dienste an den Leprakranken auch wieder seine militärischen Aktivitäten. Während des Hundertjährigen Krieges kämpften Lazariter für den König von Frankreich, während gleichzeitig englische Lazariter loyal an der Seite ihres Königs für England kämpften. Lazariter kämpften auch bei der Einnahme von Orléans zusammen mit der Hl. Johanna von Orléans. ---------------------------------------------------------------------------------------------------- Im 4. Jahrhundert ließ der Hl. Basilius, Bischof von Caesarea, vor den Toren seiner Stadt ein von Mönchen betreutes Spital für Aussätzige einrichten, das dem Hl. Lazarus geweiht war. Diese Gründung wurde zum Vorbild für die zahlreichen Leprösen-Häuser im Heiligen Land, so auch in Jerusalem. Neben der Pflege der Aussätzigen widmete man sich in den Spitälern des Hl. Lazarus zunehmend auch der Versorgung des stetig wachsenden Stroms von Pilgern aus allen Ländern Europas. Das Wort "Lazarett" weist bis zum heutigen Tage auf das segensreiche Wirken der Lazariter hin. Nach der Eroberung Jerusalems im ersten Kreuzzug (1098) erweiterte sich die Fürsorge in den Spitälern des Hl. Lazarus verstärkt auch auf Kreuzfahrer, unter denen die Lepra rasch neue Opfer fand. Mitglieder des Templerordens, aber auch anderer Ritterorden, die an Aussatz erkrankten, mussten sich von ihren Orden trennen und fanden Aufnahme in den Häusern des Hl. Lazarus. Unter dem Zwang der politischen Ereignisse übernahm der ursprünglich rein hospitalische Orden mit päpstlicher Unterstützung mehr und mehr auch militärische Aufgaben. Gemeinsam mit den Templern, Johannitern und Deutsch-Ordensrittern wurden dem nunmehr Militärischen und Hospitalischen Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem der Schutz der Heiligen Stätten und der Pilger übertragen. Die Ritter des Lazarus-Ordens werden beispielsweise in den Chroniken der Schlachten von Gaza (1244), Mansura (1250) oder Ramlah (1252) genannt. Nach dem Verlust Akkons (1291), der letzten Bastion der Kreuzfahrer vor ihrer Vertreibung aus dem Heiligen Land, an deren Verteidigung neben den Templern, Johannitern und Deutsch-Ordensritter auch die Ritter des Lazarus-Ordens beteiligt waren und einen hohen Blutzoll entrichteten, endete die Jahrhunderte lange Präsenz dieses christlichen Ritterordens im Heiligen Land. Rund 150 Jahre vorher, etwa Mitte des 12. Jahrhunderts, tauchte das grüne Kreuz des Hl. Lazarus erstmals auch in Europa auf. König Ludwig VII. von Frankreich übertrug dem Lazarus-Orden nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land das königliche Schloß Boigny bei Orléans, das später zum Sitz des gesamten Ordens avancierte. Neben Frankreich entstanden Ordensniederlassungen von Portugal bis Ungarn, von Italien bis Schottland. Aufbauend auf den einzigartigen Erfahrungen in der Pflege der Aussätzigen, die der Lazarus-Orden über Jahrhunderte hinweg im Heiligen Land sammeln konnte, übertrugen ihm kirchliche und weltliche Herrscher umfangreichen Besitz als materielle Grundlage zur Betreuung der Leprösen. Im deutschen Sprachraum bildeten Thüringen, die Schweiz, der Breisgau, Südhessen und der Mittelrhein Schwerpunkte des Lazarus-Ordens. Von besonderer Bedeutung hierbei war das Hospital Maria Magdalena in Gotha, das von der Hl. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, gestiftet und um 1229 an den Lazarus-Orden übergeben worden war. Das Haus erscheint fortan als selbständige Kommende des Lazarus-Ordens. Durch zahlreiche Schenkungen, insbesondere des Erzbischofs von Mainz, erlangte der Orden Besitz weit über Gotha hinaus. Hierbei sei insbesondere auf die Ordenshöfe in Breitenbach, in Braunsrode bei Heldingen, in Wackenhof im Kreis Eisenach, in Helmsdorf und auf die Kommende Sangerhausen in der Diözese Halberstadt hingewiesen. Neben Besitzungen in Thüringen bildeten die Kommenden im südhessischen Megersheim (wir verweisen hierzu auf den Abschnitt "Historie" auf der Website der Kommenden) und in Schlatt bei Freiburg im Breisgau einen besonderen Schwerpunkt der segensreichen Tätigkeit des Lazarus-Ordens in Deutschland. Ende des 15. Jahrhunderts nahm mit dem Rückgang der Lepra-Erkrankungen auch die Bedeutung des Lazarus-Ordens in Deutschland ab. Auf päpstlichen Erlass hin wurde umfangreicher Besitz des Ordens auf andere kirchliche Orden und weltliche Träger übertragen. Im Gefolge der Reformation, aber auch als Ergebnis weiterer Besitzverluste durch die Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts, zog sich der Orden aus Deutschland zurück. Eine Präsenz des Lazarus-Ordens auf deutschem Boden entstand erst wieder während der Französischen Revolution. 1791 waren in Frankreich alle königlichen und kirchlichen Orden aufgehoben worden; somit auch der Lazarus-Orden, der unter dem direkten Schutz der französischen Krone stand. Der amtierende Großmeister des Lazarus-Ordens, Louis Stanilas de France, der spätere König Ludwig XVIII, verließ Frankreich im gleichen Jahr und begab sich ins Exil in Koblenz. Er übte von dort das Amt des Großmeisters des Ordens aus. In dieser Zeit wurden beispielsweise der russische Zar Paul I und der schwedische König in den Lazarus-Orden aufgenommen. Pläne zur Vereinigung des Anfangs des 19. Jahrhunderts heimat- und besitzlosen Ordens vom Hl. Lazarus mit dem Orden des Hl. Johannes scheiterten am Widerspruch des russischen Zaren. Mit dem Ende der napoleonischen Epoche erlebte der Lazarus-Orden die Wiedereinsetzung in seine Rechte. Von der Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die weitere Entwicklung des Lazarus-Ordens erheblich von politischen Rahmenbedingungen und den Weltkriegen beeinträchtigt, so insbesondere auch in Deutschland. 1972 wurde die damalige "deutsche Delegation" in den Rang einer Kommende erhoben Im Februar 2001 folgte die weitere Erhebung in den Rang eines Großpriorats. Der 48. Großmeister des Militärischen und Hospitalischen Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem, S.K.H. Don Francisco de Borbón y Escansany, Herzog von Sevilla, ernannte I.D. Prinzessin Christa zur Lippe zur Großpriorin. Ihr folgte im September 2005 im Amte des Großpriors ihr Sohn, S.D. Prinz Ernst August zur Lippe. Quelle: Wikipedia; Deutsche Lazarus Hilfsgemeinschaft e.V.
 
