Spatha-Funde ohne Fragmente des Griffstücks

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    • Spatha-Funde ohne Fragmente des Griffstücks

      Hallo zusammen,

      im Zuge meiner Recherche sind mir nun schon oft Spathen begegnet, bei welchen lediglich die Angel erhalten ist.
      Da ich ein Exemplar gefunden habe, welches zu meiner geplanten Darstellung passen würde, und dieses ebenso keine Reste des Griffes vorzuweisen hat habe ich mich gefragt, wie der Griff bei diesen Exemplaren wohl aussah.
      Kann man davon ausgehen, dass der Griff komplett aus Holz bestand? Da die Waffen in Grabfunden angetroffen wurden, kann man ja wohl jedenfalls davon ausgehen, dass auch keine Bestandteile aus Bein vorhanden waren. Metallfunde hätten sich im Kontext eigentlich auch erhalten müssen, also bleiben im Grunde nur Griffe komplett aus Holz übrig?

      Wie seht ihr das, kann man von Griffen aus Holz ausgehen oder gibt es andere Erklärungen für das vollständige Fehlen der Griffe?

      Liebe Grüße
      Manuel
    • Panzerreiter schrieb:

      Manuel schrieb:

      [...] welches zu meiner geplanten Darstellung passen würde [...]
      Welche wäre das denn genau?Immer noch Alemannisch, 5. Jhdt. nehme ich an?
      Ja. Die Frage bezüglich des Griffes stellte ich mir primär durch einen Grabfund bei Frankfurt a.M.-Praunheim - hier wurde ein Grab mit Spatha, Bügelknopffibel, Fingerring, Schildbuckel, Beschlagteile eines röm. Militärgürtels und Lanzenspitze gefunden. Alles Bestandteile, die ich gerne aufnehmen würde.
      Da ich gerade eine möglichst gut schaukampftaugliche Spatha suche/anfertigen lassen will und die Goldgriffspathen zum einen sehr teuer und zum anderen sehr unpraktisch wären, kam mir die Frage nach den Griffstücken bei den Funden ohne Reste von selbigem auf.
    • Bei den Spathas fes 5.Jhdts fehlen die Griffpartien (Parierstange, Griff und Knauf) im archäologischen Befund oft völlig, es ist nur die Griffangel da.
      Deshalb geht man davon aus, dass diese Elemente der Griffkonstruktion damals aus organischem Material bestanden. [AiD 14/2018 Sonderausgabe, S 20]

      Menghin erwähnt diesen Umstand ebenfalls [Menghin, das Schwert im frühen Mittelalter, S 63], weist allerdings auch darauf hin, dass die Knäufe bei etlichen Schwertern "nicht unbedingt funktionale Bestandteile der Griffbefestigung" darstellten, weil das Griffangelende nach dem oberen Querstück einfach umgeschmiedet war.

      Für Dich relevant dürften, je nachdem welchen Teil des 5. Jhdts du anstrebst, die Zeitgruppen A & B interessant sein.
      Wenngleich auch viele Spathas des 5. Jhdts keine erhaltenen Gefäße haben, so gilt das nicht für alle.
      Es ist anzunehmen, dass viele nicht erhaltene organische Gefäße stilistisch mit erhaltenen Gefäßen derselben Zeit- und Stilgruppe weitgehend identisch gewesen sein dürften, nur halt aus anderem Material.

      Da eine ausreichend hilfreiche Beschreibung in Worten schwierig ist und Scans aus Büchern häufig mit der Löschung des Beitrags enden, frage ich erst mal nach, ob Du für diese Zeitgruppen Vorlagen hast?
    • Vielen Dank für deine umfangreiche Antwort.

      Ich tendiere mit meiner Darstellung auf das frühe 5. Jahrhundert. Konkrete Vorlagen habe ich noch nicht - mir schwebt, wie erwähnt, das Schwert aus dem Fund von Praunheim vor, welches auf Anfang des 5.Jh datiert wird. Hier habe ich allerdings leider noch keine konkreten Maße. Eine Anfrage ans Museum FFM habe ich bereits gesendet, ob ich da letztlich eine Antwort bekomme, wird sich noch zeigen.
      Wobei ich nicht auf ein spezielles Exemplar bestehe, nur die Beifunde wären in dem Fundus für mich ganz passend.

      Aus meiner Heimat (Baden-Baden) ist auch ein Fund bekannt, allerdings eine Goldgriffspatha, deren Verbleib ich bisher noch nicht recherchieren konnte.