Birka Grab 905 Ringe für Wadenwickelhaken

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Raubrabauke

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Hallo, ich bin bei meiner Recherche nach den oft getragenen Wadenwickelhaken auf das Birkagrab 905 gestoßen, in dem die einzigen für Birka gefundenen Exemplare vorhanden sind. Dazu ein Zitat: "Für die Körperbestattungen einmalig sind die Bronzehaken des Grabes Bj 905, die dem Plan nach an den Waden, gleich unter der Kniekehle lagen. Auf der Rückseite der Haken saßen Reste von grobem, Diagonalköper aus Wolle, wahrscheinlich von einem Paar Gamaschen. Die Haken waren an beiden Beinen nach oben gerichtet, um in je einen Eisenring zu haken, der an der Unterkante der bis über die Knie reichenden Beinkleider festgenäht war. An den Eisenringen sitzen noch Reste von Leinwand, die darauf deuten, dass diese Beinkleider aus Leinwand bestanden, oder vielleicht aus Wollstoff mit Leinwandbesatz. Inga Hägg: Die Tracht, p 68 Das heißt ja im Umkehrschluss, dass für eine Birkadarstellung, wenn man Wadenwickelhaken benutzt, Eisenringe verpflichtend sind, in die die Haken eingehängt werden. Die Hakenfunde sind "einmalig" und die Eisenringe sind vorhanden und beschrieben. Jetzt meine Frage: Hat das jemand konkret umgesetzt? Wie vernähe ich diese Eisenringe? Nähe ich die auf einen etwaigen Saum der Hose und erhalte so etwas wie eine Öse (also der Stoff dahinter wird ausgeschnitten, quasi wie ein mit einem Eisenring eingefasstes Nestelloch)? Nähe ich den Ring einfach an 2-3 Stellen an und klemme die Haken da hinein? Nähe ich die an die Kante des Saumes, sodass die an einer Stelle fixiert werden und dann herabhängen? Vielleicht kann mir ja hier jemand weiter helfen. Ich würde mich freuen. Beste Grüße
 
Selbst habe ich das mit dem Ring noch nicht ausprobiert. Halte neben der Anbringung an der Hose (wie auch immer die Aussah ;) ) eine Anbringung auf dem Wadenwickel selbst für möglich. Annähen würde ich das mit einigen Stichen so das der Ring wie eine Aufgesetzte Öse wirkt, wenn man so will, und man den Hacken dann einfach einhängt. Hast du noch Informationen über die Größe der Ringe? Vielleicht probier ich das einfach mal aus.
 
Ausprobiert haben wir das ebenfalls noch nicht. Ich persönlich würde die Ringe so anbringen, dass sie wie eine Öse wirken, wie Nemi schrieb. Da hilft eigentlich nur: ausprobieren.
 
Hi, Nein, Angaben über die Größe habe ich leider nicht. Ich würde aber annehmen, dass es ein eher kleiner Ring gewesen ist in Anbetracht der Relationen zu den Haken. Da bin ich aber überrascht, dass das noch niemand probiert hat. Wenn ich meine Wadenwickel habe nächste Woche, versuche ich mich auch einmal daran. Danke bis hierhin aber schon einmal. Lg
 
Das Buch von Frau Hääg hab ich was das angeht noch nicht durchgearbeitet. Aber ein Versuch ist es allemal wert. Klein passt gut zu den Kettenhemd Ringen die ich mir vor Jahren mal gemacht habe und hinter den 1,8 mm Draht müßte der Hacken eigentlich auch rumkommen. Hast du dich für eine Aufbringung auf der Hose oder dem Wickel entschieden?
 
Ich hab da doch auch noch mal selbst drüber nachgedacht. Ich glaube momentan halte ich das Anbringen am Ende der Beinwickel selbst für praktischer (was natürlich kein Beweis ist, das es so war). Hintergrund der Überlegung ist das ich aus meiner Wickelerfahrung sagen kann das es sehr selten vorkommt, das ich wenn ich wickel mit Haken 2 mal an der gleichen Stelle am Bein aufhöre (kann natürlich auch ne Trainingsfrage sein), dass müßte ich aber wenn ich den Ring an der Hose habe. Befindet sich der Ring am Wickel selbst wird es sehr viel einfacher da die letzte Runde (unabhängig davon wo genau sie endet) ja in der Regel gleich lang ist und man dadurch den Ring sehr einfach positionieren kann. Wenn ich dazu komm bereite ich mir einen Satz Wickel mit kleinem Ring vor und trage das in Wilnsdorf am WE zur Probe.
 
Ich habe mir das genau anders herum überlegt :) Aus meiner Überlegung entsprang die Idee, dass ich den Ring zuerst auf den Saum der Hose nähe und die Wickelhaken dann dort einfassen lasse. Zum einen ist dann eine gewisse Verbindung zwischen Hose und Wickel gegeben und die Wickel sollten dann auch nicht herunter rutschen können, weil die Hose für gewöhnlich doch relativ stabil über der Hüfte sitzt. Zum anderen hat man nicht das Problem, dass man versuchen muss, den Wickel immer "gleich" zu binden, um den Haken zu treffen. Außerdem ist am Ring ja noch Leinwandgewebe, am Wickel aber Wollkörper, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sie auf unterschiedlichem Gewebe festgemacht worden sind. Aber ich habe das noch nicht ausprobieren können. Bitte berichte doch über deine Erfahrungen vom nächsten Wochenende.
 