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Na das nenne ich doch mal "ausführlich und informativ" !! Danke Frater Heribert ! Wirklich eine Freude diesen Tread zu lesen !
 
So, dann hab ich noch was aus meiner kleinen Schatzkammer: das ursprüngliche Lazaruskreuz aus der Gründung des Ordens das Mittelalterliche Lazaruskreuz in Anlehnung an die Templer das heutige Lazaruskreuz
 
Eigentlich komisch, dass der Lazarus-Orden nicht so vielen bekannt ist. Man nehme einfach mal das eigentlich geläufige Wort: Lazarett (Früher einfach ein Krankenhaus, seit dem 19. Jhdt hauptsächlich als Bezeichnung von Militärkrankenhäusern) Hab da auch bei Wikipedia was feines zu gefunden: Das Wort Lazarett geht auf ein Pestkrankenhaus auf der Insel Santa Maria di Nazaretto (Hl. Maria von Nazaret) in der Lagune von Venedig zurück. Unter dem Einfluss der Verehrung von Lazarus, dem Schutzheiligen der Kranken, der nach dem Bericht des Evangelisten Johannes im Neuen Testament durch Jesus vom Tod auferweckt wurde, wurde es im Volksmund bald Lazaretto genannt. Eine weitere Erklärung der Wortherkunft wird auf die hospitalische Tätigkeit des Lazarus-Ordens zurückgeführt.
 
