70173 Stuttgart: Die Welt der Kelten (noch bis 17.02.2013)

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Freyjasdottir

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Ich war gestern mit einer Freundin. Die Ausstellung verdient wirklich die Bezeichnung "groß". Kurz die praktischen Fakten: 2 Ausstellungsteile: "Kostbarkeiten der Kunst" im Stuttgarter Alten Schloss - zeigt die Fundstücke im Original und zeitlich / stilmäßig geordnet. "Zentren der Macht" im Stuttgarter Kunstgebäude - fasst die Entwicklungsgeschichte zusammen (bzw das, was man davon bisher weiß) und ordnet das ganze nach Fundorten (v.a. natürlich die Fürstengräber), hier werden teilweise die Kopien gezeigt, die im anderen Haus im Original zu sehen sind. Zwei sehr unterschiedliche Ansätze, die sich m.E. sehr gut ergänzen. Die Eintrittskarte und den Audioguide kann man vorab online erwerben (zusammen 17 €). Es gibt kein Zeitfenster, dh heute Karte online kaufen und bis zum Ende der Ausstellung reingehen. Man kann die Ausstellungsteile an zwei unterschiedlichen Tagen besuchen - was angesichts des Umfangs empfehlenswert ist, ich bin jetzt ziemlich erschlagen. Wir waren ca 3h im ersten Teil, brauchten dann eine gute Stunde Pause, um wieder aufnahmefähig zu sein, und dann waren weitere 2 1/2 Öffnungszeit eigentlich zu knapp, um alles in Ruhe zu betrachten. Ich geh sicherlich nochmal. Inhaltlich: Wir waren erst in den "Kostbarkeiten" - und das ist wirklich eine Schatzkammer. Ich hatte vorher keine Ahnung von den Kelten, weder zeitlich noch von den Funden her (wenn man von ein paar Zeitschriftenartikeln über die Heuneburg absieht). Jetzt habe ich einen sehr praktisch und gut vermittelten Überblick gewonnen - und schwelge in den toll zusammengestellten Fundstücken, die sie sehr fleißig von überall her eingesammelt haben. Sie haben sehr viel kleine Bildschirme neben den Fundstücken, mit denen sie diese vergrößern und die Ornamentik herausarbeiten und so viele Aha-Erlebnisse erzeugen. Man kommt also nahe an die Sachen ran und es war auch nicht zu voll. Die Zentren der Macht hinterher anzuschauen, hatte für mich den Vorteil, dass ich aus dem 1. Teil schon einigermaßen die zeitliche Verortung im Kopf hatte und die Fundorte dann im Gesamtzusammenhang ganz gut einordnen konnte. Allerdings merke ich jetzt auch beim Aufschreiben, dass vieles an mir vorbeigerauscht ist, weil mein Kopf vom ersten Teil eigentlich schon voll war. Da werde ich mit Genuss nochmal reingehen. Pädagogisch fand ich es gut aufgebaut. Fachlich kann ich mangels Ahnung wenig sagen. Dass alles, was man nicht versteht, kultisch ist, ist ja nun nichts neues, das findet sich natürlich auch hier. Ansonsten muss man sich bewusst sein, dass es eine Ausstellung ist, die archäologisch fundiert ist und ihre Fundstücke zeigen möchte. Wie die Kelten nun tatsächlich gelebt haben, weiß ich nach wie vor nicht, aber das ist auch nicht das Versprechen der Ausstellung. Meines Erachtens also unbedingt sehenswert, nicht nur für die Keltendarsteller, sondern auch für die FrüMis. Ich bin ja auch in meiner Zeit noch Anfängerin - und in der mir dadurch noch inne wohnenden Unwissenheit frage ich mich tatsächlich, was sich zwischen 700 v. Chr. und 700 n. Chr. eigentlich getan hat (außer dem Aufstieg und Untergang Roms natürlich). In Keltengräbern (m/w) Schwerter, Speere, Fibeln, Perlenketten, Ohrringe, Fuß- und Beinringe und Torques. In Alemannengräbern dito. Natürlich unterschiedlich, aber eigentlich doch nichts wirklich neues. Bleibt für mich zu erforschen.
 
