weben von ungezwirnter Wolle

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    • Mal wieder vielen Dank, Silvia, auch für deine PM :) .

      Am Schulwebrahmen stören mich am meisten die blöden Schlitze vorn und hinten.


      Welche meinst du, die schrägen Schlitze auf diesem "Querbalken", die das Fach bilden (oder zumindest sollen)? Ja, diese Konstruktion ist schon fragwürdig. Ich hatte Wollgarn als Kettfäden. Und diese Kettfäden hatten sich so furchtbar lieb, daß sie sich beim Umstellen nie wirklich voneinander trennen wollten ^^. - Aber immerhin kann ich bei diesem Rahmen den oberen und unteren Querbalken, an denen die Kettfäden befestigt sind (entspricht das eigentlich den Begriffen "Kett- und Warenbaum" bei einem richtigen Webstuhl?), drehen und mit Schrauben wieder feststellen. Ich hätte also theoretisch auch eine viel längere Kette aufziehen können.

      Ich hab mir jetzt beide in Frage kommenden Rahmen nochmal angeschaut: Die Harfe gibt es bis zu einer maximalen Breite von 80 cm, und der feinste angebotene Webkamm trägt die Bezeichnung 12 dpi. Wenn ich richtig nachgeschaut habe, entspricht das ungefähr fünf Kettfäden pro Zentimeter. Der feinste Kamm beim Ashford Loom ist nummeriert als 50/10, und ich nehme mal an, das sind 50 Fäden pro 10 cm? Dann habe ich mich nämlich getäuscht und die beiden nehmen sich überhaupt nichts, was die Dichte der Kettfäden angeht.

      Kann man auf einem solchen Webrahmen (mit Webkamm) eigentlich dann nur Leinwandbindung weben?

      Bildwirkerei wird sogar ganz explizit mit Leinwandbindung betrieben (ich hab das Kapitel bei Erika Arndt zur Sicherheit noch schnell überflogen ^^). Die Bindungsart ist eigentlich ein "unechter Rips" (glaube ich), das heißt, der Schußfaden wird so fest angeschlagen, daß der Kettfaden nicht mehr zu sehen ist - was genau die Bindung ist, die ich auch auf dem Schulwebrahmen als einzige hinkriege. Das gibt dann so ganz typische Rippen. Und dank Erika Arndts Buch weiß ich jetzt auch schon ein paar Sachen, die ich bei meinen halbherzigen ersten Versuchen am Schulwebrahmen falsch gemacht habe. Anscheinend sind 5 Kettfäden auf den Zentimeter sogar schon ein feineres Gewebe für Bildwirkerei.

      Ich denke momentan, es wird auf die Kromski Harfe hinauslaufen.
    • Hm... in diesem Thread wird ja irgendwie alles kreuz und quer angesprochen.... :P

      Weben/Geräte:
      ich habe zwei Webstühle;
      - 60cm Breite, 4 Schäfte, 4 Tritte, Wippen
      - 110cm Breite, 10 Schäfte, 10 Tritte, Kontermarsch
      Spinnräder, Haspeln und sonstiges Zeugs läuft bei mir unter "ferner liefen", eben als "Vorbereitungsmittel" zum Weben.

      Schlichten:
      Hier wird oft angesprochen, dass Dochtgarn oft reißen würde und man unbedingt schlichten sollte.
      Ich webe i.d.R. mit Nm 8, 10 oder 11 (Wolle), also schon nicht sehr dick und mit guter Kettdichte (z.B. 14-16F/cm), also mit Reibung der Kettfäden.
      Webe ich 10 Meter, reißen allenfalls 1-2 Kettfäden, trotz hoher Spannung.
      Das Thema "Schlichte" war also für mich bisher keines.

      Daher würde mich mal interessieren:

      • mit welcher Kettfadendichte & -Stärke webt Ihr, dass die Reibung derart hoch zu sein scheint...?
      • Welches Garn nehmt Ihr genau?


