weben von ungezwirnter Wolle

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    • weben von ungezwirnter Wolle

      Hallo zusammen,

      ich wollte mal fragen ob es unter euch noch mehr weber gibt.
      und wenn ja was ihr denn so webt oder mit welchen materialien.
      webt ihr auch mit selbst gesponnener wolle?
      ich bin dabei etwas zu experimentieren mit ungezwirnter wolle
      für kette und schuss, aus diversen ausgrabungen ist ja zu sehen dass sie
      es früher auch gekonnt haben.
      mich würde mal interessieren womit sie das garn geschlichtet haben
      könnten, irgendetwas werden sie gemacht haben weil die fäden
      sonst andauernd reissen.

      vielleicht weis ja jemand etwas darüber.

      viele grüsse,

      axel
    • Hallo Axel,
      da bist du an der gleichen Stelle am grübeln wie ich. =)
      Ich könnte mir das ungezwirnte Garn am Gewichtswebstuhl gut vorstellen, einfach, weil der mir weniger belastend erscheint für die Fäden (Kette)
      Schuß habe ich schon öfters unverzwirnt verwebt, da reißt auch nichts wenn die Drehung stimmt.
      Gewichtswebstuhl ist hier erst noch am Werden. Wenn es soweit ist, berichte ich gerne.
      Ansonsten webe ich auf einem einfachen Rahmen mit 80er Breite. Darauf dann alles was selbstgesponnen ist, vom Schaf über Alpaka, Cashmereziege, Mohair, Baby-Kamel, Baby-Yak.
      Als Kette nehme ich auch schon mal einen industriell gesponnenen Faden - eben wegen dem Reißen...
      So richtig helfen konnte ich dir nun ja nicht, aber nun weißt du, daß es hier noch Weber und Spinnen gibt. :hammel
      Gegenfrage :D: Spinnst du alles mit der Handspindel? Oder auch am Rad?
      Gar nicht neugierig bin...

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

      ...unterstelle nie Bösartigkeit, wo Dummheit als Erklärung ausreicht.

      meine Seite: wollkommode.de
    • spinnen + weben

      Hallo Fylgja,

      ich komme aus dem spätmittelalter, webe auf einem trittwebstuhl
      und spinne schon mit dem flügelspinnrad.
      bis zu der zeit sind meine stoffe dan auch authentisch zu nennen.
      der gewichtwebstuhl war eben vor meiner zeit. ich habe auch schon mit
      der handspindel gesponnen, aber dann bin ich jahre drann um das
      material für einen 4,5m langen und 75cm breiten wollstoff zu spinnen.
      das spätmittelalter passt da besser zu mir, ich fühle mich da auch am
      meisten heimisch. aber ich suche trotzdem immernoch quellen wo
      genauere angaben zu finden sind ob die verwebte wolle nun immer
      gezwirnt war oder nicht, das leinengarn zum beispiel war eigentlich nie
      gezwirnt.
      ich habe auch schon selbst flachs gesponnen und es dann ungezwirnt
      mit einer mehlschlichte versehen verwebt , hat tadellos funktioniert
      hatte keinen einzigen kettfadenriss, ich habe wohl mit etwas weniger
      kettspannung als bei industriegarn gewebt, es ist ein sehr schönes
      authentisches stück leinenstoff bei rausgekommen.

      so weit so gut,

      viele grüsse,

      axel
    • Hallo Axel,
      hey, das hört sich toll an.
      Meine Wolle wird ebenfalls auf dem Rad gesponnen. Mit der Handspindel dauert es mir auch zu lange. Jedoch steigert es meine Achtung in das Handwerk damaliger Zeiten enorm.
      Ich kann die Zahlen, die in den meisten Büchern stehen jedoch nicht so ganz glauben 160m Faden in der Stunde und für eine Tunika das Material in 14 Stunden...
      Wie man auf diese Zahlen kommt, würde mich mal interessieren...