Wir waren auch gestern dort, mit leider viiieeel weniger Zeit und wollen wahrscheinlich auch noch einmal hin. Die "Kostbarkeiten" waren ähnlich aufgemacht wie vor zwei Jahren die Keltenausstellung in Völklingen, die Zentren der Macht haben mir sehr, sehr gut gefallen. Die Präsentation, die Zusammentstellung der Stücke, die thematischen Felder, alles wunderbar. Da muss man sich aber wirklich viel Zeit nehmen, am besten beide Teile an unterschiedlichen Tagen. In der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung stand, haben wir uns rein auf die Ausstellungsstücke konzentrieren und die vielen audio-visuellen Informationen gar nicht betrachten können. Allerdings haben wir uns dann noch die Modenschau angesehen, von der ich persönlich recht enttäuscht war - wahrscheinlich waren da die Erwartungen an eine Museumspräsentation viel zu hoch. Marled
 
Ich kann mich den vorherigen Beiträgen anschließen. Wer den Besuch der (beiden) Ausstellung(en) genießen möchte, sollte wirklich an zwei Tagen hingehen. Einen Audioguide zu nehmen ist ratsam, da dieser vieles genauer erklärt und das lesen vieler Infotafeln erleichtert. Wer es einfach mag. Es gibt auch eine Version für Kinder. :D Mein persönlicher Tip 1 Tag ins Alte Schloss und die Ausstellung "Kostbarkeiten der Kunst" besuchen und im Anschluss die neu gestalteten Ausstellungsräume des Landesmuseums Stuttgart (gleiches Gebäude) über Römer, Kelten, Alemannen besichtigten (koscht nix extra). Wobei hier die Funde der Kelten in dieser Abteilung zur Zeit sehr spärlich sind. (Sind teils in der Sonderausstellung zu besichtigen ;) ) Achtung: Wer die Ausstellung im Alten Schloss mit Kinder besuchen möchte, Es wurde auch an die Kinder gedacht. So wurde eine Art von Erlebnisparcours für die Kleinen geschaffen. Wer keinen allzu großen Trubel mag, sollte eher unter der Woche hingehen. Der Ausstellungsteil „Zentren der Macht“ im Stuttgarter Kunstgebäude fand ich jetzt persönlich sehr gut und übersichtlich gestaltet. Hier sind die bedeutendsten Funde aus den Ausgrabungen von Hochdorf, Heuneburg, Glaumberg, Bopfingen (Ipf) und weitere, zu besichtigten. Ferner sind Faksimile von Fundaufzeichungen alter Zeiten zu betrachten sowie eine Repräsentation des 2010 entdeckten Keltengrab von Herbertingen. Fazit: Die Ausstellung ist sehr gut gemacht und einen Besuch wert, nicht nur für Keltendarsteller. Einen kleinen Einblick finden man hier: http://www.youtube.com/watch?v=E_gi4EEviCY Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=E_gi4EEviCY
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Leider haben wir es nun doch erst dieses Wochenende geschafft. Danke für den Tipp mit dem auf zwei Tage verteilten Besuch der Ausstellungen. An einem Tag ist das Pensum absolut nicht zu bewältigen. Wir starteten am Samstag um 10 Uhr mit den "Kostbarkeiten der Kunst" und waren nach 3,5 Stunden geplättet - nicht mehr aufnahmefähig. Heute/Sonntag noch einmal 3 Stunden die "Zentren der Macht". Länger ging's leider nicht da wir noch ein paar Stunden Heimfahrt vor uns hatten. Der Tipp mit Onlinebuchung ist klasse, obwohl, wir waren Samstag und Sonntag jeweils um 10 Uhr am Einlass, da war noch fast kein Betrieb vor den Kassen. Das änderte sich aber am Nachmittag, als da eine zig Meter lange Schlage vor der Tür wartete. Ach ja - der Audoguide ist eine sehr gute Zusatzinfoquelle, da die sehr guten Sprecher ein bisschen mehr Informationen rausrückten, als die Texttafeln her gaben - und sollte vor einer Vitrine einmal Stau herrschen.. Audioguide hören und aus der Entfernung betrachten. Die Ausstellung/en ist/sind ein wahres Erlebnis und ich kann mich den vorhergehenden Meinungen nur anschließen. Allerdings nervten die permanenten Führungen. Du stehst konzentriert an der Karte der Keltenverbreitung und wirst auf ein mal von einer Horde "Geführten" gefühlsecht umringt. Die Sprecherin drängt dich von der Karte weg und erzählt im lauten Singsang. Ich bin dann in den vorhergehenden Raum geflüchtet und lauschte dem Audioguide (schlau - weil da war die Truppe ja schon). Vergiss es, nach ein paar Minuten plärrt dir die nächste Gruppe ins Ohr. Erinnerte fatal an einen Heuschreckenschwarm. Trotzdem ein tolles Erlebnis... und Stuttgart ist ne coole Stadt :thumbsup:
 

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