Erfahrungen mit Wolle und Leinen.

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@sigurdur: Nur als Frage, bei einem dicken Wollstoff müsste doch nicht gefüttert werden, und gibt es eine Annahme nach der Rechteckmäntel gefüttert waren?
Ich schweife nochmal ab ins frühe 20.Jhdt. Da wurden bei der Armee in Deutschland neue Soldatenmäntel eingeführt. Die waren zwar aus Wolle aber nicht gefüttert. Der Kälteschutz war miserabel. Die Truppe beschwerte sich. Also kam in das nächste Fertigungslos ein Futter rein - Baumwolle. Nun gab es keine Klagen mehr. Es wärmt nicht die Wolle, sondern die Luft zwischen einzelnen Stofflagen wirkt als Isolator - hier nur der einfache Zwiebelschaleneffekt. Deswegen solten Mäntel etc. gefüttert sein. Klar ist in einem dicken Wollstoff auch Luft eingeschlossen, aber der Effekt wie mit Futter ist nicht der gleiche. Futter kann ich nur empfehlen. Futter in einem Kleidungsstück sollte eigentlich in den Eigenschaften dem Oberstoff entsprechen - also macht man mit Wolle in Wolle nichts verkehrt. Das wußten auch schon unsere Altvorderen. Sinngemäß gilt das auch für das MA. Zu Rechteckmänteln kann ich nichts beisteuern, da für Textilien im MA die Quellenlage nicht so prall ist wie in späteren Epochen.
 
Ich hab immer schon beim Kaufen / bestellen des Stoffes ein Problem. Da die meisten Events ja im Sommer sind möchte ich nicht zu dicke Klamotten haben. Aber ab welcher Dichte/schwere / what els ist ein Wollstoff oder leinen Stoff *blickdicht* also gramm / Meter ?????????????????????????????????????????? :ups
 
Kommt immer auch auf die Farbe mit an und Blickdicht ist bei Kleidung wieder was anderes als bei Vorhängen, bei Wolle würde ich aber sagen reichen 200g/m², bei Leinen 140g/m² und bei Seide 70g/m².
 
Also mit Blindkäufen habe ich da keine guten Erfahrungen, auch wenn man sich an gewissen Grammaturen orientiert. Es ist immer auch davon abhängig, wie das Ausgangsmaterial beschaffen ist (Wolle ist nicht gleich Wolle) und wie es gewebt und evtl weiterverarbeitet wurde. Wenn du die Möglichkeit hast, kauf direkt auf einem Markt beim Händler oder nach Begutachtung einer Stoffprobe :)
 
Also mit Blindkäufen habe ich da keine guten Erfahrungen, auch wenn man sich an gewissen Grammaturen orientiert. Es ist immer auch davon abhängig, wie das Ausgangsmaterial beschaffen ist (Wolle ist nicht gleich Wolle) und wie es gewebt und evtl weiterverarbeitet wurde. Wenn du die Möglichkeit hast, kauf direkt auf einem Markt beim Händler oder nach Begutachtung einer Stoffprobe :)
Hast du vielleicht ein, zwei Tipps woran man guten Stoff erkennt. (ist vielleicht ein bisschen allgemein :huh: ) Ein Stoff der sich "gut anfühlt" ist ja nicht gleich ein Stoff der gut ist. Hier auch mal von der Webart an sich abgesehen. Ich bin mir immer etwas unsicher, wenn man dann mal etwas in der Hand hat. (und nicht jeder Händler erzählt einem immer die ganze Wahrheit... :/ )
 
Mach eine Brandprobe bei Wolle: Zünde ein Stückchen an, lass es kurz kokeln und dann warte ne Sekunde zum Abkühlen. Wenn du dann die schwarze Kohle einfach so wegzupfen kannst und nichts zurück bleibt, ist es reine Schurwolle. Bleiben Reste zurück, dann sind Polytierchen dafür gestorben.
 
