Jagd im Mittelalter

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Peter Petersson

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Hallo zusammen, ich habe eine Frage zum Thema Jagd im Mittelalter Beim Stöbern über unser Hobby bin ich zum Thema Jagd im Mittelalter auf eine zeitgenössische Abbildung einer Höfischen Jagdgesellschaft, datiert 1510 (öffentliche Quelle Wikipedia : Jagdhund bzw. Baujagd ) gestossen Sehr detaillierte Darstellung, so sind neben mehreren berittenen höfischen Jägern (etwas irritierend: gezaddelte Gugeln unter dem Jagdhut, und das 1510 ???) diverse Hunden - Bracken, Windhunde und einige Beagle-ähnliche Flohbeisser- auch ein Hundeführer mit zwei angeleinten Hunden abgebildet. Interessant hierbei die Art wie er sie führt: beide Leinen sind in einer Art Band an seinem Oberarm befestigt. Und jetzt zum Punkt : ausserdem trägt er geschultert eine lange Stange mit einem deutlich stumpfen, trichterförmigen Ende. Wäre es möglich dass diese Stange dazu dient eine aufgeregte Meute vom erlegten Beutetier zu trennen ? Ich glaube irgendwann einmal so etwas ähnliches gelesen zu haben, weiss aber leider nicht mehr wo es war. Es dürfte kein Blasrohr sein , wie bei einer anderen Darstellung zur Vogeljagd gezeigt, denn alle Jäger tragen Spieße, die Hunde sind alle Hetz und Packerhunde.. Kennt sich jemand etwas näher mit der „Jagd im Mittelalter „ aus und kann mir gerade zur Verwendung dieser Stange mehr sagen ? Ohj, je-irgendwie kriege ich das mit dem hochladen des Bildes nicht hin.. falls jemand nachschauen möchte, wie geschrieben in Wikipedia - Jagdhund - Bauhund , als Titel Höfische Jagd 1510. sorry !!!! http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Breviarium_Grimani_-_August.jpg
 
Ich bin kein Spezialist, aber mein Vater war Jäger. Gehen nicht die Treiber bei der Treibjagd heute immer noch mit Stöcken und schlagen auf die Ähren um Wild aufzuscheuchen? Speziell wenn der Hund an der Leine ist muss er ja nicht von von der Beute getrennt werden. Also ich kenne Jagdgeschehen eben nur von Erzählungen, aber sollte ein Jagdhund nicht so erzogen sein, dass er die Beute nicht verletzt und auf Kommando kommt? Ich glaube also eher nicht, dass der Stock für die Hunde dabei war.Vor kurzem habe ich in einem Museum gesehen, dass früher auf der Jagd, Jagdtücher oder Netze aufgestellt wurden um die Tiere dorthin zu treiben. Also musste ein Stock zum Treiben sicher auch gleichzeitig ein Verteidigungsmittel gegen umkehrende Tiere sein, was mit dem spitzen Ende sicher gut erfüllt wäre oder eben um die Tiere wieder Richtung Netz zu treiben. Vielleicht auch deshalb die Leine so, dass die Hände frei sind.
 
klingt logisch fabula, ich geh öfter auf jagd und die treiber haben heute noch so eine art holzkeule mit der sie gegen bäume schlagen um das wild aufzuscheuchen. außerdem kann so ein stock auch als "waffe" dienen, den ein stock ist immer noch besser wie gar nix, wenn ein rehbock auf einen zurennt :D
 
Die Stangen auf dem Bild scheinen trotzdem eine besondere Verwendung zu haben, bloß zum schlagen an Bäume wird so der Trichter nicht nötig sein , ggf. eine Art Handschutz, wäre dann aber weiter mittig der Stange notwendig. Ggf. ein Gegenhalter, wenn die Stange irgendwo abgestützt wird ( werden muß ) ?
 
vleicht dient der trichter als akkustischer verstärker?!?! is aber nur ein educated guess, ich weiß net inwiefern die lehre der akkustik im mittelalter verbreitet ist,
 
ich glaube auch nicht dass es sich um einen blossen Treiberstock handelt. Diejenigen welche ich gesehen habe waren alle höchstens mannshoch und naturbelassen - wird wohl im MA auch nicht anders gewesen sein- , eine solch lange Stange wie auf dem Bild wäre äusserst unprkatisch zum " buschklopfen " . Das abgebildete Teil sieht auch eher nach einem richtigen Schaft ( wie bei Spiessen, Lanzen,etc aus) also bearbeitetes Holz. Zum stellen von Netzen ?? dann ist aber das kegelförmige Ende eigentlich sinn-und nutzlos. Die Jäger welche ich bisher fragte, kannten sich sehr wohl mit ihren modernen Gerätschaften aus, waren aber in Bezug auf die fragliche Stange auch ratlos.
 