      Wenn bei jemandem die Fäden ständig reißen, könnte es evtl. m.E.n. an folgenden Gründen liegen:
      • Zu hohe Kettfadendichte im Verhältnis zur Fadenstärke / zu wenig Schäfte (eine Leinwandbindung mit 30F/cm sollte man z.B. auf 4 Schäfte verteilen, um die Reibung der Kettfäden zu verringern)
      • schlechte Garnqualität
      • unregelmäßige Spannung und ungleichmäßiges Weiterdrehen der Kette
      • zu wenig (!) Spannung der Kette, dadurch trennen sich die Fäden schlecht und reiben sich umso mehr


      FALLS ich doch mal schlichten müsste:

      Zu poröses Wollgarn würde ich einfach mit Lanolin vorbehandeln, um die Elastizität zurückzuerlangen.
      Leinengarn: ich würde feuchte Geschirrhandtücher auf die Kette legen.
      Baumwolle.... verwebe ich nicht.
      Seide... muss man nicht schlichten.

      Ich habe hier ein Weblehrbuch von 1866 liegen, darin stehen Rezepte für Schlichten (mit Leim und so...).
      Wen es unbedingt interessiert, dem könnte ich es kopieren und mailen. Ist aber in altdeutscher Schrift ;)

      Zur Frage im ersten Beitrag... welche Schlichte man wohl im MA genommen haben könnte... z.B. Talg! Ist sogar auch noch in den Färberezepten von 1866 dabei. Reines, ausgelassenes Rindertalg stinkt nicht und ist gut zu verarbeiten.

      Und zur Harfe: ich kenne jemanden, der damit webt und habe das auch mal ausprobiert.
      Stellt man die Kettfadenspannung stärker ein, versagen die Plastikzahnräder.
      M.E.n. nur für erste grobe Webversuche geeignet, nicht für Fortgeschrittene.
      Die Harfe hat nur einen Kamm, man kann also nur LW-Bindung weben.
      Angeblich soll man die Harfe erweitern können, aber mit den Plastikteilen und der losen Führung des Webkammes würde ich sagen, taugt das nichts.

      Gruß, Michaela

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Hallveig ()

    • dpi = dents per inch

      Perchta schrieb:

      Ich hab mir jetzt beide in Frage kommenden Rahmen nochmal angeschaut: Die Harfe gibt es bis zu einer maximalen Breite von 80 cm, und der feinste angebotene Webkamm trägt die Bezeichnung 12 dpi. Wenn ich richtig nachgeschaut habe, entspricht das ungefähr fünf Kettfäden pro Zentimeter. Der feinste Kamm beim Ashford Loom ist nummeriert als 50/10, und ich nehme mal an, das sind 50 Fäden pro 10 cm? Dann habe ich mich nämlich getäuscht und die beiden nehmen sich überhaupt nichts, was die Dichte der Kettfäden angeht.

      dpi = dents per inch

      1inch = 2,54cm

      12 Fäden auf 2,54, also 2,2 dicke Fäden/cm. Plus die Fäden zwischen den "Zähnen".... nun entspricht tatsächlich ca. 4-5 Fäden/cm.




      Und zum Thema "Harfe": hol Dir lieber bei Künzl einen vernünftigen Webstuhl. Gebraucht sind die gar nicht so teuer. Er hat auch Muster/Teppichwebstühle, Tisch- Flach- Hochwebstühle, etc.etc. p.p.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hallveig ()

    • Weben von unverzwirnter Wolle II

      Den Beitrag gab es wohl schon mal, aber vom eigentlichen Thema wurde abgeschweift und das Programm war eben der Meinung, ich sollte besser einen neuen Thread eröffnen, weil der alte schon sooo uralt...
      Okay.

      Weil ich Wolle spinnt und alle Familienmitglieder schon mit nadelgebundenen Handschuhen, Socken und evtl. Mützen eingedeckt sind, kam zwangsläufig eine Kromski-Webharfe ins Haus... ;)

      Nach ein bisschen rumüben soll mein erstes richtiges Projekt eine Lagerwolldecke sein.
      Kette gekaufte, gezwirnte Wolle, Schuss die wollweißen, beigen und graubraunen Knäul, die ich hier fleissig mit der Spindel produziere.

