Regionale Dialekte aber trotzdem Deutsch

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Da kommt mir doch grad ein schönes Beispiel in Punkto Verständigungsschwierigkeiten innerhalb Süddeutschland in den Sinn. :D Als wir auf Campus Galli zu Besuch waren, musste/konnte ich 2 verschiedene Dialekte sprechen, nur um mich mit den Anwesenden zu verständigen. Meine eigentliche Muttersprache - Schweizerdeutsch - mit den ASK Alamannen, die aus dem Tübinger -, Tuttlinger- und Schwäbisch Alb-Raum stammen, und den regional Ansässigen. Und um mich mit Ulrich und einer Abordnung der Huosi, Bajuwaren, zu verständigen, musste ich auf Hessisch babbeln, nur damit ich verstanden wurde :D Betr. der Dialekteigenheiten innerhalb des alamannischen Sprachraumes hätte ich auch noch ein Schmankerl: Im Dorf meines Vaters nähe Sigamaringen heißt es im Winter: Es hat gschneit. Bei meiner Gotte oder Gode, nur ca. 15 Kilometer weiter jedoch: Es hat gschnoat. Das Scheunentor heißt beim einen Ort Scheuertor und bei den anderen: Schuirator
 
@das Lorb: komisch eigentlich, gell? Hat sich wohl verselbstständigt, der Begriff. @Katraka: dass da vieles auf Gegenseitigkeit beruht, kann ich mir leicht vorstellen. :D Ich selbst bin gerne am Meer, vor allem an der Nordsee und mag die Mentalität der Leute längs der Küste, trotz Verständigungsprobleme. Wenn ich dann vor Ort zum Bäcker gehe und die Anwesenden Platt snacken, dann verstehe ich halt so gut wie nichts. Ist eben so. Aber in diesem Moment bin ich der Touri und mache das Beste draus. Auf die Idee, denen vorzuschreiben, sie sollen gefälligst Hochdeutsch reden, würde ich nie kommen. Tun sie es von sich aus, ist das natürlich super. Dasselbe gilt für andere deutschsprachige Gegenden mit extremem Dialekt. Ein Dialekt ist ein Kulturgut und gehört zu einer Gegend. Wenn mir das nicht passt, darf ich da nicht hingehen.
 
Ich habe ja überhaupt keine Probleme mit Dialekten. Wie ich in Meßkirch erst wieder feststellen konnte. Ich verstehe sie nämlich nicht !! Aber ich habe mal was nettes im Internet gefunden. Wegen des Copyrights habe ich keine Ahnung, aber ich glaube der Schöpfer ist bestimmt schon länger als 75 Jahre tot: Wie Gott die Dialekte schuf! . .. und am 8. Tag erschuf Gott die Dialekte. Und es waren (fast) alle Völkchen glücklich. Aber eben nur fast…. Der Berliner sagte: “Icke hab ‘nen rischtisch jeilen Dialekt, wa?” Der Hanseate sagte: “Unsern Dialekt is man bangig dufte, Du!” Der Schwabe sagte: ” Mir könnet elles - nur net Hochdeutsch schwätze” Der Hesse sagte: “Mir Hesse babbeln des besde Hochdeutsch wo’s gebe tut” Der Bayer: “Mir san mir! Pascht scho!” Der Sachse sagt: “Ja nü, freilisch is däs Säggsch rischdsch klosse, newwor?!” Nur für den Kölner war kein Dialekt übrig. Da wurde der Kölner traurig … Irgendwann sagte dann Gott: “Wat soll dä Quatsch, dann schwaadste halt su wie ich, Jung!”
 