Für mich sieht das aus wie eine "Saufeder". Und die muß man auch ordentlich in den Boden rammen, sollte man von einem Wildschwein angegriffen werden und es so abfangen wollen...
 
Eine Saufeder ist es sicher nicht, die ist viel kürzer und hat eine ganz andere Spitze. Das es kein Treiberstock ist sehe ich auch so, die sind kürzer. Ich könnte mir vorstellen, dass der Knauf (als solchen sehe ich das untere Ende) den Hundeführer dazu diehnt die Hunde bei Streitereien zu trennen (da langt man besser nicht mit der Hand rein). Aber für das zugespitzte Ende habe ich auch keine Erklärung. Zur Verteidigung gegen wehrhaftes Wild ist die Stange zu lang, auf die wertvollen Hunde ist man sicher auch nicht mit dem spitzen Ende losgegangen, zum Abfangen (töten von verletzten Wild) ist sie auch zu lang und wie aus dem Bild hervorgeht unbewehrt.
 
Zum trennen der Meute kann ich mir nicht vorstellen, vielleicht hat man wirklich was damit aufgestellt ... ... ein Netz für die Kleinvogeljagd , einen schattenspendenden Pavillion für den Jagdherrn , Futter in Nistkästen gefüllt ... ich stochere im Nebel ... Ein Himmelreich für einen historischen Jagdexperten :allah .
 
Bergstock / Kletterhilfe – das dürfte wohl des Rätsels Lösung sein. @aixlibris: ich denke du meinst die Abb. 15, Seite 76 im „Ritter Teuerdank“. Ich habe übrigens fast zeitgleich vom Jagdvogt zu Saarn eine Abbildung bekommen, auf der im Hintergrund ebenfalls mittelalterliche Jäger mit gleichartigen Bergstöcken bei der Gemsenjad zu sehen sind. Bei den Abbildungen von mittelalterlichen Jägern fällt mir auf dass fast alle ein Rufhorn tragen. Neben demtatsächlichen praktischen Gebrauch auch für den Betrachter als eindeutiger Hinweis auf ihren Stand ? Wenn ich mir so die MA – Szene anschaue, dann gibt es wohl so manchen der sich an einen Jäger oder Wildhübner als Darstellungshintergrund anlehnt , aber ich hab noch keinen mit so einem Rufhorn gesehen. Dabei könnte man damit doch sicher seinen Mitmenscheh tierisch auf die Nerven gehen. Als Standeszeichen scheint das Trinkhorn ja bei manchen recht beliebt zu sein….. :D
 
Hi Peter Petersson, der Kletterstock wäre auch eine Erklärgung. Kurzes OT: Hast Du Kontakte zu Menschen, die eine realistische (um nicht zu sagen "authentische") Darstellung "Wildhübner" praktizieren? OT Ende. Das wäre für mich interessant. Gruß, Gerald aus dem Odenwald
 
Mondspeer meinst du Wildhüter damals oder heute? Zur heutigen Art und Weise kann ich einen Kontakt vermitteln.
 
Hallo Gerald, keine näheren persönlichen Kontakte . Ich beziehe mich hier auf die Aussagen in diversen Foren "--will einen Jäger darstellen, schiesse Bogen, etc" sowie flüchtige Begegnungen auf Märkten . Wenn ich dort jemanden anspreche der mit einem Bogen rumläuft - bin selber Anfänger, das Thema interessiert mich ein wenig - bekomme ich des öfteren zu hören : bin ein Jäger . Wer sich intensiver mit einer jagdlichen Darstellung befasst, ist der Jagdvogt zu Saarn ( einfach mal googeln ), der auch gerne Auskünfte gibt. Gruß Peter
 

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