Unbenanntes Dokument

Ermittlung des Zuggewichtes von historischen Bögen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ich verstehe zugegebenermaßen grad nicht so ganz was du meinst. Bei "echten" englischen Langbögen (also Kriegsbögen) wird das Zuggewicht in der Regel bei 32" gemessen.

      Moderne Sportbögen und Pseudo-"traditionelle"Bögen mit moderner Auslegung werden meist auf 28" gemessen.
    • Finde ich schon mal sehr schöne Antworten.
      Das mit den Marry Rose Bögen hat mich auch sehr überrascht. Sprich das die einige davon real getestet haben. Wieviel Bögen wurden da denn insgesammt gefunden? Waren das genügend um einen Test durchzuführen der eventuell das Abbleben des Bogen zur folge hat?

      Die Sache vom Anfang, mit Bogenstärke nach Abbildung schätzen ist nicht so ganz meins. Weil man gerade bei Abbildungen sich auch immer nen Kopf drum machen muß warum das so gezeichnet wurde. Kann ja auch sein, das die malbare Sehne wegen der Pinselstärke schon recht dick ist und der Maler dann schon irgendwie zeigen wollte das der Bogenstave deutlich dicker als die Sehne ist. Oder aber das durch die übertriebene Dicke des Bogen dieser hervorgehoben werden sollte.

      Gibt es eigentlich Funde von einer Art Tillerholz? Für mich ist auf die Art das sinnvollste das gleichmässige Biegen zu sehen.
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
      Ich bin für intelligente Wissensabwehr, wenn das nicht hilft nehm ich nen Hammer.
      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Ich verstehe zugegebenermaßen grad nicht so ganz was du meinst. Bei "echten" englischen Langbögen (also Kriegsbögen) wird das Zuggewicht in der Regel bei 32" gemessen.



      Das es Leute gibt die durch kurze Arme oder notwendige Kraft nicht auf 32 Zoll kommen habe ich schon oft gesehen,wenn es solche Engländer nicht gibt/gab ist das natürlich eine andere Sache.



      Gruß Maik
    • Nemi Norison schrieb:

      mit Bogenstärke nach Abbildung schätzen ist nicht so ganz meins. Weil man gerade bei Abbildungen sich auch immer nen Kopf drum machen muß warum das so gezeichnet wurde.
      Ich würde auch nie behaupten, dass man nur anhand von Bildquellen auf die tatsächliche Zugstärke der Bögen schließen kann. Aber es hilft immer möglichst viele verschiedene Quellen zu verwenden und zu interpretieren.

      Damastschmied schrieb:

      Das es Leute gibt die durch kurze Arme oder notwendige Kraft nicht auf 32 Zoll kommen habe ich schon oft gesehen,wenn es solche Engländer nicht gibt/gab ist das natürlich eine andere Sache.
      Naja, ich bin mit meinen 175cm eher klein und stämmig. Hab auch nicht so lange Arme. Wenn ich normal am Kinn anker, hab ich einen Auszug von knapp 28". Die engl. Kriegsbögen werden allerdings bis zu Ohr ausgezogen. Da komm ich locker auf 31 - 32 Zoll...

      Geile Bilder von den Bögen :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      Gruß Jannis
      Wer sich verbrennt, beherrscht das Spiel mit dem Feuer nicht...
    • Das hat jetzt nicht zwangsläufig was mit enormer Körpergröße zu tun, aber bei einem Auszug hinters Ohr sollten fast alle Menschen auf mindestens 31 Zoll kommen, in der Regel eher 32.

      Boa, die Bilder von den Bögen sind vielleicht geil. Das war noch Eibe, von deren Qualität wir heute nur noch träumen können.^^
    • Ok bei 137 kann man schon evetuell einen riskieren.
      Oder gab es vor den Zugtest ein paar Messungen vorher um amzudecken ob die den Zug Test auch überstehen?
      Meine Zurechnungsfähigkeit wird wie kalter Fisch am besten Freitags oder auf einem Laufband serviert.
      (von mir, Ende 2013)
      Bei philosophischen Sprichwörten die von fliegenden Fliegenpilzen presentiert werden, ist eine gewisse Skepsis angebracht!
      (von mir, vorhin)
      Ich bin für intelligente Wissensabwehr, wenn das nicht hilft nehm ich nen Hammer.
      (ich, Wilnsdorf Oktober 2014)
    • Nemi Norison schrieb:

      Oder gab es vor den Zugtest ein paar Messungen vorher um amzudecken ob die den Zug Test auch überstehen?


      Wie das bei den MR-Bögen war, kann ich zwar nicht konkret sagen, aber zum einen gehe ich davon aus, dass die Zuggewichte in den Tests kontinuierlich gesteigert wurden. Zum anderen weiß ich, dass insbesondere bei so enormen Fundmengen, auch einzelne Exemplare den dendrologischen und dendrochronologischen Untersuchungen zum Opfer fallen um Alter, Materialdichte, Wuchsort etc. zu ermitteln. Insoweit unterstelle ich jetzt einfach mal, dass die nach abgeschlossenen Untersuchungen schon überlegt haben, ob die Bögen überhaupt einer Untersuchung standhalten.
      „Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.“
      Konrad Adenauer
    • Nun, wenn die MR bogenstärke am Original gemessen wurde, wage ich die wahnsinnskraft mit 160#, immerhin so 75 kg zu bezweifeln. Die Eibe ist sehr gut abgelagert :) und entsprechend fest.
      Aber selbst 80-120 wäre denn schon gewaltig. Zum Vergleich:
      Normale Männer, halbwegs trainiert, kotzen schon ( auf´m MA-Markt) bei 30# ab!! Die meisten Sportschützen so bei 40#
    • Hinweis zu Eibenholz:

      Bei der Aufarbeitung des Gräberfeldes von Oberflacht (FMA, ausgegraben 19. bis 1. Drittel 20. Jahrhundert, publiziert Schiek, Das Gräberfeld der Merowingerzeit bei Oberflacht in Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. 42/1, 1992) mit seinen phantastischen Holzfunden waren die Bearbeiter über die Qualität der Eibenholzbögen überrascht: zuerst hielt man sie für Replikare, aber aufgrund der Inventaretiketten wurde erkennbar, dass es sich um die Originalfunde handeln mußte, sprich: das Eibenholz war "neuwertig". Eibenholz hält sich im Feuchtbodenmilieu sehr gut, die MR-Bögen sind daher wahrscheinlich noch "beschießbar".
    • Agroman schrieb:

      Wilfried schrieb:


      Normale Männer, halbwegs trainiert, kotzen schon ( auf´m MA-Markt) bei 30# ab!!


      Naja, da übertreibst du jetzt aber ein bisschen, findest du nicht? :D
      Leider nein!! Es ist erschreckend, bei vielen jungen Mädchen , so ~ 18 ist mit 15 Schluß, erwachsene Frauen 20-25 und über die Hälfte der Männer so 30# , Ende im Gelände.
      Der normale Trainingszustand in Deutschland ist katastrophal!!
    • das kann ich mir absolut nicht vorstellen ich ziehe 60 Pfund ohne training um die 50 schuß und meine Holde kann ihn zumindest ausziehen wenn auch nur 1 oder zwei mal...

      Aus welchem teil deutschlands kommst du denn?

      Und ich muss dazu sagen ich bin ein ziemlich übergewichtiger mensch der nicht wirkich sport treibt...
      Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten :D
    • Wilfried schrieb:


      Normale Männer, halbwegs trainiert, kotzen schon ( auf´m MA-Markt) bei 30# ab!! Die meisten Sportschützen so bei 40#
      Ich als Teenager schafe mit meinem 35lb´er ohne Probleme 75 Schüsse mit Probleme sogar mehr :P
      Sportschützen auch öfter einen Compoundbogen.
      Männer die einen 60er gut schießen können kenn ich auch eine Handvoll.
      Und dazu gibt es hier auch den einoderanderen der nach eigenerausage einen 100er+ schießen kann.
      nur als kleine Anmerkung :)
    • Ich muss zugeben, ich kann es mir schwer vorstellen, dass ein erwachsener Mann keine 30 lbs ziehen kann.

      (Vorsicht, jetzt kommt ein Roman :D :D !)

      Ich z.B. bin jetzt 17 Jahre alt und schieße 90 lbs, Kriegsbogen.

      Ich hab ganz früher als kleiner Junge mit Spielzeugbogen geschossen, also 15-20 lbs, dann ab (glaub ich) meinem 12. Lebensjahr oder sogar etwas früher einen glasbelegten modernen Flachbogen mit 30 lbs, das von Anfang an problemlos und für grob 3-4 Jahre. Dann kam der Sprung zu "echten" Primitivbögen, in rascher Abfolge 45 und dann 65/70 lbs. Und schließlich vor nicht allzu langer Zeit der Hardline-Übergang zum 90 lbs Warbow. Nach dem 30iger war das pro neuem Bogen immer eine kurzeitige, anstrengende Kraftsteigerung, aber danach ging und geht es nach wie vor ziemlich gut.

      Den meisten Leuten, die noch nie geschossen haben, und das bei mir mal ausprobieren wollen, gebe ich meinen 45iger, der jetzt vll. aufgrund von starkem Stringfollow (der und der 70iger sind aus billigem Eschenholz) noch 30/35 hat. Und die meisten (uvoreingenommenen) Leute schaffen das ganz gut, außer Frauen, für die isses meist hart. Ich hab das Ding sogar mal nem 11-Jährigen gegeben, und er brachte es auf 28 Zoll gezogen und geschossen, auch wenn man ihm die Anstrengung ansah.

      Dass absolut unerfahrene Leute meinen 70iger und 90iger überhaupt nicht handhaben könnten, ist klar. Ich habe schon jemanden bei einem Auszug von grob 5 Zentimetern an meinem 70iger versagen sehen, aber andererseits auch schon vollkommen unerfahrene Leute, die meinen 90iger Warbow unter Anstrengung fast auf halben Auszug gekriegt hätten.


      Und jetzt kommts: Ich bin ansonsten absolut unsportlich. In Schulsport einfach nur ne Niete, eine große, schlaksige Niete. Aber ich hab die Kraft, um einen Warbow zu verwenden. Wir haben bei uns massig gute Sportler, richtige Schränke, voll durchtrainiert, und trotzdem: Die würden den Warbow nicht mal ansatzweise halb so weit bringen wie ich.
      Und von daher stimmt es natürlich schon: Bogenschießen beansprucht derart komplexe und eigenartige Muskelkombinationen, dass man nicht einfach ein starker Schütze ist, wenn man ansonsten auch stark ist.


      ABER: Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein durchschnittlich gebauter Erwachsener an 30 Pfund versagt. Wenn doch, dann ist das ne ziemliche Pfeife :P .

      Naja, gut, die meisten meiner Freunde haben sich damals mit dem 30 lbs schon sehr dämlich angestellt und würden es heute noch tun, wenn sie es wieder versuchen würden...aber trotzdem: Ein erwachsener Mann? Komisch...