@Ritter Randolf, da gebe ich dir recht, normalerweise leitet sich lazarett tatsächlich von Lazarus ab. Im mittelalter wurden diese Lazarette nur Hospital genannt wo auch heute noch in Österreich das Wort Spital sehr geläufig ist. Aber die meisten die mal ihren bundeswehrdienst abgeleistet haben wird dieser begriff eher unter dem begründer des roten kreuzes Henry dunant bekannt sein, der mitte des 19 jahrhunderts das rote kreuz gegründet hat. Der Lazarus Orden kümmerte sich fast ausschließlich um die Lebraerkrankten Menschen, selbstverständlich auch um andere erkrankte. Denn in der Bibel heißt es, das Jesus den an Lebra erkrankten und bereits verstorbenen Lazarus vom Tod auferweckt hat.
 
Der Lazarusorden Während der Zeit der Kreuzzüge entstanden unzählige Ritterorden und geistlich-militärische Gemeinschaften, die auch zumeist karikativen Zwecken nachgingen. Eine dieser Gemeinschaften widmete sich der Pflege und Versorgung Aussätziger: Der Orden des heiligen Lazarus zu Jerusalem (Domus leprosorum Sancti Lazari Jerosolymitani). Die Lazariter hoben sich vom Kreis der übrigen geistlichen Ritterorden durch die Besonderheit ab, dass sie nicht nur Leprose pflegten, sondern, dass neben gesunden Ordensmitgliedern auch Aussätzige als vollwertige Ordensmitglieder unter der Befehlsgewalt eines aussätzigen Meisters ihren militärischen Dienst versahen. Entgegen vieler Gerüchte, dem Orden des hl. Lazarus wären die an Lepra erkrankten Hospitaliter unterstellt worden, muss hier gesagt werden, das dies nicht bekannt ist und kein schriftliches Dokument darüber existiert. Aussätzige Templer hingegen mussten zur Zeit der Katalanischen Regel in den 1260er Jahren zu den Lazaritern wechseln. Dies scheint allerdings nicht mit großer Rigorosität verfolgt worden zu sein. Allerdings legten die Templer, welche schon immer gute Beziehungen zu den Lazaritern pflegten ihren aussätzigen Mitbrüdern den Übertritt in den Lazarusorden nahe. Der Orden des hl. Lazarus hatte wohl nie große militärische Bedeutung, wie etwa der Orden der Deutschritter oder der Orden der Templer und so ist nur wenig über die vom Lazarusorden unterstützten Schlachten bekannt. Die wohl bekannteste Schlacht ist die Schlacht von Montgisard im Jahre 1177, in der es 50 "Lebenden Toten" (wie die Leprosen genannt wurden) gelang die 1000 Mann starke Leibgarde Saladins (Ṣalḥ ad-D+n Yksuf b. Aiykb al-Malik an-Nasir ) zu zerstreuen und Saladin selbst in die Flucht zu schlagen. Man geht davon aus, dass die Leprosen "Lebenden Toten" ohne Kopfbedeckung in die Schlacht zogen und ihre von Lepra entstellten Gesichter blankes Entsetzen bei den Mameluken Saladins auslöste. Ferner ist ein Kontingent Lazariter bekannt, die Ludwig IX. auf seiner Ägyptenkampagne begleiteten. Es bleibt schlussendlich aber zu sagen, das die Militarisierung des Lazariterordens ohne Zweifel unter dem Einfluss der Templer vorangetrieben wurde. Der Mangel an Kombattanten im hl. Lande schien so groß gewesen zu sein, dass die Kreuzfahrerstaaten in ihrem Überlebenskampf auf alle halbwegs waffenfähigen Männer angewiesen war. Offenbar besaßen die Leprosen, obwohl im Alltag streng von der Welt der Gesunden getrennt, nicht einmal ein in Entferunung zu ihren gesunden Mitstreitern abgesondertes Heerlager, sondern lagerten direkt unter ihnen. Der Chronist Jean de Joinville schildert unbefangen wie vier Lazariter direkt in das Heerlager einreiten, um von ihren Kämpfen mit den Muslimen berichten.
 