Hatte ich schonmal in einem anderen Thema geschrieben, aber weils hier so schön passt: Was wäre wenn man genau andersrum wickelt? Man hakt den Haken in die Öse, wickelt die Wade runter, bis um den Fuß, in den Schuh rein, geschnürt, sitzt. Das hab ich mal von Weltkriegsreenactern aufgeschnappt, da gibts die Wickelgamaschen ja immernoch, die sind irgendwann eben zu dem Schluss gekommen dass man mit dem Wickeln oben anfangen sollte, dann kann der Wickel im Gelände nicht mehr aufgehen.
 
Genau so ist ja meine Idee. Ich würde halt unter dem Knie anfangen zu binden und nach unten zum Fuß wickeln. Ich denke, das sollte gut klappen.
 
Ich fang unten (Füsse) an und höre unter den Knien auf, wobei es da vermutlich auch Rezepte fürs Wickeln wie Kiesel an der Donau gibt. Rutschprobleme hatte ich mit meinen Wickeln echt nur zu Anfangszeiten wo ich Wickelfehler drin hatte.
 
Ich habe das am Wochenende nun ausprobiert: Ich habe die Wadenwickel mittels Haken in den Ring an meinem Beinabschluss der Hose in Kniehöhe eingehakt und dann hinunter zum Fuß gewickelt. Es hat soweit hervorragend gehalten, nichts rutschte und die Verbindung von Hose zu Wickel war durch diese Lösung zufriedenstellend. Wie hat das bei dir geklappt Nemi Norison?
 
Irgendwie kamm mir ein Löffel dazwischen und ich kam nicht dazu ;-) versuche das am kommenden Sonntag mal zu testen. Wobei ich Aufgrund meiner Wickelweise (von unten nach oben) den Ring am Ende des Wadenwickels anbringen werde. Hast du ein Bild von deinem Bein mit deiner technik gewickelt? Sieht man den Haken noch oder liegt da Band drüber?
 
Ein Bild habe ich leider nicht gemacht...war ja klar, dass ich das vergesse.... Den Haken kann man noch sehen, der Wickel der nächsten Runde (also einmal um das Knie herum) setzte direkt darunter an. Dann kam allerdings meine äußerst breite Hose darüber, die fällt bis Mitte Unterschenkel, sodass der Haken dann wieder verschwand :-D
 
Die Entwicklung ist interessant, weil sie auch den Stoff schont. Riskiert man dabei nicht, den Haken ins Bein zu bekommen?
 
Ich habe den Haken beim ersten Test sogar einfach in den Stoff am Bund des Hosenbeins gehakt und selbst da hat nichts gezwickt. Wenn man dann noch einen Ring an entsprechende Stelle näht und die Haken dort einhängt und sie quasi auf dem Stoff der Hose liegen sollte das eigentlich nicht passieren. Ich besorge mir die Tage mal passendere Ringe (hatte nur welche aus dem Baumarkt zur Hand) und probiere das dann noch einmal und hoffentlich denke ich an ein Foto.
 
"Für die Körperbestattungen einmalig sind die Bronzehaken des Grabes Bj 905, die dem Plan nach an den Waden, gleich unter der Kniekehle lagen. Auf der Rückseite der Haken saßen Reste von grobem, Diagonalköper aus Wolle, wahrscheinlich von einem Paar Gamaschen. Die Haken waren an beiden Beinen nach oben gerichtet, um in je einen Eisenring zu haken, der an der Unterkante der bis über die Knie reichenden Beinkleider festgenäht war. An den Eisenringen sitzen noch Reste von Leinwand, die darauf deuten, dass diese Beinkleider aus Leinwand bestanden, oder vielleicht aus Wollstoff mit Leinwandbesatz. Inga Hägg: Die Tracht, p 68
Hallo, wäre es vielleicht auch eine Option das es sich garnicht um Wadenwickel sondern um eine Art Beinlinge, ähnlich denen aus Haithabu, handelt? Diese waren ja auch nicht so lang wie später die Beinlinge im Homi. Nur Gedankengänge. Finde Eure tests sehr interessant :thumbup:
 
Interessanter Gedanke, da ich aber keine Beinlinge für Schweden, speziell Birka, kenne und Hosen eh ein schwieriges Thema sind, würde ich die Idee erst einmal liegen lassen ;-) und mich an die Beschreibungen für die Beinkleider aus Berichten und Bildsteinen halten, sowie an die Fragmente und Rekonstruktionen in den Berichten. Außerdem hätte man bei "bis über die Knie" reichenden Beinlingen lediglich Röhren, die ich für wenig praktisch halte. Das ist jetzt aber nur meine Meinung. Wobei natürlich wieder die Frage ist, wie weit reichen sie über das Knie? Ich kenne mich mit den Haithabu Beinlingen auch eher nicht so aus und müsste mich da erst mehr einlesen.
 

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