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

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    • Hallo Fylgja,

      also 160 m in der stunde glaube ich auch nicht, ich schaffe mit dem
      spinnrad so ca. 200 m in der stunde, knapp, ich spinne ziemlich dün.
      mit der spindel dauert es noch viel länger.
      für einen fertigen strang von ca. 120m gezwirnter wolle brauch ich
      ca. 3 bis 4 tage.
      ich spinne so 3 viertelstunden am tag immer so zwischendurch, dann
      kriegt man doch einiges zusammen.

      ich empfinde das auch so wie du sagts, mit der achtung vor der arbeit
      die in den sachen steckt, ich mache schon jahre meine jacken und
      hemden selbst (hauptsächlich mit gekauftem garn) aber trotzdem.
      in letzter zeit spinne ich eben mehr selbst, ich habe mir kürzlich 1 kg.
      ramiefasern bestellt, kommt zwar eigentlich aus dem orient, aber ich möchte
      es mal ausprobieren, flachs habe ich ja schon gesponnen.

      ich denke mal viele von den leuten die die bücher schreiben, haben von der
      praxis nicht soviel ahnung.

      grüsse,

      axel
    • Hallo Axel,
      und hast du auch schon die Farbpötte benutzt???
      Das ist auch so ne böse Sache... :D
      Und nochmals ganz neugierig: Hast du ein altes Rad oder ein Modernes.
      Frag ja nur, ich las deinen Wohnort und dachte an Louet...

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

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    • spinnen + weben

      Fylgja,

      die "farbpötte" hab ich nur im ganz kleinen stil mal benutzt,
      grosse mengen kann ich nicht färben, auf dem elektroherd kostet
      es sonst unmengen an strom (und geld) um einen grossen pot
      am kochen zu halten, offenes feuer fällt aus da ich in einer
      wohnsiedlung wohne, das gäbe nur ärger.

      ich spinne dann eben naturtöne, bei mir in der nähe gibt es einen
      schafhalter mit texelschafen, weiss und dunkel.
      die normalen leute aus meiner zeit trugen die sachen auch meist so, habe
      ich gelesen.

      louet kenn ich aber mag ich nicht, ist mir irgendwie zu klobig.
      ich spinne auf einem ashford (traveller).
      worauf spinnst du denn?
      ich wasche die wolle übrigens nicht vorher, ich kardiere sie so wie sie vom
      schaf kommt und spinne sie dann, die fertigen stränge wasche ich dann mit
      etwas salz oder soda, so das noch fett drinn bleibt, hab ich auch gelesen
      dass das früher auch gebräuchlich war damit die kleidung regenabweisend
      war.
      ausserdem mag ich es wenn man noch etwas schaf riechen kann.

      viele grüsse,

      axel
    • Spinnräder...

      Hallo Axel, na dann will ich mich mal outen...
      Ich habe mehrere Spinnräder, liebe sie alle und würde keines davon hergeben.
      Mein erstes Rad war ein Traveller zweifädig mit Doppeltritt =), dann zog ein S10 und kurz danach ein S90 hier ein. Beide von Louet. Weiter ging es mit einem Ashford Joy und einem Traditional. Das gab es bei ebay im absoluten Schnäppchenpreis :D. Irgendwann zu Weihnachten zog dann mein derzeitiger Favorit hier ein, ein Schacht Matchless und den runden Abschluß bildet das kleine von Louet, das S45.
      Damit bin ich nun für alle Fasern ausgerüstet. Nun mag einer lachen, sooo viele Räder braucht es nicht. Was stimmt, prinzipiell, aber es gibt Fasern die ich nur auf bestimmten Rädern spinne...
      Zur Zeit gedeiht auf dem Traveller eine Maulbeerseide-Merinomischung und nebenbei auf dem Traditional eine Schafwoll-TussahSeidenmischung.