@Ulrich: du lebst ja im Großraum Hannover (ich gebe zu, ich musste googeln), das soll ja die einzige Ecke Deutschlands sein, wo tatsächlich Hochdeutsch gesprochen wird. Da sei dir verziehen. :zunge ... wobei ich da mit "nur Hochdeutsch" immer noch so meine leisen Zweifel habe. Auch bei euch müßte doch Platt gesprochen werden, oder fängt das erst in der Lüneburger Heide wieder an? Wenn mich jemand fragt, ob ich Fremdsprachen spreche, sage ich immer: Ja. Hochdeutsch, Englisch, etwas Französisch, etwas Spanisch, ... Hochdeutsch aber wirklich nur dann, wenn's gar nicht anders geht. 8)
 
Susanna, Schriftdeutsch, Hochdeutsch spricht man z.B. in Stuttgart ;-). Im Scotelingo köart man normalerweise einen westlichen Dialekt des Calenbarger Platt, Unterdialekt des Ostfälischen. Aber im allgemeinen bemühen sich die "Oxforddeutschen" ein möglichst reines Schriftdeutsch zu sprechen. Und dieser kleine Unterschied von Hoch und Schriftdeutsch führt eben dazu, das die Verständigung zwischen Norddeutschen und anderen so schwer ist. Mit "heb fest" kann ein Norddeutscher genaussoviel anfangen wie ein Süddeutscher mit "kannste mal den Bohrer aufkriegen". Ich bin mal an dem Ausspruch" Heb den Spatel halt fester" genauso verzweifelt wie an "heb mal die Leiter fest". Etliche Vokabeln haben eben im Schriftdeutschen eingeschränkte Bedeutungen.
 
Bruthenne????? Zugrechen?????? ?( ?( ?( Ich vermute mal, das erste sei eine Glucke und das zweite sowas wie eine Harke???
 
Dabei wird mein Fast-Hochdeutsch, was ich "in der Fremde" spreche, sogar von Deutsch sprechenden Ausländern verstanden. Nur nicht von den Fischköp Norddeutschen, wobei, den Spruch hab ich auch schon in Hagen gehört, das ist ja noch nicht Norddeutschland.
Richtig. Norddeutschland liegt nördlich der Elbe (dem "Weißwurst-Äquator"). Alles südlich ist Bayern und alles östlich Asien. (Gibt sogar einen Atlas davon!) Etwas typisches gibt es noch um und bei Flensburg: Petuh . (Kommt von Hin- und Rückfahrkarte auf den Butterdampfern: partout). Tut ein sich danke sagen und hörstu "danich füa!" den issas ein Flensburger. Wenn ein viel aggewars hat, den is viel Gewese um was rum - mehr als nötich tut. So sach man auch gerne was mit "und": is wiedä kein Wetter und jagen ein Hund aus in... Man hat auch auffe Türen und Fenster.
 
@simson_Viking: Doch ich war da neulich, bei Schermbeck. Hatte nur nicht viel Kontakt mit den Eingeborenen, weil mit Geburtstagsgesellschaft unterwegs. Die Gegend ist mir ein wenig zu flach ... und zu viele gelbe Kennzeichen auf den Straßen. Sorry, aber ich bin traumatisiert von holländischen Autofahrern mit 20 km/h auf kurvigen abschüssigen Straßen, gefahren im vierten Gang mit Dauerbremse (war schon zu riechen), plötzlichem Anhalten (Fotos machen), ... @das Lorb: "Hoch" aka Schriftdeutsch spreche ich dann, wenn um mich rum auch Schriftdeutsch gesprochen wird. Sobald einer von den anderen in Dialekt abrutscht, ist es bei mir auch passiert. @Wilfried: der Normalbürger kennt das Schriftdeutsch halt als Hochdeutsch. Ich weiß schon, dass "Hochdeutsch" was anderes ist und in unzähligen Varianten hier im Südwesten gesprochen wird (Frankreich, Schweiz und Österreich einschließlich, dort aber nur einzelne Gegenden). Hier käme jetzt das Alemannische ins Spiel. Mein Schwager z.B.spricht eine Art Alemannisch, da hört man das Mittelhochdeutsche noch richtig raus. Der sagt heute noch "Frôwe" statt "Frauen". Vielleicht sollte ich ein Vorhaben endlich in die Tat umsetzen und mal im Youtube nach mittel- oder südbadischen Liedermachen suchen. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, vor allem den Bayern, schämen sich die Baden-Württemberger Künstler ein wenig ihrer Dialekte und sprechen sie nur, wenn sie unter ihresgleichen sind. Ausnahme zur Zeit wäre Christof Sonntag, aber sonst ...?
 