Tracht Die Lazarener trugen anfangs wie die Augustiner-Eremiten ein schwarzes Habit und einen schwarzen oder dunklen Mantel ohne weitere Insignien. Seit Anfang des 12. Jahrhunderts, (wahrscheinlich seit der Zeit, als Raymond du Puy, der zweite Großmeister der Johanniter, Großmeister der Lazaristen geworden war) sollen die Lazarener in Palestina und später auch in Europa dann ein einfaches oder ein getatztes grünes Stoffkreuz auf der Brust des schwarzen Habits bzw. auf der linken Schulter ihres Mantels getragen haben, um sich von den Angehörigen der anderen geistlichen Ritterorden zu unterscheiden. Die grüne Farbe des Kreuzes wird unterschiedlich interpretiert: während einige Autoren dies als Herausforderung an die moslemischen Feinde verstanden wissen möchten (grün war die traditionelle Farbe des Propheten Mohammed), sehen andere Quellen diese Farbwahl im Gegenteil als Zeichen des Respekts und der Dankbarkeit gegenüber der bereits erwähnten Großzügigkeit, die Saladin den Lazaristen und ihren Anhängern erwiesen hatte. Andererseits soll grün auch die traditionelle Farbe von Hospitälern gewesen sein. Aus einer Regel des Ordenshauses in Seedorf aus dem Jahre 1314 weiß man, daß die Brüder zu dieser Zeit ein einfaches quadratisches grünes Kreuz trugen. Durch den Bericht über den Besuch König Karls VI (1419) in Boigny ist bekannt, daß zu dieser Zeit nicht nur die Ordens- und Laienbrüder das grüne Kreuz trugen, sondern auch die Domestiken und Diener des Ordens. Im 15. Jahrhundert veränderte sich die Form des dann getragenen lateinischen oder griechischen Kreuzes graduell, indem die Balken des Kreuzes mehr oder weniger stark geteilt wurden. Nach der Fusion mit dem Johanniter-Orden nahmen die Lazarener die Kreuzform der Johanniter an und konnten entweder das weiße oder das grüne Kreuz tragen. Später wurden die beiden Kreuzfarben dergestalt kombiniert, daß die Lazarener ein weißes Malteserkreuz mit einer grünen Bordüre trugen (nach anderen Quellen soll dieses grün-weiße Kreuz allerdings nur der Großmeister getragen haben).
 
Junge,junge, sehr viel zu lesen aber durchaus sehr informativ.(ja, auch für einen Heiden :D ) Danke und Grüsse Vom Donarson
 
Hallo Heribert, Herzlichen Dank für Deine Mühen. Ich finde diesen Thread empfehlenswert! :) viele Grüsse, der Viator
 
Danke, danke, wie ich bereits erwähnt hatte, stellen wir einen entsprechenden Lazarus Orden dar, stehen aber noch recht am Anfang. Aber wir versuchen dem recht nahe zu kommen, sofern es unser Geldbeutel und die entsprechenden Quellen zulassen.
 
Auch die 10 Stufen der Demut wurden vom Lazarus Orden streng eingehalten. Demut Die erste Stufe der Demut: Der Mensch achte stets auf die Gottesfurcht und hüte sich, Gott je zu vergessen. Die zweite Stufe der Demut: Der Mönch liebt nicht den eigenen Willen und hat deshalb keine Freude daran, sein Begehren zu erfüllen. Die dritte Stufe der Demut: Aus Liebe zu Gott unterwirft sich der Mönch dem Oberen in vollem Gehorsam. So ahmt er den Herrn nach, von dem der Apostel sagt: "Er war gehorsam bis zum Tod." Die vierte Stufe der Demut: Der Mönch übt diesen Gehorsam auch dann, wenn es hart und widrig zugeht. Sogar wenn ihm dabei noch so viel Unrecht geschieht, schweigt er und umarmt gleichsam bewusst die Geduld. Die fünfte Stufe der Demut: Der Mönch bekennt demütig seinem Abt alle bösen Gedanken, die sich in sein Herz schleichen, und das Böse, das er im Geheimen begangen hat und er verbirgt nichts. Die sechste Stufe der Demut: Der Mönch ist zufrieden mit dem Allergeringsten und Letzten und hält sich bei allem, was ihm aufgetragen wird, für einen schlechten und unwürdigen Arbeiter. Die siebte Stufe der Demut: Der Mönch erklärt nicht nur mit dem Mund, er sei niedriger und geringer als alle, sondern glaubt dies auch aus tiefstem Herzen. Die achte Stufe der Demut: Der Mönch tut nur das, wozu ihn die gemeinsame Regel des Klosters und das Beispiel der Väter mahnen. Die neunte Stufe der Demut: Der Mönch hält seine Zunge vom Reden zurück, verharrt in der Schweigsamkeit und redet nicht, bis er gefragt wird. Die zehnte Stufe der Demut: Der Mönch ist nicht leicht und schnell zum Lachen bereit, steht doch geschrieben: "Der Tor bricht in schallendes Gelächter aus."
 
