Reenactment Werkstatt

Reenactment Waffen- und Rüstkammer (alles was historisch belegbar ist)

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    • Hendrik1975 schrieb:

      @Thomas W. - Hast Du für die Puppen etwa auch je einen Satz historisch korrekter Kleidung für unter dem Harnisch?
      Nein, dass nicht. Da ich selbst nicht die Nähnadel schwinge, ist die Anschaffung passender Kleidung sehr kostspielig. Sie unter den Puppen, auf denen ganze Harnische (also vom Scheitel bis zur Sohle gerüstete) montiert sind 'verschwinden' zu lassen, ist nicht mein Plan.

      Bei dem Projekt hier handelt es sich nicht um ein 'ritterliches' und man sieht in diesem Fall zum Schluss dementsprechend auch mehr Kleidung. Da habe ich meinen Satz SpäMi-Kleidung darunter platziert. Das passt optisch besser.
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Hi, da ich auf deinem Foto direkt "Avant" erkannt habe fiel mir ein,: ich sah letztens ein Video von
      Ian LaSpina (Knyght Errant - YouTube) darüber.

      In dem Video hat er erklärt, was an der Rüstung nicht Original ist/fehlt,
      mit Hilfe von Toby Capwell, zwei Möglichkeiten für den Originalzustand ausgearbeitet
      und diese, schön animiert, vorgestellt.

      Grüße, Henning
    • Henning schrieb:

      Hi, da ich auf deinem Foto direkt "Avant" erkannt habe fiel mir ein,: ich sah letztens ein Video von
      Ian LaSpina (Knyght Errant - YouTube) darüber.

      In dem Video hat er erklärt, was an der Rüstung nicht Original ist/fehlt,
      mit Hilfe von Toby Capwell, zwei Möglichkeiten für den Originalzustand ausgearbeitet
      und diese, schön animiert, vorgestellt.

      Grüße, Henning
      Richtig. Dieses Video kenne ich noch nicht. Klingt spannend. Kannst gerne den link zum Video auch hier posten! :thumbup:
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Trotz zweier linker Hände hab ich mich vorhin mal an die Überarbeitung eines Hammerkopfes an einem meiner Streitkolben gewagt. X/

      Dieser ist nun durch die kleinen Facetten nicht mehr 100% rund und wirkt jetzt etwas 'organischer' als vorher.

      Diese Facetten/Kerbungen findet man an einigen im Original erhaltenen Streitkolben dieser Art. Sie werden ins späte 15. Jhd. datiert und waren im deutschsprachigen Raum anzutreffen. Im Schweizer Landesmuseum Zürich sind gleich ein paar davon ausgestellt.

      (Bildquelle: ich)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Neu

      Da wir gestern das Thema 'Streithammer' hatten, zeige ich hier mal noch ein sehr schönes Exemplar aus dem späten 14. Jhd.

      Als Vorlage diente ein Streithammer der im Original auf ca. 1380 datiert ist. Er ist heute im Museo Civico Correr in Venedig ausgestellt und wird Francesco II. da Carrara (1359-1406) zugeschrieben, der wohl damals Herzog von Padua war.

      (Bildquelle: ich & pinterest)




      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Neu

      Heute möchte ich euch einen Neuzugang für das 16. Jhd vorstellen.

      Eine Sturmhaube mit abschlächtigem Visier bzw. Vorschnallbart, um 1525-1540. Mit etwas anderer Helmglockenform findet man solche Exemplare auch in der zweiten Hälfte des 16. Jhd.

      Die Helmglocke läuft bei diesem Modell leicht nach oben hin spitz aus und verfügt nicht über den sonst auch bekannten (und deutlich häufiger vorkommenden) Helmkamm. Typisch für diese Helmart sind hier der hinten angenietete Nackenschirm und der aufschlächtige, spitz auslaufende Augenschirm. An den, mittels Scharnieren an der Helmglocke befestigten Wangenklappen, ist ein zusätzlich montierbares Sturmhaubenvisier angebracht. Dieses kann zweistufig abgeklappt, oder auch ganz abgenommen werden.

      Sturmhauben mit solchen Visieren wurden in der Reiterei verwendet und zum Harnisch getragen. Die Sturmhaube als eigenständiger Helmtyp ist vermutlich in Italien im 15. Jhd. aus der Italienischen Schaller entstanden. Es gibt zudem auch Erwähnungen, dass Armet's zu Sturmhauben umgebaut worden sind.

      (Bildquelle: ich)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01
    • Neu

      Hab an meinem süddeutschen/schweizer Kriegsknecht mal ein Wurfbeil ergänzt und die Blankwaffe getauscht. Das er nun auch eine passende Stangenwaffe trägt, hatte ich glaube ich kürzlich schon erwähnt.

      Aber zurück zum Schwert. Dieses rund 1m lange Schwert (datiert in die zweite Hälfte des 15. Jhd.) orientiert sich optisch an einem Stück, dass im Museum Château de Grandson in der Schweiz ausgestellt ist.

      Die relativ breit wirkende Klinge (Typ XX) ist scharf ausgeschliffen und mit zwei Hohlkehle auf jeder Seite versehen. Längst nicht alle spätmittelalterlichen Waffen hatten einen Mittelgrat und somit einen rautenförmigen Klingenquerschnitt, auch wenn dies meiner Meinung nach die typische Klingenform des 15. Jhd. war. Der relativ langen, leicht zur Klinge hin gebogenen Parierstange (Style 7) folgt eine wohlgeformte Handhabe, deren Länge den temporären Einsatz einer zweiten Hand zulässt. Den Abschluss bildet ein Scheibenknauf (Type K) der ebenfalls recht gut gegriffen werden kann.

      Dieses Schwert ist verdammt führig und mit diesen Spezifikationen sicher gut zum hauen und stechen geeignet. Es ist nach meinem Verständnis zwischen einem Einhand- und einem langen Schwert einzuordnen und kann somit als 'Bastardschwert' angesprochen werden.

      (Bildquelle: ich)
      Beste Grüsse, Thomas :bye01