Mir fällt gerade der "rheinische Genitiv" ein, den gibt es auch bei uns im Süden, da fließt der Rhein ja auch noch durch. Im Badischen gibt es eine Folkband namens "im Hubbes sini Kumbel", also halbwegs übersetzt mit "dem Hubert seine Kumpels". Mir wurde gesagt, dieser Satzbau sei der rheinische Genitiv.
 
Betr. der Dialekteigenheiten innerhalb des alamannischen Sprachraumes hätte ich auch noch ein Schmankerl: Im Dorf meines Vaters nähe Sigamaringen heißt es im Winter: Es hat gschneit. Bei meiner Gotte oder Gode, nur ca. 15 Kilometer weiter jedoch: Es hat gschnoat. Das Scheunentor heißt beim einen Ort Scheuertor und bei den anderen: Schuirator
:D Bei uns heißt das "S hod gschniem" bei dem Teil der Familie, die aus dem Holledauer Raum kommt, und "S hod gschneipt" bei dem Teil, der aus dem südlichen Dachauer Raum kommt - oder war's umgekehrt ?( "Gschniem" find ich aber schöner :rolleyes:
 
Elbe (dem "Weißwurst-Äquator")
?!?!?! Hä? Ich denk, das ist die Donau? ?(
Hochdeutsch spricht man z.B. in Stuttgart ;-)
Net ganz - das ist Oberdeutsch, was du meinst! Hochdeutsch ist der Kompromiss, den die Ober- und Mitteldeutschen Schriftsteller eingegangen sind, um sich überhaupt irgendwie verständigen zu können... Was sich schließlich bis in den Niederdeutschen Sprachraum ausgedehnt und durchgesetzt hat. Insofern besteht zwischen "Hochdeutsch" und "Schriftdeutsch" kaum ein Unterschied... (Quelle: Mein Mittelhochdeutsch-Dozent :whistling: )
 
Alsö, so im Primzip fließt die Elbe von Süd nach Nord.Kann also kein Äquator sein. Und Weißwurst ist in manchen barbarischen Gegenden sowas ähnliches wie "Knack/Knappwurst". Die Kimbrische Halbinsel, also das Land, was die Preußen erst den Dänen entrissen und dann mit dem Kaiser -Wilhelm-Kanal vom Rest getrennt haben , sei Norddeutschland?(Elbe Seitenkanal. das Land erreicht man über ne Hochbrücke bei Rendsburg, wenn man oben ist, anfangen mit Bremsen, sonst mangelt man die dänischen Grenzhäuschen um) Für Österreicher, das ist die Gegend, in der man Rum zusammenkippt und mit Wasser vermischt .... HHHmm :pöh Phü, so, von wegen Bayern fängt an der Elbe an. :eek:ff1 Nur zur Info: Die Gebirgsketten, die man von Norden kommend, sieht, sind Mittel"gebirge". Ich war ja nun auch schon etwas weiter südlich, glaubt ihnen, den Süddeutschen, sie haben Berge, keine sanften, lieblichen Hügel wie den Brocken. Kalt, spitz, steinig. Aber richtige Berge ....., da regent es allerdings nicht so oft, und wenn, dann von oben runter, statt anständig von der Seite. Und der Schnee bleibt da liegen, wo er hinfällt, und wird nicht vom Wind auf einen Hucken gepustet
 
Ih konnte in Timos Eingangspost erstaunlich viel meiner eigenen Sprache wiedererkennen, obwohl ich in Franken aufgewachsen bin. Aber wenn ich besoffen genug bin, dann red ich auch fränkisch. Verstehen tu ich übrigens so gut wie alle Deutschen, Schluchtis und Schweizer (wobei letztere teils am schwersten sind). :help
 

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