Auch der Lazarus Orden verfügt über ein eigenes Ordensgebet:
Ordensgebet​
Herr Jesus, der Du uns gerufen hast, Dir zu dienen und Dich zu erkennen und in Deinem Namen im Orden des Heiligen Lazarus zu wirken, empfange zunächst den tiefsten Ausdruck unserer Dankbarkeit für diese große Auszeichnung. Laß uns durch Deine unendliche Güte untereinander einig sein, laß unser Verlangen, Dir zu dienen, nie vergehen und laß uns immer die hohen Ideale des christlichen Rittertums erstreben. Wir bitten, dass die Heilige Jungfrau über die Einheit des Glaubens wache, dass der Heilige Lazarus, unser Freund und Schutzherr, alle Beschützer unseres Ordens und die Brüder unserer Religion uns so erleuchten, dass wir nie verfehlen, die uns auferlegte Berufung und Pflicht, zu erfüllen. Bewahre uns vor Furcht und Zweifel. Mache uns allzeit bereit für gute Werke. Auf dass die Einheit der Kirche, die Aufrechterhaltung des Christentums und die Sorge für die Aussätzigen, Kranken und Hilfsbedürftigen immer Gegenstand unseres Strebens sei. Amen.​
 
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Heribert: Du hast meinen aufrichtigen Respekt vor so viel Hintergrundwissen! Vielen Dank daß du dieses mit uns teilst. ^^
 
Danke Viator, für eine ernsthafte Darstellung bedarf es schon einer gewissenhaften recherche um einigermaßen real diesen Orden dar stellen zu können, wobei man aber auch sagen muß, das man nie zu 100% an die wahren Begebenheiten kommen kann, da wir leider nicht über eine Zeitmaschine verfügen. Ich denke mal, das auch wir in gewisserweise das eine oder andere improvisieren müssen, da uns entsprechende Quellen fehlen oder die finanziellen Mittel fehlen. Sollte uns bei der darstellung der eine oder andere fehler auftauchen, so bitten wir um nachsicht. Das was ich hier geschrieben hab stammt aus gesicherten Quellen.
 
Habe da mal eine Frage: Kann mir jemand sagen wie die Zeitliche Einstufung der Kreuzformen des Ordens sind?........also wann welches Kreuz als "Erkennungszeichen" genutzt wurde.
 
@Uther, Das erste blaue Kreuz stammt noch aus der Gründungszeit ca. 4. Jhd. n.Chr. das grüne Tatzenkreuz ist die Einwirkung des Templerordens zur Zeit von Balduin IV. von Jerusalem im 12. Jhd. und das Kreuz in der heutigen Form wird zu Grunde gelegt durch die Einwirkung duch die Johanniter die dann die Templer zu beginn des 14. Jhd. ablösten. Genauere Daten sind leider nicht überliefert, es wird nur belegt, das lepröse Templer und Johanniter dazu gedrängt wurden in den Lazarus Orden überzutreten. Als der Templer Orden aufgelöst wurde übernahmen lepröse Johanniter die Ordensführung.
 
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@Heribert Vielen Dank für die prompte Antwort :D Darf ich fragen woher du ausser Tante-Wiki und der HP des Lazarus-Ordens deine Quellen beziehst? Das Thema fesselt mich im Augenblick richtig und ich würde noch gerne etwas mehr in die Materie eintauchen. Die Ritter-Orden an sich (Templer,Johaniter,Deutschritter) sind im Netz ja gut vertreten nur mit Infos über den Lazarus-Orden sieht es sehr "dünn" aus. Gruss & Dank Uther
 

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