Frage zum Beizen

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    • Frage zum Beizen

      Hallöchen,

      ich hab mich jetzt auf den letzten Festen mal langsam ans Färben meiner Wolle gemacht. Ich hab erstmal mit Walnußschale gefärbt, weil ich es ohne Beizen probieren/üben wollte.
      Dabei kam eigentlich ein recht schönes Braun raus.
      Jetzt möchte ich aber mal weiter testen und hab mir Alaun besorgt.

      Meine Frage: Kann man theoretisch Beizen und Färben auch in einem machen oder muss ich das immer in 2 Schritten erledigen? Auf den Festen ist ja nicht soooo viel Zeit..
      Wenn nicht.. kann ich dann ein paar Tage vorher schon zuhause das Beizen erledigen und dann am Fest nur Färben?

      Achja.. und kann ich Eisens. zur Nachbehandlung auch in der Apotheke oder so bekommen? Habs bei der letzten Bestellung leider vergessen.
      Liebe Grüße
      Ardere (die sich eigentlich schon lang Ava nennt) ;)
    • Hallo
      ich bin ja nun nicht so der "Wollfreak" :D darum habe ich grade mal im Forum gesucht. Habe folgendes gefunden: Blauholz
      Bei der Methode würde es sich ja anbieten, zuhause zu beizen.
      ... und kann ich Eisens. zur Nachbehandlung auch in der Apotheke oder so bekommen? ...

      Wenn ich mich auskennen würde, wüsste ich wohl, was du mit "Eisens." meinst :rolleyes:
      Hier wird es aber wohl am einfachsten sein, den Apotheker zu fragen (auch wegen den Preisen)
    • Kann man theoretisch Beizen und Färben auch in einem machen


      Ich hab's selber noch nie versucht, aber hab schon mehrmals gelesen, daß es gemacht wurde. Kann ich also nicht viel dazu sagen.

      Wenn nicht.. kann ich dann ein paar Tage vorher schon zuhause das Beizen erledigen und dann am Fest nur Färben?


      Definitiv ja, das mache ich nämlich immer so :D . Färbegut einfach nach dem Beizen ungespült trocknen lassen und vorm Färben nur nochmal kurz anfeuchten, bevor man's in den Topf schmeißt.

      @svarthals: Ich denke mal, gemeint ist Eisensulfat ^^. Das gibt's wohl in der Apotheke oder auch in Gartengeschäften (? scheint auch als Moosvernichter Verwendung zu finden). Ich hab's aber noch nie gekauft, weil ich mir immer Eisenwasser mache (alte Nägel oder sonstige Eisenkleinteile mit Essig und Wasser in einem Glas ein paar Wochen vor sich hin rosten lassen, braune Brühe abgießen). Angeblich reicht es auch schon, rostige Eisennägel in den Topf zu schmeißen, damit der Farbumschlag von Gelb zu Grün stattfindet.
    • Danke :D Jetzt bin ich um einiges Schlauer.
      Werde dann wohl das Beizen noch zuhause erledigen.. oder lass ich es auf einen Versuch ankommen? Mal sehen. Falls ich es probiere, sag ich bescheid, was daraus wurde.

