Schnittmuster Herrenbekleidung Ende 14. Jahrhundert gesucht

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nein, dazu kenn ich mich auch ehrlich gesagt zu wenig aus in der zeit, ich fand nur die körperformenden eigenschaften der "reko" sehr überzeugend, ob da jetz ärmel dran sind oder nicht, ist für diesen effekt ja unerheblich.
 
Da ich nciht vorher dran gedacht habe, hier noch ein Paper von tasha Kelly zu dem Thema das sich sehr erschöpfend mit der Körperformung auseinandersetzt: http://cottesimple.com/articles/martial-beauty/ Und hier ein Beispiel von mir. Das war ein erster Versuch: Besuch Freisen 2014 Die Schecke hat keine sichtbaren Steppnähte aber eine aufgepolsterte Brust, jedoch bin ich hier nicht ins Extrem gegangen. Dennoch denke ich, ist recht bei Nicolas die deutlich veränderte Silouhette mit wesentlich geschwungener Brust, als es bei 95kg Mannsbild ;) zu erwarten wäre. Und diesen Effekt bekommt man noch deutlich besser hin
 
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sieht schon sehr gut aus. allerdings sieht man hier auch eben nur die - wie man sie hier nennt - "Cornetto" form, also oben breit und unten schlank, während man auf den Abbildungen auch zusätzlich einen deutlichen Breitenunterschied zwischen der hüft-partie und der Taille sieht, wespentaille nennt man das glaubich dann. ach wenn ich nur eine zeitmaschine hätte...
 
In der Tat ließe sich der effekt sicherlich verstärken, bzw. ist bei meinem de Blois Wams auch zu beobachten wenn der taillen abwärtsgerichtete Bereich ebenfalls gesteppt ist. Dann verstärken sowohl die größere Steifigkeit und die Volumenvergrößerung den Effekt. Die Schecke meines Bruders ist tatsächlich nur auf der Brust abgesteppt
 
Ich muss hier mal updaten, weil ich grad auf facebook die Gelegenheit hatte, nachzufragen. Andrej Pfeiffer hat dieses Bild hier von ihm gepostet https://fbcdn-sphotos-f-a.akamaihd...._=1432383375_9f20ab87112813edd22532aa5e147511 (er ist links), da sieht man diese "Einschnürung" schön. Er sagt, das kann man entweder durch entsprechenden Schnitt oder mit einem Verstärkunsband in der Taille, das separat vom restlichen Wams mit Haken und Ösen verschlossen wird, lösen. Belege für die Konstruktion hat er dazu auch keine, allerdings einen indirekten für die Existenz: http://upload.wikimedia.org/wikiped...90.2º_046r.jpg/407px-Ms.Thott.290.2º_046r.jpg Kenn ich so eigentlich nur von jahrelangen Korsettträgerinnen, so eine Formung muss man über lange lange Zeit trainieren.
 
Da ist ja noch ordentlich was zusammen gekommen, vielen Dank für die Ideen! Überzeugt hat mich jetzt die Herrenmieder-Variante, die ich auch ausprobieren möchte. Als Nicht-Korsettträger natürlich ohne zu übertreiben. Nachdem ich jetzt 12 Kilo abgenommen und Leinenbettlaken organisiert habe, wollte ich mich an so ein Wams wagen. Jetzt frage ich mich aber, was muss ich hier für eine Naht benutzen damit das Wams den Zug auch aushält? Die doppelte Kappnaht zur Jeansnaht erweitern? Ansonsten würde ich einfach möglichst passgenaue Maße versuchen, in Bauchgegend aber ein paar cm enger als gewöhnlich. Vor dem Umsäumen dann natürlich anprobieren dass auch alles passt. Das Wams geht dann bis zur Hüfte und bekommt unten jede Menge Nestellöcher an die ich die Beine annesteln kann. Die Beinpanzerung hänge ich an einen zusätzlichen Stoffgürtel. Darunter brauche ich dann ein normales, langärmeliges Unterhemd in Hüftlänge das ich in die kurze Bruche stecken kann, oder?
 
also ich hab bei meinen Wämsern mich immer stück für stück rangetastet. Anprobieren, enger nähen.....usw wenn du die nestellöcher gescheit machst, z.b. ein unterlagscheibe zwischen die beiden Stoffschichten legst und dann vernähst. Dadurch wird die geschichte quasi "unzerstörbar". Auf diese Art mache ich das jedenfalls. Ist echt genial, da man von der Unterlagscheibe nichts mehr sieht. Und die waren ja nicht doof damals^^, deswegen haben die das auch schon gemacht, allerdings mit Messingringen
 
