Erster Bronzeguss

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    • Erster Bronzeguss

      So heute habe ich mal den ersten Versuch gestartet Bronze zu gießen. Als Ausgangsmaterial habe ich ein Stück von einer alten Kupfervase und Lötzinn benutzt. Mein Bruder hat sich zu-hause ne kleine Esse (Staubsauger und Kugelgrill) zum Schmieden gebaut, die musste nun für meine Zwecke herhalten. Den Tiegel und Gussform habe ich aus einem Lehm-Schamott Gemisch hergestellt, wie ich aber feststellen musste nicht gerade besonders zu empfehlen :thumbdown: .
      Da mein Bruder nur Schmiedekohle hatte habe ich die für den Brennvorgang benutzt...also Kohle rein und Staubsauger an, den Tiegel schön mittig und dann hieß es
      warten, nach etwa 20 Min begann dann das Kupfer und Zinn ( das ich
      gleich anfangs dazu gab) zu schmelzen. Die flüssige Bronze versuchte
      ich dann in die Form zu gießen wobei die Hälfte auf dem Fußboden und der Rest in der Form landete :kopfhau . Nach dem abkühlen der Bronze nahm ich sie aus der Form, sie hatte sich gelblich-rot verfärbt (ist das normal?).
      Der Tiegel hatte teilweise eine Art Glasschicht? auf der Oberfläche gebildet, beim zweiten versuch Schmolz der Tiegel förmlich weg, er wurde weich und das flüssige Kupfer vermischte sich mit ihm :( .
      So hat jemand Tipps wie man`s besser macht? Aus was stellt ihr den eure Tiegel her? Besser Holzkohle statt Schmiedekohle? Welches Ausgangsmaterial benutzt ihr ?
      Danke schon mal im vorraus :D !!!
      Gruß da Pazl

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Pazl ()

    • Tja...Bronzegießen ist schon so ne Kunst für sich. Gerade das den Gießvorgang selber muss man erlernen. Also immer wieder üben bis man eine flüssige Bewegung macht und nicht zuwenig und auch nicht zuviel flüssiges Metall auf einmal eingießt. Das Zinn würde ich erst später zugeben wenn das Kupfer schon geschmolzen ist. Es kann sonst sein das dir das Zinn verbrennt . Ausserdem würde ich ein kleines bisschen Flussmittel , z.B. Borax, zugeben..macht die Sache einfacher.

      Für Tiegel hat so jeder sein eigenes Rezept. Wichtig ist, gut abmagern. Lehm, Sand, Pferdemist gut durchmischt funktioniert. Das Mischungsverhältnis musst du für dich selber herausfinden. Die Wahl der Kohle ist im Grunde egal. Die gelblich rote Farbe könnte auf das Mischungsverhältnis zurückzuführen sein. Ebenso aber auch auf schlechte Durchmischung oder eine Oxidschicht.
      Skelmir's Werkstatt

      Schmiededarstellung 9.Jhd. in Haithabu
    • Gratulation zum ersten Gussversuch!
      Einfach nicht aufhören, man muss Erfahrung sameln, immer weiter ausprobieren und irgendwann klappts! Und wenn man ganz sicher ist dann fängt man an mit Silber zu arbeiten:keule1
      At some point we all have never done huscarl before. Except for Jerry ... he was born killing people!
    • @Baian: Danke! Hab`s heute noch mal versucht und da gings schon besser :) ... aber zum Silber ist noch ein sehr langer weg ...
      @Skelmir: Danke schon mal für die guten Tipps, hab heute das Zinn erst später dazu gegeben, und siehe da das Ergebniss hat schon mehr nach Bronze ausgesehen ;) . Tiegel muss ich mir anfangs unbedingt kaufen, das funktioniert noch nich so ...
    • Bronze gießen

      Pazl schrieb:

      ....heute habe ich mal den ersten Versuch gestartet, Bronze zu gießen. Als Ausgangsmaterial habe ich ein Stück von einer alten Kupfervase und Lötzinn benutzt....... Den Tiegel und Gussform habe ich aus einem Lehm-Schamott-Gemisch hergestellt, wie ich aber feststellen musste, nicht gerade besonders zu empfehlen......Der Tiegel hatte teilweise eine Art Glasschicht? auf der Oberfläche gebildet, beim zweiten Versuch schmolz der Tiegel förmlich weg, er wurde weich und das flüssige Kupfer vermischte sich mit ihm..... hat jemand Tipps, wie man`s besser macht? Aus was stellt ihr den(n) eure Tiegel her? Besser Holzkohle statt Schmiedekohle? ......
      Lötzinn würde ich nicht nehmen, weil da Antimon und Cadmium enthalten sein könnten. Lieber auf dem Flohmarkt bleifreies Zinngeschrirr (gestempeltes Feinzinn) kaufen, ist heutzutage oft billig zu haben.