      Das mit dem Eisenwasser klingt ja interessant. Wusste gar nicht, dass das so auch geht.
      Und ja - ich meine Eisensulfat. ;)
      Liebe Grüße
      Ardere (die sich eigentlich schon lang Ava nennt) ;)
    • Sodala.. hab am WE erst 200g Wolle gebeizt und dann mit Heidekraut gefärbt. Das Ergebnis ist ein schönes, dezentes Lindgrün.
      Da ich den Farbsud nicht wegschütten wollte, aber keine gebeizte Wolle mehr hatte, hab ich einfach Alaun und Wolle reingeschmissen. Anfangs war das ganze seeeehr Gelb (fast neon). Jetzt ist es ein sehr sehr dezentes Gelb geworden.. wenn man das Gelb nennen kann. Ob das nun an der gleichzeitigen Färbung/Beizung lag oder daran, dass es der 2. Zug war.. keine Ahnung. Das nächste Mal beize ich vielleicht doch wieder vor, wobei ich die Farbe an sich nicht schlecht finde.
      Liebe Grüße
      Ardere (die sich eigentlich schon lang Ava nennt) ;)
    • Hallo Ardere,
      du kannst getrost vorher beizen, und das Beizgut ohne Ausspülen trocknen lassen.
      Was auch gut geht und bei manchen Färbungen auch in der Anleitung steht ist Beizen, nicht ausspülen und das Beizgut feucht in einen Beutel tun.
      Ich habe die Erfahrung gemacht, daß getrenntes Beizen und Färben die Farben leuchtender, haltbarer eben *anders* macht.
      Da hilft aber, wie so oft beim Färben das Ausprobieren und Experimentieren.
      LG
      Fylgja

      ...unterstelle nie Bösartigkeit, wo Dummheit als Erklärung ausreicht.

      meine Seite: wollkommode.de
    • Ich habe auch schon beides ausprobiert.

      Meine Erfahrung dabei ist, je länger die Beize an der Wolle bleibt, um so besser zieht die Farbe in die Wolle.

      Will meinen, zuhause gebeizte Wolle (die ich dann über nacht im Bottich habe liegen lassen und anschließend einfach getrocknet habe) hat ein leuchtenderes,
      durchgefärbteres Ergebnis gebracht als Wolle, die ich (weil ich daheim nicht mehr zum Beizen kam!) kurz vorm Färben noch 2-3 Stündchen gebeizt habe.
      Da war die Farbe im Ganzen blasser und ich hatte so den Eindruck, dass das Innere des Fadens nicht so gefärbt war wie der sichtbare Oberfaden.

      In Freienfels hat mir eine Färberin den Tipp gegeben, dass man die Beize auch ruhig ein paar Tage in einer Plastiktüte ziehen lassen solle.
      Werde ich demnächst ausprobieren, aber nicht an Seide oder Merino, weil Beizen die Faser aufschließt und das (meiner Meinung nach ...) die Faser schwächt und
      bei zu langer Beize auch zerstört.

      Kadlin
      Nur der Geduldige erntet was reif ist.
    • Kadlin schrieb:

      In Freienfels hat mir eine Färberin den Tipp gegeben, dass man die Beize auch ruhig ein paar Tage in einer Plastiktüte ziehen lassen solle.
      Werde ich demnächst ausprobieren, aber nicht an Seide oder Merino, weil Beizen die Faser aufschließt und das (meiner Meinung nach ...) die Faser schwächt und
      bei zu langer Beize auch zerstört.
      *Beizen auf Vorrat*, sprich heute Beizen, nächste Woche auf`m Lager färben nehme ich meist in feuchtem Zustand mit. Um die Faser zu schonen gibt es bei Merino nur 10%ige Beize, statt 15% Alaun.
      Außer bei holzigen Farbstoffen, da ists nun mal ne 15%ige Beize. Und nach knapp einer Woche ist kein Unterschied zu bemerken, der sich nicht nach dem abschließenden Waschen regulieren ließ.
      Seide wird bei herkömmlicher Beize brüchig, glanzlos, stumpf und hart. Seide reagiert auch so bei zu heißer Färbung und ist für *kochende Färbungen* völlig ungeeignet.
      Für Seide ist eine Beize mit essigsaurer Tonerde empfehlenswert. Gibt es in Tablettenform in Apotheken und gut sortierten Drogerien.
      Damit gebeizt kann die Wolle bedenkenlos wochenlang aufs Farbbad warten.

      Wichtig nach der ganzen Färbeprozedur ist das abschließende Waschen mit einem pflegenden Wollwaschmittel, ähnlich der Haarkur nach dem Haare färben oder der Dauerwelle...
      LG
      Fylgja

      ...unterstelle nie Bösartigkeit, wo Dummheit als Erklärung ausreicht.