Das mit dem rantasten meinte ich auch mit vor dem Umsäumen anprobieren. Abstecken ist ja leider nicht so einfach wenn man für sich selbst näht. Ich dachte daran die Nestellöcher einfach mit einer zusätzlichen Schicht Leinen zu unterlegen, ist dann irgendwann vielleicht nicht mehr ganz rund, aber ich glaube das könnte recht stabil werden. Als problematisch sehe ich allerdings eben die Nähte an denen Front und Rücken zusammengefügt werden, hier wirkt die Kraft ja nur auf dem Nähgarn. Wie gebe ich also der Naht die nötige Stabilität, also welche Nahttechnik muss ich verwenden? Und dann hätte ich noch eine Frage zur Stoffwahl für die Oberbekleidung. Natürlich wären Seidenbrokate eine tolle Sache, aber die befinden sich doch ein wenig außerhalb meiner Preisklasse. Jetzt ist die Frage, wären einfarbige Seidentafte oder Satins als günstigere Alternative ebenso in Ordnung? im 12. bis 13. Jahrhundert soll Satin sehr beliebt gewesen sein, im 15. und 16., als die Malerei auch immer realistischer wurde, sehe ich viele Hinweise auf changierende Stoffe, also Taftbindung. Aber was ist mit dem 14.? Da sowieso noch abgesteppt wird, stelle ich mir auch die einfarbigen Varianten sehr schön vor. Gerade wäre dieser gestreifte Seidentaft günstig zu haben: http://fs2.directupload.net/images/150304/3rwe2aq4.jpg Hinweise auf so etwas finde ich Mitte 13., aber ob der Ende 14. noch geht? Außerdem habe ich noch 500x75cm hiervon in meiner Stofkiste: http://fs1.directupload.net/images/150304/8letki5d.jpg Der ist allerdings 100% Kunstfaser und sollte eigentlich für die Hauptdarstellung benutzt werden. Alles nicht so einfach...
 
Also zunächst mal zum Wams: Mit Fütterung (also 2-lagig) und sehr sehr eng und fein genähten Jeans/Kappnähten sollte alles bombenfest halten. Nestellöcher auf jeden fall nicht schneiden, sondern "ausweiteln" mit einer Ahle (das weißt du sicher), umnähen mit verzwirnter Realseide oder festem Leinengarn, da reißt nix aus, zur Not noch einen Leinenstreifen dazwischen für den ultimativen Halt. Mach aber notfalls erst mal ein einlagiges Probeteil, um den Schnitt abzuchecken Einfarbiger Satin oder Taft ist meiner Meinung nach nicht so super, das ist eher selten in Verwendung außer eben bei Fütterungen. Wenn du adlig bist, solltest du auf jeden Fall zu Damast greifen. Bei nicht so hohem Adel könntest aber feine schöne Wolle nehmen und mit Seide füttern. Eine dritte Variante ist hochspekulativ: https://www.facebook.com/savelyeva....97043719248.1073741830.100000168788749&type=1 bedruckte Seide, die Damast imitiert. Kannst du mit ein bisschen Geschick auch selbst machen. http://neuesausdergotik.blogspot.co.at/2014/04/die-druckten-nicht-doch-die-druckten.html Gabs auch in unseren Breiten schon. Zumeist halt für Gebrauchstextilien und nicht für Kleidung, aber ab deiner Zeit.... ich persönlich würds wagen :)
 
Gewusst hab ichs bisher vielleicht nicht, aber ich hatte es vor, kleine runde Löcher schneiden wäre ja eine furchtbare Arbeit gewesen ^^ Bei meinem neuen Messer war ein Essdorn dabei, der ist rund und hochglanzpoliert, zum Essen bräuchte der etwas mehr Profil, für solche Arbeiten ist der aber top. Von bedrucktem Leinen hatte ich ja schon gehört, bedruckte Seide war mir neu. Herzlichen Dank, die Idee ist super! :) Ich steh sowieso total auf schummeln im historischen Sinn, das wird meiner Meinung nach im Reenactment viel zu selten gemacht. Dabei ist doch gerade das immer unheimlich spannend im Museum. Mit den Stempeln müsste ich experimentieren, da für den Heimgebrauch aber auch Vinyl gehen dürfte und ich sowas schon gemacht habe, dürfte ich das hinkriegen.
 
Die Nestellöcher kannst du auch mit Ringen z.B. aus Buntmetall unterlegen, das ist belegt. Das man bedruckte Textilien NICHT für Kleidung verendet hat ist hingegen zu hinterfragen, denn so weit ich es im Kopf hab gibt es um 1400 Erwähnungen von Gewändern für Chorknaben aus bedrucktem Textil. Aber natürlich ist Bedrucktes ein Problem beim Waschen, selbst historisch fixiert ist das nach ein paar mal heiß waschen in der Regel dahin. Daher dürfte man es eher nicht für Leibwäsche oder ähnliches verendet haben.
 
Ich seh das für mich nicht so problematisch. Unter die Färber bin ich noch nicht gegangen und ich bin ja auch schon mords stolz auf mein chemisch gefärbtes Seidenbrokatkäppchen, da kann ich dann auch mit modernen Farben drucken. Es gibt Verdicker für Seidenmalfarbe, dann verläuft die beim Drucken nicht, das wird mit Bügeln fixiert und ist hinterher waschecht. Und wenn historische bedruckte Kleidung nur ein Jahr gehalten hätte, würde ich das nicht als Hindernis sehen, gerade wenn man versucht besonders teure Mode zu imitieren. Eine Relox Uhr hält heutzutage ja auch nicht besonders lange und trotzdem ist sie ein Verkaufsschlager.
 
historisch schummeln ist aber nur sinnvoll wenn der rest 100% bombig sicher ist. sonst läufts, meiner Meinung nach, sehr schnell in ein naja ich dreh und wende es mir wie es mir gefält... Atlas/Satin im 12. und 13. beliebt kann ich mcih jetzt nciht entsinnen. wenn ich die London Finds und meine alte WG Mitbewohnerin jedoch richtig im Kopf habe wird der eher Ende 14. populär. (möglich dass ich mich falsch erinnere, aber meine da wär was..kann grad nich in meine BIB.)
 

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