Mach eine Brandprobe bei Wolle: Zünde ein Stückchen an, lass es kurz kokeln und dann warte ne Sekunde zum Abkühlen. Wenn du dann die schwarze Kohle einfach so wegzupfen kannst und nichts zurück bleibt, ist es reine Schurwolle. Bleiben Reste zurück, dann sind Polytierchen dafür gestorben.
Das ist gut, danke :)
 
Zünde ein Stückchen an, lass es kurz kokeln
...und rieche am Qualm. Duftet es wie beim Hufschmied der dem Pferd gerade ein Eisen auf den Huf brennt, so ist es Wolle. Alternativ, wenn kein Schmied mit Pferd in der Nähe, fackel einen abgebrochenen Fingernagel ab. Stoff aus Polytierchen schmilzt, so wie eine Plastiktüte.
 
Oder du enthaarst mal wieder deine Bürste und nutzt das tote Haar zur Gegenprobe/Vergleichsprobe. Dann musst du nirgends was abschneiden oder ein Pferd quälen.
 
oder ein Pferd quälen
Das quält sich genauso wie Du und ich beim Fingernägelfeilen... :) Die einzigen die sich beim Beschlag quälen sind der Schmied und ich wenn wir im Qualm stehen, der so herrlich nach verbrannter reiner Schurwolle riecht... <X Mit dem Haar hast du recht - habe ich gar nicht dran gedacht.
 
Die einzigen die sich beim Beschlag quälen sind der Schmied und ich wenn wir im Qualm stehen, der so herrlich nach verbrannter reiner Schurwolle riecht... quote]Dann weiß ich Bescheid :D Vielen dank nochmal, an alle. Und das mit dem Schmied stimmt, wir beschlagen bei guten Wetter nur noch draußen :p
 
Zufallsentdeckung von mir: Ich hatte einen Wollstoff für min Star Wars Projekt mit 10% Kaschmir und 10% Polyamid und wollte den Wollanteil mit Kaffee etwas nachdunkeln. Um das Ergebnis zu überprüfen hatte ich kleine Stoffreste mit rein geschmissen. EInen habe ich dann ausgespült und zum Trocknen in den Ofen gelegt, in dem ich gerade eine Pizza gebacken hatte, hinterher hatte ich eine harte Plastikplatte. Die Kunstfasern wurden ausgeschmolzen und der Stoff hat sich damit gesättigt. Den Farbtest konnte ich damit vergessen, aber für eine Schnellprobe ob im Wollstoff eine Kunstfaser stecke, könnte das taugen. Einfach einen Fitzel davon backen und schauen was passiert.
 
Zufallsentdeckung von mir: Ich hatte einen Wollstoff für min Star Wars Projekt mit 10% Kaschmir und 10% Polyamid
Ihhhhhhhhh wie un-A. Wolle und Kaschmir in einer Star Wars Darstellung. So laufen doch nur GroZu's herum. :D
 
Mh? Kashmir-Schafe gabs so viel früher und so weit weg sicher schon mal. Bin mir aber nicht sicher, ob ich in Zukunft meine Wolle wirklich testen will indem ich meine Pizza damit belege :wacko: .
 
Kaschmir ist nur für Sith-Lords belegt... (Quelle: George Lucas, Futural clothing and equipment of the Dark Side, Imperial Press Ltd., Bespin City, ISBN R2-D2-C-3PO; Seiten 8231 - 8155) :ups :back
 
Aber meistens will ich meine Wolle doch beim Händler schon testen - und ob ich da den Backofen benutzen darf?! Dann doch eher die Faser-Feuerzeug-Nummer. Doch dafür bitte den Laden noch mal verlassen, sonst wird der Verkäufer irre!!
 
Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten Verkäufer es sogar von sich aus anbieten, dass du eine Brandprobe machst. Und sie haben ein Feuerzeug dabei.
 
Das Problem bei der Brennprobe ist halt, dass die eigentlich nur bei reinen Stoffen ordentlich funktioniert, mit Mischgewebe hat mans schwer. Wohl auch ein Grund warum einem zwielichtige asiatische Seidenhändler immer die Brennprobe anbieten, obwohl man sich sicher sein kann dass da ein guter Anteil Viskose drin ist.
 

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