Mittelalterliche Getränke ohne Alkohol?

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Frische Pfefferminze mit Limette auf Eis. Nicht kochen sondern lange ziehen lassen. Das bekommt man auch um diese Jahreszeit noch. Komplette Pflanzen im Krug lassen....kann man mehrmals aufgießen.
 
Im Endeffekt ist es ganz einfach. Ich behaupte jetzt zuerst einfach mal vollkommen unbelegt, Saft wurde nicht getrunken. Ich kenne jetzt tatsächlich keinen Beleg für Saft und Saft ist mikrobiologisch ziemlich instabil, weswegen er sich kaum zum Einlagern eignet, aber das ist eigentlich mehr oder weniger irrelevant. Der Punkt ist eher dieser: Ab wann sprach man im Mittelalter bei Wein von Wein und bei Bier von Bier? Quasi direkt nach dem Keltern bzw Ausschlagen. Sobald das Zeug im Bottich lag, wurde es auch schon getrunken. Da für die Getränkeherstellung für die ganze Familie große Gefäße benötigt werden, lässt sich anhand der typischen Haushaltsausstattung, die eher wenige solche Gefäße aufweist, relativ gut belegen, dass erst gebraut wurde, wenn der Vorrat aufgebraucht war und trinken muss man täglich, auch wenn das Zeug erst nach längerer Lagerung gut wird. Hefe hat die wundervolle Eigenart, während der Gärung sämtliche anderen Mikroorganismen zu verdrängen, solange es blubbert, ist das Getränk sicher, es muss also nicht ausgären(kennt man ja vom Federweißer). Hat die Hefe allen Zucker aufgefressen, hat sie ihre Umgebung so mit Säuren und Alkohol verseucht, dass nach ihr auch nichts anderes mehr wächst, was einen Menschen umbringen könnte. Was lernen wir daraus? Saft wurde getrunken, auch wenn er nicht Saft hieß. Malzbier ebenfalls. Und was können wir folgern? Du kannst deinen Gewürzwein mit Traubensaft ansetzen, einfach nach einem Rezept für normalen Gewürzwein und trotzdem bleibt er "A". Macht auch durchaus Sinn, dass er heiß über die Kräuter gegossen und dann vergoren wurde, damit sich mehr Inhaltsstoffe aus den Gewürzen lösen, eine Manica Hippocratis ist sicher auch nicht so eng, dass sie Hefe absieben würde.
 
Kwas gab es schon im 10 JHT, das durch Milchsäurevergärung und Brotresten hergestellt werden kann. Mit Früchten verfeinert eventuell genießbar. Da müsste man experimentieren. Ich kenne nur Brottrunk was in etwa genauso hergestellt wird. Schmeckt aber total eklig. Keine Ahnung wer so etwas trinkt....soll aber gesund sein. Kinder trinken das nur nach nem Tagesmarsch durch die Wüste.
 
So ca seit 10.000 vor Christus, wobei man sich ja immer streitet ob zuerst das Brot oder das Bier da war. Aktueller Stand ist erst Brei, dann Bier, dann Brot, kann sich aber jährlich ändern. Man geht davon aus, dass Fermentation, also alkoholische Gärung, einer der Auslöser für Zivilisation ist. Das heißt nicht, dass Hefe bekannt war, noch in der frühen Neuzeit nannte man sie einfach "das Zeug". Hefe wurde weder dem Bier, noch dem Wein zugegeben. Bei Wein leben Hefen direkt auf der Schale, die beim Rotwein ja mitvergoren wird, beim Bier ist das etwas komplizierter. Es sind erstmal vermutlich wilde Hefen gewesen, die sich als Lebensmittelschädlinge überall ansiedeln, wo es Lebensmittel gibt. In Bärten besonders gerne, aber eigentlich überall auf der Haut und natürlich in Vorratsgefäßen, besonders aus Holz oder anderen rauen Oberflächen. Vielleicht kommen sie auch ursprünglich von Früchten, die dem Bier zugegeben wurden. Diese Hefen bekommt man aus den Holzbottichen und offenporigen Tongefäßen natürlich nicht mehr raus, die ziehen tief ins Material ein. Setzt man nun dort ein Bier an, fängt es irgendwann an zu gären. Bäckt man Brot, hilft das beim Aufgehen. Bäckt man erst Brot und braut danach Bier, sind die Arbeitsgeräte dermaßen kontaminiert mit jungen Hefen, dass die Gärung besonders schnell eintritt und man mehr Zeit übrig hat, um Prinzessinnen zu entführen. Das Prinzip kennt man vom Sauerteig, in einem Dorf in dem ich mal gewohnt habe haben sie mal ein 250-jähriges Sauerteigjubiläum gefeiert, in Belgien machen sie es ähnlich mit Bier, nur dass die eben nicht eine Portion vom Alten ins neue geben, sondern einfach nicht sauber machen zwischen den Suden. Der Unterschied zum Mittelalter ist nur eben, dass wir heute ziemlich genau wissen was wir tun, damals dachte man, Gott macht das Bier höchstpersönlich haltbar.
 