      LG
      Fylgja, noch von einem Spinnrad träumend, dem Rose von Majacraft
      LG
      Fylgja

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    • spinnen + weben

      Hallo Fylgja,

      da hast du ja auch ein traveller in deiner "sammlung", zum
      feinspinnen ist das ideal finde ich.

      ich habe heute mal einen eintrag gemacht bei "mittelalterhandel.de"
      für handgewebten stoff, vielleicht ergibt sich da was.
      ich würde gern für andere stoffe nach altem vorbild weben.
      ich habe eine sehr interessante seite entdeckt, wo die stoffe zwischen
      dem 13. und 15. jahrhundert beschrieben werden, anhand von funden
      also auch die bindungen und fadenzahl pro cm.
      "leider" stand da auch das die wolle so gut wie immer ungezwirnt war.
      nur ich bin jetzt mittlerweile soweit das ich das hinkriegen würde.
      ich habe getüftelt und bin dahinter gekommen dass es hauptsächlich
      darum geht das die wolle während des einziehens in die litzen und
      durch das riet keinerlei drehung verliert da sie sonst nicht mehr die
      stabilität hat.
      das heisst die fäden dürfen während des aufbäumens und einziehens
      niemals frei hängen (die enden).
      also nach dem aufbäumen direkt in jedes strangende einen knoten legen,
      und dan mit zwei personen einziehen, der eine löst ein strangende und hält
      es fest. dann gibt er immer faden für faden der anderen person, die sie
      dann durch die litzen zieht und dann direkt wieder fixiert. so verlieren
      die kettfäden keine drehung und bleiben sie stabiler.
      ausserdem gehe ich davon aus dass die wolle mit ziemlich viel drehung
      gesponnen wurde.

      so weit so gut

      viele grüsse,

      axel
    • Hallo,
      ich webe auch,bis zu Bekleidungsstoffen und handegesponnem Schuß,bin ich aber noch nicht vorgedrungen,ist aber in Planung.
      Was ich aber schon mal ausprobiert hab,ist Garn mit Knochenleim zu schlichten.Das hat gut geklappt,meine Befürchtungen das alles zu einem Bock verklebt haben sich nicht bestätigt.Wenn immer noch Interesse besteht,such ich das Rezept mal raus.
      Man soll auch mit Tapetenkleister (ohne Zusätze) schlichten können,oder Glutofix Bastelkleber,beides nur halb so dick anrühren,Garn rein,gut auswringen und in den Wind zum trocknen hängen,ab und zu vorsichtig durchkneten.

      Da der Tread ja nun schon älter ist,gibt es denn bei Euch Neues ?
      So an Geweben und Projekten ?

      Mein nächstes geplantes Projekt soll eine weitere Schlafdecke fürs Lager sein,nichts Belegtes sondern ein weiteres Übungsstück aus dickem Garn.Das macht Spaß weil es schnell zu weben ist,und man Muster und Fehler gut erkennt.Auf dem Webstuhl webe ich einen etwa 70cm breiten und gut 4m langen Streifen,den ich später teile,und seitlich aneinander nähe.Dann haben ich oben eine umgenähte Kante und am Fußende Fransen.Meine ersten beiden Decken haben ich aus gekauften verzwirnten Garn gemacht,die ziemlich kratzig geworden sind.Die nächste soll lockerer verwebt werden,in der Hoffnung,das sie fluffiger wird.Warme Decken kann man nie genug haben.

      Viele Grüße
      Silvia
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Hallo Silvia,
      och, es gibt was Neues. Zum einen ist das Rad, von dem ich *weiter oben* noch träumte hier eingezogen und sehr heimisch geworden. :D
      Meine Herde ist damit komplett.
      Gewebt wird hier auch noch.
      Allerdings immer noch mit industriell gesponnenem Garn für die Kette.
      Ich habe zwischendurch mal eine handgesponnene Kette aufgezogen, aber Spaß ist was anderes...

      Diese Decken fürs Lager sind toll warm und viel schöner als dieses gekaufte Zeugs.

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

      ...unterstelle nie Bösartigkeit, wo Dummheit als Erklärung ausreicht.

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    • Ich habe mich auch gerade mit dem Problem des unverzwirnten Garns befasst - nur die ganz alten Gewebe vom Neolithikum bis zur Hallstattzeit bestanden aus verzwirntem Schuß und einer ebenfalls verzwirnten Kette, danach war zumindest die Kette weiterhin verzwirnt bis etwa zur römischen Kaiserzeit. Das heißt natürlich, will man für eine Darstellung danach wirklich halbwegs authentische Tuche weben (von den Schafrassen etc. jetzt mal abgesehen), muss man sich mit einer unverwirnten Kette rumplagen.

