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Wilde Jagd...

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    • Wilde Jagd...

      Hallo, ich hatte vor kurzem mit einem Bekannten einen kleinen Disput, bei dessen Lösung wir einfach nicht weiterkamen - daher stelle ich die Frage in der Hoffnung auf Lösung mal hier ein:

      Es heißt ja im Volksmund, das die wilde Jagd in den Rauhnächten (zwischen Weihnachten und Neujahr ), über den nächtlichen Himmel zieht - soweit, sogut.

      Die Frage, die zu unserem "Zwist" führte, war, wird die wilde Jagd auch in den Rauhnächten von Odin angeführt - oder nur, wenn Ragnarök, das Weltenende, eintrifft?

      Ist hier jemand, der diese leidige Frage klären kann? :help
    • @ Phelan ... du hast noch nichts von der Wilden Jagd gehört? Ohne patzig wirken zu wollen: besser als bisher kann ich´s nicht erklären. Das ist halt ne Überlieferung die sich in manchen Gegenden bis in unsere Zeit gehalten hat (vielleicht vergleichbar mit den Pferdeköpfen an den Giebeln mancher Bauernhäuser - auch wenn der Vergleich vielleicht hinkt)

      @Brenna - Mythologie - Unterforum? ähem - jaaa... bin ich noch nicht drauf gestossen...
    • Da das Topic ja schon hier liegt kann es sicher einer der Moderatoren dahin verschieben wenn es nicht hier stehen bleiben soll ;)
      Und für das nächste mal findest du das Mythologie-Unterforum unter den Historischen Grundlagen.

      Für Leute denen die Jagd nichts sagt ist sie in dem Wiki-Link mal grob erklärt, also brauchst du nicht unbedingt versuchen sie zu erklären, Wulfger ;)
    • Ich kenne als Führer der wilden Jagd nur Wotan, der auch Odin heisst (oder andersherum ;) ).
      Habe dazu allerdings auch keine mytholigische Fachliteratur, vllt kann da jemand aushelfen?
      Aufbau einer Altsachsendarstellung des 7. Jahrhunderts im (späteren) Augau, Gebiet um Höxter, bekannt durch das Kloster Corvey.

      Immer auf der Suche nach Weisheit.
    • Wulfger, ich denke, darauf wirst Du keine allgemein gültige Antwort finden. Die wilde Jagd variiert stark in den regionalen Erzählungen.

      Ich habe mich sehr intensiv mit dem heimischen Sagenkreis am Elm beschäftigt und allein hier gibt es folgende Variationen:

      - Die wilde Jagd zieht vom Herbst bis zum Frühjahr durch die Lüfte, besonders aber in den Zwölfen (den Rauhnächten). Dann bleibt man am besten zu hause, verschließt fest alle Fenster und Türen und malt mit Kohle ein Kreuz an die Tür. Begegnet man ihr, so zieht man den Hut und grüßt. Umschauen soll man sich nicht nach ihr, das bringt Unglück. Am besten meidet man die wilde Jagd, denn sonst kann es passieren, daß man in die Lüfte gezogen wird und auf ewig mit ihr ziehen muß. Angeführt wird sie vom wilden Jäger, manche sagen, das ist Herr Wode (Wotan/Odin) andere sagen, es sei ein gottloser Jägersmann, der den Sonntag nicht heiligte, sondern zur Jagd ritt. Zur Strafe muß er nun bis zum jüngsten Tag durch die Lüfte jagen und alle bösen Geister ziehen mit ihm.

      -Wieder andere sagen, Hans Hackelberg, ein großer Wilddieb, finde im Grab keine Ruhe und sei verflucht zu jagen, bis in alle Ewigkeit. Wer ihm auf seinen nächtlichen Ritten begegnet, den zwingt er, sich ihm anzuschließen. Holzfäller haben ihn reiten sehen, auf einem schwarzen Pferd, mit einer großen Meute schwarzer Hunde. Sie haben sich aber still verhalten, so daß ihnen nichts geschah. An bestimmten Stellen im Elm tränkt die Jagd ihre Pferde, dabei darf man sie nicht stören.
      Fast identisch gibt es die Geschichte mit Berno von Cramm, dem "tollen Junker", der auf einem Ritt im Elm zu Tode kam.