      Jetzt meine Frage an die Weber:
      Wie bereite ich meine Wolle zum Weben vor? Haspeln? Anfeuchten? Ganz nass machen?
      (Zum Naalbinden verzwirne ich immer nur mit sich selbst und spare mir das Haspeln - aber da komm ich wohl diesmal nicht drum herum, da sich die Decke sonst über dem Schläfer "verzwirbelt" oder einfach unschön wird?!)
      "It is no bad thing to celebrate a simple life."
      (Bilbo Baggins)
    • Liebe Katharina,
      genau so hat es bei mir auch angefangen.
      Auch ich habe die ersten schwangeren Regenwürmer verwoben. Bei mir hat es allerdings nur zu einer Gugel gereicht.
      Aus jetziger Sicht, rate ich Dir, mach das erste Projekt nicht aus ungezwirntem Garn.
      Mach Dich erst mit dem Webrahmen vertraut und verwurste erst mal ein billiges gekauftes Garn ,um ein Gefühl fürs weben zu bekommen, denn das weben mit handgesponnenem Wollgarn ist nicht ohne. Die Fäden kleben gerne aneinander beim weben, man braucht ein Gefühl wie viel Spannung man den Garn zumuten kann...

      hey - wieder ein Weber mehr *freu*
      Neue Seite mit Blog : zeitensprung-handweberei.de
    • Katharina di Mauro schrieb:


      Nach ein bisschen rumüben soll mein erstes richtiges Projekt eine Lagerwolldecke sein.
      Kette gekaufte, gezwirnte Wolle, Schuss die wollweißen, beigen und graubraunen Knäul, die ich hier fleissig mit der Spindel produziere.

      Jetzt meine Frage an die Weber:
      Wie bereite ich meine Wolle zum Weben vor? Haspeln? Anfeuchten? Ganz nass machen?


      Sofern du dein Selbstgesponnenes nur als Schuss verwendest, reicht es, das Garn nach dem Abhaspeln nass zu machen und unter etwas Spannung trocknen zu lassen. Damit blockst du den Drall im Garn, so dass es sich nicht mehr überdreht. Du solltest darauf achten, dass du beim Spinnen nicht zuviel Drall reinbekommst, das gibt später beim Stoff Wellen.
      Marled
      Kleidermotte in historischen Textilien aus Leidenschaft - näheres ist in meinem Blog Archäotechnik - textile Fläche zu finden.
    • Ach, so ein paar Wellen... Die geplante Decke aus dem Selbstgesponnenen wird ein Geschenk für meinen Mann... Der freut sich auch mit Wellen! ;)

      Wieviel Drall ist denn zuviel?

      Nein, Quatsch, ich hab mir schon einen Kilometer gezwirntes Kettgarn besorgt und die erste Ladung Selbstgesponnenes Dochtgarn für den Schuss lag heute mittag chillig im Entspannungsbad und blockiert jetzt (nach einer neckischen Runde in der Salatschleuder...) mit einer Flasche Cola unsere Dusche... :rolleyes:

      Jaa, Wolle müsste man sein... :D
      "It is no bad thing to celebrate a simple life."
      (Bilbo Baggins)
    • EIGENTLICH sollte das ja mein Weihnachtsgeschenk sein... Ich musste sie nur spontan schon bestellen, weil es wegen Kromski-Ausverkaufs des Händlers 30 % Rabatt gab...
      Und jetzt musste ich sie ja grad mal anweben - um zu gucken, ob auch alles damit in Ordnung ist... :D

      Sehr sehr schönes Spielzeug!!!! :D
      "It is no bad thing to celebrate a simple life."
      (Bilbo Baggins)
    • @ Katharina

      Magst Du weiter berichten, wie Deine Erfahrungen mit der Kromski-Harfe sind?