      Da ich schon für ein kleineres Projekt stundenlang am Spinnrad sitze (Handspindel dauert viiiiel zu lange), bin ich bisher zu feige gewesen, das selbstgesponnene Garn für eine Kette auf meinem Webstuhl zu verwenden. Ein Gewichtswebstuhl wäre was anderes (aber den hab ich gerade nicht), ich denke, dass die mechanische Belastung der Fäden da nicht so groß ist - kein Litzeneinzug, kein Gatterkamm.

      Für das Projekt schlichten der Kette mit Knochenleim würde ich ja gern auf besseres Wetter und die Draußen-Saison warten...
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • Hallo Hugin,
      einem Gewichtswebstuhl würde ich mein handgesponnenes Garn auch anvertrauen.
      Der Versuch auf dem Webrahmen ging schief. Die Banspruchung durch den Gatterkamm war einfach zu groß und das Garn gab nach.
      Fester versponnen und verzwirnt... Nun ja, da wäre wohl eher eine Zeltplane denn ein weiches Gewebe rausgekommen.
      Was für ein Spinnrad hast du denn?

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

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    • Ich habe ein Kiwi von Ashford, mit Doppeltritt für Grobmotoriker wie mich :thumbup: . Generell ist das Garn schon recht fest gesponnen, aber es gibt eben immer wieder so Stellen mit weniger Drall, die beim passenden Anlass auseinander rutschen...

      Bis jetzt habe ich aber auch das Problem beim Aufbäumen, dass ich meistens allein bin und irgendwann die Kette entheddern muss - und das übersteht mein Handspinngarn niemals *seufz*.
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • Das Aufbäumen ging noch. Mein Garn gab beim Weben nach...
      Und bei aller Liebe, dazu ist mir mein Garn zu schade und natürlich auch die Zeit, die investiert wurde.
      Ich kauf das Kettgarn, habe einen ganz weichen Schurwollzwirn gefunden. Und das gibt ein weiches Gewebe.

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

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    • Hallo,
      na sicher darfst du fragen.
      Ich habe einen Schurwollzwirn von Seehawer & Siebert. Die findest du unter: www.naturfasern.com . Die haben den naturfarben und in einigen Farben gefärbt. Ich nehme immer den naurfarbenen und färbe selbst.
      Und erst letztens habe ich bei Sonja Fritz bestellt. www.wollknoll.de
      Da war es dieses Kammgarn: wollknoll.eu/shop/wbc.php?sid=…l&pid=2472&rid=83&recno=2
      Ist etwas fester, glatter und dünner als von naturfasern, aber ließ sich wunderbar verarbeiten.

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

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    • Danke für die Links, bei Naturfasern habe ich einen Katalog bestellt, das ist allerdings Großhandel und nicht für jedermann - mal schaun, Wollknoll ist mir schon bekannt und ich guck jetzt nicht zu lange sonst ist gleich wieder eine Bestellung unterwegs :D ...
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux
    • Ich werde wohl zum Sommer hin wieder bei Seehawer bestellen.
      Bis dahin dürfte mein Kettgarn aufgebraucht sein und naturfarbene Wolle sehr rar...
      Wenn du möchtest, kann ich dir da was mitbestellen.
      Das sollten wir dann aber per privat mail klären.

      LG
      Fylgja
      LG
      Fylgja

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    • hallo,
      ich hab jetzt was fertig gewebt..auf einem kleinen webrahmen..die kette ist gezwirnte wolle..der schuß selbstgesponnene wolle....das stück ist 3.7m lang und 0.5n breit.....
      und ca. 1kg schwer..also nicht besonders schwer und fest..
      meine gedanken..was mach ich nun daraus..wie kann ich das etwas stabilisieren ???vorsichtig filzen ???

      oder mach ich vorsichtig eine decke draus..teilen zusammennähen und mit einem wollstoff doppeln und durchsteppen ???
      das ding soll eigendlich etwas für Katans grundausstattung werden..

      habt ihr guten rat ?? manchmal haben ja andere viel genialere ideen.

      lg an diesem verregneten tag Fleißig