Die Bäcker hatten das beste Bier auch schon vor 1516 nur wusste niemand warum. http://www.bier-lexikon.lauftext.de/hefe.htm In einem 1000 l Fass Wein setzt sich ca. 100 kg Hefe ab. Daraus kann man einen leckeren Schnaps brennen. Habe vor 30 Jahren in einem Weingut oft machen müssen. Gott macht das Bier höchstpersönlich haltbar gefällt mir ! :thumbsup:
 
Da kommt der Brauergruß "Gott geb Glück und Segen drein" her. Wenn fertig gebraut ist, liegt es an Gott, das Bier zum Gären zu bringen. Das derzeit früheste nachweisbare Bier, das aus Gerste gebraut und mit Hopfen aromatisiert wurde, datiert übrigens auf das sechste Jahrhundert nach Christus. Der Trossinger Sänger hatte in seinem Grab unter Anderem eine hölzerne Feldflasche voll Bier liegen, das dem heutigen recht nahe kommen dürfte.
 
ui danke. Evtl kann ein mod ein eigenes thema draus basteln.... sonst zerstören wir das eig thema. Ich finde es sehr interessant und würde gern mehr drauf eingehn wollen
 
Schade das Saft, wie ich oben gelesen, nicht belegt ist . Ein bekannter Safthersteller vertreibt Heidelbeersaft , voll lecker, aber nicht wirklich billig.
 
Schönes Thema... und schwierig umzusetzen. Alle tranken möglichst kein Wasser, sondern zumindest Bier mit eher allg. schwachen Alk.gehalt. Daher würde ich als Veranstalter genau dies so sagen und sofort einschränken, dass dies heute bei Heranwachsenden eher nicht sooo gut ankäme... und also eine Saftvariante genutzt wird. Versteht jeder, akzeptiert jeder.
 
@Sigurdur die idee mit dem heidelbeersaft kam mir auch. Ich seh nur folgende Problematik. Heidelbeeren wie wir sie heut kennen auf den Plantagen und im Garten kommen aus Kanada zu uns. Im Mittelalter dürfe es wohl nur die kleinen Beeren im Wald gegeben haben. In sämtlichen Aufzeichnungen wurde sie nicht gross erwähnt. Jedoch gibt es Latrinenfunde die auf Heidelbeeren hindeuten. So jetz meine Überlegung... warum sollte sich jemand die Mühe machen und so eine kleine unbedeutende Beere in den Mengen pflücken und ausquetschen zu Saft? Einen Kamm zum.Pflücken der Beeren wie es heute bei uns verboten ist... wäre mir kein Fund bekannt und jeder der schon mal im Wald war Heidelbeeren pflücken.... weis wie anstrengend und mühsam das ist. Selbiges gilt für Johannisbeeren... die kamen erst im 16. Jh zu uns. In Persien hattest sie im 11. Jhd Andrerseits wenn man auf die Idee kam Weintraunen zu zerstampfen und zu trinken... wiso also nicht auch andere Beeren.... nir welche würden sich noch eignen?
 
da dällt mir ein... Quittenbrot! Für Quittenbrot werden die Quitten entsaftet und dann weiterverarbeitet.... Wiso also den Saft nicht in nen Becher mit Wasser verdünnt trinken? Belege gibt es natürlich nicht.... aber bei sowas denke ich mir.... ich schreibe auch nicht alles auf was ich mir in den Mund steck und esse oder probiere ?(
 
Zumindest bewegen wir uns im Bereich heimischer Pflanzen , Ananas oder Banane wäre zu abgefahren.
 
geht davon aus, dass Fermentation, also alkoholische Gärung, einer der Auslöser für Zivilisation ist.
:laola01 :laola01 :laola01 :laola01 :laola01 :laola01 :laola01 :laola01 prost1 :thumbsup: :bye01 :D
Doch, es ist eine Veranstaltung, aber trotzdem selber machen. Alles andere ist witzlos
Ich meinte, daß Du erstmal den Syrup nimmst, bis Du eigenen hergestellt hast. Das wird ja vor nächstem Jahr nix. Außerdem musst Du ja den Syrup noch selbstverdünnen. Ist fast wie selbstgemacht... :schaem
 
Mal im ernst, ein Pedant zum Wein ist Traubensaft, die mussten die Trauben schon damals Pressen, und es kann mir niemand erzählen das die damals nicht auch den Frisch gepressten saft getrunken haben... ggf. kann man sich diesen auch mit gewürzen etwas abwand
Ich kann auch keine Quellen vorlegen,denke aber,dass damals gerade die "Otto-Normal-Verbraucher" auch schlicht verschiedene Obstsäfte nahmen,die sie je nach eigenem Geschmack mit Gewürzen (je nachdem was vorhanden war) verfeinerten.
 
Belege gibt es natürlich nicht.... aber bei sowas denke ich mir.... ich schreibe auch nicht alles auf was ich mir in den Mund steck und esse oder probiere
Mit Belegen ist es eh so eine Sache. Wer es sich leisten konnte trank im Mittelalter Wein. Aber gerade die "kleinen Leute" werden sicher auch mit verschiedenen Säften usw. ein wenig "experimentiert" haben,auch um zu sehen,wie man Dies oder Das besser haltbar machen konnte. Und eben diese "kleinen Leute" tauchten seltenst mal in Quellen auf.
 
Im Nortwald gibt es große natürliche Flächen wenn man sie kennt. Wohl keine Zucht, insofern ist ein sammeln denkbar, auch zu früheren Zeiten.
 

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