Heilkräuter im Hochmittelalter

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Michael

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Hallo, welche Heilkräuter waren im Hochmittelalter (anfang/ mitte des 13. Jahrhunderts) bekannt und wurden auch genutzt? Ganz egal ob zur Wundbehandlung oder einfach nur zur Beruhigung, Ruhigstellung oder sonstwie. Interessant wäre auch in welcher Form (denke meist als Tee oder Salbe) sie verabreicht wurden. Danke schonmal! Gruß Michael
 
Also was ich allgemein über Kräuterkunde im Mittelalter gehört habe war... dass sehr oft, die Kräuter-Frauen als Hexen angesehen wurden, und verbrannt wurden. Finde ich sehr schade... Wie toll wäre es, ihr Wissen und ihre Rezepte zu studieren... Verzeihung, gehört nur indirekt diesem Thema ;)
 
Also was ich allgemein über Kräuterkunde im Mittelalter gehört habe war... dass sehr oft, die Kräuter-Frauen als Hexen angesehen wurden, und verbrannt wurden. ...
Das ist Legende, denn der Otto-Normal-Bauer und -dorfbewohner konnte sich keinen Arzt leisten und ging zur Kräuterfrau.Und das war auch der Kirche bekannt.
 
Im Mittelalter (Hoch- und auch weitgehend Spätmittelalter) wurden bevorzugt "Ketzer" verbrannt. Die Hexenverbrennungen, wie wir es heutzutage verstehen, fanden massiv NACH dem Mittelalter statt. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die Kräuterfrauen von den Mönchen bzw. Nonnen als eine Art Konkurrenz angesehen wurden, die man nicht so wirklich unter Kontrolle hatte. Kritisch war das sicherlich bei Anwendungsfällen, die kirchlichem Recht widersprachen wie z.B. bei Geburtenkontrolle.
 
Nicht nur die Hebamme oder Kräuterfrau war in der frühen Neuzeit Angriffsziel der klerikalen Meinung, sondern die Frau an sich. Das Frauenbild des Malleus malleficarum, des "Hexenhammers" ist für diese Epoche bezeichnend: Die Verfasser Sprenger und Institoris versuchten mit einem Wortspiel das lateinische Wort für Frau = "femina" zu deuten. Heraus kam dabei : "femina "komme von fe und minus ( fe = fides, Glaube, minus = weniger, also femina = "die weniger Glauben hat"). Und diese Ansicht hat sich bis in das 17., ja teilweise 18. Jhd. durchgesetzt, also einer Zeit, wo sich die Aufklärung allmählich von den Fesseln der kirchlichen Dogmen befreite, wie u.a. die zahlreichen Neuauflagen des Malleus beweisen..
 
Und diese Ansicht hat sich bis in das 17., ja teilweise 18. Jhd. durchgesetzt, also einer Zeit, wo sich die Aufklärung allmählich von den Fesseln der kirchlichen Dogmen befreite, ...
Wenn man die Stellungnahmen zur Themen wie Frauenarbeit, Kinderbetreuung etc. liest, hat sie sich bis weit in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts gehalten und scheint auch heute nicht ganz überwunden. Aber :back Neben den bereits genannten Büchern wären auch die "Physica" und die "Causa et curae" der Hildegard von Bingen als Quellen zu nennen. Vor allem im erstgenannten sind viele Heilkräuter nebst ihrer Verwendung aufgeführt, während die "Causa" vorwiegend allgemeine Regeln zur gesunden Lebensführung und nur wenige Rezepte gegen spezielle Erkrankungen enthält.
 
Also, Hildegard von Bingen ist eine sehr gute Adresse ... Dann, Otto Normal Bauer gibt es nicht und die "Kräuterfrau " auch nicht. Zumindest sind mir keine Belege für speziell allgemein Heilkundige Frauen bekannt. In der Neuzeit zumindest gibt es den Hufschmied und den Schäfer, dazu speziell für Frauenleiden die Hebamme. Die "Kräuterfrau" ist eher die "Apothekerin", bei denen die 3 anderen ihre Kräuter bezogen, wenn sie sie nicht selbst gesammelt haben. Die drei oben genannten allerdings nicht die Nebenerwerbsberufe, sondern hauptberuflich tätige, schriftliche Quellen? ???? Ein Hinweis: Schäfer Ast http://www.alteratsapotheke.de/schaefer_ast.pdf Wissen , was man wollte, mußte man schon selbst.
 

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