      -Nach einer anderen Überlieferung ist es der ruhelose Förster von Ampleben, der von der Jagd nicht lassen kann. Im Leben war die Jagd ihm das Wichtigste, wichtiger noch als Weib & Kind und jeden Tag jagte er mit seinem Schimmel durch den Elm. Seine Frau war darüber verbittert und sagte ihm: "Du wirst wohl erst im Grab Ruhe finden.", worauf er entgegnete:"Da will ich gern bis in alle Ewigkeit reiten!" Und so ist gekommen, er reitet bis zum heutigen Tag mit seinem Schimmel durch die Lüfte.
      Kein Weg ist lang, mit einem Freund an der Seite.

      Wichtelhilfe: Solange ihr mir nix mit Kaffee oder Lakritze schickt, bin ich happy...
    • @ Phelan - nicht soooo schlimm - aber für jemanden, der damit aufgewachsen ist, quasi unvorstellbar ;) - so hat wohl jede Gegend ihre Bräuche - und alles kann man ja nicht wissen, sonst wären wir ja wohl nicht hier... .

      @ Urs - ich fürchte, mit der allgemein gültigen Antwort könntest du recht haben - man wird hundert Jahre alt und lernt nicht aus - das mit dem Wilddieb oder dem Förster, das kannte ich noch nicht - auch von Frau Perchta hab ich bislang noch nicht gehört...

      sooo, jetzt klink ich mich aus und mach mich lang - :sleeping:

      guten abend zusammen...
    • Ritter Kunz schrieb:

      Und wegen der Wilden Jagd soll man auch zw. Weihnachten und Silvester keine Wäsche waschen, damit diese sich nicht in den Leinen verfängt.
      Bei uns heißt es darüber: "Datt gifft Dodenlaken" (Das gibt Totenlaken). Auch wenn man die Wäscheleine auf dem Hof hängen läßt, beschwört man damit den Tod eines Mitbewohners herauf.
      Ebenso soll es Unglück bringen, wenn man an diesen Tagen spinnt & strickt.
      Am meisten Übel geschieht in den Rauhnächten in der Silvesternacht, am besten verläßt man das Haus erst gar nicht (wahrscheinlich waren damals schon besoffene Knaller unterwegs... :D ).
      Kein Weg ist lang, mit einem Freund an der Seite.

      Wichtelhilfe: Solange ihr mir nix mit Kaffee oder Lakritze schickt, bin ich happy...
    • Bei uns in OWL hat sich nur erhalten, dass man überhaupt nicht waschen darf, zwischen Weinachten und Sylvester, weil sonst jemand stirbt, ganz ohne weitere Erklärung halt…sozusagen rudimentär
      So ganz ohne Mythologie, wer eine Raunacht gesehen hat (keine Angst nicht wirklich draußen nur auf den Balkon) der weiß es ist eine ganz besondere Atmosphäre draußen...
    • auch bei uns in der steiermark ist die wilde jagd klarerweise ein begriff. dazu gibts in meiner heimatgegend (region ennstal/ausseerland) noch ein kleines detail: wenn man merkt dass die wilde jagd kommt und man ist im freien, so soll man sich in eine ackerfurche legen und verharren, bis sie vorbeigezogen ist. ;)
      die sache mit dem jäger ist wohl auch sehr verbreitet, bei uns taucht diese "tragische" figur jedoch nicht in den rauhnächten, sondern beim krampusumzug am 5. dezember auf. der jäger ist derjenige, der die wilden krampusse anführt und die leute fragt, ob er seine wilden gesellen "hereinlassen" darf. die ganze krampus-schar ist wohl auch eine parallele zur wilden jagd, nur der termin ist anders.
    • Wode ist der Anführer

      Ich kenne es so, das Wode der Anführer der wilden Jagd ist. Die toben dann übern Wald und man soll den in den Raunächten nicht betreten, weil man sonst erschlagen wird.
      ( Gefrorenes Holz und Sturm, da fliegt schon mal was)
      Tja, und wer Wäsche wäscht, muß die Aufhängen, und das soll man nicht tun, da sonst einer stirbt. ( Wäscheleine und Winterdepression kann nun mal tödlich sein)
      Desgleichen Messer offen rumliegen lassen

      OT
      Wode und Odin sind nicht gleich: Wode ist Donars Schwager und Freyas Mann. Odin ist Thors Vater. Da gibts also doch Unterschiede
    • Also ich kenn das so rum, dass Wodan ein anderer Name für Odin ist, der mit Frigga verheiratet ist, die oft mit Freya gleichgestellt/verwechselt wird. Odin gehört mehr in den skandinavischen und Wodan oder Woden in den angelsächsischen und kontinentalen Bereich.

      In den Rauhnächten darf sich nichts drehen - keine Spindel/Spinnrad und ergo auch keine Waschmaschine ;-).
      Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden, als in den Büchern,
      Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst.

      Bernhard von Clairvaux