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    • Danke für eure Antworten. Ich sehe schon, dass ich wohl echt zu "kurzfristig" gebeizt hab. Das ging bisher Hand in Hand mit dem Färben und die Farben könnten sicher deutlich schöner sein.
      Ich hab immer Dochtwolle genommen.. das macht also gar nichts, wenn die Sachen so lang Feucht gelagert werden? Dann probiere ich das noch. Das nächste Fest ist ab dem 02.07. .. Da wäre noch Zeit.
      Achja.. nehmt ihr besondere Töpfe zum Beizen zu Hause her? Also reine "Beiztöpfe"
      Liebe Grüße
      Ardere (die sich eigentlich schon lang Ava nennt) ;)
    • Hallo Ardere,
      ich färbe und beize im elektrischen Einweckpott.

      Noch ein Tipp für tolle Farbspiele:
      Wolle beizen mit 10% Alaun, feucht in einen Müllsack geben und von den Farbstoffen die du *rumliegen* hast jeweils eine Handvoll dazu.
      Alles schütteln, fest verschließen, dunkel lagern und *vergessen* für die nächsten zwei Wochen.
      Nach zwei Wochen den Beutel aufschütteln, drehen und wenden und erneut vergessen.
      Nach vier Wochen ausschütteln, trocknen lassen und die Wolle waschen.
      Wird total schön, meliert, doppelgefärbt, nuancenreich...
      Mach ich gerne mit zu verwebender Wolle, aber auch mit Sockenwolle.
      LG
      Fylgja

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    • Nee, der Pott ist nur fürs Färben/Beizen.
      Vorm Alaun hätte ich zwar keine Bedenken, kommt ja auch in Kinderknete, aber mit Natriumdithionid und Amoniak habe ich dann doch Probleme...
      Färben macht irren Spaß und lädt zum experimentieren ein.
      Ich hüpfe dann schon mal wie Rumpelstilzchen um den Pott, wenn eine Farbe besonders toll wird. ;-)))
      Zuletzt geschehen bei Krapp auf hellbraune Babykamelwolle... Die wurde dunkelrot, fast bordeaux...

      Mittlerweile sollte ich meinen Wollberg aber erst mal reduzieren, bevor ich weiter färbe...
      LG
      Fylgja

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    • Ja, das denk ich mir auch mit dem Beizen. Da ich bisher nur auf Lager gebeizt hab, hab ich mir einen alten Eisentopf dafür geschnappt. Der ist jetzt nur noch dafür da.

      Krapp ist auch noch so eine Sache, die ich probieren will. Am WE ist aber wohl erstmal Weidenrinde dran. Bin gespannt, was dabei rauskommt. :D
      Bin aber auch ständig bei dem Topf und schau mir die Farbergebnisse an und da das Interesse der Leute oft recht groß ist, macht das ganze experimentieren noch viel mehr Spaß. (Auch wenn manche erstmal fragen, ob ich Spaghetti koche - jepp.. Wollnudeln)
      In Regensburg kamen letztens extra welche nochmal um das Ergebnis bewundern zu können.

      Die Wolle ist bei mir schon wieder verplant - zumindest zum großen Teil. Die Gruppe will genadelte Socken haben. ;)

      Du färbst auch farbige Wolle? Ich hab bisher nur weiße genommen.. ohh.. das bringt mich auf Ideen. :D
      Liebe Grüße
      Ardere (die sich eigentlich schon lang Ava nennt) ;)
    • Ja, naturfarbene bekommt manchmal auch ein Farbbad gegönnt.
      Wenn die dann noch meliert ist, finde ich die Ergebnisse besonders lebendig.
      Ich habe ne hellgraue Possum/Corriedale eingefärbt, die dunkelgraue bis schwarze aber auch weiße Fasern hatte, die wurde rostig gefärbt. Ich weiß aber nimmer womit... :heul
      Die ist so toll geworden. Den Pulli muß Ragnar im Winter so oft anziehen....
      LG
      Fylgja

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