      Schamotte erhöht nicht zwangsweise den Schmelzpunkt einer Tonmasse! Schamotte ist gebrannte und dann wieder gemahlene Grobkeramik.

      Wenn Du feuerfesten Ton nimmst, hast Du es leichter! Ohnehin wären gute weiße Steinzeugtone mit 25% Schamotte besser geeignet, denn Lehm hat fast immer einen zu niedrigen Schmelzpunkt, wie Dein oberflächlich angeschmolzener Tiegel (Glasschicht) zeigt.

      Holzkohle ist nicht weniger heiß als Schmiedekohle, brennt aber etwas großflächiger und sauberer.

      Freundliche Grüße

      Jean
    • Also die Glasschicht lässt sich nicht vermeiden. Selbst bei den gekauften, extra für den Guss hergestellten, Tiegeln kommt es zur Glasbildung und nach ein paar Güssen sind die dann hinüber. Ist halt ein Verbrauchsgut. Aber ich denke die Lebensdauer der selbstgebauten Tiegel kann man mit hilfe der richtigen Zutaten etwas erhöhen.
      Skelmir's Werkstatt

      Schmiededarstellung 9.Jhd. in Haithabu
    • Skelmir schrieb:

      Selbst bei den gekauften, extra für den Guss hergestellten, Tiegeln kommt es zur Glasbildung und nach ein paar Güssen sind die dann hinüber. Ist halt ein Verbrauchsgut. Aber ich denke die Lebensdauer der selbstgebauten Tiegel kann man mit hilfe der richtigen Zutaten etwas erhöhen.
      Nur so als Info meinem grossen Tiegel aus Graphit hat über 40 Güsse mitgemacht :D . Sieht momentan so aus als ob er nicht viel länger mitmachen würde aber kaput ist er nicht...
      Die Lebensdauer des Tiegels kann man erhöhen wenn man etwa langsamer aufwärmt, Die Größe des Tiegels entsprechend der Menge zu erhitzenden Material nimmt und Das Feuer auch nicht unnötig groß macht.
      Meistens hat man aber nicht genug Tiegel zur auswahl und will auch nicht ewig am Blasebalg pumpen.....

      Zur Bronze: Ich benutze Kupferschrott aus Heizungsröhre und reinen 99%Zin . Mann soll sich ein bisschen einlesen was für Zusammensetzung die Archeologische Funden aufweisen. Blei als legierungselement lässt das ganze viel besser fliessen gibt auch eine schöne farbe wenn es in etwa 3 bis 5 % ist.
      Es ist ein langer Weg denn ich auch gehe...Man muss immer wieder ausprobieren und sich notieren was man für Erfahrungen hat.
      Gruß
      Baian
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    • Ja Graphittiegel halten natürlich wesentlich länger ! Meiner hält schon 2 Jahre. Aber sind ungeeignet fürs Lager :) Mit Blei wäre ich vorsichtig. Blei ist giftig und gerade mit Bleidämpfen, die beim Schmelzen auftreten, ist nicht zu spassen. Damit es besser fließt würde ich lieber auf Blei verzichten und etwas Flussmittel oder Borax zugeben.
      Skelmir's Werkstatt

      Schmiededarstellung 9.Jhd. in Haithabu
    • Ich habe eine Frage zum Formenbau:
      Was nehme ich dafür wenn möglich das es auch Lagertauglich ist.

      Bis jetzt habe ich Formsand genommen , den ich eigentlich zum Zinngießen nehme nur der Rote Sand ist hallt nicht Lagertauglich (Historisch).

      mfg
      "Extra Bavariam nulla vita, et si est vita, non est ita."

      "Außerhalb Bayerns gibt es kein Leben - und wenn, dann doch nicht dieses."

      (Alte Inschrift)