      Meine stand nach einem ersten Versuch - bei dem ich Probleme mit der Fadenspannung hatte, erst einmal als Staubfänger herum, Klar - ich hatte die Zahnrädchen falsch eingebaut. Eine Anleitung bei Youtube schaffte endlich Abhilfe. Es ist sehr sonderbar, dass ein so renomierter Hersteller nicht in der Lage ist, eine ordentliche Anleitung in mehreren Sprachen zu liefern. Die Plastikrädchen finde ich nach wie vor unschön - aber dafür ist die Harfe eben auch deutlich günstiger. Nun, zu meiner Überraschung halten die Rädchen.
      Schären geht auch - naja, für den Notfall. Ein Schärbrett oder -baum sind natürlich schöner.
      Ich habe eine Kette aus selbstgesponnener Wolle aufgezogen, die aus meinen Anfangsspinnerjahren stammt und allerlei Schwachstellen aufweist. Bis jetzt ist alles hm, ok, könnte aber besser sein. Ich sehe in der Harfe eine nette Möglichkeit als Zweitgerät, welches man in der praktischen Tasche auch ganz gut herumschleppen kann. Weiß jedoch nicht, ob ich mich noch einmal für den Kauf entscheiden würde. Wer auch vor dieser Fragestellung steht, rate ich, sich die Harfe vorher anzuschauen, wenn möglich auch auszuprobieren.

      Gruß
      Britta
    • Wir haben die Harfe gleich mir youtube- Video aufgebaut!! :D

      Bekloppt fand ich, dass die Holme von Kromski beschriftet sind - quasi 1 an 1 und 2 an 2 schrauben - aber mit dieser Montage konnte man den Rahmen nicht anständig zusammenklappen - die Füße waren im Weg!
      Erst nachdem ich die Teile entgegen der Beschriftung umgeschraubt hatte, hat's gepasst.

      Das Weben ansich auf der Harfe finde ich sehr schön.
      Ich habe mit der Spannung keine Probleme und die Ränder bleiben schön breit, mir geht höchstens 1 cm verloren.
      Die Plastikzahnräder sind mir auch nicht geheuer, aber bis jetzt funktionieren sie.

      Die Schärvorrichtung habe ich zwar auch schon genutzt, aber ich schäre lieber direkt durch den Kamm - quasi von Wohnungstürgriff zu Wohnzimmerende... ;)
      Mir hat nicht genug Wolle auf die Schärzapfen gepasst, ich hab's immer gerne am Stück ohne paar mal anzufangen.

      Bislang habe ich als Kette gekaufte Wolle genutzt, mir ist auch noch kein Faden gerissen. Wenn man den Kamm gerade ranzieht, verschleißt die Wolle an den doch recht scharfkantig anmutenden Kammlöchern nicht.
      Nach zwei, drei Probeschals/ Tischläufern habe ich zwei Lagerdecken gewebt. Längs am Stück und dann auseinandergeschnitten und zur Decke zusammen genäht.
      Die Decken habe ich mit ungezwirntem Selbstgesponnenen als Schuss gewebt.

      Gerade bin ich dabei, verzwirnte Wolle als selbstgesponnene Kettfäden zu fabrizieren - für die erste komplett selbstgesponnene Decke. Aber das kann noch dauern... Ich brauche ja einen guten Kilometer!
      "It is no bad thing to celebrate a simple life."
      (Bilbo Baggins)
    • Katharina di Mauro schrieb:

      Mir hat nicht genug Wolle auf die Schärzapfen gepasst, ich hab's immer gerne am Stück ohne paar mal anzufangen.


      Ja, das ist nur für schmale Stücke geeignet.

      Zahnrädchen - ich habe schon mal nach Zahnrädern und Sperrhebeln unter Maschinenersatzteilbedarf nachgesehen, dort aber nichts gefunden, was 1:1 passen würde. Ich hätte sehr gerne beides aus Metall. Momentan hälten die Plastikteilchen zwar, aber Metall ist mir an dieser Stelle sicherer.

      Danke für Deinen Bericht, Katharina.

      Gruß
      Britta
    • Hallo ihr beiden, meine Harfe habe ich jetzt ungefähr ein Jahr.
      Ich habe sie damals gebraucht gekauft. Alles funktioniert noch
      tadelos und ich bin total zufrieden mit ihr.

      Zum schären benutze ich aber zwei Klemmen und renne lieber
      hin und her ,als dass ich meinen Rücken verbiege wenn ich in gebückter
      Haltung versuch das Garn durch denn Kamm zu friemeln.

      Zur Zeit webe ich einen Stoff für ein Trägerkleid.
      Mit 80 cm Breite kann man schon eine Menge machen .